Arminia Bielefeld, Teil 1 (oder die Existenzberechtigung dieses Blogs)

Endlich. Endlich bin ich wieder in meinem Element. Fan aus Mitleid. Mit den Leverkusenern des gestrigen Samstags kann man wieder feinstes Mitleid haben. Das oft beschriehene Loser-Gen schlägt wieder durch. Und es war die erste Niederlage der Saison, die wirklichg voll und ganz verdient war.

Ein sichtlich gefrusteter Simon Rolfes nach dem Spiel im Interview mit Premiere ist Sinnbild der Werkself. “Wir waren überlegen,” erklärt er und kann die Niederlage nicht verstehen. Ich frage mich, wo Bayer überlegen war? Wenn überlegen sein heißt, dass man sich Bälle im Mittelfeld zuschieben kann, dann waren sie überlegen.

Die Realität sah aber anders aus. Viele verlorene Zweikämpfe, keine Kreativität im Mittelfeld. Kein Zug, kein Biss. Ähnlich wie die DFB-Elf am Mittwoch. Und die Hauptakteure der Niederlage unter der Woche im Nationaldress standen auch dieses Mal wieder im Blickpunkt. Simon Rolfes scheint an Realitätsverlust zu leiden und nicht zu erkennen, wann man schlecht gespielt hat und wann mal richtig ein Zeichen setzen muss.

Rene Adler patzte dieses Mal wirklich, ohne die Entschuldigung, dass irgendein Gegenspieler in der Nähe stand. Das so etwas passiert ist gut für die Entwicklung, es kann passieren, aber gerade deshalb kann Leverkusen nicht Meister werden. Meister? Ja das wurde ja ernsthaft in Erwägung gezogen. Rolfes und Adler hätten Stützen im Nationaldress werden können, verpassten aber ihre Chance im entscheidenden Moment da zu sein. Und damit den Schwung für den Verein mitzunehmen.

So auch gegen Bielefeld. Nicht da gewesen, aber auch die übrigen Akteure waren nicht da. Kein Renato Augusto, kein Barnetta, kein Vidal. Vor allem das Mittelfeld enttäuschte. Im Sturm und in der Abwehr war Bayer bemüht und stand auch ordentlich, doch in zwei Szenen hat man sich übertölpeln lassen und war nicht präsent. Bitter, denn gerade gegen die Kleinen muss man die Punkte holen.

Nächstes Wochenende steht das Spiel an. Gegen die Bayern. Uli Hoeneß meldete sich mal wieder zu Wort: “Hoffenheim sei der ärgere Konkurrent.” Und gerade für solche Überheblichkeit sollten die Bayern bestraft werden, aber gerade solche Typen, die provozieren und den Gegner “einschüchtern” fehlen Bayer. Das ganze Team ist lieb, allen voran der Kapitän, ein Vidal grätscht zwar alles um, was ihm die Quere kommt, aber er ist kein Lautsprecher.

Da fällt dann fast Bruno Labbadia auf, der sich über Frontzeck aufregt, weil dieser sich über das böse Foul von Dum mockiert. In Labbadia steckt steckt etwas großmäuliges, was dem Team gut tut, doch ob er es auf die Spieler übertragen kann, ist fraglich. Überhaupt was geschieht außerhalb der Stammformation? Da ist kein Mann, wie ich bereits nach jeder Bayer-Niederlage bemerkte, der das Spiel von der Bank rumreißt. Wer ist denn da im Mittelfeld noch mit Ideen? Dum? Schwegler? Nein. Und ein Gekas, der gerne spielen möchte, aber doch nur auf dem Platz mitläuft ist auch keine Alternative.

Solche Spieltage treiben mir immer wieder die Tränen in die Augen, wenn das, was man sich immer so mühsam aufbaut, durch ein Spiel wieder zerstört wird. Wenn das Loser-Gen wieder rauskommt. Zeit im nächsten Match das Gegenteil zu beweisen.

P.S. Schön, dass Helmes wieder seine Kaltschnäuzigkeit gezeigt hat und er nach dem Tor im Nationaldress auch wieder getroffen hat. Die rote Karte war, meiner Meinung nach keine, aber auf das Spiel hatte diese Entscheidung keinen Einfluss.

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2 comments » Write a comment

  1. “Wenn überlegen sein heißt, dass man sich Bälle im Mittelfeld zuschieben kann, dann waren sie überlegen.”

    Danke für diesen Satz, den ich diese Saison in abgewandelter Form auch schon wiederholt verwendet habe (beim VfB). Allerdings bezweifle ich, dass wir diese weit verbreitete Sichtweise aus allzu vielen Köpfen heraus bringen.

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