Recht wenig Ahnung von Fußball

Christian S. schreibt für das wundervolle Pillendreher-Blog. Dort trifft er sich regelmäßig mit Simon und redet über Gott und die Welt. Das in Christian noch eine Menge mehr Kreativität steckt zeigt das Blog “tod eines zu mittag speisenden” und die Tatsache, dass er mit MC Winkel und diversen anderen den Geschichten-Sammelband “6 Herrengedecke und ein Sessel aus Plüsch” herausgegeben hat. Vor dem Spiel gegen die Bayern heute, ist er mal wieder mit Simon unterwegs und trifft Nadine.

„Ich habe ja recht wenig Ahnung von Fußball“, meinte Nadine, was weder mein Freund Simon noch ich verneinen wollten, „aber ich glaube, das Spiel heute Abend gegen die Bayern könnt ihr euch getrost schenken.“
„Was, wieso das?“, fragte Simon, der sich in Vorbereitung auf das heutige Viertelfinale bereits seine siebenundzwanzig Fanschals um Arme, Hals und Stirn gebunden hatte und kaum mehr zu erkennen war.
„Weil ihr euch nachher nur wieder ärgert“, erklärte Nadine. „Wie nach der Niederlage gegen den HSV. Oder nach der Heimpleite gegen Stuttgart. Irgendwie scheint Düsseldorf kein gutes Pflaster für euch zu sein.“
„Das ist nicht wahr“, meinte Simon trotzig, und auch ich schüttelte vehement den Kopf.
„Wir haben auch schon in der LTU-Arena gewonnen“, klärte ich unsere Freundin auf, „gegen Cottbus. Ziemlich überzeugend sogar. Und das war sogar im DFB-Pokal.“
„Hm, ja. Mag sein“, meinte Nadine nur und zuckte mit den Schultern. „Aber die Bayern sind nicht Cottbus.“ Da hatte sie natürlich Recht. „Und wenn ich mir so eure Bilanz gegen die Bayern anschaue, die sieht nun wirklich nicht gut aus. Wenn ich mich nicht irre, habt ihr das letzte Mal im August 2004 gegen Bayern München gewinnen können, im DFB-Pokal sogar noch nie. Also ich denke nicht, dass …“
„Moment“, unterbrach ich Nadine. „Sagtest du nicht, dass du recht wenig Ahnung von Fußball hast? Wie kommt es dann, dass du so gut Bescheid weißt?“
„Ja, wie kommt das?“, wollte auch Simon wissen, während Nadines Kopf augenblicklich eine rötliche Farbe annahm. Ein sicheres Zeichen dafür, dass ihr irgendetwas fürchterlich unangenehm war.
„Raus mit der Sprache.“
„Ja, raus mit der Sprache“, wiederholte Simon.
„Vielleicht … vielleicht war ich eben nicht ganz ehrlich zu euch“, gab Nadine nach kurzem Zögern zu und schaute verlegen zu Boden. „Ich … äh, ich bin nämlich Bayern-Fan und …“
„Du lieber Himmel“, schrie Simon entsetzt auf, bevor er theatralisch in sich zusammen sackte. Damit hatte weder er noch ich gerechnet.
„Und ich hatte darauf spekuliert, eine von euren Karten zu bekommen. Das Spiel ist ja schon seit Tagen restlos ausverkauft.“
Ich schaute unsere Freundin eine Weile fassungslos an, bevor ich langsam den Kopf schüttelte. „Tut mir leid, Nadine. Unsere Karten bekommst du nicht. Aber weißt du was? Viel verpassen wirst du eh nicht. Wir werden nämlich heute Abend den Bayern die Lederhosen ausziehen. Und dann werden wir sie ihnen über ihre Köpfe ziehen und bis in die frühen Morgenstunden den Einzug ins Halbfinale feiern.“ Ich sagte das so überzeugend, dass ich sogar beinahe selbst daran glaubte, während Simon unter seinen Schals zustimmend nickte.

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