Catenaccio – das Spielsystem im Überblick

Wann wurde zuletzt in einer Bundesliga Saison so viel über die Taktik eines Teams diskutiert? Ob die Bayern unter Ex-Trainer Ancelotti und dem Wiederkehrer Jupp Heynckes oder in Dortmund unter dem neuen Trainer Peter Bosz. In dieser Saison könnte es besonders spannend um die Meisterschale werden, da beide Teams neben hervorragenden Trainern auch über Spieler verfügen, die den Unterschied ausmachen können. Um diese Frage noch spannender zu gestalten, greifen viele Fans zu einer Sportwette auf den Meistertitel. Unter Sportwettenbonus.de lassen sich Anbieter dieser Wette finden. Ob am Rechner oder von unterwegs, Sportwetten werden immer beliebter und können neben der Frage, welcher Verein den Titel holt, auch wöchentlich an Spieltagen gesetzt werden.

Doch zurück zur Taktik. Eine bekannte Spielweise, die heute sicherlich auch noch in einigen Taktikbüchern der Coaches vorzufinden ist das Catenaccio System. Übersetzt in unsere Sprache bedeutete dies nichts anderes, als ein System mit einem Riegel.

Erfunden wurde das Spielsystem 1937 von Karl Rappen, der mit der Aufgabe für die WM Qualifikation 1938 in Frankreich angestellt wurde. Das Problem? Die Schweizer waren zu dieser Zeit das schlechteste Team in Zentraleuropa und wurden bereits vor der Qualifikation als klarer Außenseiter angesehen.

Rappens Philosophie: Das Beste aus jedem Mann zu holen

Diese Philosophie mag einfach klingen, stellt sich aber für Fußballtrainer immer häufiger als sehr schwer heraus. Da jeder Spieler inzwischen über andere Fähigkeiten besitzt, muss eine Aufstellung zumeist so ausgerichtet werden, dass die starken Spieler auf der perfekten Position spielen können.

Karl Rappen fasste dies damals so zusammen: Eine Nationalmannschaft kann unter zwei Gesichtspunkten zusammengestellt werden. Zum einen könne er 11 Individualisten, die mit ihrer Klasse und dem Talent stark genug sind, um den Gegner nieder zuspielen, oder aber er stellt ein Team mit elf durchschnittlichen Fußballern auf, die ein bestimmtes Konzept verfolgen. Dieser Plan zielt darauf ab, dass auch jedem der elf Fußballer das beste herausgeholt werden kann und das Team als gesamtes im Vordergrund steht.

So entschied sich Rappen für den heute noch bekannten „Schweizer Riegel“. Zum klassischen 2-3-5 wurde die beiden Halbstürmer zu Außenverteidigern. So konnten die ursprünglichen Verteidiger nun als Libero agieren.

Tore durch Konter

Da sich das Team durch diese Veränderung sehr weit in der eigenen Hälfte befand, musste es nach einem Ballgewinn schnell umschalten können und gemeinsam vorrücken.

Das Rappen hiermit Erfolg haben konnte, zeigte sich nach der Qualifikation gegen den Nachbarn Deutschland. Nachdem die Nazis in Österreich einmarschiert waren, wurde die deutsche Nationalmannschaft damals mit Österreichern bespickt. Das Problem? Die Spieler kannten sich nicht und konnten zuvor nie gemeinsam trainieren. Bereits in der ersten Runde war es für das deutsche Team das Aus, während die Schweiz sich in der zweiten Runde gegen Ungarn mit 0-2 verabschieden musste.

Anfang der 1950er Jahre kam das System auch in Italien zum Einsatz

Heute sind die Italiener noch bekannt für das sogenannte „Mauern“. Einer der ersten Trainer, die mit diesem System Erfolge feiern konnte, war Nereo Rocco. Mit Triest konnte der Trainer zweimal Platz 8 der Serie A belegen. Im Grund nichts Wildes doch mit einem Verein dieser Größe zog der Trainer damit die Blicke auf sich. Der AC Mailand verpflichtete den Trainer anschließend und konnte neben der Meisterschaft auch den Gewinn des Europapokals feiern.

Ein weiterer Trainer, der mit Catenaccio immer in Verbindung bleiben wird, ist Helenio Herrera. Der Stadtrivale Inter Mailand holte den argentinisch-französische Fußballspieler als Trainer und konnte mit ihm in acht Jahren dreimal die Meisterschaft und zweimal den Europapokal der Landesmeister gewinnen.

„Schluss mit Lustig – Fußball ist nichts als Geschwätz“

Mit solch ehrlichen Worten ging Herrera damals vor die Presse und zerstörte damit die romantische Vorstellung eines offensiven Fußballs. Laut Herrera ging es beim Fußball nur darum weniger Gegentore, als der Gegner einzustecken.

Erstaunlicherweise kamen solche Sätze erst nach zwei Spielzeiten, in denen Inter den zweiten und dritten Platz unter dem damals neuen Trainer Herrera erreichte. Die Club-Bosse waren in den ersten zwei Jahren nicht zufrieden und stellten dem Coach ein Ultimatum – Ein Titel muss her!

So zog der Trainer in der Folgesaison einen Mittelfeldspieler aus dem Team und platzierte hierfür einen Ausputzer hinter der Abwehr. Hierdurch bekam der linke Verteidiger mehr Freiheiten, um auch nach vorne spielen zu können. Offensiv wussten laut Herrera alle Spieler was zu tun ist. Vertikaler Fußball mit hohem Tempo war die Vorgehensweise, die mit weniger als vier Pässen zum gegnerischen Strafraum führen sollte.

Erfolgreich und zufriedenstellend

Das diese Taktik aufgeht, hätten damals nur die wenigsten gedacht. Doch durch die vertikalen Pässe, konnte das Team schnell wieder zurückrücken, um zu verteidigen. Wie gut die Taktik funktionierte, musste auch Borussia Dortmund erfahren. Nach einem 0:2 musste der deutsche Club sich nach einem 2:2 Rückspiel verabschieden und schied aus.

Aki Schmidt sagte damals: „Mit Facchetti als Linksverteidiger, Corso dem wunderbaren Techniker Mazzola im Sturm und hinter ihm ein Suarez der als Spielmacher spielte, hätte Inter in jedem Spiel mindestens drei Tore schießen können. Aber das haben sie gar nicht versucht.“

Die Taktik heutzutage

Catenaccio ist heutzutage so nicht mehr vorzufinden. Viele Trainer spielen weiterhin einen defensiven Fußball, während sich die meisten aber wieder in den offensiven Part verliebt haben und den Zuschauern etwas bieten wollen. Mit einem 4-3-3 beispielsweise können die Mittelfeldspieler auch zurückrücken und defensiv mit aushelfen.

Auch ein 3-4-3 wurde immer beliebter, da die Stürmer und Mittelfeldspieler durch Pressing sofortigen Druck ausüben konnten und somit den Gegner zu einem Ballverlust zwangen.

Allgemein geht es heute wieder darum mehr Tore als der Gegner zu erzielen. Die alte Aussage „Es geht lediglich darum weniger Gegentore, als der Gegner zu fangen“ stimmt natürlich immer noch, dennoch wird den Fans deutlich offensiverer Fußball angeboten.

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