Bayern München, Teil 4

Mit einem 1:1 gegen Bayern München ist nichts gewonnen. Ein Remis, dass zwar den massiven Absturz abfedert, aber kommendes Wochenende steht bereits der nächste schwere Brocken auf dem Programm. Ein Blick auf die Tabelle zeigt: Verliert Bayer und gewinnen Dortmund und Bremen, rutscht die Werkself auf Rang 5.

Rang 5 berechtigt zur Teilnahme an der Europaleague. Das ist Fakt. Dann hört es aber schon auf mit dem Positiven, denn nach so vielen Tagen auf einem CL-Platz, muss es auch weiterhin das oberste Ziel sein, diesen Rang 3 zu verteidigen. Ein Sieg hätte gestern, auch aufgrund der stolpernden Konkurrenz, ein großer Schritt sein können. Und noch mehr. Endlich wieder ein Sieg gegen Bayern. Rückstand auf den FCB auf 3 Punkte verkürzt und auf Schalke 2 Zähler.

Nun ist es müßig über Eventualitäten zu spekulieren – blicken wir also auf das gestrige Spiel. Ein FC Bayern München, etwas müde aus Manchester angereist, machte kein überzeugendes Spiel. Eine Chance von Gomez in Halbzeit 1, der dumme Elfmeter zum 0:1 durch Robbery, ein Schuss von Robben und ein nicht gegebener Elfmeter in der Nachspielzeit. Lediglich dieser ließ das Remis doch noch in einem angemessenen Licht erstrahlen.

Bayer auch nicht gerade in Spitzenform, aber wesentlich bemühter. Barnetta und Derdiyok mit ordentlichen Chancen und dann die zweite Hälfte, die von mehreren möglichen Bigpoints markiert wurde. Kießling trifft nur den Pfosten mit einem Kopfball, der Ball kullert anschließend von Butts Rücken abprallend entlang der Linie. Das war nach dem 0:1 und auch hier ist es müßig zu diskutieren, ob das Spiel sich zu Gunsten Bayers gedreht hätte. Vielleicht wäre dann Vidals Tor nicht gefallen. Vielleicht. Der nutzte einen Pfostenfreistoß, der irgendwie über Kießling vor seinen Füßen landete zum 1:1.

Danach hatte Kroos eine Großchance von epischen Ausmaße. Die Schlagzeilen blieben den Medienvertretern auf der Bleistiftspitze hängen. Schließlich geht Kroos ja nun endgültig nach München zurück. Die noch größere Chance hatte Derdiyok kurz vor Ende der Partie. Demichelis passt zurück zu Butt, in den Lauf des Schweizer Stürmers, der dann kläglich scheitert. Bis dahin wäre der Sieg verdient gewesen. Bis dahin, aber dann gab es ja noch die Elfmeterszene.

Bin ich eigentlich der einzige, der das Bayern-Team als überbewertet empfindet? Es gibt Ausnahmespieler, wie Robben und Ribéry, die jederzeit für ein Tor oder einen Geistesblitz gut sind. Der Rest des Teams wirkt aber hauptsächlich wie ein Lakai dieser beiden Akteure. Alleine die Abwehr ist immer für einen Patzer gut, aber das soll nicht meine Sorge sein.

Sorgen. Baustellen. Die sind bei der Werkself gestern nicht so recht dezimiert worden. Die Abwehr wirkte zwar wesentlich stabiler in der Mitte. Allerdings ohne Hyypiä. Etwas was angeblich nicht möglich ist. Aber es ging, dank Stefan Reinartz, der ein gutes Spiel machte. Die Außen wurden beschäftigt und kamen eigentlich nur zurecht, da Vidal und Bender hervorragend nach hinten arbeiteten.

Nun fehlten neben Hyypiä auch noch Renato Augusto und Patrick Helmes verletzt, so dass ganze vier Feldspieler auf der Bank saßen. Ich hoffe die Kaderplanung für die nächste Saison wird rechtzeitig angegangen und dafür ist es wichtig, dass man klar macht, dass man mindestens in die EL gehört, wenn nicht in die CL. Dafür muss man jetzt aber Punkte sammeln. Stuttgart, Hannover, Hertha und Gladbach stehen auf dem Programm. 1-2 Siege müssen für die EL reichen, für die CL müssens jedoch 3-4 werden.

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26 comments » Write a comment

  1. Bayer hat ein gutes Spiel gemacht. Bayern war die Muedigkeit anzumerken, v.a. in Hz. 2.
    Dass Kiesslings Kopfball nicht rein geht ist Pech. Ebenso vllt. Barnettas Schuss an den Aussenpfosten in Hz. 1.
    Die vergebenen 100% von Derdiyok und v.a. Kroos muessen allerdings in die Kategorie Unvermoegen eingestuft werden.
    Prima, wie man Robben und Ribery (fast) immer im Griff hatte. Das Foul von Castro schien unnoetig, aber so ist Fussball.
    Sehr stark die Doppel-6 Vidal/Bender.
    Hyypias Ausfall war nicht zu spueren, das ist das groesste Lob dass man Reinartz machen kann.
    Mann muss diesen Punkt als Erfolg fuer die Moral werten. Man stelle sich vor Kircher gibt den Elfer in der Nachspielzeit und Bayern siegt 2-1. Nach DIESEM Aufwand haette das moralisch den Genickschuss fuer die Saison bedeutet. Jetzt muss man versuchen beim starken VfB zu bestehen. Die letzten 3 Spiele wuerden dann entscheiden, ob man EL oder CL spielt. Letzteres waere super, auch fuer die von die angesprochene Kaderplanung.

    PS: Noch ist es zu frueh fuer ein Fazit, aber haette man vor der Saison gesagt von folgenden Spielern ist diese Saison aus Verletzungs-/Formgruenden (fast) nichts zu erwarten = Rolfes, Helmes, Renato, Kadlec, so muss man die (bisherige) Leistung honorieren und Heynckes Arbeit loben. Hoffen, wir dass das grosse Tief ueberwunden ist.

    • Die Frage, wie die Verletzten wieder integriert werden, bleibt spannend. Speziell für die nächste Saison. Helmes, Kadlec und Renato sind ja nie so recht wieder zum Zug gekommen und konnten bisher noch nicht an alte Qualitäten anknüpfen. Um Rolfes mache ich mir keine Sorgen…

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  3. Zu Bayerns Kader: Ihre Offensive (Robben, Ribery, Gomez, Olic), zusammen mit der Absicherung (Bommel, Schweinsteiger) ist wirklich sehr gut, aber die Viererkette hat kein Meisterniveau. Da gibt einige in der Bundesliga, die besser sind. Sogar Gladbach hat mit Dante und Bouwers eine bessere IV.

    Zur Kaderplanung: Holzhäuser hat nach dem Spiel verlauten lassen, dass Hegeler und Risse zurück geholt werden und nicht weiter verliehen. Sind schon mal gute Ergänzungen, mehr aber auch nicht.

    • Auch Schweinsteiger finde ich böse überbewertet auf der 6 und wenn ich ihn mir als künftigen Partner von Ballack in der N11 vorstelle, atme ich Angst.

      Hegeler und Risse würde ich als Ergänzung ansehen und bspws. nicht in die Kategorie eines Reinartz einordnen. Mal sehen, aber der Kader braucht auf jeden Fall mehr Tiefe.

    • Ich finde Schweinsteiger eher unterbewertet. Schweinsteiger ist der neue Ballack (wenn auch etwas körperloser). Endlich mal überlegt, Ruhe ausstrahlend, das Spiel vor sich, ohne den Aktionismus den er auf der Außenbahn oft hatte. Kann das Tempo bestimmen, entscheidende Pässe spielen, das Spiel verlagern. Ich hätte ihm diese Entwicklung nie zugetraut und hatte ihn vor 1 Jahr schon sicher in der Schublade “ewiges Talent” – “zu verspielt” / “zu unstetig” verwahrt. Ich bin gerade zu begeistert von ihm und für mich ist es der bisher bedeutenste Arbeitsnachweis von van Gaal bei den Bayern, ihn auf diese Position gestellt und machen gelassen zu haben.

    • Ich finde es auch gut, dass vG ihn da hingestellt hat und finde auch, dass er sich entwickelt hat, aber ich finde weiterhin, dass es auf der Sechser-Position wesentlich ball- und passsichere Spieler als ihn gibt. Zudem sein schrecklicher Ego und seine Überheblichkeit, wobei ich gestern überrascht war, dass er seine Leistung im Interview kritisch hinterfragte.

      Entwicklung zum positiven ja, aber noch lange nicht N11reif auf dieser Position, wie ich finde…

  4. Bayer hatte Glück, dass Schiri Kircher sich nicht traute, die Meisterschaft zu entscheiden. Klarer Elfmeter geht kaum, auch beim ersten Hinsehen.
    Derdiyok MUSS das Tor machen. Kroos eigtl auch. Also kann man durchaus von 2 verlorenen Punkten sprechen, allerdings aufgrund der Big-Game-Problems von Leverkusen leider nicht verwunderlich. Klingt abgedroschen, aber ich denke das Team benötigt einfach nur ein,zwei dreckige (und damit meine ich nicht ungewaschene ;-) ) “Führungsspieler” für höhere Weihen.

    • Kann man auf jeden Fall so sehen. Speziell die Geschichte mit den Führungsspielern. Einen Mittelfeld-Hyypiä und noch einen Ergänzungs-Hyypiä… ;)

  5. Mal ne ganz andere Frage: Hat Rene Adler eigentlich schon mal einen Elfmeter gehalten in seiner Karriere?

    • Meine mal gelesen zu haben, dass Adler in der ersten Mannschaft noch keinen gehalten hat… kann mich jetzt auch keinen erinnern.

  6. Bin ich eigentlich der einzige, der das Bayern-Team als überbewertet empfindet?

    Nein. Das Dumme ist nur, dass es für eine solide Mannschaft plus 2 Ausnahmekicker gegen unsere unfertigen Mannschaften reicht. Wenn man dann nüchtern analysiert zeigen die Jubler mit dem Finger auf einen, nennen einen “neidisch” oder “scheiß Verlierer”, und der Rest der nur halb Hinkucker nickt. Und wenn Philipp Lahm ein Interview gibt weiß niemand damit unzugehen.

    • “Überbewertet” ist möglicherweise der falsche Ausdruck.

      Es war doch in den letzten Wochen wettbewerbsübergreifend zu sehen, dass durch die individuelle Klasse von Robben vieles kaschiert wurde. Kaschiert in dem Sinne, dass durch individuelle Aktionen von ihm Spiele ein für Bayern gutes Ende nahmen.

      Die Frage die sich mir stellt ist nun: Darf man Mannschaften auf einen/einige Spieler reduzieren? Man könnte ja fragen, was wäre Bayer 04 diese Saison ohne einen Kießling oder einen Kroos? Was hätte Schalke ohne Kevin Kuranyi erreicht? Denke so einfach kann man sich das nicht machen und sich den herausragenden Spieler rauspicken und den Rest der Mannschaft als dessen “Lakain” abstempeln.

      Hinsichtlich der “Lakain” würde ich dir allerdings bezogen auf die beiden Außenverteidiger Lahm und Badstuber sogar recht geben. Die Rolle der beiden beschränkt sich, wenn Ribery und Robben spielen, darauf hinten zu bleiben.

      Grad bei Lahm hat man im Hinspiel gegen Manchester gesehen, wenn er einen nicht so arg offensiven Partner auf seiner Seite hat (Altintop), geht er durchaus mit nach vorne und sucht Offensivaktionen. Für mich war das Spiel – ohne Robben und Unabhängig von der Bewertung Manchesters – eine der besten TEAMleistungen dieser Mannschaft.

      Herr Wieland redet nun von Bayer und Schalke als “unfertigen Teams” – mag sein und ich muss diese Bewertung “euch” überlassen. Nur impliziert dies nicht die Annahme Bayern sei ein “fertiges Team”? Ich hoffe eigentlich nicht. Die Defizite im Abwehrverbund sind offensichtlich, das Offensivspiel nicht durchdacht genug. Also würde ich auch bei Bayern von einem “unfertigen Team” sprechen wollen.

      Was macht eine Mannschaft “überbewertet”? Klar ist doch, dass diese Überbewertung irgendjemand vornehmen muss und klar dürfte dann auch sein, dass es sicher irgendjemanden gibt der die Bayern überbewertet.

      Also Überwertung resultiert aus subjektiver Sicht, interessanter wäre wohl, wenn man anhand irgendwelcher objektiven Maßstäbe rechtfertigt, dass Bayern auf Tabellenplatz 1, im DFB-Pokalfinale und im CL-Halbfinale steht.

      Summa summarum, Jens und Herr Wieland, die Frage nach “überbewertet” ist meiner Meinung nach die Falsche. Bayern ist ebenso “unfertig” wie Bayer und Schalke und die Reduzierung einer Mannschaft auf einen Spieler kann man bei anderen Teams auch betreiben – ist also kein Bayernphänomen.

    • Hmm… du hast sicherlich in einigen Punkten recht, was die Unfertigkeit angeht, jedoch ist die Masse an Unfertigen bei Bayer und Schalke defintiv höher. Klar.. Bayern hat Leute wie Contento, Alaba, Badstuber die auch ihre erste richtige Saison spielen, aber schau dir mal den Schalker Kader an. Und Bayern hat einfach extrem fertige Spieler, wie nun mal Lahm, Robben, etc.

      Nichtsdestotrotz hat Bayern natürlich noch viel Potenzial nach oben und da bin ich gespannt, ob LvG weiter so auf junge Spieler setzt und die Stars dann noch besser integriert.

    • Kann man wohl so sehen, dass Bayer und Schalke mehr “unfertige” Spieler hat.

      Vor dem Hintergrund die Frage – die mich bewogen hat hier zu schreiben, geht mir nicht aussm Kopf – ist Bayern, wenn man ein “Mehr an fertigen Spielern” gegenüber Schalke und Bayer 04 hat, überbewertet? Oder ist der Bezugspunkt für eure empfundene Überbewertung die derzeitige Tabellensituation?

      Ich glaube, wenn ich fiktiv annehmen würde, Bayern gewinnt die CL gegen Barcelona, würde ich jetzt und hier auch dazu kommen Bayern als “überbewertet” zu empfinden.

      Obwohl wie schon erwähnt dann “überbewertet” einfach der falsche Ausdruck wäre. In dieser fiktiven Situation würde sich die “subjektiv empfundene Stärke” der Mannschaft nicht mit dem Erfolg decken, weil die “empfundene Stärke” des Gegners höher ist.

      Quasi würde Bayern in dem Fall über ihre Verhältnisse gespielt haben. Bezugspunkt wäre wie dargestellt “empfundene Stärke” gemessen am Erfolg gemessen an “empfundener Stärke” eines anderen Vereins.

      Übertragen auf “uns” würde das doch bedeuten, dass ihr eure Vereine, naturgemäß als Fan, stärker empfindet als Bayern, die wiederum Tabellenführer sind und folglich, weil ihr euch stärker wähnt, über ihren Verhältnissen spielen?

    • Hallo Daniel,

      danke schon mal, dass du dich ganz sachlich hier mit dem Thema auseinander setzt.

      Die Äußerung: Überbewertet resultierte im Text daraus, dass nach dem Bayern die Tabellenführung wieder übernahm, sie ins CL-Halbfinale einzogen, viele Bayern wieder für ein ganz großes Team halten, dass alles gewinnen kann.

      Das mag zum Teil stimmen, jedoch sehe ich bei den Bayern extrem viele Probleme und Schwachstellen im Kader. Sollte mal ein Robben nicht das entscheidende Tor machen, sieht das ganz anders aus in der öffentlichen Wahrnehmung. So sind sie national sowieso mal wieder die Größten.

      Was wäre gewesen, wenn Bayern nicht das 1:3 in Manchester gemacht hätte? Eventuell hätten sie den Sack, wie damals in Barcelona voll bekommen. Auf jeden Fall wäre die Darstellung der Stärke der Mannschaft in der öffentlichen Wahrnehmung etwas realistischer gewesen.

      Letztlich kommts halt nich drauf an, wer wieviele unfertige oder fertige Spieler hat, wer überbewertet oder unterbewertet ist, sondern wer die Spiele gewinnt. Da sind die Bayern, wie so oft Spitze.

    • Naja danke für die Plattform und die “Vorlage”. Die öffentliche Wahrnehmung neigt zu Extremen. Wohl auch so mancher Fan, aber es gibt halt auch Fans, die sich nicht nur von Ergebnissen blenden lassen.

      Schöner Blog, schöne Artikel – viel Spaß im Saisonendspurt.

  7. Ich finde schon, dass vier Spieltage vor Schluss Zeit für ein Fazit ist. Weil es eben nicht richtig ist, nur aufs Endergebnis zu schielen. Nüchtern betrachtet ergibt sich doch folgendes Bild: Sollte Bayer die EL noch verspielen, gilt es das Junge-Spieler-Konzept um den Faktor Erfahrung anzureichern. Sollte die CL klappen, können wir von einer sehr erfolgreichen Saison sprechen.

    Abgesehen von drei vier Spielen waren wir dem Gegner in jedem Spiel zumindest ebenbürtig. Eine Tatsache, die meiner Meinung nach in der Diskussion um konstante Leistungen etwas untergeht. Wir hatten in vielen der Unentscheiden-Spiele und sogar bei einigen Niederlagen genügend hochkarätige Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden. Da fehlte die Kaltschnäuzigkeit, zum einen bei den Stümern, aber auch im Mittelfeld, das vor allem zum Anfang und Ende der Hinrunde wichtige Treffer beigesteuert hat. Da kam zuletzt leider eher wenig Torgefahr. Barnetta teilt sich mit dem Dauerverletzten Rolfes mit je 4 Treffern den vierten Platz in der internen Rangliste. Bisschen dünn.

    Dennoch, die Chancen hat man sich erspielt. Auch wenn der Eindruck durch die jüngste Negativserie getrübt sein mag, es gab keine Spiele, in denen Bayer vom Gegner an die Wand gespielt, auseinandergenommen oder über neunzig Minuten dominiert wurde (Ausnahme: das zweite Schalke-Spiel). Wenn wir gescheitert sind, dann an eher der eigenen Schwäche, nicht weil es das Team nicht besser gekonnt hätte. Und das ist für mich die wichtigste Erkenntnis aus dieser Saison. Die anderen Mannschaften waren nicht wirklich stärker.

    Bedenkt man, dass diese Leistung über weite Strecken mit Liga-Neulingen wie Schwaab, Reinartz, Derdiyok und Bender erreicht wurde, verdient das Respekt. Diesem Team gehört die Zukuft, wenn es zusammenbleibt.

    Woran es hapert, sieht man in CL-Spielen wie ManU-Bayern. Die erfahrenen Münchner hören nie auf zu kicken. Die machen einfach weiter. Weil sie so oft verloren haben, dass sie wissen, dass sich die Welt danach weiter dreht. Vor allem, wenn man als Verein die Mutter aller Niderlagen überlebt hat. Um diese Mentalität beneide ich die Bayern. Immer tönen, dass man gewinnen will und wenn man sich doch vom Gegner mal eine Watschen abgeholt hat, wie letztes Jahr gegen Barcelona, dann greift man im nächsten Spiel eben wieder an. Ich glaube, dass ist ja auch, was Heynckes meitn, wenn er sagt, ein Verein müsse diese Siegermentalität, den Anspruch zu gewinnen, auch vorleben. Ich fände es daher schön, wenn die Bayer-Spieler egal wie diese Saison ausgeht, nicht zufrieden sind, sondern mehr wollen. Bei Spielern wie Kiesling habe ich das Gefühl, dass es in diese Richtung gaht, mal gucken, ob sich da noch ein paar mehr hervortun werden.

    Zur Bundesliga allgemein: Die interessante Frage ist ja immer, ob die Ausgeglichenheit der Liga ein Zeichen der Schwäche ist. Von wegen, die Bayern holen sich im Schongang die Meisterschaft, weil die anderen zu doof sind. Ich sehe das nicht so. Betrachtet man die Teams, haben alle Mannschaften extreme Veränderungen im Spielerkader oder auf der Trainerbank hinter sich. Bayer – Robben, Gomez, van Gaal, Badstuber, Müller neu. Bremen – Diego weg. Marin da. HSV – Ze Roberto und Brüno an Bord. Stuttgart – Trainerscheinmachender Babbel als Belastung. Gomez weg. Wolfsburg – Magath weg. Schalke – Magath da. Bayer – Jupp, der Schweizer, der Finne, etc. neu im Team. Einzig in Dortmund waren die Veränderungen vielleicht nicht so groß. Obwohl auch dort eben ein neues Sturmduo mit Barrios und Großkreutz über die Saison aufgebaut wurde.

    Klar ist, dass diese Veränderungen im Kader und auf der Trainerbank nicht reibungslos vonstatten gehen. Und sie sind einer der Hauptgründe, warum es die ein, zwei oder drei dominanten Mannschaften derzeit nicht gibt. Ein eingespieltes Bremen mit einem jüngeren Frings an Bord hätte die schwächelnden Bayern in dieser Saison sicherlich mehr herausgefordert.

    Überirdisch finde auch ich die Bayern auch nicht und man darf auf die Personalentscheidungen und die Entwicklung der Spielweise in der kommenden Saison sehr gespannt sein. Bayer, Werder und den VfB sehe ich in der Lage im nächsten Jahr die Lücke zu den Bayern weiter klein zu halten. Dortmund schätze ich auch als stark ein. Der HSV ist vom Kader her ebenfalls in der Lage mehr zu erreichen. Allerdings gibt es da – aus der Ferne betrachtet – eine Unwucht im Team und ein Trainerproblem. Die Größe von beidem wage ich nicht abzuschätzen. Schalke und Wolfsburg bleiben für mich Wundertüten-Teams. Die kann ich schwer lesen.

    Die Leistungsdichte in der Bundesliga ist sehr hoch ud trägt dazu bei, dass die Bundesliga in dieser Saison bisher die meisten Punkte in der öminösen Uefa-5-Jahreswertung gesammelt hat. Bleibt nur zu hoffen, dass Bayer in der kommenden Saison fleißig mitsammeln darf.

    • “Wir hatten in vielen der Unentscheiden-Spiele und sogar bei einigen Niederlagen genügend hochkarätige Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden. Da fehlte die Kaltschnäuzigkeit, zum einen bei den Stümern[...]”

      Also den Stürmern kann man wohl am wenigstens vorwerfen. Kießling spielt seine beste Saison und Derdiyok kommt mit 21 aus der Schweiz, in der er sehr umstritten war und liefert dafür eine wirklich sehr gute Saison ab. Natürlich lassen sie mal Chancen liegen, aber das ist ganz normal. Es gibt keinen Stürmer, der nicht ein paar “100%ige” pro Saison liegen lässt. Wenn jemand “Schuld” an der Lage derzeit hat, dann ist es die Abwehr. Das Bayernspiel ausgenommen, hat sie nun 6, 7 Spiele lang eine mehr schlechte als rechte Leistung abgegeben. Barnetta und Vidal haben sich ja mehr auf die Defensive als auf die Offensive konzentriert, weswegen dann Derdi und Kieß vorne meist nur in der Luft hingen.

    • Wie viel man wem vorwirft, darum geht es ja nicht. Ich will das nicht als Wertung verstanden wissen, sorry. Die beiden Stürmer haben in dieser Saison in der Tat eine prächtige Entwicklung gemacht …

      Fakt ist aber auch, sowohl Kies als auch Derdiyok hatten halt ihre Auszeiten in der Rückrunde (Was sie natürlich dürfen! Sind nur Menschen!). Allerdings war das Mittelfeld in der Rückrunde eben nicht mehr so in der Lage, diese Auszeiten der Stürmer zu überbrücken. Weswegen das mit den Stürmern vielleicht auch mehr auffällt.

      Dafür, dass sich Vidal und Barnetta mehr in der Defensive engagiert haben – ich kanns nicht sagen, weil so gut lese ich Spiele nun auch wieder nicht – haben wir in der Rückrunde hinten aber ganz schön abgebaut. Da ist im Defensivverhalten ein bisschen was aus der Balance geraten. Leider. Der Zu-Null-Spiele-bis-Europa-Countdown tickt ja schon seit dem Spiel gegen Köln nicht mehr. Seit sechs Spieltagen.

      Würde mich sehr interessieren, wie Heynckes diese Entwicklung im Defensiverbund einschätzt und woran er die Veränderung gegenüber der Hinrunde festmacht. Auf den PKs sprach er oft von individuellen Fehlern. Aber bei dieser Analyse weiß man ja immer nicht, ob sie doch eher eine Schutzbehauptung sind, um die Mannschaft nicht angreifbar zu machen.

    • @hui Hattrick. Du solltest ein eigenes Blog betreiben ;)

      Kurze Anmerkung: Ich finde für ein Fazit ist das Endergebnis schon extrem wichtig. Ich fand den Kader und die Spielzeiten die letzten beiden Jahre auch nicht schlecht, aber halt ohne zählbares am Ende. Und das ist am Ende nicht gut für den Verein. Talente, die mühsam hier aufgebaut wurden, gehen dann früher oder später, wenn der Erfolg nicht da ist.
      Ich fänds bitter, wenn Adler (obwohl) oder Kies oder Rolfes, etc. gehen, weil sie nicht international spielen.

      Zum Spielsystem oder der Geschichte mit den wenig erfolgreichen Mittelfeldlern. Das ganze ist ja Teamsport und jeder Mannschaftsteil greift in den anderen über. Läufts in der Abwehr nicht, muss das Mittelfeld aushelfen und die Stürmer sind unterversorgt und und und. Genau das gerade dargestellte Szenario war glaub ich in einigen Spielen entscheidend für die Schwäche des Teams.

    • @Jens, Nee, du machst das schön genug hier mit deinem Blog. Wär ja schade, wenn’s nur bei Breitnigge zu stattlichen Kommentarzahlen kommt. :-)

      International spielen, dass muss man sich verdienen. Und ich hab auch nicht den Eindruck dass sich bei Bayer Spieler wichtiger nehmen, als sie sind. Wer international spielen will, darf sich eben keine Freistöße durch den Hosenträger rutschen lassen, und der muss, obwohl er die beste Saison der Karriere spielt, noch mehr netzen wollen.

      Der Name Rolfes bereitet mit übrigens schlaflose Nächte. Ich hätte gerne gesehen, wie sich das Team in der Rückrunde mit ihm auf dem Feld geschlagen hätte.

      In einem Monat sind wir schlauer, was das Endergebnis angeht. Unabhängig davon bleibe ich dabei: Bayer hat in der kommenden Saison glänzende Perspektiven. Das Team ist trotz vieler junger/neuer Spieler reifer geworden. Ich glaube auch, dass die Mannschaft auf ganz hohem Niveau lernt. Wir haben bis vorvorgestern um die Meisterschaft mitgespielt! Das hätte nicht mal ich, als Optimist vor dem Herrn für möglich gehalten.

      Und außerdem: Die EL verkacken wir in den letzten Spielen nicht mehr. Ich bin sogar für die CL sehr optimistisch.

    • Die Hosenträger bestätige ich. Noch mehr netzen wollen… hmmm.. vielleicht, aber wie gesagt, an unserer Offensive gabs wenig zu bemängeln.

      Bzgl. Perspektiven: Es braucht aber auf jeden Fall den europäischen Pokal, um sich weiter zu entwickeln.

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