werkself_talk: konzentration-auf-das-wesentliche

Über das Zusammenleben von Trainern, Spielern und Fans und über die Mechanismen des Profifußballs – am Beispiel der WERKSELF im April 2011!

Foto: Andreas Mohr (www.lev-rheinland.de)

Ein Maskottchen mit Namen „Brian“, zwei Spieler mit Namen Renato Augusto und Michael Ballack. Diese, in dieser Form, ungewöhnliche Mini-Laola vor der Nordkurve war eine der der vielen Facetten des Spiels gegen die TSG aus Hoffenheim. Ein Spiel, reich an Themen insbesondere für die Beobachter, die ihren Blick 90 Minuten nicht nur auf die beiden Torlinien fixierten (und das verbunden mit der berechtigten Hoffnung einer Überquerung derselben durch das Spielgerät). Es ging um 3-PUNKTE, EMOTIONEN und um KOMMUNIKATION! Im Fußball – und nicht nur da – untrennbar miteinander verbunden, hier auch getrennt betrachtet.

3-PUNKTE für die Königsklasse

Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt – zu den Geschichten später mehr: Die WERKSELF wollte viel nach dem sonntäglichen Geschenk an die Mannschaft aus München, konnte aber 40 Minuten lang ihr Vorhaben nicht in die Tat umsetzen. Wer, wann und in welchen Szenen mit diversen Aussetzern glänzte und so den Gästen aus dem Dorfe Sinsheim eine 1-0 Führung schenkte (unter strenger Beobachtung einer halben Leverkusener Mannschaft) haben wir alle gesehen, gehört und gelesen – und so wird an dieser Stelle auf weitere Bewertungen und Statistiken des Spielgeschehens verzichtet. Auch die Frage nach der aktuellen Form unseres Kapitäns wird hier ebenso wenig beantwortet, wie die, nach der Abschluss-Schwäche bestimmter Mannschaftsteile. Die Frage nach der Bedeutung eines – durch das Auftreten der Mannschaft in der zweiten Halbzeit – absolut verdienten Sieges, die ist allerdings schnell und alternativlos zu klären: Es ging um nichts anderes als um einen Sieg zur Sicherung des zweiten Platzes. Dass die Münchner Bayern zeitgleich nicht mehr als einen weiteren Punkt auf ihr internationales Punktekonto verbuchen konnten, machte die Sache umso runder für die WERKSELF!

Virale EMOTIONEN

Nach dem Nicht-Spiel gegen die Bayern hat die Bayer 04 – Fangemeinde kollektiv den schwarz-roten „gefällt mir nicht“-Button gedrückt. Berechtigte Enttäuschung und verständlicher Frust wurden in Worte und Sätze verwandelt und bahnten sich auf vielfältige Art und Weise den digitalen Weg in die Öffentlichkeit. Aber auch schon vorher richtete sich die Kritik massiv gegen einen der erfolgreichsten und beliebtesten Trainer auf der Bayer-Bank (nach 7 Jahren werden wir wieder Champions-League spielen) und in letzter Zeit zudem gegen den treffsichersten und einen der beliebtesten Spieler der WERKSELF (10 Tore und 10 Torvorlagen).

Jupp Heynckes geht, gemeinsam mit Peter Hermann, nach München! Hierzu ist alles gesagt: „Viel Glück für die beiden!“

Arturo Vidal wird mit angeblichen Zitaten medial schon als kommender Bayern-Profi verkauft! Arturo hat einen Vertrag in Leverkusen und den wird er erfüllen, oder für eine stattliche Ablösesumme frühzeitig auflösen. Sollte dies der Wunsch des Spielers sein, würde eine Zwangsverpflichtung für die kommende Saison keine gute Lösung für beide Seiten sein. Aber soweit ist es noch nicht, im Gegenteil: der Verein geht – liest man die jüngsten Zitate – bis an eine wirtschaftliche Schmerzgrenze und eventuell ein wenig darüber hinaus, um den „kleinen Krieger“ längerfristig in den schwarz-roten Stammesfarben auflaufen zu lassen.

Sollte dieses Vorhaben misslingen, greifen halt die Mechanismen des Profifußballs, der schon lange nicht mehr durch Vereinstreue gekennzeichnet ist. Warum auch? Spieler und Trainer sind Angestellte eines Vereins und für diesen – vertraglich definierten – Zeitraum geben sie alles für den Erfolg. Es kann viele Gründe geben, die Trikotfarbe zu wechseln und nicht immer stehen dabei die Interessen des Spielers im Focus. Schon gar nicht, wenn umtriebige Berater und Spielervermittler hochprozentig partizipieren.

Mit gefällt das auch nicht, aber man gewöhnt sich dran. Und ich freue mich über jeden Spieler, der Verträge erfüllt und seinem Verein und vor allem seinen Fans treu bleibt – solange es eben beruflich und persönlich geht. Aber eins werde ich nie akzeptieren und verstehen: Respektlosigkeit und öffentliche Beleidigung. Ein Verhalten, das zum Glück auch nur auf eine Minderheit er „Fans“ zutrifft und das vor allem durch maßlose Enttäuschung entsteht – hoffe ich!

KOMMUNIKATION vor und hinter der Bande

Enttäuschung war auch am Samstag ein oft gehörtes Wort. Gerade die Leistung der Mannschaft in den ersten 45 Minuten gab auch genügend berechtigten Anlass dazu, vor allem nach den Ankündigungen einer umfassenden Wiedergutmachung. Aber das ist im Fußball nicht immer so leicht und für den ein oder anderen Zuschauer auch nicht zu verstehen: und so nehmen die Dinge ihren Lauf! Die Intonation des Toten Hosen – Hits rund um den FCB gehört dazu, wenn Vereinsmitglieder Richtung Süden wandern und die Erkenntnis, dass Jupp Heynckes kommende Saison eher nicht in der CL Spielen wird, auch die kann man mal stimmungsvoll einsetzen. Aber Pfiffe gegen das eigene Team und Schmährufe gegen einen ihrer Besten? Geht nicht und hilft nicht! Wenn nicht wer als die Fans kann einem Team helfen, wenn s mal nicht gut läuft. Und wir sind es auch, die mit Identifikation und Vereinstreue genau diese Werte im Fußball erhalten können.

Dabei geht es nicht um eine kritiklose Hinnahme jedweder Art von Leistung des Teams. Es geht aber immer um die Art und Weise und um den Umgang mit Menschen. Die Reaktion der Mannschaft nach dem Schlusspfiff mag jeder interpretieren, wie er möchte: Verstehen kann ich sie!

Konzentration auf das Wesentliche

Wie schön, dass am kommenden Samstag das Nachbarschaftsduell in Köln ansteht: Es wird kein leichter Gang gegen abstiegsbedrohte aber heimstarke Kölner. Aber mit den drei Punkten aus Müngersdorf (zwei Tore Vidal) wird die Königsklasse klar gemacht, den Fans ein großes Geschenk bereitet und wir alle gehen entspannt in das Saisonfinale. Hierzu eine kleine STATISTISCHE RANDNOTIZ (danke an Kevin Keller (www.facebook.com/KK1904):

2002: Bayer 04 hat am 31. Spieltag 5 Punkte Vorsprung auf Verfolger Dortmund. Leverkusen muss gegen Bremen (1-2) und Nürnberg (0-1) ran, Dortmund spielt gegen Köln (2-1) und Hamburg (4-3).

2011: Dortmund hat am 31. Spieltag 5 Punkte Vorsprung auf Verfolger Bayer 04. Dortmund spielt noch gegen Nürnberg und Bremen, Bayer 04 spielt noch in Köln und gegen Hamburg.

Was immer das bedeuten mag?

Schwarz-rote Grüße
Klaus

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7 comments » Write a comment

  1. du sprichst mir aus der seele. Klar ich habe aus der fankurve lauthals mit gesungen aber als die pfiffe kamen musste ich echt schlucken. Unfair dem team gegenüber und ganz klar, dass ein rene adler nicht mal klatschend am cblock vorbei kam. Ich war das erste mal in der fankurve und hab mich ein wenig geschämt für das verhalten mancher “fans”. Beim letzten heimspiel läuft das hoffentlich anders

  2. Ich für meinen Teil finde die Pfiffe absolut berechtigt. Man kann nicht nur positive Emotionen im Stadion zum Ausdruck bringen. Auch negative gehören dazu. Spielt die Mannschaft gut wird sie von den Emotionen getragen und nach vorne gepusht. Spielt sie scheiße, wie in der ersten Halbzeit muss sie auch mit negativer Emotion, also Pfiffen, leben und ich rumheulen…

  3. Natürlich verstehe ich Unmutsäußerungen, gerade bei so einer Leistung, wie in Halbzeit 1. Die Frage ist nur,wem helfen Sie. Meistens kommen diese Pfiffe ja aus Bereichen des Stadions, die eher weniger mit der Stimmung zu tun haben und ich für meinen Teil, halte Ermunterung und Anfeuerung in Zeiten der Schwäche für hilfreicher. Soviel habe ich gelernt im Sport: Wenn es mal nicht gut läuft, braucht man jemanden, der unterstützt. Und über die Art und Weise, wie “negative Emotionen” ausgedrückt wurden, brauchen wir uns glaube ich nicht unterhalten. Damit meine ich nicht: alles kritiklos hinnehmen! Es kommt halt immer auf das Wie und das Wann an.

  4. An den Autor und alle anderen die sich über dike Pfiffe aufregen.
    Die Pfiffe in der Halbzeit waren absolut berchtigt, sogar notwendig.
    Nach so ner Frechheit in München und der 1. HZ gg. Hoffenheim, und dann besitzen die Spieler noch so eine Arroganz sich darüber zu ärgern. Die einzigen die einen Grund haben sich zu ärgern sind wir Fans.
    Unsere Spieler sollten mal lieber Kritikfähigkeit beweisen uns ihre Leistung hinterfragen. Ne entschuldigung. Oder wenigstens ne Stellungnahme für das Spiel gabs auch nicht. Aber das ist dasselbe wie die verkackten Spiele in München jedes Jahr, da ist kein Spieler der den Siegeswillen und die Eier hat solche Spiele zu gewinnen oder sich nach einer erbärmlichen leistung zu äussern.

  5. @essor: Drei Punkte zu deinem Kommentar!
    1) Es geht nicht um berechtigt oder unberechtigt – wegen mir kann jeder 90 Minuten Pfeifen, wenn er Lust dazu hat und meint, der Mannschaft damit zu helfen(allerdings: die meisten der Lautstarkpfeifer gehören zu denen, die nach 80 Minuten schon nicht mehr im Stadion sind)

    2) Auf einmal wird (nicht von allen) eine gesamte Saisonleistung durch ein Spiel (ein übles – keine Frage) in München in Frage gestellt – kann nicht sein!

    3) Die Spieler haben sich sicher nicht über die Pfiffe aufgeregt. Aber wenn ich – oder Trainer und Mitspieler – als Verräter, H****Sohn und W****** beschimpft werde, – wäre ich mehr als sauer. Da spielt die Leistung auf dem Feld auch keine Rolle mehr.

    LG
    Klaus

  6. Zu 1.: alles klar, und mit den Leuten 10 min. Vor sclhluss brauchn wir gar nicht drüber redn, sind für mich keine Fans.
    Zu 2.: Ich stelle nicht die gesamte Saison infrage, die Punktemässig zwar auch hätte besser sein können, aber spielerisch wars doch teilweise sehr dürftig, vor allem passspiel usw. Mein Unmut bezog sich auf die letzten beiden Spiele.
    Zu 3.: Ich persönlich habe nur nach dem Heynckes im Uefa-Cup ein Du W***r gehört. Das ist auch das einzige was die Spieler während dem Spiel gehört haben können. Alle anderen Sachen können die Spieler gar nicht gehört haben , wiels zu leise war, bzw. Im stadion zu laut.
    Und übrigens bezweifle ich dass die Spieler sowaas im Spiel mitbekommen, es sei denn sie sind nicht hochkonzentriert und fokussiert auf das Spiel und beschäftigen sich mit anderen Dingen auffem Platz.
    Und auch in dem Falle käme soetwas ja nicht von ungefähr, wenns passiert ist und die Spieler müssten auch dann ihre Leistung hinterfragen.

  7. Man merkt genau, wenn Fans selber nie auf dem Platz standen und keine Ahnung haben. So leid es mir tut, aber niemand spielt absichtlich schlecht.

    Das Team versucht immer, seine Leistung abzurufen. Dazu gehören 11 Mann und ein Gegner. Das ist hochkomplex und deswegen sind die meisten Spiele auch kein Selbstläufer und der Ausgang im Fußball fast immer ungewiss. Wenn es mal nicht läuft, sind die Spieler die ersten, die das checken. Und dann brauchen sie Motivation. Motivation ensteht durch positive Energie. Die aber wird durch Pfiffe niemals erzeugt. Deswegen sind Pfiffe immer kontraproduktiv, weil sie die Angst vor dem nächsten Fehler oder der nächsten fehlerhaften Aktion nur noch verstärken.

    Klar regt man sich über schlechte Leistungen als Zuschauer auf. Aber die schlechte Laune sollte man für sich behalten. Sie hilft der Mannschaft nicht weiter. Die muss gepusht werden, es immer wieder zu versuchen … Deswegen finde ich ja das Wort Supporter sehr viel schöner, als das Wort Fans.

    Die, die im Stadion pfeifen, glauben wohl, dass ihnen die Spieler gehören. Schließlich haben sie ja einen teil des Gehalts bezahlt. Eine furchtbare Einstellung.

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