Zeit, dass sich was dreht

Ich habe genau vier ganze Spiele bisher von der Europameisterschaft gesehen. Dazu gehörten die drei Spiele der deutschen Mannschaft und ein weiteres, wobei ich jetzt schon nicht mehr sagen kann, welches es war. Der Fußball wirkt für mich in diesen Tagen beliebig. Er gehört zum Grundrauschen der Gesellschaft. Im Freundeskreis ist er Thema, auf der Arbeit, auf der Straße, im Radio, im TV, in der Zeitung, überall.

Wenn etwas überall Thema ist, dann wird es für mich uninteressant. Zu viele Meinungen kommen zusammen. Richtige. Falsche. Ich will nicht filtern. Es entstehen neue Dinge. Public Viewing. Fußball-Comedy. Plastik-Sammelkarten im Supermarkt. Bühnen im Meer. Undsoweiterundsofort. Was ich eigentlich nur sagen will. Ich kann das alles kaum ertragen. Deshalb ist es auch so still hier. Und demnächst geht die Bundesliga wieder los. Da bin ich da wieder voller Freude mit dabei.

PS. Diese Überschwemmung mit Berichterstattung und allem pipapo ging 2006 richtig arg los, oder? Früher war doch alles besser, oder? Enttäuscht mich nicht.

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16 comments » Write a comment

  1. Grüß dich. Alles wahre Worte, wobei mit ein wenig Selbstdisziplin (oder auch einfach mit einem vollen Arbeitstag) sich Vieles von dem Theater umschiffen lässt. Vielleicht geht es dir aber als Bayer-Anhänger ähnlich wie mir als Eintracht-Fan in Düsseldorf. Es ist einfach befremdlich, dass Alles und Jeder überall und jederzeit exzessiv das Team abfeiert, zu dem man potentiell auch halten würde. Das kenne ich so nicht, steh ich sonst doch immer ziemlich alleine da, wenn es um meine Mannschaft geht. Aber das geht jetzt schon sehr in Richtung des üblichen Klagens der Vereinsfans während großen Turnieren…

    • Der Zeitfaktor hilft auf jeden Fall. Das ist allerdings nicht das übliche Klagen des Vereinsfans ;) Ich kann nur nicht diese ganzen schrecklichen Attraktionen, Events rund um die EM ertragen und hinzu kommen bspws. die massiven Meinungsauswüchse in den Zeitungen, im TV oder einfach bei Twitter. Jeder ist halt ein kleiner Bundestrainer und weiß, wer am besten spielt und wer demnächst spielen sollte.

  2. Das ist dumme – und wahrscheinlich tatsächlich anders als früher – ist, dass es kaum ein zeitungs-, TV- oder Online-Format gibt, dass nicht von der gesteigerten EM-Aufmerksamkeit profitieren will. Und um da aufzufallen, bedarf es halt entweder vermeintlich unkonventioneller Formate, noch abgefahreneren Events oder eben einer auffälligen Meinung. Mit dem Ergebnis, das du oben beschrieben hast.Aber letztlich bedienen die Medien damit auch nur, wonach das Volk schreit, oder nicht?

    • “Aber letztlich bedienen die Medien damit auch nur, wonach das Volk schreit, oder nicht?”

      Ich bin nicht Volk genug ;)

  3. Ganz nebenbei und off topic: Da der Oczipka ja jetzt in Frankfurt gelandet ist. Packt der es noch?

    • Ich habe mich gewundert, dass Oczipka sich nicht gegen Kadlec durchsetzen konnte, bzw. nicht mal ansatzweise Druck gemacht. Weder unter Dutt, noch unter dem neuen Trainerduo hatte ich das Gefühl, dass er eine Chance hatte. Natürlich spielt da auch seine Verletzung rein und vlt. bekommt er das Vertrauen in Frankfurt. Dort hat er vielleicht etwas mehr Zeit, ohne zu wissen, wie es da auf der LV-Position aussieht.

  4. So, Gegenpart: Ich habe fast alles gesehen und freue mich auf jede Partie. Wären es 31 Spiele nur Vorrunde würde ich die Lust verlieren. Aber ich bin zu großer Fußballfan, um das verpassen zu wollen. Würde in den spielfreien Tagen, die kommen, noch nebenbei zum Amateurklub umme Ecke gehen, wenn er denn spielen würde.

    Ich mag sogar das drumherum, was so viele verachten.
    Die Fans, die Gesänge, das Event, das Fanfest, die Jubelszenen auf der Reeperbahn, die Diskussionen in der Spelunke, das Fuppesschaun mit Freunden, das Jubeln und Zittern.

    Ich mag’s und enttäusch dich da gern mal ;)

  5. Pingback: Fußball in der fußballfreien Zeit « Power of Will

  6. 2016 kannst Du Dich sogar über 24 Mannschaften und noch mehr Spiele “freuen”.

    Bislang haben mich nur wenige Mannschaften bzw. Spiele wirklich überzeugt.

    Und die Reporter und Spielbeurteiler vor, zwischen und nach dem Spiel sind auch eher mau.

    • 24 Mannschaften? Ist dann der Gruppenletzte der Qualigruppe nicht mehr qualifiziert und der Rest schon? Oh Gott.

  7. Ich danke, dass sich dieser EM/WM-Hype letztendlich positiv auf die Liga auswirkt. Daher sollte man es nicht so hart kritisieren, wenn man das ganze Drumherum erdulden muss. Jeder fängt mal klein an…
    Seit (und durch) 2006 hat die Liga meiner Meinung nach einen Aufschwung mitgemacht, der parallel zu dem der NM verlief. In der 5 Jahreswertung sind wir wieder nach vorne gekommen. Es hat zwar noch nicht zu einem internationalen Titel, aber immerhin zu Finalteilnahmen gereicht und die Liga ist insgesamt ausgeglichener und besser geworden. Daher sollte man sich über den 3 wöchigen Ausnahmezustand nicht beschweren!

    • Ich finde, dass das keine vernünftige Argumentation ist. Ich könnte jetzt mit ganz schlimmen Argumenten kommen, aber ich lasse es mal. Nur weil etwas Gutes passiert und da stimme ich dir zu – muss ich das Schlechte nicht als Gottgegeben hinnehmen.

  8. Glaube auch, dass da die Kausalität nicht gegeben ist. Mit Blick auf die WM und den Erfahrungen des Absturzes um die Jahrtausendwende herum sind Nachwuchsförderung, Jugendausbildung etc. neu aufgestellt worden. Das – und die in dem Zuge neu gebauten Stadien – brachten die Liga nach vorne. Ob die Liga vom Public-Viewing-Publikum profitiert, wag ich zu bezweifeln. Es könnte sein, dass bei ausländischen Spielern die Euphorie in Deutschland positiv wahrgenommen wird und dass eventuell einen Wechsel zusätzlich positiv beeinflussen könnte…

    @ Jens: Danke für das Oczipka-Feedback. Da die Eintracht Tsavellas und Djakpa loswerden möchte, wäre der Junge fast konkurrenzlos, nur Butscher stümpert da gelegentlich noch herum. Das Vertrauen scheint also da.

  9. Ich finde Jens das ist alles eine Frage der Wahrnehmung. Um Turniere wurde schon immer Hype gemacht, ich kann mich noch gut an die WM94/98/02 und das drumherum welchem man im Alltag (Supermarkt) begegnete erinnern. 2006 ist natürlich extrem aufdringlich als das Ereignis gebrandmarkt, auf das man jetzt so gut wie alles schiebt(z.B. Public Viewing, darüber hab ich auch was geschrieben). Aber auch davor war die Präsenz von Fußball im Alltag rund um ein Turnier schon vorhanden. Klar kann einem das auch auf den Keks gehen. Ob Fußball-Bifi jetzt besser schmeckt als Ganzjahres-Bifi sollen aber andere beurteilen. :D Ich hab allerdings heute schon Entzugserscheinungen. Ein Turnier ist halt doch was besonderes. Dumm nur dass die Deutschen bei Olympia in Sachen Fußball seit 1988 einfach nix mehr reißen…
    LG Chris

  10. Pingback: Schluss, aus, vorbei! Die Euro 2012 in Polen und der Ukraine. « hulza

  11. Mich nervt das auch alles kolossal. Vor allem dieser Überfluss an Ambush-Marketing in den Supermärkten. Ma***i fix für Fleischbällchen heißt jetzt Ma***i fix für Fußbällchen. Aaaargh…

    So schlimm, dass ich mir davon den Spaß am Fußball verderben lassen würde, ist es aber nicht. Noch nicht.

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