FSV Mainz, Teil 4

Eine der herausragenden Fähigkeiten der Leverkusener in dieser Saison ist die positive Reaktion auf Niederlagen bzw. schlechte Spiele. Fast immer ist es in dieser Saison gelungen, die Fehler zu erkennen und auszumerzen. So lag das Problem in der letzten Partie gegen Villareal eindeutig im Defensivverbund, der sich durch einige flinke Konter der Spanier geschickt aushebeln ließ. Gegen Mainz baute Heynckes mal wieder komplett um und dennoch oder vielleicht besser deshalb, schaffte es Leverkusen ohne Gegentor vom Platz zu gehen.

Keine wirklich 100%ige Chance ließ Bayer zu, dank Hyypiä und Reinartz in der Innenverteidigung, davor Ballack und Bender auf der Doppelsechs, flankiert von Castro und Vidal auf links, sowie Schwaab und Sam auf rechts. Defensive Haute-Couture, offensiv eher Takko. Einziges Vorzeigestück auf dem Grabbeltisch des Kleidungsdiscounters war Renato Augusto, der nicht nur zwei Chancen von Kießling und Vidal wunderbar einleitete, sondern selber den Siegtreffer erzielte.

Dabei plagiierte er Schalkes Raul, der sich am Samstag im Rücken von Frankfurts Keeper Fährmann versteckte und dann diesen überrumpelte, als er den Ball auf dem Boden ablegte um den Ball abzuschlagen. Fährmann wusste sich nur noch eines Fouls zu bedienen. Elfmeter. Tor. Die ganze Welt lacht. In diesem Fall übernahm Mainz Abwehrspieler Svensson den Part Fährmanns. Während die gesamte Mainzer Tribüne schon schrie und Svensson auf Renato Augusto in seinem Rücken aufmerksam machen wollte, hatte sich der Brasilianer schon den Ball geschnappt und ihn aus 20 Metern in die Maschen des Mainzer Tors gehämmert.

Wo wir bei der zweiten Stärke der Leverkusener in dieser Saison wären. Auch mal Spiele dreckig zu gewinnen. Kurz vor Schluss. Dann wenn schon alle mit dem Remis rechnen, schlägt die Werkself nochmal zu. Das lässt Spiele, wie beispielsweise das 2:2 gegen Bremen schnell vergessen.

Jupp Heynckes gleicht dem Schützen beim Biathlon. Nach einem Fehlschuss wird nachjustiert, ggfs. auch zwei Mal. Nach dem Abwehrdebakel und gleichzeitiger Höchstleistung im offensiven Bereich gegen Villareal, dreht Heynckes an den richtigen Schrauben. Auch während des Spiels. Schwaab hatte viel zu tun auf rechts und kam nicht so hundertprozentig zurecht, dann wird halt gewechselt. Nun ist es etwas zu defensiv eingestellt. Für das Rückspiel heißt es noch einmal ein wenig drehen, dass auch die Offensive wieder funktioniert.

Dafür muss wohl auch Michael Ballack wieder auf die Bank oder vielleicht auch Lars Bender oder aber Arturo Vidal. Vidal war gestern auf der linken Seite eher nutzlos (man muss ja heutzutage aufpassen, was man schreibt). Vidal wirkte angenervt, verschleppte das Tempo und bestätigte damit den Abwärtstrend seiner Leistungen. Eine Pause würde ihm vielleicht gut tun, aber ich glaube nicht, dass Heynckes zu dieser Maßnahme greift. Zu sensibel reagiert der Chilene auf Nichtnominierungen.

Sam auf der rechten Seite ließ auch die Spritzigkeit seiner besten Partien der Saison vermissen. Zu Ehrenrettung der Leverkusener Offensivabteilung sei aber gesagt, dass Mainz die Räume sehr dicht machte, sehr schnell auf den Beinen war und immer wieder überfallartige Konter setzte, so dass ein entspanntes Nachvornespielen kaum möglich war. Bender und Ballack spielten solide.

Übrig bleibt der Name Stefan Kießling. Der Stürmer arbeitete,…..,….,…., (ergänzen sie die üblichen Phrasen) schoss aber kein Tor. Auch mit Einwechselspieler Eren Derdiyok lief es nicht besser. Wie immer verschmerzbar, wenn das Mittelfeld trifft.

Jetzt 0:2 in Spanien gewinnen. Schalke einen weiteren Dämpfer versetzen und dann Nägel mit Köpfen machen und die Personalien Heynckes, Ballack und Vidal klären.

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7 thoughts on “FSV Mainz, Teil 4

  1. Kuroda says:

    Freu mich schon auf Schürrle.

    Kiess der Storch kann mir dann gestohlen bleiben. Der taugt nix für Bayer 04.

    • Jens Peters says:

      kiessling würde ich nie weggeben. trotz aller verstolperer und technischen unzulänglichkeiten, ist er extrem wertvoll für die mannschaft. inzwischen auch als sprecher für die mannschaft und ohne seine 20-tore-saison würden wir dieses jahr nicht in villareal spielen.

  2. Kuroda says:

    Gut in den meisten Fällen hast du ja Recht. Ich meine nur das er halt nur bedingt ins Schema passt.

    Wenn ich sehe wieviele Torchancen er vergibt und das schon seit Jahren (ausgenommen die letzte Sasion) wäre die Werkself viel weiter.

    Ob gegen Freiburg oder Villareal. Hätte er das Tor gegen Villareal gemacht wäre es um einiges einfacherer geworden. Er schoss uns vielleicht in die Europa League aber vielleicht auch durch seine nicht all zu oft vorhandenen Torriecher und der fehlende Schnelligkeit wieder raus.

    Da ist mir “persönlich” ein Derdiyok oder der kommende Schürrle als einzige Sturmspitze lieber.

    • Jens says:

      Klar gibt es einige Argumente gegen ihn. Derdiyok zeigt meiner Meinung nach, immer noch zu selten was er kann. Wenn ich mir das Tor gegen Bremen in der Hinrunde ansehe, denke ich fantastisch, aber wie oft setzt er sich mal so durch. Schürrle ist derzeit in der Form seines Lebens. Ich hoffe, dass er sie hier auch zeigt. Dann wird er eine ernsthafte Konkurrenz für alle Stürmer.

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