Topspiel

Samstagabend. Das vom Fernsehen ausgelobte nominelle Topspiel des 19.Spieltags. Der SC Freiburg empfängt Bayer Leverkusen. Der Tabellen-6. spielt gegen den 2. Freiburgs “Trainerfreak” Christian Streich, der immer für einen flapsigen Spruch gut ist, betreut ein Team von jungen, willigen Spielern, die seit geraumer Zeit das Optimum aus ihrem Potenzial herausholen. Auf der anderen Seite ein Trainerteam mit Sasche Lewandowski und Sami Hyypiä, das die Liga verwundert und den Leverkusener Phlegmatikern Leben eingeimpft hat. Alles ist bereitet.

90 Minuten später sprechen die Medien immer noch von einem Topspiel. Von einem Topspiel ohne Sieger. Ohne Tore. Zwei Teams, die sich taktisch egalisieren. Die beide ihr Spiel durchziehen, aber letztlich auch nicht zum Luckypunch kommen. Chancen sind rar, weil die Teams vor allem auf Defensive bedacht sind und keine Idee haben, wie man das angerührte Defensivzement durchbrechen kann.

Ich quäle mich durch solche Partien. Ich brauche nicht Spiele wie am Freitag vor einer Woche, als Schalke Hannover mit 5:4 besiegt um von einem Topspiel zu sprechen. Als Schalke-Anhänger wär ich da auch mit einem äußerst bitteren Nachgeschmack im Mund nach Hause gefahren, aber solche Spiele frustrieren mich. Ich brauche irgendwas dazwischen. Wenigstens das Gefühl haben, dass es da eine Chance gab.

Der Punkt ist ok. Verdient. Aber zurück bleibt die Frage, warum man gegen Teams wie Freiburg kein Rezept hat. Weil das taktische Rezept vor allem auf Konter ausgelegt ist? Ist das so einfach? Schlechter Tag? Fehlende individuelle Klasse? Zu kalt? Falsch eingestellt? Fragen über Fragen.

Die Trainer werden wie immer ihre Schlüsse aus dem Spiel ziehen, aber vermutlich keinen Masterplan für tiefstehende und dicht gestaffelte Gegner in den nächsten Wochen entwickeln. Gegen Gegner wie Dortmund, Gladbach oder Lissabon dürfte das altbewährte Rezept in seiner Reinform durchaus funktionieren. Wenn nicht ärgert man sich vermutlich eh nicht so stark, weil der Kontrahent mehr Klasse hatte (ohne den Freiburger da zu nahe treten zu wollen).

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5 thoughts on “Topspiel

  1. Stimme dir da aus ganzem Herzen zu. Solche vermeintlichen Topspiele die auf dem Reißbrett entschieden wurden und dann für den Zuschauer eher.. unaufgeregt.. daherkommen sind auch für mich nichts.

    Powerfußball und Torfestivals müssen es nicht sein, aber irgendwas dann schon…

  2. Friederike says:

    Ich muss dir widersprechen, wobei das Erleben im Stadion ja immer ein anderes ist. Mir hat es super Spaß gemacht, den hoch konzentrierten Jungs da zuzusehen und die Angst vor einem Gegentor war mindestens genauso groß, wie die Hoffnung auf ein Tor. Also alles sehr spannend. Naja, vielleicht liegt es auch an den eisigen Temperaturen oder der schlechten Sicht, aber es war für mich echt kein schlechtes Spiel! :)

    • Jens Peters says:

      Schlecht würd ich auch nicht sagen. Anstrengend trifft es vielleicht besser. Ich werd einfach verrückt, wenn sich zwei Mannschaften so belauern, aber kein Tor fällt. Ich bin vermutlich zu ungeduldig für solche Matches.

  3. Ich bin da eher auf Friederikes Seite. Meiner Meinung nach evozierte das Belagern auf beiden Seiten viel Spannung und mein Herz hat in den letzten fünf Minuten deutlich schneller geschlagen. Einerseits war mir schon zur Halbzeit klar, dass das Spiel so 0:0 ausgehen müsse. Andererseits konnten die Abwehrreihen den Gegner auch nicht komplett ausschalten, sodass immer etwas in der Luft lag. In der ersten Hälfte habe ich mich kurz bei dem Gedanken erwischt, dass Leverkusen das Spiel wirklich anders hätte gestalten können, wenn es eine kurze Pause wie gegen Frankfurt gegeben hätte.

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