Presseschau vom Stuttgart-Spiel

Rene Adler äußerte sich nach dem Spiel zu seinen “unglücklichen” Szenen mit einem Blumenstrauß in der Hand. Gratulation? Für was?

Kurz nach sechs kam René Adler mit ernstem Gesicht aus der Kabine. In der Hand ein Blumenstrauß, der so rätselhaft war, wie alles an diesem Nachmittag. “Der Ball darf da nicht ein”, erklärt der Leverkusener Torhüter ohne auszuweichen. Allerdings war “Ball” eine sehr unpräzise Bezeichnung für den Marschflugkörper, der kurz nach der Halbzeit auf ihn zuschoss. Freistoß aus 18 Metern, abgefeuert durch den Schützen Thomas Hitzlsperger. Hätte sich René Adler einfach groß gemacht und dem, was ihm da mit 125 Kilometern pro Stunde entgegen kam, auf Zehenspitzen entgegen gesehen, wäre das Tor nicht gefallen. Zum Preis einer Schädelverletzung und vermutlich. Aber es blieb keine Zeit, Ertrag und Konsequenz des Tuns gegeneinander abzuwägen, der Torhüter reagierte nur menschlich, mit einem Ducken. Der Versuch, den Ball gleichzeitig mit den Fäusten zu erreichen, wirkte hilflos. “Ich wusste, dass er knallen wird”, sagte Adler, “aber ich war wie perplex.” (FR)

Auch der Trainer wird in die Pflicht genommen. So fragt sich der FR-Redakteur, warum gerade Lukas Sinkiewicz auf dem Platz stand.

Allerdings hätte sich der Trainer ein wenig mit einschließen können in die Bewertung, denn er trug persönlich Verantwortung dafür, dass seine Abwehr kein Gegner war für den aggressiven Stuttgarter Angriff. Zum dritten Mal gab er dem lange verletzten Lukas Sinkiewicz den Vorzug vor dem in der Vorrunde überzeugenden Henrique. Es zeigte sich: Für ihn kommen solche Aufgaben zu früh. (FR)

Auch im Kölner Stadtanzeiger wird der Trainer in Frage gestellt.

Trainer Bruno Labbadia ist vor dem Stuttgart-Spiel der Versuchung erlegen, sich den erfreulich häufig sehr ansehnlichen Fußball seiner Leute an den eigenen Hut zu heften. In einem großen Interview mit „spiegel online“ erklärte der 43-jährige auf die vergiftete Frage nach den Gründen für die Klasse des Bayer 04-Fußballs: „Weil wir uns im Spiel gegen den Ball enorm verbessert, also defensiv eine gute Ordnung haben. In der Offensive haben die Automatismen immer besser funktioniert. Und die taktische Disziplin stimmt auch.“

Ach so. Der Trainer Labbadia hat demnach einen ungeordneten Haufen von Mannschaft übernommen, dem selbst die Grundbegriffe des Fußballs – Ordnung in der Defensive, Automatismen in der Offensive – erst mühsam beigebracht werden mussten. Das ist natürlich falsch: Bereits unter Trainer Michael Skibbe hat Bayer 04 einen über weite Strecken hoch attraktiven Fußball gespielt, dem ganz am Ende der Saison 2007 / 08 genau zwei Dinge fehlten: Bernd Schneider und ein Punkt aus den allerletzten Spielen, um das Minimalziel Uefacup zu retten. (KSTA)

Endlich Erster meint der Sport-Informations-Dienst.

Die gelb-rote Karte von Arturo Vidal von Bayer Leverkusen bedeutete ein bemerkenswertes Jubiläum. Der Platzverweis des Chilenen war der 100. in der Bundesliga-Historie der Werkself. Damit sind die Rheinländer der erste Klub der höchsten deutschen Spielklasse, der eine dreistellige Anzahl von Hinausstellungen aufweist. Vor 26 Jahren, am 29. Januar 1983, sah Frank Saborowski als erster Profi im Dress von Bayer die rote Karte. Leverkusens Rekordhalter und gleichzeitig Bundesliga-Spitzenreiter ist Jens Nowotny: Der 48-malige Nationalspieler sah in seiner Karriere achtmal “Gelb-Rot” oder “Rot”. (SZ)

Sollte am Freitag die Partie gegen Hoffenheim verloren gehen, kann man sicher von ersten Krisen-Rufen in den Medien ausgehen.

Der ehrgeizige Trainer wirkte enttäuscht und sauer. Nach der von allen Seiten gelobten Vorbereitung hat die Werkself einen Fehlstart in der Liga hingelegt. Einer von vier möglichen Punkten ist für die eigenen hohen Ambitionen zu wenig. Die Leistung beim 2:4 gegen Stuttgart war sogar unerklärlich schlecht. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nach hinten durchgereicht werden“, schwante Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta bereits nach dem Abpfiff nichts Gutes. Und die nächsten Aufgaben haben es in sich: Am Freitag geht es zum Spitzenreiter Hoffenheim, dann gastiert der HSV in Düsseldorf. (Express)

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