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Transfair – Vertragslaufzeiten in Leverkusen

Zum Ende der Saison mehren sich die Anzeichen einer Umstrukturierung des Leverkusener Kaders. Interessant an dieser Stelle einmal auf die Vertragssituation und die Laufzeiten der einzelnen Spieler zu schauen.

(*Leih-)Verträge laufen aus:

Rene Adler
Vedran Corluka* (Kaufoption)
Michael Ballack
Michael Ortega* (Kaufoption)
Tranquillo Barnetta

Rene Adler wird wohl, wenn alles gut geht und der HSV Jaroslav Drobny los wird, in den Norden ziehen. Ich warte immer noch auf die Vollstreckung der ganzen Geschichte und frage mich, ob Adler nicht vielleicht noch andere Optionen hat. Michael Ballack wird wohl in die Major League Soccer wechseln. Vedran Corluka und Michael Ortega sind mit großer Wahrscheinlichkeit zu teuer, so dass die Verantwortlichen keine Kaufoption ziehen werden. Ortega könnte eventuell noch eine weitere Saison geliehen werden. Bleibt noch Tranquillo Barnetta, dem angeblich kein Angebot aus Leverkusen vorliegt. Könnte also passieren, dass alle oben genannten Spieler nächste Saison nicht mehr in Leverkusen spielen.

Verträge laufen 2013 aus:

Fabian Giefer
Daniel Schwaab
Manuel Friedrich
Bastian Oczipka
Simon Rolfes
Eren Derdiyok

Bei diesen Spielern muss man schauen, ob eine Vertragsverlängerung Sinn macht und ob man sie nicht noch zur kommenden Saison gewinnbringend verkauft. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird wohl Eren Derdiyok nach Hoffenheim wechseln und ein relativ kleines Taschengeld in die Bayer-Kassen spülen. Fabian Giefer wurde mit verschiedensten Vereinen in Verbindung gebracht. Ende April wurde eine Vertragseinigung mit Fortuna Düsseldorf kolportiert. Auch die Bayern sollen ihn als Ersatzmann für Manuel Neuer auf dem Schirm haben. Zu Daniel Schwaab und Bastian Oczipka gibt es keine Infos. Fraglich ist, was aus den “Oldies” Manuel Friedrich und Simon Rolfes wird.

Darüber hinaus gab es Nachrichten zu einem eventuellen Wechsel von Renato Augusto zurück in die Heimat Brasilien. Sein Wert für Leverkusen ist bisher relativ beschränkt gewesen. Zu oft verletzt gewesen, die Leistungen zu schwankend. In eine ähnliche Kategorie fällt Gonzalo Castro, der zusätzlich noch das Problem hat, dass er überall spielen kann und so nie zu seiner Rolle findet. Auch er eventuell ein Mann für einen Wechsel, bzw. ein Spieler den man Leverkusen vielleicht gehen lassen sollte.

Die nächsten Wochen werden spannend.

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Hannover 96, Teil 8

Der Gegner:
Direkter Konkurrent um die Euro-League-Plätze. Ein Sieg ist somit Pflicht gewesen, speziell wenn man sich noch die Bilanz der Niedersachsen in Leverkusen anschaut. Der letzte Sieg Hannovers datiert aus dem Jahr 2007. Seitdem 4 Siege in Folge, 11:0-Tore.

Das Ergebnis:
Wie schon in der letzten Woche ein glückliches 1:0. Dieses Mal markiert Stefan Kießling in der 75. Minute den alles entscheidenen Treffer. Sein 10.Treffer in der Rückrunde und damit der Garant für Leverkusens derzeitigen Tabellenplatz neben Bernd Leno.

Das gefühlte Ergebnis:
Über ein weiteres 0:0 oder ein 1:1 hätte man sich nicht beklagen dürfen. Leverkusen wieder nur mit sehr wenig herausgespielten Chancen, Hannover mit einer unberechtigt abgepfiffenen Abseitssituation, die zu einem Tor hätte führen können.

Die Kurzanalyse:
Leverkusen mit überraschend starken ersten 15 Minuten. Da war Bewegung im Spiel, da wurden Pässe mit Leichtigkeit, Präzision und Freude gespielt und es gab 1-2 gute Möglichkeiten, bereits in der Anfangsphase in Führung zu gehen. Danach folgten erneut, wie schon gegen Hoffenheim, 75 quälende Minuten aus Leverkusener Sicht. Muss man das jetzt als Fortschritt werten? Immerhin 15 gute Minuten? Hannover ebenfalls wenig begeisternd, dafür stand die Werkself zu sicher und gerade das muss man wohl als den größten Fortschritt unter Hyypiä und Lewandowski werten.

Man of the Match:
Rene Adler. Der stand zwar nicht auf dem Platz, wurde aber vor dem Spiel in gefühlten 15 Sekunden verabschiedet (wie auch Michael Ballack) und äußerte sich hinterher immer noch wie ein ganz Großer und mit unglaublich viel Gelassenheit. Nach all der Zeit, hätte ich mir für Rene Adler mehr gewünscht.

Szene des Spiels:
12.Minute. Andre Schürrle gibt den Ball messerscharf in den Strafraum, doch Stefan Kießling setzt den Ball am Pfosten vorbei. Super herausgespielt, aber dann ein Gomezkes Scheitern.

Gut in Form:
Andre Schürrle mit einigen flotten Läufen und wesentlich sicherer in der Ballverwertung. Stefan Kießling präsent und mit dem Tor alles richtig gemacht. Bernd Leno gewohnt sicher und mit einer sehenswerten Parade.

Trotzdem dabei:
Michael Kadlec weiterhin weit unter seinen Möglichkeiten auf der linken Seite. Defensiv gegen Hannover wenig gefordert, nach vorne ohne Akzente. Gonzalo Castro zunächst im Mittelfeld begonnen, dann nach Kadlec Auswechslung auf dessen Position spielend, ohne Ideen, ohne Präsenz.

Die Stimmung im Verein:
Von Spiel zu Spiel besser. Nun ist auch Europa sicher. Die Spieler loben das Trainergespann, wobei Sami Hyypiä sich gestern in Frage stellte. Bei Sky fragte er sich, ob er nach all den Jahren des Drucks, nun den Druck als Trainer wieder braucht. Rudi Völler wollte die ganze Sache nicht kommentieren, außer dass man sich demnächst mal zusammen setzen wolle. Alles offen.

Die Fanbase:
Gut, aber man sieht auch, dass nicht alles Gold ist was glänzt. Spielerisch liegt noch zu viel im Argen. Für die nächste Saison ist sehr viel ungewiss.

Die Zukunft:
In naher Zukunft steht erst einmal das Spiel gegen Nürnberg auf dem Plan. Mit einem Sieg, könnte man das desaströse 0:3 aus der Hinserie vergessen machen und Platz 5 festigen. Später dann, fragt man sich, wie es im Verein weiter geht. Bleiben die Trainer? Welcher Bayer-Akteur fährt zur EM? Welche Spieler kommen? Welche gehen? Ist Derdiyok nächste Saison noch da? Barnetta? Wäre es für Castro besser, mal irgendwo anders zu spielen? Im welchen System gehts weiter? Und, und, und.

Die Anderen:
Die Anderen haben mal wieder für Bayer gespielt. Und dieses Mal hat die Werkself das Angebot sogar angenommen. Stuttgart verlor gegen die Bayern und somit rückte man auf Platz 5 vor, der die direkte Quali für die Euro-League bedeutet(?). Schalke sicherte gestern Platz 3. Um die Euro League spielen jetzt noch Wolfsburg, Hannover und ganz theoretisch Bremen. Im Abstiegskampf läuft es auf ein Finale um den Relegationsplatz am letzten Spieltag hinaus. Hertha spielt zuhause gegen Hoffenheim. Köln zuhause gegen München. Das wird dann nochmal spannend.

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Jogi Löw über Andre Schürrle

Löw: Bei Schürrle kann ich ihnen versprechen, dass wir ihn ihn in der Vorbereitung wieder in gewohnter Form sehen.
SZ: Ist das so einfach?
Löw:Bei Schürrle weiß ich genau, woran seine durchwachsene Saison liegt, ich kenne die Ansatzpunkte, es braucht ein, zwei taktische Korrekturen, dann ist er wieder da.
SZ:
Hätten sie den Leverkusener nicht mal einen Tipp geben können?
Löw:Das soll keine Kritik an Leverkusen sein, und ein Ratschlag steht mir nicht zu, ich sag es aber mal ganz allgemein: Ich weiß, welche Philosophie zu Schürrle oder Podolski passt.

SZ-Printausgabe vom 28.04.2012

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TSG Hoffenheim, Teil 8

Zeit hier mal wieder ein bisschen was zu ändern und die Spieltagsaufbereitung etwas abzuändern und aufzupeppen.

Der Gegner:

Die TSG Hoffenheim. Bisherige Ergebnisse aus Sicht von Bayer: 5:2, 4:1, 1:0, 3:0, 2:2, 2:1, 2:0. Kategorie: Lieblingsgegner. Hoffenheim sieht Licht am Ende des Tunnels. Das Licht ist die Europa League.

Das Ergebnis:

1:0. Andre Schürrle trifft per Distanzschuss in der 79. Minute. Kadlec steckt durch, Schürrle marschiert von Außen nach Innen am Strafraumrand entlang und zirkelt den Ball ins lange Eck. Sehenswert. Ein typischer Lahm oder ein typischer Robben spiegelverkehrt. Da freut sich jeder Reporter, wenn er demnächst in diese Position kommt.

Das gefühlte Ergebnis:

0:0. Beide Teams hätten wohl noch zwei Stunden weiter spielen können und mehr Tore wären nicht gefallen. Das Schürrle überhaupt traf war schon ein Wunder.

Die Kurzanalyse:

Zwei Teams mit dem Ziel Europa League. Für Leverkusen hieße das am 34. Spieltag, man habe eine durchschnittliche Saison gespielt (so Robin Dutt vor geraumer Zeit). Bei Hoffenheim hätte man alle Erwartungen übertroffen. Hätte also ein Spiel mit allerlei Finessen werden können, stattdessen fühlte man sich gefühlten 3 Tagen seines Lebens beraubt, weil sowohl Hoffenheim, als auch Leverkusen dermaßen ungefährlich vor dem Tor blieben, dass sich kleine Kaninchen neben Bernd Leno und Tom Starke hätten tollen können.

Man of the Match:

Der Mann des Spiels ist auch gleichzeitig Fitzelkönig. In der 86.Minute zeigt Schiedsrichter Felix Brych auf den Punkt. Handelfmeter. In einer harmlosen Szene (was sonst? sic!) springt Vedran Corluka der Ball an die Hand. Absicht war da wohl keine. Vielleicht sollte der DFB nochmal die Regeln überarbeiten, was das Handspiel angeht. Sejad Salihovic gegen Bernd Leno heißt das folgende Duell und der pariert bravourös.

Szene des Spiels:

Michal Kadlec mit einer astreinen Kerze im eigenen Strafraum. Symptomatisch, dass Hoffenheim diese Gelegenheit nicht nutzt.

Gut in Form:

Stefan Kießling traf zwar nicht, war aber sonst wieder überall zu finden. Hinten, vorne, klärend, schießend und gar nicht mal so oft verstolpernd. Wäre Jupp Heynckes noch Trainer, würde er ihn wieder mehr zur Ruhe bitten. Ebenfalls gut drauf ist Bernd Leno. Stütze des Teams über die ganze Saison.

Trotzdem dabei:

Michal Kadlec und André Schürrle. Kadlec nach hinten desorientiert und nach vorne desinteressiert. Man hofft von Spiel zu Spiel auf Leistungen, wie damals in seiner ersten Saison bei Leverkusen. Am Samstag Abend bekam er dann einen Nasenbeinbruch von Kölner Hooligans verpasst. Andre Schürrle mit gefühlten 100 Ballkontakten und immer im Zentrum des Geschehens, doch glücken wollte ihm so gut wie gar nichts. Bis auf den einen Treffer halt.

Die Stimmung im Verein:

Furchtbar ruhig. Nach Ballack, Dutt, Rolfes, Messi-Trikot und Trainerentlassung wundert man sich über die Tumbleweeds, die durch die Straßen in Leverkusen wehen.

Die Fanbase:

Nachdem sich die eine Hälfte über Hyypiä freute und die andere Hälfte ihren Dutt zurück will, weiß man derzeit nicht so recht was man mit der Situation anfangen soll. Zufrieden ist wohl niemand so recht, aber jetzt heißt es diese Saison irgendwie zu Ende bringen und auf die nächste Saison hoffen.

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Ist das hier Hockey?

Es war ein wunderbarer Sommertag irgendwann während meiner Studienzeit. Ich hatte mich mit ein paar Leuten (u.a. meiner späteren Frau) in einer alten ausrangierten Reiterhalle aus der Kaiserzeit zusammen gefunden um Inlinehockey zu spielen. Der Trainer erklärte gerade die nächste Übung, als ein großer hagerer Mann die Halle betrat. Eine kleine Tasche über die Schulter geworfen, alle Blicke auf sich ziehend. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass der Inlinehockeysport ausschließlich für Ausrüstungsschlampen gemacht ist.

Die Schuhe sind nicht so extravagant wie bei Fußballern, dafür werden sie gepflegt wie kleine Formel-1-Boliden. Kugellager müssen geputzt und gereinigt werden. Die richtigen Rollen müssen es sein. Dann müssen sie auch die richtige Größe haben, nicht alle gleich groß, sondern meistens zwei 80mm-Rollen hinten und zwei 72mm-Rollen vorne. Es gibt auch noch andere Kombinationen, wie zum Beispiel 76-72-80-80, aber die, die solche Schuhe tragen, würden auch orangene Fußballschuhe auf dem Fußballplatz anziehen.

Ich schweife ab. Also Ausrüstung. Schienbeinschoner, Schutzhose, Überhose, Brustschutz, Ellbogenschoner, Handschuhe, Trikot, Helm. Wenn man so einen Spieler sieht, weiß man eigentlich sofort, dass es sich um Inlinehockey handelt. Offensichtlich. Aber sowas von.

An diesem besagten Sommertag kam also dieser große, hagere Typ in die Halle und fragte allen Ernstes mit einem äußerst skandinavischen Akzent: “Ist das hier Hockey?” Stille. Räuspern. Dann die üblichen Hallenhalma- und Nähkurssprüche. Dieses Erlebnis blieb für immer mit unserem späteren guten Freund verbunden. Aber auch seine langsame, gemächliche Intonation seiner Sprache. Er war nie der, der uns Feuer unterm Hintern machte. Er feuerte nie an. Er war immer der langsame, gemächliche Typ. Sprache und Habitus im totalen Einklang. Irgendwann fragten wir ihn, ob er seine Muttersprache schneller sprechen würde oder ob er da irgendwie anders wäre. Mehr aus sich rauskommen würde. “Nein!”, erklärte er mit einem verschmitzten Lächeln.

Neulich nachmittags schaute ich mir dann die erste Pressekonferenz von Sami Hyypiä an. Meine Frau kam rein, schaute mir über die Schulter, schüttelte den Kopf, fragte nochmal nach: “Ist unser Skandinavier jetzt Trainer bei Bayer? Brauchtet ihr nicht jemand mit Dampf?”

Brauchen wir den? Drei Spiele unter Hyypiä geben noch keinen Aufschluss darüber, was wir wirklich bei Bayer brauchen. Drei Remis geben Hoffnung, aber lassen einen keine Wunder erwarten. Die ersten Namen für die neue Saison werden genannt. Weniger hört man über Veränderungen in der Mannschaft. Es ist alles irgendwie komisch. Nichts will so richtig passen. Es hilft nur warten und hoffen.

PS. Auch Sascha Lewandowski ist für das Team verantwortlich, jedoch passte der hier mal gar nicht in die Geschichte.