Hannover 96, Teil 5

Und wieder keine besonders erfreulichen Erkenntnisse. Ein 2:2 in Hannover und das Erfreulichste ist noch das Ergebnis, weil Leverkusen bereits 0:2 hinten lag. Geschuldet ist die Aufholjagd wohl weniger dem unbändigen Willen oder der grandiosen Leistung der Werkself, sondern eher dem Umstand, dass die 96er knapp 60 Minuten zu zehnt agierten.

Wenn man nett sein will, kann man unter dem Punkt Positiv noch verbuchen, dass Jupp mit Eren Derdiyok einen Stürmer auf der Bank hatte, der direkt nach seiner Einwechslung traf und den Freistoß vor dem 2:2 rausholte. Für mehr positive Erkenntnisse reicht es bei mir nicht, denn ich habe wieder einmal nur die Zusammenfassung gesehen.

Was auch schon anderer Stelle erzählt wurde, ist die Tatsache, dass Bayers Defensive schwächelt. Das Prunkstück der letzten Spielzeit mit Manuel Friedrich und Sami Hyypiä in der Innenverteidigung ist ein lahmer unabgestimmter Haufen geworden. Natürlich ist die Abwehr ein Mannschafsteil, der auch abhängig von den anderen Teilen des Teams ist. Defensive beginnt im Sturm und auch das passt nicht.

Nichtsdestotrotz müssen sich Hyypiä und Friedrich die Kritik gefallen lassen, dass vor den Gegentreffern haarsträubende Fehler geschahen.

Welche Erkenntnisse gibt es noch? Das Team passt noch nicht. Ein Ballack wirkt ähnlich isoliert, wie einst ein Toni Kroos – nun fehlt er erstmal wieder sechs Wochen. Viele sehnen Simon Rolfes herbei und vielleicht reißt er das Team aus dem Loch. Denn in so einem sehen sich die Spieler anscheinend selber, sonst würde Bayer nicht jedes Mal zusammenklappen, wenn es einen Gegentreffer kassiert.

Sonst hätte es vielleicht Ideen, wie man einen Gegner aus Hannover dominiert, nicht nur mit Ballbesitz, sondern auch mit Spielwitz und kreativen Ideen. Komplette Fehlanzeige.

Heynckes muss jetzt Lösungen finden. Das Überangebot, die mögliche Rotation auf jeder Position scheint ihn etwas ratlos gemacht zu haben. Wer spielt wo, wer kann das Spiel lenken und in die richtige Richtung führen? Wer spielt Innenverteidigung? Wer Außen? Wer auf der 6? Wer auf den Flügeln und welche zwei Stürmer sind die richtigen zwei? Fragen, die bisher noch nicht beantwortet wurden.

Darüber kann auch der erste Spieltag nicht hinwegtäuschen. Freundlichweise spielt die Konkurrenz – und damit meine ich nicht Mannschaften, die gerade oben stehen, wie z.B. Mainz und Hoffenheim (aber wer weiß) – ähnlich indifferent und steht teilweise noch schlechter da. Und: Besser am Anfang etwas schwächeln und dann hinten raus abräumen, als andersherum.

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2 comments » Write a comment

  1. “Und: Besser am Anfang etwas schwächeln und dann hinten raus abräumen, als andersherum.”

    Genauso ist es. Bisher war es beim Bayer eher so, dass es zum Ende vergeigt wurde und das ist schlimmer.

  2. Ich steh ja nicht so sehr auf die “küchen”psychologische Komponente. Schließlich besteht ja auch die grandiose Möglichkeit, dass wir in dieser Saison am Anfang und am Ende verkacken – wär auch mal was Neues.

    Das Team muss und wird sich noch finden, da bin ich sicher. Es hat einen Grund, dass gleich drei Spitzenteams (Wir, Bayern und der HSV) einen Ballbesitz von über 70 Prozent nicht in Siege ummünzen konnten. Da fehlt es an der Konzentration, an der Fitness, am Spielrhytmus und den Ideen, wie in der Presse und den Blogs zu lesen war.

    Die Ideen werden die größte Herausforderung für Heynckes sein. Nach der letzten Saison war klar, dass viele Teams gegen Bayer defensiv arbeiten werden, um nicht ins offene Messer zu laufen. Die Bayern müssen mit diesem Problem seit Jahren leben (und tun sich in vielen dieser (Drecks-)Spiele immer noch schwer). Der Trainer sollte sich schnell taktische Varianten einfallen lassen, wie man gegen diese Defensivkünstler besser angeht. Gegen Hannover schien die Mannschaft nicht wirklich einen Plan zu haben. Geduld – vor allem während der Spiele – wird in dieser Saison eine wichtige Tugend sein.

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