Hysterie

Endlich gibt es ein Lebenszeichen in der Bayer-Fanbase. Die Hysterie ist groß. Das dritte Spiel der Saison wurde verloren gegen den Meisterschaftskandidaten Nummer 1. Der Trainer hat sich vertan. Die Spieler haben mal wieder nicht das gebracht was sie sollen. Neben dem Trainer, sind Spieler wie Manuel Friedrich und Patrick Helmes die Buhmänner. Die Innenverteidigung wird ganz allgemein verflucht. Zudem gibt es keine Spieler mit Biss im entscheidenden Moment. Ach und im Vorstand gibt es auch keine Grabenkämpfe.

Darüber mockiert sich nun die Bayer-Welt. Ein Luxusproblem, wie ich finde. Wir sprechen von einem verlorenen Spiel. Gegen einen guten Gegner. Die Werkself liegt auf Rang 4. In Schlagweite des Saisonziels, nämlich einen Champions League-Qualifikationsplatz. Alles im Plan. Nur weil die Bayern nicht so gut sind diese Saison, heißt es ja noch lange nicht, dass Leverkusen Titelaspirant Nummer 1 ist. Man darf nicht vergessen, dass die Mannschaft immer noch extrem jung ist. Das ist keine Entschuldigung oder die alles beantwortende Erklärung, aber die Mannschaft hat weiterhin Potenzial. Dieses Potenzial hat der Trainer zu großen Teilen gefördert und überhaupt erst hervor gelockt.

Was wäre ohne Heynckes aus einem Kroos oder einem Vidal geworden? Kroos würde vermutlich immer noch irgendwo in Leverkusen abhängen und Vidal wäre bereits zwei Mal gesperrt gewesen. Auch taktisch hat sich einiges getan in Leverkusen. Lange Zeit gab es nur das eine System, inzwischen sind wir bei zwei Systemen angekommen und dann hat man die Qual der Wahl und kann auch als Trainerfuchs mal daneben greifen. Deshalb gleich den Trainer verbannen wollen ist eine große Respektlosigkeit.

Die Personaldiskussionen gingen erstaunlicherweise erst nach der BVB-Pleite so richtig los. Über Helmes Abgang zu Wolfsburg würde sich gefühlt die gesamte Bayer-Welt freuen – wie es sein kann dass der Mann mal über 20 Tore geschossen hat und derzeit nicht klar kommt, fragt sich nur ein kleiner anderer Teil. Verstärkungen für die Innenverteidigung werden gesucht. Friedrich zu alt und langsam, Reinartz bisher mit mauen Spielen im defensiven Zentrum und Hyypiä muss ja auch bald aufhören.

Dass Friedrich glänzende Spiele gemacht hat in der Hinrunde wird schnell vergessen. Dass Heynckes Reinartz in der Innenverteidigung stärker sieht, als im defensiven Mittelfeld auch. Dass ein Reinartz Zeit braucht und nicht von einem Tag auf den anderen der Heilsbringer sein kann, muss doch auch den Meisten klar sein. Die Verdammung all dieser Akteure und Entwicklungen ist vor allem den Erfahrungen der Bayer-Fans geschuldet. Der ewige Zweite.

So unterhielten sich nach dem BVB-Spiel zwei Fans beider Kontrahenten miteinander. Der eine, Leverkusen-Fan, fast den Tränen nah, erklärte dem BVB-Fan, auf einer Welle des Erfolgs schwimmend, dass es ja nicht sein kann, dass Bayer immer in solchen Spielen verliert und dass der BVB den Sieg nicht verdient hätte. Der wiederum zeigte kein Verständnis. Warum auch. Das bessere Team ging als Sieger vom Platz. Wie es sich gehört.

Klar ist. Es gibt Baustellen. Daran muss gearbeitet werden. Ob dass nun die Innenverteidigung ist, die Außenverteidigung, das Mittelfeld oder der Sturm. Es wird immer etwas zu meckern geben, aber ein Kader ist auch nie perfekt. Und so eine Tiefe, wie es im Moment im Kader gibt, gab es schon lange nicht mehr. Der Trainer hat Wahlmöglichkeiten en masse – das sah lange Zeit nicht so aus. Es gibt also eine Entwicklung. Und wenn diese Entwicklung langsam so weiter geht, dann ist doch alles in Ordnung.

Genau dann brauche ich auch keinen neuen Trainer in der nächsten Saison. Sollte es weiterhin der europäische Pokal bleiben, ob CL oder EL, dann hilft der erfahrene Mann an der Seitenlinie weiter. Und in der Zwischenzeit kann nach einem neuen Trainer gesucht werden, der dann vielleicht auch in den Aufbauprozess für 2012/2013 mit einbezogen werden kann.

PS: Nebenbei sendet der Trainer Signale, dass er wohl weiter mit zwei Spitzen spielen lassen will.

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32 comments » Write a comment

  1. Bin zur Verlinkung zu meinem Blog gebe ich dir vollkommen Recht, mit Ausnahme der Sache mit Helmes. Ich glaube nicht, dass sich alle freuen würden. Viele schätzen seine Klasse, wissen aber auch, dass er ersetzbar ist. Vorallem, wenn er uns 10 Mio. € Ablöse einbringt, was wirklich sehr viel Geld ist für ihn ist. Aber gut, darum soll es nicht gehen.

    Was ich kurz klar stellen will, weil ich es in Verbindung mit deinem Twitterkommentar erst falsch verstanden habe: Ich bin nicht von der hier beschriebenen Hysterie befallen, im Gegenteil. Den Trainerwechsel schlage ich nicht aus sportlichen Gründen vor, sondern aus perspektivischen.

    Mir ist klar, dass du mich vielleicht nicht diese Hysterie-Schublade stecken wolltest, aber es kam mir zumindest beim ersten Lesen so rüber. Aber deswegen gibt es ja die Kommentarfunktion.

    • >> Ich glaube nicht, dass sich alle freuen würden. Viele schätzen seine Klasse, wissen aber auch, dass er ersetzbar ist. Vorallem, wenn er uns 10 Mio. € Ablöse einbringt, was wirklich sehr viel Geld ist für ihn ist. Aber gut, darum soll es nicht gehen.

      Da wär ich mir halt nicht sicher. Weder, dass er 10 Mill. bringt, noch dass ihn jemand schätzt, was ja bei seinen Äußerungen auch nicht immer einfach ist.

      >>Den Trainerwechsel schlage ich nicht aus sportlichen Gründen vor, sondern aus perspektivisch.

      Ich weiß, dass du kein Hysteriker bist (der Twitter-Teaser sagte ja – AUCH eine Antwort auf @bayer04blog) – Ich würde aber ein weiteres Heynckes-Jahr befürworten. Aus den oben angeführten Gründen. Ein weiteres aufbauendes Jahr für die Jungen, Erfahrungswerte von der Bank für evtl. die CL, etc. Ein neuer Trainer kann in Ruhe gesucht werden, der in den Planungsprozess mit eingebaut werden kann.

    • Zu Helmes: Die WAZ rechnet bei Interesse von Wolfsburg mit einem Angebot zwischen 7-10 Mio. Euro. Bekannt ist auch, dass bei Helmes eine festgeschriebene Ablösesumme im Vertrag verankert ist. Soll im zweistelligen Millionenbereich liegen, genaueres ist nicht bekannt. Offizielles natürlich erst recht nicht.
      Meiner Meinung ist ein Stürmer, der mal vor zwei Jahren 21 Toren in der Saison schoss, auch keine 10 Mio. € wert. Aber andererseits ist das Dieter Hoeneß und Wolfsburg. Da würde Völler im Fall der Fälle den Verhandlungspreis sicherlich hoch ansetzten.
      Kurzum: Ich wäre mit 7 Mio. zufrieden.

      Dass ein Helmes es in (weiten) Teilen der Fanlager schwer hat, ist natürlich nicht verwunderlich bei seiner FC-Vergangenheit, seinen gelegentlichen Äußerungen (“Ungleichbehandlung”) und seinem Spielstil sowie aktuellen Leistungen.

      Zum möglichen Trainerwechsel: Da hab ich im Blog sowie in den Kommentaren dort ja genug gesagt. Zwei Ansichten, zwei verschiedene Meinungen und es ist ja nicht so, dass ich anfange den Verein zu boykottieren, wenn Heynckes bleibt.

  2. Natürlich ist Heynckes kein Trainer, mit dem man für die nächsten 5 Jahre planen kann. Aber ich glaube nicht, dass nach dieser Saison der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel ist. Sollte Bayer die CL erreichen, wäre es gerade gut, die Mannschaft mit dem Trainer, der sie in den letzten Jahren wesentlich geprägt hat, weiter spielen zu lassen. Ein Trainerwechsel bedeutet immer einen Umbruch in der Mannschaft und den würde ich nicht gerade in der ersten CL-Saison seit vielen Jahren vornehmen.

    • 100% Zustimmung. Ich glaube zwar, dass man sich für den Fall der Fälle wappnet und derzeit schaut, ob ein Trainer frei wäre, aber mehr Ruhe quasi 1,5 Jahre hätte man bei einer Vertragsverlängerung

    • @ Adrian: Trainerwechsel muss nicht gleich Umbruch sein. Die Chefs werden schon darauf achten, dass ein Trainer kommt, der zum Verein passt. Das ist Grundvoraussetzung. Es wird kein Magath-Klon geben.
      Natürlich ist mit einem neuen Trainer ein gewisses Risiko verbunden, aber bei einem Verbleib von Heynckes ist der Erfolg auch nicht garantiert.
      Sollte es für die Chefetage keinen optimalen Trainer auf dem Markt geben, sollte man an Heynckes festhalten. Wenn aber jetzt der richtige Trainer zu Verfügung steht, würde ich zugreifen.

    • Ein Trainerwechsel ist immer ein Umbruch. Wenn nicht spielerisch oder von der Philosophie, dann vom Menschlichen. Der eine kann mit dem Trainer gut, der andere halt nicht so gut. Jürgen Klopps und Thomas Tuchels (auch wenn ich es bezweifel, dass die auch mit allen klar kommen) sind eher die Ausnahme. Hinzu kommt noch der Bayer-Faktor – die Bayer-Geschichte… ein Trainer für Bayer ist immer eine Geschichte für sich, wie ich finde!

    • Das würde ich dann aber nicht Umbruch, sondern Veränderung nennen. Gerade diese Veränderungen auch förderlich für Spieler(leistungen) sein. Man kann damit auch bei den Spielern eine “neue Zeit” einläuten. Nämlich weg von Platz 5-8, hin zur regelmäßigen Champions League.

      Da werfe ich auch hier gerne einen konkreten Namen in den Raum: Ralf Rangnick. Der wäre jetzt frei und würde, meiner Meinung nach, sehr gut zu uns passen.

    • Wenn es nach dem Express geht, soll Heynckes für ein Jahr verlängern und danach Dutt als neuen Trainer geholt werden. Über die Seriösität von Express und Bild Meldungen muss man nicht erst diskutieren, es würde aber gut ins Bild passen: Dutts Vertrag läuft 2012 aus und er würde zur Mannschaft passen (einer von euch beiden hatte ja Dutts Namen schon vor geraumer Zeit mal ins Spiel gebracht).

      Ragnick find ich etwas kritisch. Als Trainer macht er zwar einen guten Job, aber ich weiß nicht, ob mit seiner Art jeder gut klar kommt.

  3. Ragnick geht nicht. Der passt menschlich nicht zu Bayer. Wir brauchen Feuer. Keine Verbissenheit.

  4. Ich würde auch die Dutt-Lösung bevorzugen, aber bis in anderthalb Jahren fließt noch viel Wasser den Rhein runter. Rangnick wäre für mich ein No-Go. Fachlich ok, aber menschlich, was man so hört, eher schwierig.

    • Die erfolgreichsten Trainer der jüngsten Geschichte waren Daum und Toppmoeller. Ersterer ist ein Motivator, zweiterer ein Kumpeltyp. Ich rechne Daum mehr an weil er die Mannschaft erst formen musste.
      Insofern sehe ich das auch als kritisch an.
      Leider, leider, leider (und das nicht seit dem wahnsinnigen Erfolg dieser Saison) wäre Klopp der ideale Trainer gewesen…

  5. Die Trainerfrage stellt sich doch nicht wirklich.
    Ein Trainer der mit seiner Arbeit wirklich begeistert hat war doch Rehagel: mit Kaiserslautern, Meister als Aufsteiger und mit Griechenland Europameister und zweimal gegen Portugal gewonnen (mann, hab ich da viele Wetten verloren).
    Im Herbst seiner Karriere hat er richtig gute Mannschaften geformt. Ich glaube Heynckes schafft das in Leverkusen auch.
    Mein Fazit: Heynckes, so lange er will.
    P.S. Hauptsache ist doch, dass keiner den Namen Jogi Löw ins Spiel bringt.

  6. Jogi? Da macht es der Rudi doch eher selbst nochmal!

    Es wird schon schwer nach Heynckes einen guten Trainer zu finden. Von Dutt habe ich bisher überhaupt keine Vorstellung, da zeichnet sich wenig ab. Allerdings scheint er jemand zu sein, der einen Verein langfristig und kontinuierlich entwickelt. Die Frage allerdings, ob die derzeitige Freiburger Stärke seiner Arbeit oder der Schwäche anderer Teams (HSV, Bremen, Schalke, Bayern) geschuldet ist, werden wir erst in zehn bis zwölf Spieltagen beantwortet wissen.

  7. Was mich an Dutt stört: Sehr wenig Erfahrung und überhaupt keine im internationalen Wettbewerb. Auch war er nie Trainer bei einem ähnlich ambitionierten Verein wie Bayer Leverkusen.

    Was ich an Heynckes so mag: Er tritt souverän auf. Er kann es sich leisten, Spieler oder gar Holzhäuser öffentlich eine verbale Ohrfeige zu verpassen und tritt dabei als starker Trainer/Persönlichkeit auf. Dutt setzt zwar in Freiburg auch Forderung in der Führung durch, aber in Leverkusen ist das nochmal eine andere Nummer, besonders da es seine aller erste Trainerstelle bei einem ambitionierten Verein wäre. Rangnick ist ein starker Trainer, würde nicht zu allem “Ja” und “Amen” sagen und das ist das, was ich will: Einen Mann auf der Bank, der sich auch mal stark gegen Völler/Holzhäuser widersetzen kann und dabei eine gewisse Souveränität ausstrahlt. Das möchte ich nicht, weil es mir als Fan zu langweilig wird oder ich die Ansichten von Holzhäuser/Völler nicht teile, sondern weil ich einen gewissen Disput für förderlich halte.

    Was das Menschliche und Rangnick angeht: Auch Klopp und Heynckes sind keine Kuschelbären. Wer bei ihnen nicht spurt, ist weg. Siehe Helmes und Friedrich (beide wurden nach unpassenden Aussagen auf die Bank verbannt) sowie Kaplan, dem vorgeworfen wird, keine Professionalität an den Tag zu legen. Und schwups, bekommt das von Heynckes selbst ernannte große Talent nur noch sehr spärlich seine Einsatzminuten.

    Dutt wäre, meiner Meinung nach, eine ziemlich bequeme Lösung und eigentlich dachte ich, man hätte aus Skibbe und besonders Labbadia gelernt hätte. Ich kann mich auch nicht mit Gedanken anfreunden, für einen Jungtrainer das erste Sprungbrett ins internationale Geschäft zu sein. So sehr ich diesen “Förderungsgedanken” bei den Spielern unterstütze, so wichtig ist mir ein souveräner Mann mit Erfahrung auf Bank. Da will ich absolut keine Experimente sehen.

    • Alles richtig analysiert. Nur wachsen die guten Trainer leider nicht auf den Bäumen. Ich denke auch, dass ein Trainer mit Erfahrung der Mannschaft derzeit gut tut. Gerade international.

      Ich bin auch immer noch wirklich gespannt, wie lange Dortmund den Kloppschen Powerfußball noch durchhält. Die letzten zwanzig Minuten hatten die Schwarzgelben gegen uns keine Puste mehr – nur leider eben auch schon drei Tore Vorsprung. Gegen Ende der Rückrunde hat man denen den Kräfteverschleiß bereits ebenfalls deutlich gemerkt.

      Auch Labbadia hat damals ja versucht unsere Mannschaft wie eine Zitrone auszuquetschen, bis auf den letzten Tropfen. Ergebnis bekannt. Mal sehen, wo wir am Ende mit dem ökonomisch angelegten Plan von Heynckes landen.

  8. Da sind einige gute Punkte dabei.. was mir auch wichtig ist, ist das was Stefan gesagt hat: Er hat Standing. Wenn er etwas entscheidet, dann ist das halt so. Und er kann es auch glaubhaft begründen. Wenn Rolfes nach seinem Comeback Kurzeinsätze braucht, dann kriegt er sie. Bei Ballack jetzt auch. Wenn Helmes nur quatscht und nichts leistet, sitzt er, sonst bekommt er seine Chance.

    Bzgl. des Ausquetschens bin ich auch bei Hattrick. Heynckes denkt ökonomisch. Klar kam letzte Saison der Einbruch, aber den wird es hoffentlich diese Saison aufgrund des Kaders nicht geben. Zudem gibt es immer noch die Doppelbelastung mit Euro League.

    Bzgl. Dutt. Wie gesagt, bis 2012/2013 wäre noch viel Zeit. Bis dahin kann man auch sehen, ob Dutt ein potenzieller Mann ist, oder nicht.

    Weitere Trainernamen fallen mir im Moment gar nicht ein.

  9. Der Westdeutschen Zeitung gab Kießling ein Interview. Dort heißt es unter anderem: “Ich bin ein großer Fürsprecher, ich hoffe noch auf ein oder zwei Jahre mit ihm.” http://www.wz-newsline.de/home/sport/interview-es-muessen-jetzt-titel-her-1.553236

    Jetzt weiß man natürlich nicht, ob das Wunschdenken von Kieß ist oder ob es vereinsintern wirklich Tendenzen gibt, dass Heynckes gar für zwei Jahre weiter machen würde. Sollte Jupp ernsthaft in der Lage sein, diesen wirklich nicht gerade stressfreien Job zwei weitere Jahre mit 100% Einsatz stemmen zu können, stelle ich all meine Wechselwünsche zurück.

  10. Zwei Jahre? Ich glaube nicht, dass das Heynckes Frau und Hund mitmachen…

  11. Da kommt mir ein Gedanke: Vielleicht ist diese längere Laufzeit ja gerade der Grund für die längere Bedenkzeit bei Heynckes?? Er selbst hat ja schon immer von positiven Tendenzen für eine Verlängerung gesprochen. Vielleicht ist aber genau der Knackpunkt, für wie lange?

    Das Kies-Interview ist übrigens sehr sympathisch. Vor allem, dass er sagt, er hätte auch schon zum AC Mailand wechseln können, sei aber nicht der Typ dafür …

  12. Wenn mit Heynckes verlängert wird, dann sollte man das nicht nur für ein Jahr tun. Was bringt das? Ist man ihm überzeugt und traut ihm zu, dass er das köperlich auch durchsteht dann soll man doch direkt für 2 Jahre verlängern. Liegt die Präferenz auf einem Neuanfang, dann würde ich den auch jetzt versuchen und nicht erst in einem Jahr.
    Für die zweite Variante werfe ich mal einen Namen in den Ring, der hier noch nicht aufgegriffen wurde: Slomka. Der hat seinen eigenen Kopf, hat internationale Erfahrung und es bei seinen Trainerstationen in Schalke und Hannover verstanden, eine erfolgreiche und schlagkräftige Truppe zu formen. Und er wäre aktuell zum Sommer frei. Ich weiss, dass er durchaus kritisch gesehen wird, die Gründe dafür haben sich mir aber nie wirklich erschlossen.

    • Ein Jahr bringt die Fortführung des aktuellen Konzepts von Heynckes mit Stärkung der jungen Spieler, dem “Kennenlernen” des internationalen Wettbewerbs mit einem erfahrenen Trainer an der Seite. Dies würde ich ungern im nächsten Jahr mit einem neuen Trainer sehen. Stichwort: Umbruch / Veränderung – s.o.
      Zwei Jahre wären super, aber ich glaube nicht, dass Heynckes das will und dazu in der Lage ist, ob gesundheitlich oder familiär gesehen. Klar, wenn es geht – warum nicht, wobei immer viel von der Entwicklung des Teams abhängt und wer sagt, dass diese irgendwann stagniert!?
      Slomka. Ich kann Slomka nicht einschätzen. Die Ergebnisse sehen bei ihm immer ganz wunderbar aus, allerdings eckt er auch immer intern irgendwo an. Warum?

    • Wenn Heynckes nicht will, OK. Aber von Vereinsseite wäre ein Angebot für nur ein Jahr nicht nachvollziehbar.
      Und zu Slomka: Ein Trainer, der es schafft, in Schalke und Hannover (Stichwort: Kind) nicht anzuecken, der wäre mir für den Bayer nicht recht. Hier fehlt mir die gewisse Spannung im Verein. Die müsste eigentlich von der Geschäftsführung aufgebaut werden. Aber es ist sicherlich auch gut, wenn ein Trainer da ist, der sich nicht in alles reinreden lässt. So ist es aktuell und so wäre es auch unter Slomka. Von allen aktuell denkbaren Optionen erscheint er mir fast als die, die am besten ins Anforderungprofil passt. Ein Sammer wäre z.B. schon wieder zu lange aus dem Trainergeschäft, Dutt und Tuchel haben eigentlich noch viel zu wenig Erfahrung, Rangnick passt vermutlich charakterlich gar nicht und dann wird’s auf dem nationalen Markt auch schon dünne! Aber José Mourinho ist ja angeblich unzufrieden…

    • Kennen wir denn die Angebote vom Verein? Frag ich mich gerade… in den Medien ist tatsächlich in der Regel von einem Jahr die Rede, aber wer sagt, dass nicht auch zwei unterbreitet werden. Mal sehen…

    • Welcher Trainer eckte bei Schalke denn in den letzten Jahren nicht an, außer Huub Stevens? Und das dynamische Vereinstrio? Slomka profiliert sich halt wenig. Der bleibt auch in Interviews immer recht blass, wohlwollend formuliert man das als zurückhaltend. Ist ein Mann, dem ich erstmal ganz unvoreingenommen begegnen würde …

  13. Ein Name der auch ins Profil passen würde ist Armin Veh.
    Einer der wenigen Punkte, die gegen ihn sprechen ist das katastrophale Abschneiden mit dem VFB im internationalen Geschäft.

    • Die letzten Jobs in Wolfsburg (entlassen) und Hamburg (kurz vor der Entlassung gewesen(?)) finde ich ziemlich erschreckend, zudem auch ein schwieriger Kommunikator..

  14. Ich find die Sache mit der “internationalen Erfahrung” vielleicht etwas überschätzt. Klar, es ist immer gut einen Trainer zu haben, der das alles schon mehrfach durch gemacht hat, aber andere, jüngere Trainer eben ohne diese Erfahrung (sei es Dutt, Tuchel oder sonst wer. Klopp ist gerade kein gutes Beispiel, zumindest international gesehen.) sind ja auch nicht auf den Kopf gefallen – die wissen auch schon, was da auf eine Mannschaft zu kommt. Klar hat Leverkusen einen höheren Anspruch als auch noch unerfahrene Trainer auszubilden, aber die erfahrenen, guten Trainer, gibts leider auch nicht wie Sand am Meer. Zumal auch ein Trainer mit internationaler Erfahrung nicht umbedingt den Erfolg mit sich bringt.

    Ich würd mal gerne wieder einen Trainer sehen, der auch über mehrere Jahre hinweg im Verein bleibt und auch die Chance bekommt, die jungen Spieler zu formen – so wie es Heynckes jetzt auch schon macht. Und da würde es dann wieder Sinn machen, einen der jungen “Nachwuchstrainer” zu holen.

  15. Noch eine Variante: Heynckes hat bereits eine Stand-by-Zusage gegeben, die aber noch nicht kommuniziert wird, weil noch an einer anderen Trainer-Lösung gearbeitet wird, die – wenn sie realisiert werden kann – bereits zur neuen Saison greift.

    Traut man Rudi und Holzi soviel Smartness zu?

  16. Ich finde, dass man im Management-Bereich seit Jahren sehr gute Arbeit leistet. Da gibt es kaum etwas zu bemängeln!

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