Warum Bayer Leverkusen scheiße ist

Auch andere Meinungen sind durchaus erwünscht und jaaa – ich war noch nie im Stadion. Warum auch? Fan kann man auch im Herzen sein. Aber für eine Kontroverse ist der Trainer Baade immer gerne gesehen und er hat sich netterweise für einen lieben Gastbeitrag bereit erklärt. Erste Frage war: Darf ich alles schreiben? Ja, du darfst – Wirklich alles? Jepp! Und dabei ist dieser wunderbare Beitrag heraus gekommen.

Bashing ist ja schwer in Mode, und deshalb auch schon wieder außer Mode, wer noch basht, der hat den letzten Pfiff nicht gehört. Bashing bezieht sich aber per selbst aufgestellter Definition nur auf Dinge, die aktuell passieren, während das hier kein Bashing ist, sondern eine Feststellung. Und was schon lange so feststeht, muss man ja nicht neudeutsch mit Bashing bezeichnen, sondern man darf es so nennen, wie es gemeint ist: Ein kleiner Reminder, dass auch Bayer Leverkusen Scheiße ist:

Das Fußballunternehmen Bayer Leverkusen ist Scheiße, das war schon immer klar. Warum?

Diese Frage stellt sich heute leider immer seltener als sie es das noch vor zehn oder 15 Jahren tat. Vor allem Wolfsburg und seit Kurzem Hoffenheim sind damit beschäftigt, Leverkusen den Rang als “Unsympath der Liga” abzulaufen. Da wirkt einer, den man nicht leiden kann, aber schon viel länger kennt, plötzlich gar nicht mehr so schlimm wie einer, den man nicht leiden kann, an dessen hässliche Visage man sich aber noch nicht gewöhnt hat.

Es darf jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass auch Bayer Leverkusen aus selbem Schiet und Dreck ist wie die anderen beiden Werksvereine. Da nützt es auch nichts, dass man aus dem einst abfällig genutzten “Werkself” jetzt eine Imagekampagne zaubert, gerade so wie Schwule sich nun Schwule nennen und wie … nun ja.

Warum also ist Bayer Leverkusen Scheiße?

Man kann ganz vorne anfangen, man kann in der Mitte anfangen oder man kann dort anfangen, wo wir jetzt sind. Fangen wir also vorne an, es macht ja keinen Unterschied, es bleibt überall gleich Scheiße.

Am Anfang

Leverkusen ist keine historisch gewachsene Stadt, sondern, — der Vergleich drängt sich auf — geradeso wie Wolfsburg nur aufgrund wirtschaftlicher Bedürfnisse zur jetzigen Größe angewachsen. Bekanntheit erlangt Leverkusen vor allem durch die Bayer AG und durch den Sportverein Bayer 04 Leverkusen. Womit klar wäre, dass ohne den Verein niemand, der nicht gerade in Aktien oder in Pharma unterwegs ist, überhaupt nur ein Wort über Leverkusen je verlöre. Gegründet wurde der Verein unter der Bezeichnung “Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen” und von da an, 1904, ist Sendepause im deutschlandweit beachteten Fußballsport. Erstklassig wurde Bayer Leverkusen erst 1979, bis dahin füllt ein dickes, fettes Nichts die Geschichtsbücher zu den Punkten Fußball und Leverkusen. Und das war es dann auch schon. Keine regionale Meisterschaft oder mal eine Finalteilnahme, keine (wissenswerte) Historie und auch keine Nationalspieler, die schon mal vor dem zweiten Weltkrieg die deutschen, ähem, Farben vertreten hätten.

In der Mitte

Niemand wusste von Leverkusen, bevor dieses schließlich in die Bundesliga aufstieg. Fans: keine. Zuschauer: auch keine. Leverkusen war in der Mitte seiner Zeit (von heute aus gesehen) Scheiße, weil es eine graue Maus ohne jegliche Spielkultur oder auch nur Daseinsberechtigung war. Es krebste irgendwo in der Liga rum. Während man bei so Mannschaften wie dem VfL Bochum oder dem Karslruher SC wenigstens Sympathien à la graue Maus, die ums sportliche Überleben kämpft, aufbringen konnte, war in dieser Rubrik damals schon bei Bayer Fehlanzeige: ein Mal Relegation gespielt und ein Mal erst am letzten Spieltag gerettet (Andreas Brehme könnte da mehr erzählen), ansonsten immer mehr und immer stärker vom Werk abgefangen. Es gab und gibt kaum ein Risiko, das bei Bayer mal etwas sportlich kaputt gehen könne. Deshalb zog auch damals schon der Bonus des Kleinen, des Underdogs nicht, denn der war Bayer nie. Langweilig hingegen schon. Und als das Ulrich-Haberland-Stadion noch das Ulrich-Haberland-Stadion war, hatte man wenigstens eine Stein gewordene Mahnung darüber, welcher Fußball einen hier erwarten würde. Selbst derer hat man sich inzwischen entledigt, was, man ahnt es schon, einfach nur eins ist: Scheiße.

Nun ist es schon so weit gekommen, dass Leverkusen als originärer Bestandteil der Bundesliga in die Köpfe jener vordringt, die mit einer Teilnahme Leverkusens an der Bundesliga aufwachsen. Man weiß es nicht so genau bezüglich des Hausherren, es ist aber leider davon auszugehen, dass zu Zeiten seiner Erwachung Bayer Leverkusen schon in der 1. Bundesliga war und genau das für ihn nie in Frage gestellt wurde. Unfair, so etwas zu schreiben, wenn der Hausherr in Urlaub ist, und nicht darauf antworten kann, aber nun gut, nach Fairness wurde ja auch nicht gefragt.

Heute

Heutzutage muss man Leverkusen Scheiße finden, weil sie es trotz des erfolgreichen Fußballs zu seligen Daum’schen Drogen-Zeiten (Jens Nowotny: “Privat kennt man ihn zu wenig …”) und damit einhergehendem sportlichen Erfolg immer noch nicht geschafft haben, eine echte Fanbasis aufzubauen. Zu groß scheint die Konkurrenz im Kölner Raum mit dem 1. FC Köln. Und natürlich mit … und … tja. Es scheint so, als sei alleine die Konkurrenz des 1. FC Köln schon ausreichend, um dafür zu sorgen, dass es Bayer Leverkusen nun mal einfach nicht auf die Reihe bekommt, einen Fanstamm zu entwickeln. Nicht zufällig machte sich zuletzt erst jemand Sorgen darum, ob man nach Rückkehr aus der LTU-Arena das dann 30.000 Zuschauer fassende Stadion bei Spielen gegen Energie Cottbus oder gegen die SpVgg Unterhaching oder gegen Greuther Fürth oder was sonst so noch in Zukunft aus den Untiefen der zweiten Liga hochgespült werden wird, überhaupt vollkbekommen wird. Die Chancen stehen gut, dass dem nicht so sein wird. Und Freikarten kann man schließlich auch nicht unendlich verteilen, an Werks-Angehörige, an Schulkinder der umliegenden Dörfer oder an solche, die zufällig bei Maskes McDonald’s essen, weil sie auf der Reise von Bremen nach Freiburg im Leverkusener autobahn-nahen Meckes einen Zwischenstopp einlegen: Die meisten Bayer-Angehörigen haben ohnehin schon ihren eigenen, anderen Verein, und wer etwas auf sich hält, wird alles tun, um zu verhindern, dass der eigene Nachwuchs zum Bayer-Fan mutiert, ergo wird er nicht hingehen.

Und wer das, einen größeren Fanstamm, trotz diverser Rennen um die Meisterschaft, trotz diverser Erfolge im Europapokal, trotz (das durchaus, ja) ansehnlichen Fußballs über Jahre hinweg nicht geschafft hat, der wird das auch in Zukunft weder mit Mr. Insivible Wolfgang Holzhäuser, dessen Charisma im Vergleich zu Calmunds Charisma mikroskopisch klein wirkt, mit dem Scheißkäsen-Volkstribun Rudi Völler, den zwar angeblich alle so nett finden, wenn man genauer nachfragt, man aber doch keinen findet, der allein deswegen zum Leverkusen-Fan würde, noch mit dem sonnenbankgebräunten Anzugträger Bruno Labbadia schaffen, dessen Hochjubelei dort enden wird, wo auch Skibbes und all seiner Vorgänger Wirken endete, wenn denn erstmal die erste längere Misserfolgsphase anstand: mit dem Hinausloben.

Und weil das, ein größerer Fanstamm, nicht gelang, kann man noch so viele deutsche oder deutschstämmige, hoffnungsvolle Talente aufgrabbeln, über ein tolles Scoutingsystem verfügen, ein modernstes Stadion sein eigen nennen und noch so viele Siege gegen Bayern München landen (natürlich immer nur dann, wenn es nicht drauf ankommt): Bayer Leverkusen wird so Scheiße bleiben, wie es schon immer war.

Aktuell ist Bayer Leverkusen weiterhin scheiße, weil es einfach nichts an diesem Club gäbe, was ihn liebenswert oder zumindest bemitleidenswert machte: Ständig eine volle Kasse, obwohl man gar keine Fans hat. Und wer jetzt damit argumentiert, dass die Kassen ja nur noch halb so voll sind wie zuvor, der frage mal nach, was man trotz vieler Zuschauer alles an wenigem Geld und wenigem Erfolg haben kann, z. B. in Braunschweig, in Essen oder von mir aus in Aachen. Das ganze Fundament beruht nur auf dem, was das Werk da hineinpumpt. Und aus mehr als diesem künstlich aufgeblasenen Fliegerdrachen besteht Bayer Leverkusen nun mal nicht. Es gibt keine Tradition, es gibt keine sportlichen Erfolge und es gibt keine Fans: Was also soll das sein außer einem, wenn auch ziemlich teuren, Marketinginstrument?

Die Tatsache, dass hier ein offensichtlich unbezahlter Mensch in seiner Freizeit über Bayer Leverkusen bloggt (und sogar dann und wann nicht vergütete Kommentare hat), bedeutet gar nichts, außer dass Ausnahmen die Regel bestätigen. Und wie heißblütig dieser Fan selbst ist, hat er ja letztens erst kund getan: Er selbst war noch nie im Stadion. Schöne, wahre, große Liebe, virtuell, nur vom Sofa aus, übers Fernsehen, übers Internet.

Und obwohl hier keine Tradition, kein Erfolg und keine Fans vorhanden sind, stattdessen alles nur von einem Konzern inszeniert ist und bezahlt wird (und das sogar von Anfang an), genau so wie bei den anderen beiden Beispielen, droht aus dem Blickfeld zu geraten, dass Bayer Leverkusen in der Bundesliga nicht nur der Vorreiter für den VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim war, sondern auch immer noch zur selben Kategorie gehört.

Dass uns das nicht aus den Augen verloren wird, nur weil Wolfsburg und Hoffenheim jüngere Mitglieder der Bundesliga sind, bitte!

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22 comments » Write a comment

  1. Genau wegen allem, was Trainer Baade hier schreibt, ist es eine echte Leistung Fan von Bayer 04 zu sein. Ich zum Beispiel habe mir das auch nicht ausgesucht. Es ist einfach passiert. Und das, obwohl ich ein Berliner bin und kein Aspirin im Medikamentenschrank zu stehen habe. Und seit ich Bayer-Fan bin, leide ich. Und ertrage den Hohn und den Spott für die immer wieder vergebenen Titel-Chancen.

    Weißt du Trainer, wie ich damals 2002 den 4:2 Erfolg über Liverpool miterlebt habe? Am n-tv Liveticker. Weil ich zu Hause kein Radio hatte, das funktioniert. Batterien vom alten Walkman waren leer. Internet hatte ich damals auch noch nicht daheim (Schlimme Zeiten waren das). Fußballkneipen? In München werden aus Prinzip keine CL-Spiele ohne bayerische Beteiligung gezeigt. Und dann starrst du Minute um Minute auf dieses laufende Infoband. Du hast keine Ahnung, was auf dem Feld passiert. In der 70. Minute ist Bayer weiter. Zehn Minuten später zerstört Litmanen alle Hoffnungen. Und mir blieb nichts anderes übrig, als auf dieses blöde laufende Infoband zu starren. Kein Radioreporter, der deine Hoffnung nährt, weil er irgendetwas von einer Flanke sagt, die in den Strafraum fällt. Der n-tv Liveticker ist so ziemlich die marketingfreiste, kälteste und – ja ich sage es so – unsexieste Methode ein Fußballspiel zu verfolgen. Aber ich kann dir nicht sagen, wie ich ausgeflippt bin, als das Tor von Lucio angezeigt wurde. Es war ein CL-Abend, den ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde. Auch Tradition ist etwas, dass irgendwann anfangen muss.

  2. Um mal kurz auf einen inhaltlichen Fehler hinzuweisen. Es gabe eine längere Phase der Erstklassigkeit in den 50er Jahren, auch wenn es nicht zur Qualifikation für die Endrunde gereicht hat.

  3. Pingback: Abenteuer Fussball » Sidka war zu professionell

  4. Also schönen Fußball spielen sie jedenfalls, und Hoffenheim auch, und manchmal auch Wolfsburg. Und schöner Fußball ist ein Grund, weshalb ich Fußball so toll finde. Eher nicht wegen den attraktiven Innenstädten der Bundesligisten oder deren Traditionen oder deren Fans…nur mal so.

  5. Ich muss gestehen, dass ich auch mal eine Zeit lang mit Leverkusen sympathisiert habe, so um die Jahrtausendwende. In der von Hattrick angesprochenen Saison habe ich in der Champions League sogar richtig mit Bayer mitgefiebert. Das Spiel gegen Liverpool konnte ich nicht gucken, da ich noch kein Premiere hatte und außerdem am selben Tag zum Geburtstag meiner Schwägerin musste. Die zweite Halbzeit habe ich dann per Radio und Videotext verfolgt. Der Radiosender hat schließlich das Siegtor durch Lucio verpennt, so dass ich es zuerst im Videotext sah. Das absurde daran war, dass ich in der Nacht davor von einem 4:2 für Bayer geträumt hatte (und es zwar auf der Geburtstagsfeier jedem erzählt, aber blöderweise nicht bei Oddset darauf gewette hatte).

    Es tat mir dann fast schon leid, dass Werder entscheidend dazu beigetragen hat, dass Leverkusen nicht Meister wurde: Erst drei Spieltage vor Schluss in Leverkusen gewonnen und dann am letzten Spieltag in Dortmund verloren. An dem Tag war ich aus mir inzwischen entfallenen Gründen im Stadion auf Schalke. In der Schalker Kurve hat sich dann kurz vor Schluss irgendwie die Fehlmeldung verbreitet, Werder habe in Dortmund ausgeglichen (was nicht stimmte). Die Schalker Fans feierten (!) noch nach Schlusspfiff die Leverkusener Meisterschaft (ich habe tatsächlich “Deutscher Meister ist nur Bayer 04″ Rufe gehört), aber natürlich vor allem Dortmunds Pleite, bis dann irgendwann das 2:1 auf dem Videowürfel angezeigt wurde. Da war es dann schlagartig ruhig.

    Ein weiteres prägendes Erlebnis, dass ich mit Leverkusen hatte, war die Bremer Heimniederlage gegen Bayer im Jahr 2000. Leverkusen nahm Werder spielend leicht auseinander, vor allem Ze Roberto spielte wie vom anderen Stern. Ich habe selten eine so starke Gastmannschaft im Weserstadion erlebt. Als Werder dann kurz vor Schluss wenigstens den Ehrentreffer zum 1:3 erzielen durfte, stimmten die Werderfans in die “Zieht den Bayern die Lederhosen aus”-Gesänge der Bayerfans (ja, es waren wirklich einige anwesend) ein.

    Rückblickend betrachtet war es wohl mehr die Antipathie gegen die Bayern als echte Sympathie für Bayer, aber für mich (Jg. 1981) gehörte Leverkusen schon immer zur Bundesliga dazu und ich “hasse” sie nicht mehr oder weniger als jeden x-beliebigen anderen Verein (von Werder, Bayern und einem gewissen Verein aus Hamburg-Stellingen mal abgesehen).

  6. Harter Tobak hier.

    Wenn Leverkusen dann nun endlich aufgrund dieser Petition hier aufgelöst wird, dann nehme ich bitte den Helmes für den HSV!

  7. Ein Glück, dass wir, dank Nick Hornby, keinen Grund mehr brauchen, warum wir Fan sind.

    Ich war als kleiner Dötz früher Bayern-Fan. Dank des schlechten Einflusses meines Onkels. Als ich mich abgenabelt habe, symphatisierte ich ein paar Monate mit Gladbach. Erst, als wir aus Langenfeld weggezogen sind (das ist quasi direkt neben Leverkusen) tat es auf einmal weh, wenn Bayer verloren hat und mein Herz machte Sprünge, wenn sie gewannen…

    Ich habs mir echt nicht ausgesucht. Aber es ist nunmal so. Und der Bayer-Konzern ist seitdem Bayer ne Fußball AG ist nichts anderes mehr als irgendein Sponsor. Wenn auch ein ziemlich Guter. Dafür haben wir keine Zuschauereinnahmen. Schlimm schlimm…

    Mir ist es egal, ob ein Verein Tradition hat. Oder ob er 1954 mal Nationalspieler hatte. Wir leben jetzt und nicht damals. Und heute ist Bayer einer der besten Bundesligisten. 2002 sogar vielleicht die beste Mannschaft der Welt. Ist noch gar nicht so lange her.

    Und erst hab ich gedacht, dass der Text noch irgendwie die Kurve kriegt. Und vielleicht doch noch ein versöhnliches Ende hat. Schließlich ist das hier ja ein Bayer-Blog.

    Aber mal ganz ehrlich, Trainer, glaubst du eigentlich, dass es einen einzigen Bayer-Fan gibt, der das nicht alles weiß, was du da geschrieben hast? Und sich dafür immer rechtfertigen muss? Hattest du das Gefühl, dass das hier einer mal vergessen könnte?

    Und noch ehrlicher: Bayer ist nicht scheiße. Denn alle deine angeführten Argumente bedeuten einen Scheiß. Denn der Fußball verändert sich. Es gibt Hoffenheim, Wolfsburg und Leverkusen. Dortmund ist ne AG. Manchester, Chelsea, Liverpool, Manchester, Aston Villa und noch viele mehr gehören reichen Mäzen. Und bstimmen den Weltfußball. Das ist nunmal so. Früher wurde im WM-System gespielt und heute meist 442. Früher waren alle Vereine Vereine. Heute sind es Fußball GmbHs. Find dich damit ab. Fußball geht weiter.

    Ach so, am ehrlichsten: Mit so einem Text kannst du dich ehrlich gesagt gerne verpissen!

  8. Ja stimmt, seit Leverkusen nicht mehr mit der BAYER- Werbung durch die Bundesliga läuft, wird es fast schon vergessen, dass Leverkusen doch nur ein Pillenclub ist. Geschickt getarnt als ganz normaler Verein, geht und ging man auf Fanfang und es scheint, als ob die Rechnung aufginge, das Stadion wird ausgebaut, die LTU- Arena erfreut sich erstmals (außer bei National11- Spielen) vieler Satdionbesucher und dass man hier auf dem Blog schon 10 Kommentare vorfindet, ist ja auch schon eine mittlere Sensation.

    Leverkusen ist die größte Mogelpackung im deutschen Fussball…
    so ein Pissverein.

    Grüsse FAB :-)

    PS: So, ich hab euch alle furchtbar lieb und ich wollte noch sagen, dass ich für solche Auftritte ab sofort Geld verlange…

  9. Schwach, Trainer. Das enttäuscht mich jetzt doch ein wenig. Zitat: “Leverkusen ist keine historisch gewachsene Stadt, sondern, — der Vergleich drängt sich auf — geradeso wie Wolfsburg nur aufgrund wirtschaftlicher Bedürfnisse zur jetzigen Größe angewachsen.”

    Was bitte sind denn dann Schalke, Dortmund, Essen etc.? Werkssiedlungen von Krupp, Hoesch, was weiß ich was für Stahlbaronen und Grafen Koks? Das ist kein Kriterium für irgendwas im Fußball.

    Bayer 04 war lange genug zweitklassig (zur Erinnerung: das ist ganz schön hoch), um auch in meiner Wahrnehmung seit Jahrzehnten allemal so respektabel zu sein wie beispielsweise Bielefeld oder Bochum. Und solider als als die kaum dem Schmierenkomödiantentum entrinnenden, zwischen Vereinsmeierei und Bierärschigkeit hier und Börsenwahn und Großmannssucht dort eiernden BVB, S04, Effzeh sowieso. Ich hab nix gegen die, und den Fußball dort find ich gut, als gebürtiger Kölner und Effzeh-Anhänger seit ’64.

  10. Tja das tut schon weh so eine Hasstirade zu lesen, zumal ich nicht leugnen kann, dass der ein oder andere Punkt durchaus stimmt.
    Die Antworten hier machen allerdings wirklich Mut, der Blog an sich (auf den ich bezeichnenderweise in einem FC-Forum aufmerksam gemacht wurde) ist genial, spricht mir aus der Seele.
    Ich bin Anhänger seit 1977, habe also auch schon die Zweitligazeiten erlebt. Und selbstverständlich habe ich den Aufstieg und die spätere sportliche Entwicklung mit Freuden zur Kenntnis genommen.
    Ich finde es geradezu pervers, wenn ein “Couch-Potatoe”, der noch nie ein Stadion von innen gesehen hat solche geistigen Ergüsse ins Netz stellen darf.
    Tatsache ist übrigens auch folgendes:
    Udo Lattek spielte in den 50ern in Lev (leider eher ein unsympathisches Beispiel, aber hier geht es ja nicht um Sympathien, sondern um Beispiele namhafter Spieler aus den 50ern) oder Paul Janes (jetzt nur noch bei Fortuna-Fans ein Begriff).
    Und was die sportlichen Nachweise in den 60iger betrifft, kann ich nur sagen, dass nicht viel gefehlt hat und wir, statt dem 1.FC Köln, wären Gründungsmitglied der Liga geworden.
    Ist doch lächerlich, wenn ich mir überlege, dass ein Verein wie Alemannia Aachen gemeinhin als Traditionsverein bezeichnet wird, obwohl er nur ein paar Jahre vor Lev aufstieg, nur um kurz danach wieder abzusteigen.

  11. @ ode: nicht ärgern, nicht drauf reinfallen, der Trainer will doch nur spielen…
    Ich bin jetzt mal so schön Mitte 30 und mir fällt auf, dass Bayer mir nicht mehr ganz so scheißegal ist, wie ich das aus der Zeit der Fussballsozialisierung in den 80ern gewöhnt war. Türlich hab ich gelacht, als die fast abgestiegen sind, fand dann aber den weinenden Brehme aus Kaiserslautern an der Schulter vom Rudi doch noch witziger als umgekehrt. Aber die schon mehrfach angesprochene Championsleague-Saison, verbunden mit dem schicken Triple-Scheitern wirkt bei mir irgendwie sympathiebildend nach.
    Außerdem mag ich auch Vereine MIT nachgewiesener Tradition, wie die Bayern, wie Gasprom 04 oder Borussia Aktienvernichtung nicht, warum sollte ich da Firmenclubs insbesondere ablehnen? Bestimmt nicht mit den trainerlichen Argumenten. Wenn die unterm Bayerkreuz schön anzusehenden Fussball spielen, bitteschön, mir lieber als die Grütze, die Schalke gestern live im Fernsehen geboten hat, Fanbasis hin oder her.
    Außerdem hat Bayer grad erst so schön schlecht in Hannover gespielt und brav die Punkte dagelassen, wie soll man da böse sein, Trainer, frage ich???

  12. Also wenn einem Gast als Beitrag nix Intelligenteres einfällt als eine Abhandlung an dummdreisten Klischees, fehlt mir doch etwas der Sinn dabei. Schade, Trainer Baade.

  13. @P-Block
    Die Sache mit dem Couch-Potato verstehe ich jetzt nicht.
    Blogbetreiber Jens war in der Tat noch nie bei Bayer im Stadion und hat das auch schon verschiedentlich kommuniziert. Der vorliegende Artikel ist jedoch ein Gastbeitrag von Trainer Baade.

    @Trainer: oder warst Du auch noch nie im Stadion…?

  14. wen ich wirklich scheiße finde? leute wie dich. dir geht es nicht um fußball, sondern um altmännerschweiß.

  15. Das Problem, dass ich mit der Fußball AG Leverkusen habe, hat ein Freund von mir letztens im Stadion treffend zusammengefasst: “Ich will da drüben einen Gegner, den ich scheiße finden kann.”

    Eintracht Frankfurt kann man prima scheiße finden. Hertha und der HSV sind richtig übel. Die Zecken sowieso.
    Hoffenheim kann man nur als übles Szenario scheiße finden, aber nicht als Fußballclub. Gegen Wolfsburg ist da keiner. Und Leverkusen ist auch irgendwie garnicht.

    Es ist nicht die Mannschaft, es ist der “Club”. Irgendwas fehlt da eben. Für Euch vielleicht nicht. Aber für unsereins.
    Insofern liegt der Trainer auch nicht ganz richtig. Leverkusen ist nicht(mal) scheiße.

    PS: Das Udo Lattek als “namhafter Spieler” für Leverkusen aufgeführt wird, bezeichnet die ganze Tragik doch sehr gut. (@P-Block)

  16. warum wird als argument eigentlich immer wieder aufgeführt, dass leverkusener kostenlos ins stadion kommen? ist es nicht eines der ultra-grundprinzipien, dem verein so wenig geld wie möglich zukommen zu lassen? typischerweise strickt man in diesen kreisen doch lieber seinen eigenen schal, anstatt im vereinsfanshop 14,99€ abzudrücken.

    aber wenn die jungmillionäre auf dem platz ihre lamborghinis nicht von meinem geld bezahlen und ich trotzdem im stadion mit gutem fußball meinen lokalpatriotismus ausleben kann, um so besser. entspricht das nicht der guten alten zeit, wo man als fan noch nicht von der kapitalistischen vereinsführung ausgenommen wurde? schwingt da etwa neid mit?

    zur tradition: ich kann nur in erinnerungen an zeiten schwelgen, die ich selbst erlebt habe, und nicht in den erinnerungen meiner vorväter. natürlich kann ich die melancholie der älteren imitieren – aber nennt man das nicht heuchelei? für meinen jahrgang sind 20+ jahre erstklassigkeit jedenfalls ausreichend.

    wollte das nur mal gesagt haben, weiß nicht ob es irgendwer lesen wird.

    viele grüße von einem leverkusener in london.

    ps. wer sich am feindbild des kommerziellen fußballs stoßen will, sollte hierher nach london kommen. neben absurden eintrittspreisen und aufgeweichter fankultur trägt, im gegensatz zu leverkusen, kein londoner verein ernsthaft zur jugendarbeit / nationalmannschaft bei (die sich daraufhin nicht mal mehr für die EM qualifizieren kann). dagegen waren wir bei länderspielen für ex-leverkusener wie ballack sicher alle schon mal das ein oder andere mal dankbar. zum beispiel bei der WM 2002.

  17. Kein Londoner Verein traegt zur Jugendarbeit bei? Wieso heisst West Ham denn die “Academy of Football”? Wo gestern noch zwei 20-jaehrige Jungbriten aus der eigenen Jugend die beiden Tore zum 2-0 Sieg beigesteuert haben? Ridiculous.

    Zum Thema: Leverkusen geraet dank Hoffenheim und Wolfsburg gerade echt ein bisschen aus dem Fokus der “Frueher war alles besser” Leverkusen-Hasser. 20 Jahre Bundesliga sind halt doch schon so etwas wie Tradition im Vergleich zu den Neuankoemmlingen. Ich finde auch nicht dass ein Verein unbedingt eine grosse Tradition braucht um anerkannt zu werden, ich finde es im Gegenteil ganz gut wenn die Bundesliga auch fuer Mannschaften die erst in den letzten Jahrzenten grosses leisten offen steht, und nicht nur fuer die langweiligen ueblichen Verdaechtigen.

    Was mir an Leverkusen allerdings wirklich fehlt ist die Fankultur. Der ganze Club hat immer noch etwas steriles, sowohl die BayArena als auch die LTU Arena sind fuer mich kuenstlich und dieses gepushte Family-Environment will ich beim Fussball echt nicht haben. Solang man sich im Fernsehen anschauen kann wie ihr -teils ansehnlich- Punkte fuer die UEFA-5-Jahreswertung sammelt kann ich euch ganz gut akzeptieren. Aber genau genommen gehoert ihr auch ohne 50er-Jahre-Nationalspieler Tradition zu den langweiligen ueblichen Verdaechtigen – und darum wuerd ich euch auch nicht vermissen.

  18. Trainer du bist der einzige der keine Daseinsberechtigung hat. Man verzählt der hier ein Scheiß.
    Danke und Adieu

  19. Jetzt mal ehrlich…ALLES was oben aufgeführt wurde entzieht sich jedem gesunden Fußballfachverstand! Bayer04Leverkusen ist scheiße … weil: Die Stadt niemand kennen würde wenn es den Club und das Werk nicht geben würde? Oh ja dann muss der Verein ja beschissen sein! Bayer04Leverkusen ist scheiße weil keine echte Fanbasis besteht??? HEUTE??? also mal im ernst: vor 20 Jahren hätte dir bei solch polemischem und pauschalem Gelaber höchst wahrscheinlich niemand widersprochen – heute jedoch ist Leverkusen DER Club mit der höchsten Zuwachsrate an Fans und Fanclubs und besitzt nebenbei eine der lebendigsten Szenen überhaupt!
    Und wir sind natürlich auch nur ein Werksclub, ein Werbeträger des Konzerns…sicher! Der einzige Unterschied zwischen Leverkusen und Wolfsburg und dem Rest der Liga (beispielsweise München [Tcom], Schalke [Gazbrom]) ist, dass wir uns dazu bekennen, dass wir unsere Werbebanden nicht umsonst hergeben! Und nur um das Beispiel Köln hier einmal anzureißen (da gerade von dieser Seite der Neid gerne aufkeimt): Ein Klub, der ein fertiges Stadion von der Stadt vor die Tür gesetzt bekommt sollte sich nicht über Firmensponsoring beschweren – nicht wahr?!

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