Spa-Wochen in Leverkusen

Der eingefleischte Fußballfan wird, falls er nicht gerade eine wellnesserfahrene Freundin hat, mit Spa nichts anfangen können. “Schätzelein, isch geh gleisch mal zum Spa!” – “Zum watt? Spa? Bringste da mal zwei Sechserträga mit!?” – “Neee Horst. Spaaaaa! Des is Wellness.” – “Achso… Wellness is für mich gleisch Champions League gucken!” “Is gut Horst. Isch bin wech.” – “Ja – Gott sei Dank!”

Während die Freundin also zum Spa geht, sitzt Horst auf dem Sofa und schaut Champions League – oder UEFA-Pokal. Wellness für ihn. Wellness für mich. Wellness für die Spieler des Werktrupps von Bayer Leverkusen. Warum? Ja die müssen ja unter der Woche nicht spielen. Man kann sich genüsslich den Montag frei nehmen. Dienstag zwei Trainingseinheiten, Mittwoch eine, dann Donnerstag noch eine, Freitag ist ja auch noch Feiertag, da kann man sich in Ruhe auf den Gegner vorbereiten und Samstag zocken wir mal wieder Offensivfußball vom Feinsten. Herrlich.

Ganz anders sieht die Situation in München und Bremen aus. Am Wochenende “Hipp-hipp-hurra!”-Fußball oder zur Niederlage rotieren. Unter der Woche dann der Europastress. Während man in Bremen eigentlich nur weiß, dass man manchmal Tore schießen und auch manchmal kräftig kassieren kann (5:4 Hoffenheim, 5:2 München), ist in München, nach zwei Niederlagen in Folge, einfach nur große Depression angesagt. Auf Europaebene sieht das dann wieder anders aus. Bremen im ersten Spiel gegen Famagusta weder mit Torerfolg – noch eins kassiert. Die Münchner mit einem 1:0-Sieg gegen Bukarest.

Auch die restlichen Europacup-Teilnehmer mit seltsamen Leistungen. Den HSV kann man gar nicht einschätzen. Tabellenführer mit “solala”-Leistungen und dann ein 0:0 gegen Niemand im UEFA-Cup. Schalke irgendwie auch vorne mit drin in Deutschland, auf europäischer Ebene immerhin glatt in Nikosia gewonnen. Dortmund mit dem besten Start seit Jahrzenten auf nationaler Ebene, international einfach nur peinlich. Stuttgart und Hertha im Niemandsland der Bundesliga-Tabelle, im Cup-der-Verlierer dies bestätigend mit teils äußerst knappen Siegen gegen schwache Gegner.

Also gut für uns, dass wir dieses Jahr nicht im Europa-Cup spielen. Wir haben kaum Streß unter der Woche. Wir müssen nicht schon am sechsten Spieltag, wie die Bayern mit der Rotation anfangen, wir müssen nichts auf internationaler Ebene bestätigen, wir können einfach relaxen, uns zurück lehnen und am Wochenende Tabellenführer werden. Hab ich das gesagt? Bitte streichen. Außerdem kann ich es hier im Blog ganz entspannt angehen lassen und das trägt zur Motivation bei. Ich muss nicht noch unter der Woche Vor- und Nachberichte schreiben, mich ärgern, dass man gegen albanische oder zypriotische Teams schwach gespielt hat. Ich kann einfach schauen, was der Rest der Fußballwelt so treibt. Ich liebe es.

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3 comments » Write a comment

  1. Jeder redet sich die Situation schön, so wie er es braucht ;) Den Leverkusenern sei eine Saison der Ruhe gegönnt, und eigentlich ist es irgendwie schade, dass Renato Augusto nicht im UEFA-Pokal wirbeln darf …

  2. Da kann ich meinem Vorredner nur zustimmen. Jeder biegt sich’s so hin, wie er’s grad braucht. =)

    Ich denke aber, dass ihr auch durch die Nicht-Teilnahme am internationalen Geschäft, in diesem Jahr eine durchaus gewichtige Rolle in der Bundesliga spielen werdet. Bisher jedenfalls spielt Leverkusen einen tollen Fußball und wenn ihr es mal schafft, die Leistung über eine ganze Saison zu konservieren, dann dürftet ihr sehr weit oben landet. Zum Meistertitel wird es sicherlich traditionell nicht reichen – aber der zweite Platz wäre ja auch schön. ;)

  3. irgendwas schönes muss man dem ganzen doch abgewinnen, oder? naja mal sehen, wie es weiterläuft – irgendwie kann es so nicht weiter gehen. dann wird man tatsächlich noch zweiter ;)

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