Sympathiepunkte sammelt man anders

Jedenfalls bei mir. Jupp Heynckes heute im großen Interview in der Bild am Sonntag. Der Bayer-Trainer sinniert über die jungen Trainer und ist sehr von sich überzeugt.

Natürlich gibt es gute junge Trainer in Deutschland. Aber Erfahrung ist in diesem Job viel wert. Mich kann nichts mehr überraschen. Ich habe alles erlebt: Auf und außerhalb des Platzes. Aber wenn man sich den Werdegang von sehr guten internationalen Trainern wie Fabio Capello oder Rafael Benitez ansieht, dann sieht man auch: Die haben nicht sofort tolle Klubs übernommen, sondern erst einmal in der Jugend oder bei den Amateuren oder später in der zweiten Liga gearbeitet. So holt man sich Erfahrung, da wirst du für spätere Zeiten bei einem großen Klub präpariert.

Nebenbei tritt er nochmal gegen Jürgen Klinsmann nach. Er habe Uli Hoeneß einen erfahrenen Trainer empfohlen:

Ja, das habe ich. Die brauchten einen Fußball-Lehrer, der auch kompetent ist. Einen, der die deutsche Sprache spricht. Einen, der in Europa erfolgreich war. Da boten sich dann nicht viele an.

Außerdem stärkt er Rene Adler den Rücken und meint, dass er der beste Torwart Deutschlands ist. Gut – das muss er noch beweisen, aber ich kann nur bestätigen, was Eurosport für Schlüsse zieht:

Denn der “Alt-Meister” ist auf einen selbstbewussten und starken Rene Adler angewiesen, will er mit Bayer um die vorderen Plätze mitspielen.

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12 comments » Write a comment

  1. Es riecht nach Asche unterm Bayerkreuz. Auch wenn der Kader den Werksclub wohl vor dem Abstiegskampf bewahrt: Bereitet euch auf schlimme Zeiten vor. Erfahrung hat der Jupp auf jeden Fall, was das Abwirtschaften fußballerischen Potentials angeht. Was mich, nebenbei bemerkt, komplett aus der Wohlfühlzone in der Besetzung meines Fußballmanagerspiels bringt. Huuuuuuuuu. Buuuhuuuuu. (Ich bin der Bayer-Banshee).

  2. na ja, ich finde da gehst du ein bisschen zu hart mit Jupp ins Gericht. Der einzige Satz, den ich ein bisschen hochtrabend finde ist “Mich kann nichts mehr überraschen.”
    Und ein Nachtreten gegen Jürgen Klinsmann kann ich auch nicht feststellen.Ihm wird ja schließlich die Frage gestellt, ob er den Bayern nen erfahrenen Trainer empfohlen hat, was soll er sonst antworten?

  3. tut mir leid, aber bzgl. Klinsmann sagt dieses Zitat eigentlich schon alles:

    Die brauchten einen Fußball-Lehrer, der auch kompetent ist

    über die andere Geschichte kann man diskutieren, aber ich finde, dass Herr Heynckes sehr hochtrabend da herkommt und jungen Trainer abspricht, dass sie was erreichen können…

  4. Es ist diplomatisch sicher nicht clever und stattdessen sehr missverständlich ausgedrückt ausgedrückt. Allerdings sagt Heynckes ja Folgendes:

    “Die brauchten einen Fußball-Lehrer, der auch kompetent ist. Einen, der die deutsche Sprache spricht.(…)”

    Und du meinst doch nicht, dass Heynckes behauptet, dass Klinsmann weder kompetent noch der deutschen Sprache mächtig ist?

    Ich schätze Heynckes hat bei dieser Antwort nichts von dem, was er gesagt hat auf Klinsmann bezogen, sondern einfach die Eigenschaften aufgezählt, die der Bayerntrainer haben sollte.

  5. Ok, es ist tatsächlich schwierig, aus den Aussagen noch was Nettes zu lesen.

    Verzweifelt versuche ich es so zu interpretieren: “Klinsmann hat gute Ideen, ist engagiert und verkauft sich gut. Doch kann man von ihm nicht erwarten gleich ein Team wie den FCB zu übernehmen, da es ihm dafür an Erfahrung fehlt. Da kann man ihm keinen Vorwurf machen.”

    Aber so oder so: Du hast schon recht, wenn du meinst, dass man sich als Trainer in der öffentlichen Beurteilung anderer Trainer zurückhalten sollte.

    Mir fällt es dennoch schwer, Aussagen, die nur schriftlich überliefert sind, korrekt zu bewerten. Da kann viel missverstanden werden.

  6. Mir fällt es dennoch schwer, Aussagen, die nur schriftlich überliefert sind, korrekt zu bewerten. Da kann viel missverstanden werden.

    das ist natürlich löblich, allerdings fällt es uns(blogger) schwer, andere quellen, als schriftliche zu finden, wenn man mal von fernseh/radiointerviews absieht.

    man hat natürlich nie die möglichkeit nachzufragen, oft werden dinge gekürzt, so dass andere interpretationsmöglichkeiten entstehen…

  7. Das wäre auch weniger ne Kritik an dir, als an den traditionellen Medien ;-)

    Wie auch immer Heynckes das Gesagte gemeint hat: Es war schon ein Fehler überhaupt darüber zu reden – und sei es, weil er wissen muss, wie so etwas interpretiert werden kann. Ich denke soweit sind wir uns sowieso einig.

  8. Habe diese oder ähnliche Heynckes-Aussagen im Lauf der Wochen schon verschiedentlich gelesen und mich auch sehr gewundert.

    Mein erster Gedanke (mir ging’s da ähnlich wie Dir, Jens): So groß kann die Dankbarkeit gegenüber Hoeneß doch nicht sein, dass er für ihn das Nachtreten übernimmt, oder?

  9. Der Artikel hier ist zwar schon was älter, aber ich wollte es dennoch mal nachtragen, auch wenn du, Jens, das Interview von SPON sicher auch schon gelesen hast ;-)

    Alles nicht so wild ;-)

    Heynckes: Da wurde ein Satz aus einem langen Interview herausgegriffen. Ich habe gesagt, dass viele junge Kollegen sich gut darstellen können – das ist aber nicht negativ gemeint. Zumindest nicht bei den Kollegen, bei denen sich diese Fähigkeit mit Sachverstand verbindet.

    SPIEGEL ONLINE: Jürgen Klinsmann hatte vor zwei, drei Jahren Heiligenstatus, heute tun manche so, als wisse er nicht, wie ein Ball aussieht.

    Heynckes: Ja, und das ist ungerecht. Das Urteil war vor drei Jahren nicht richtig und heute ist es ungerecht. Er hat bei Bayern auch gute Ideen eingebracht und war wohl ungeheuer engagiert. Die Kommentare über ihn folgen auch nur den angesprochenen Trends und Moden.

  10. Ups, da hab ich die Frage zur ersten Antwort verschluckt:

    SPIEGEL ONLINE: Sie wurden mit dem Satz zitiert, die jungen Trainer seien hervorragende Selbstdarsteller. War das nicht etwas pauschal?

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