Der Toni

Pressekonferenzen mit Jupp Heynckes – vor einem Spieltag – sind in der Regel nicht besonders spannend. Heynckes gibt eine kurze Stellungnahme zum Gegner. Dabei richtet der Trainer die kleinen Äuglein auf den Schreibtisch vor ihm, zwischendurch bleiben sie mal etwas länger zu, dann flackern sie von links nach rechts. Dann kommt oft eine etwas seltsame Nachfrage eines Journalisten. Vielleicht auch etwas provozierend. Vielleicht auch etwas verschwörerisch oder verbrüdernd.

Dann gerät Heynckes ganzer Körper in Bewegung. Die Stimme wird lauter. Heynckes richtet den Blick mehr ins Publikum, teils den Journalisten anklagend, dass er so etwas gefragt wurde. Den alten Trainer-Fuchs. Dann beruhigt sich Heynckes wieder. Er doziert. Dann entspannt er sich, lobt den oder den anderen, schmunzelt und dann kommt er auf Toni Kroos zu sprechen. Kroos soll am Wochenende gegen den Club Renato Augusto ersetzen.

Heynckes Gesichtszüge zu beobachten ist spannend, wenn er über Kroos spricht. Er würde ungern auf Toni am Wochenende verzichten (Heynckes lächelt, träumt ein bisschen – Kroos der kommende Mittelfeldmotor der deutschen Nationalmannschaft). Er sei ein Riesentalent (Heynckes knirscht mit den Zähnen, seine Gesichtszüge verhärten sich ein wenig – Kroos nutzt es wohl nicht). Kroos würde aber arbeiten – fleißig sogar (Entspannung im Gesicht – na immerhin, er probierts, aber klappen tuts noch nicht).

Er möchte ihm helfen (Er scheint es nötig zu haben. Heynckes legt wieder sein Dozentengesicht auf). Er solle spielen, sich weiterentwickeln (Heynckes Gesicht verkrampft, er presst die Worte hervor, innerlich scheint er sich zu ärgern) und deshalb sei er die erste Option (Entspannung, Hoffnung und fester Glaube stehen in des Trainers Gesicht geschrieben).

Glauben wir einfach mit.

PS. Ich hoffe ehrlich gesagt noch.

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