Keiner weint…

Nach der Bekanntgabe des endgültigen Kaders für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika weint niemand. Kein Frings, kein Kuranyi, kein Wiese wurde ausgebootet, sondern lediglich Andreas Beck. Es wird keine wütenden Kommentare in Zeitungen geben, keine Blogbeiträge und keine Wutreden in Foren. Auf der Straße wird man sich den Namen Beck nicht respektvoll zuraunen. Bei der Betrachtung von WM-Spielen der DFB-Elf wird bei einem Bock eines Abwehrspielers niemand Beck fordern. Beck selber wird nicht murren. Enttäuschung und so ist da. Erstmal Urlaub. Dann aber voll angreifen. Viel gelernt hat er bestimmt im Trainingslager. “Irgendwie geahnt”, so die Analyse des Hoffenheimers.

Die Rezeption des Zeit-Kolumnisten Beck ist ungefähr so, wie die von Carsten Ramelow in der Öffentlichkeit. Nicht nur äußerlich – die beiden blassen, albinoartigen Blonden lassen stille Ohrwürmer à la “Schwarz-braun-ist-die-Haselnuss” in unserem Ohr erklingen, sondern auch was ihre Leistungen angeht. Solide, irgendwie da, zuverlässig, ergeben, nicht so schlimm, wenn er mal fehlt, usw. Ein Lob an Carsten Ramelow sieht klassischer weise so aus und trifft auch auf Andreas Beck zu: “Spielt unauffällig, ist aber für die Mannschaft enorm wichtig” oder ersatzweise “den Ramelow (Beck), den sieht man in so einem Spiel gar nicht”.

Einst erklärte Carsten Ramelow seinen Rücktritt aus der Nationalelf. Auch da weinte niemand. Trotz 46 Spielen. Er war einfach nicht mehr da, als ob er nie gespielt hätte und so wird es wohl auch bei Beck sein. Ich warte nur darauf, dass Beck demnächst eine CD aufnimmt.

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14 comments » Write a comment

  1. Das war doch Wörns und der eigentlich nur, weil Loddar so einen miesen Pass gespielt hat, oder meinst du nicht das Spiel gegen Kroatien?

  2. Hmmm. Stimmt. Ich komm grad nicht darauf, was der Ramelow verbockt hat, aber irgendwas war da…

    • siehe unten und 2002 hat er in einem vorrunden-spiele gegen kamerun(?) mal die gelb-rote bekommen.

  3. Von meiner Seite: Einspruch! Ich fand es sehr schade, dass Ramelow damals zurückgetreten ist. Er wurde irgendwie zum Sinnbild des unansehnlichen deutschen Spiels, obwohl er wenig dafür konnte. Er war wesentlich besser, als er in der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde.

    Sein Rücktritt kam, nachdem er (zusammen mit Jeremies) für die Klatsche gegen Rumänien verantwortlich gemacht wurde, wo die beiden als Innenverteidiger ranmussten. Irgendwie taugt er (anders als Beck) halt zum Sündenbock, zur Not auch für die WM 98 bei der er nicht mal im Kader stand.

    • ok!

      die zahl der ramelow-”fans” dürfte aber äußerst gering sein. ich zähl dich mal unter ausnahmen bestätigen die regel ;)

    • Man ist ja schon Ramelow-Fan, wenn man ihn nicht für eine Totalniete hält. Da ist auch der Unterschied zu Beck. Bei Ramelow haben damals viele gesagt: na endlich! Bei Beck ist es den meisten einfach nur egal.

  4. Ich bin Ramelow-Fan!

    Er sieht halt immer schlecht aus, weil er halt kein Techniker ist, aber sein Stellungsspiel war Weltklasse! Wo Calle war, ist der Gegner nicht mit dem Ball durchgekommen. Deshalb war da auch nie die Kamera drauf, tja…

    Wie Calmund mal sagte: “Was soll er denn machen, sich die Haare rot färben und sich ne Tröte umhängen?” :-)

    Gegenbeispiel: Als Ramelow mal in der Nationalelf gefehlt hat, gab’s eine 1:5-Klatsche gegen England.

    Und sein Tor mit der Hacke damals… Mein Ramelinho! :P

  5. Ohne Ramelow hätte Ballack nicht so toll ausgesehen. Herr Ballack braucht im DM einen der für ihn läuft. Ich würde Ramelow jetzt nicht als die nächste Lichtgestalt bezeichnen, aber ich denke man kann ihn schon mit Dieter Eilts in einem Satz nennen.

    • Oh, hier wird die Geschichte vom Wasserträger ausgebuddelt. Angenehm “Old School” ;-)

      “Lichtgestalt” wäre allerdings das andere Ende des Tandems. Für Ramelow bliebe eine Titel wie “Katsches Erbe”, z. B..

  6. Hier mal was zum Thema Ramelow aus internationaler Sicht. Lest und staunt!

    http://www.zonalmarking.net/2010/02/25/teams-of-the-decade-6-bayer-leverkusen-2001-02/

    Ist außerdem ein wenig Balsam auf die stets wunde Bayer-Fanseele.

    Hatte übrigens bis zum Schluss Angst, dass es Kies trifft mit dem nach Hause fahren. Dass das Thema mit seinen schlechten Trainingsleistungen ein, zwei Tage vor der Nominierung in den Medien aufkam, wirkte auf mich, als sollte da schon was vorbereitet werden.

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