Presseschau vom Bochum-Spiel

Bayer 04 Leverkusen mausert sich immer mehr zu einem ernstzunehmenden Mitfavoriten auf den Meistertitel. [...] Erleichtert war sein Kollege Bruno Labbadia: „Es war wichtig, auch so einen Sieg einzufahren, doch meine Mannschaft hat teilweise sehr fahrlässig gespielt.“ (FAZ)

Das war er also, dieser “dreckige Sieg”. Den hatte Bruno Labbadia in den vergangenen Wochen immer wieder mal thematisiert. Ins Reine gesprochen, sollte das heißen: Kein Fußballteam der Welt schafft es, jederzeit auf allerhöchstem Niveau zu spielen, also kann es nicht schaden, hin und wieder auch mal eine schwächere Partie abzuliefern, sofern es nur irgendwie gelingt, sie trotz allem erfolgreich zu beenden. Wobei der Leverkusener Trainer eher an ein mühsam zusammen gestochertes 1:0 gedacht haben dürfte als an ein solches 3:2, wie es Bayer beim VfL Bochum fabrizierte. (FR)

Und wer noch Belegmaterial benötigte für Leverkusener Instabilität im Entwicklungsstadium, der musste in Bochum nur genau hinschauen. Natürlich besaß die Produktion des 1:0 mit einfallsreicher Freistoß-Variante viel Pfiff, und natürlich verriet die fröhlich vollführte Attacke zum 2:0, abgeschlossen von Renato Augusto mit herrlich angeschnittenem Ball ins obere Eck, hohes Können. Aber was war denn los bis zum 3:0 und danach? „Da haben wir zu viel Druck des Gegners zugelassen, zu wenig Ballbesitz gehabt“, klagte Labbadia. Und die taktische Ordnung ging auch perdu. (RP)

In einem Punkt war sich der ehemalige Klassestürmer allerdings absolut sicher: “Wir werden trotz Platz zwei garantiert nicht in Euphorie verfallen.”

Der 41-Jährige braucht seinen Spielern nur die letzten 15 Minuten der Begegnung auf Video zu zeigen, um sie auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Bayer führte nach Treffern von Arturo Vidal (6.), des überragenden Renato Augusto (21.) und Torjäger Patrick Helmes (61.) sicher mit 3:0. Doch statt souverän den Vorsprung zu verwalten, verlor das Team völlig den Faden. Nach dem Doppelschlag von Stanislav Sestak (79.) und Sinan Kaloglu (81.) zitterte sich die Werkself ins Ziel, obwohl Bochum nach der Roten Karte gegen Anthar Yahia wegen Foulspiels (84.) die Begegnung mit nur neun Feldspielern beendete. (WELT)

Aber vor allem: Bayer Leverkusen lässt die Fachleute mit der Zunge schnalzen. Mein Ex-Klub ist dabei, ein Spitzenteam zu bauen, das Klasse-Fußball spielt. Es könnte sogar wieder mit der Champions League klappen.

Denn sie stehen jetzt schon auf Platz zwei – und die englischen Wochen für die Konkurrenz kommen noch. Da könnte der Fluch der verpassten Europacup-Quali plötzlich zur guten Tat werden. Bayer darf Richtung Königsklasse schielen.

Internationaler Fußball in einem neuen, erstklassigen Bayer-Stadion ist ja ohnehin Pflicht. Um die „Kronjuwelen“ Renato Augusto, René Adler und Patrick Helmes herum führt der besonnene Kapitän Simon Rolfes die jungen Wilden. Besonders bei den Nationalspielern Vidal, Barnetta, Castro und Kießling gibt es noch Potenzial nach oben. Völler, Labbadia und Co. wissen, dass sie die Abwehr noch stabilisieren müssen. Das zeigte auch die (wohltuende) Selbstkritik nach dem 3:2-Sieg in Bochum. (Calmund in der Bild)

Warum? Weil dieser Sieg so „dreckig“ war. Trainer Bruno Labbadia hatte die Begrifflichkeit schon vor dem Hannover-96-Auftritt in der BayArena ins Spiel gebracht – in der Erwartung, dass es eben nicht immer auf höchstem Niveau weitergehen konnte, an das man sich in Leverkusen zuletzt gewöhnt hatte, sondern eben auch mal drei Punkte mit wenig ansehnlichen Mitteln verpackt werden müssen. Doch auch Hannover wurde bekanntlich mit 4:0 aus dem Anzug geschossen, was Sportdirektor Rudi Völler gar nicht so recht war, wie man gemeinhin glauben könnte. „Wir müssen aufpassen, dass wir trotz unserer spielerischen Glanztaten nicht in Schönheit sterben“, mahnte Völler noch am Samstag, nachdem seine Pappenheimer in Bochum „vom Niveau her unser schlechtestes Saisonspiel“ (Patrick Helmes) abgeliefert hatten. (Kölnische Rundschau)

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