Presseschau vom München-Spiel

Heute heißt es Wunden lecken und langsam wieder in den Alltag kommen für die Bayer-Jungs. Die Presse lässt im Großen und Ganzen kaum ein gutes Haar an den Spielern und beurteilt die Werkself als noch nicht reif genug.

Die FAZ sieht Bayern München, wie schon so oft, als Richter über das weitere Schicksal von Leverkusen:

Gewogen und für zu leicht befunden. Bayer Leverkusen kennt das Urteil. Es fiel in den vergangenen Jahren, sobald es zu beweisen galt, dass man der Superschwergewichtsklasse der Bundesliga angehört. Wenn es darum ging, gute Zwischenergebnisse zu erfolgreichen Endabrechnungen auszubauen, dann versagte die Mannschaft. Und oft spielte Bayern München den Richter.

[..]An Labbadia wird es dann kaum gelegen haben, wenn die Leverkusener ihre Begabungen nicht voll entwickeln. Im Gegensatz zu früheren Trainern sprach der Bundesliganeuling die Mängel seiner Profis deutlich an. „Uns hat der Mut gefehlt.“ „Wir haben nach 20 Minuten das Kräftemessen verloren.“ „Zu viele haben eine Rückwärtsbewegung eingelegt.“ Bei seiner Kritik traf er genau den richtigen Ton. Einerseits distanzierte sich der Trainer ein wenig von den Spielern, vermied jede Bemerkung des Verständnisses oder des Mitgefühls. Andererseits zählte er seine Profis nicht an.

In der Süddeutschen Zeitung findet man, dass Verlieren, wenn es drauf ankommt eine Art Folklore in Leverkusen ist. Der Titel: Leider als Folklore, lässt vermuten, dass man hier mitliest.

Doch da es in Leverkusen seit vielen Jahren zur Folklore gehört, in wegweisenden Momenten zu versagen, analysierten sie alle doch recht routiniert den Rückschlag. “Wir hatten eine super Ausgangslage, die wir uns kaputtgemacht haben”, befand Labbadia und unterschlug dabei, dass sie die Basis schon vorige Woche zerstört hatten – beim 1:2 in Bielefeld. Es wird sich nun in den abschließenden Partien in Gladbach und gegen Cottbus zeigen, ob Labbadia mit seiner zupackenderen Art die berüchtigte Leverkusener Lethargie wenigstens einzudämmen vermag; nach einem Intermezzo an der Spitze haben sich nun nicht nur die Bayern vorbeigeschoben. Labbadia gibt jedenfalls nicht auf, so ein Typ ist er nicht, aber erstmals wirkte er auch nachdenklich. “Es gibt in der Liga, sechs, sieben Team, die gut und breit aufgestellt sind”, sagte er, um zu ergänzen: “Wir sind nur gut aufgestellt.” Ein Hinweis an den Klub, das Sparprogramm im Detail zu überdenken, denn auf der Bank saßen ja diesmal vor allem Spieler, die auf Namen wie Risse, Reinarzt oder Helgeler hörten. Die fehlende Kadertiefe und ein zweiter Innenverteidiger von der Klasse des Brasilianers Henrique, 22, fehlen dem junger Team, um nicht nervös zu werden in einem Spiel, auf das alle schauen.

Die Kölnische Rundschau sah einen Trauermarsch nach dem Spiel gegen die Bayern. Nicht nur während des Spiels fehlten die Emotionen, sondern auch danach.

Bayer Leverkusen fehlt es gegen die Bayern nach ordentlicher Eröffnung an Courage. Als die schwarz-rote Anhängerschaft jedenfalls die hell erleuchtete BayArena verließ und in die kühle Novembernacht entschwand, erinnerte der Abgang an einen Trauermarsch.

Niemand lärmte, niemand regte sich auf – die 0:2 (0:0)-Niederlage ihrer Lieblinge im Spitzenspiel gegen Bayern München hatte den Fans von Bayer Leverkusen schlichtweg jede Emotion geraubt. Zu traurig, zu ernüchternd endete dieser Nachmittag, an dem den Bayern nach langer Abstinenz mal wieder ordentlich eingeschenkt und die Anwartschaft auf die erste Verfolgerrolle der Hoffenheimer Sensationsaufsteiger untermauert werden sollte.

Der Tagesanzeiger sah die größte Chance von Bayer in der Einwechslung von Tim Borowski. Doch das half auch nicht:

Eine Viertelstunde vor Schluss wurde es für den FC Bayern München noch einmal richtig brenzlig. 1:0 führte der Deutsche Meister gegen den Herausforderer Bayer Leverkusen, doch von der Seitenlinie drohte ernste Gefahr. Tim Borowski stand zur Einwechslung bereit. Zweimal schon, gegen Bochum und Mönchengladbach, verspielten die Bayern eine sichere Führung, nachdem Borowski aufs Feld gekommen war. Aber das ist nichts, was Jürgen Klinsmann, den Trainer der Bayern, in irgendeiner Weise schreckt. Luca Toni, der Schütze zum 1:0, musste vom Platz, für ihn kam Borowski. Doch nicht einmal mit diesem Sabotageakt konnte Klinsmann den Sieg seiner Mannschaft noch verhindern. Miroslav Klose erhöhte kurz vor Schluss sogar zum 2:0. Es war ein Erfolg, den sich die Münchner mit einem souveränen Auftritt nach der Pause mehr als verdient hatten.

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