Boatengloses Fazit

Es sind Spiele, die mich furchtbar wurmen. Bayer verliert auf Schalke mit 0:2 und es ist weniger die Tatsache, dass man verloren hat, sondern eher das wie man verloren hat. Ich kann Niederlagen sehr gut akzeptieren, wenn der Gegner eindeutig besser war, wenn man alles gegeben hat und es nicht gereicht hat. Das kommt vor. Immerhin. Leverkusen ist mit drei Siegen in die Saison gestartet – da kann man doch mal verlieren.

Kann man – ich hab mich trotzdem geärgert. Das liegt vor allem daran, wie die Tore gefallen sind. Dem 0:1 ging ein unsägliches Handspiel von Ömer Toprak voraus, der im Zweikampf mit Adam Szalai schlecht aussieht, ins Stolpern gerät und wohl meint, dass wenn er fällt und den Ball in die Hand nimmt, er schon das Foul und den Freistoß bekommt. Gagelmann ließ sich darauf nicht ein. Völlig zurecht. Der Rest ist bekannt. Freistoß Farfan in die gefährliche Zone, Höger verlängert minimal mit der Schulter. Leno ohne Chance.

Das Handspiel war blöd. Noch blöder war, dass Emir Spahic im Zweifelsfall Adam Szalai auch noch hätte ablaufen können. Die absolute Notwendigkeit zu so einer Reaktion von Toprak war nicht gegeben.

Das Fatale ist, dass es bis zu dieser Situation gar nicht so schlecht aussah mit dem Bayer-Spiel und es danach völlig am Boden lag. Schalke spielte gut und kompakt, machte die Räume eng und ließ Sam, Son und Co. nicht zur Entfaltung kommen. Sehr zum Ärger von Stefan Kießling, der gestern völlig aus dem Spiel genommen wurde.

Das zweite Tor ist geschenkt. Spahic etwas übermotiviert im Zweikampf im Strafraum. Der Elfmeter berechtigt. Die Vollstreckung von Farfan sicher. Das Spiel war eh schon vorher gelaufen. Das Gefühl sagte mir, dass man noch 120 Minuten mehr hätte spielen können und am Ende hätte doch eher Schalke getroffen.

Man merkt es schon. Solche Niederlagen nehm ich sehr persönlich. Ich sitze 90 Minuten da, fiebere mit und auf dem Platz fällt nicht ein Groschen.

Nunja. Heute ist der Ärger etwas verraucht. Die Niederlage wird relativiert. Es folgen zwei Wochen (Länderspiel-)Pause und Verein und Trainer haben gesehen, wo es noch hapert und wo es noch Probleme gibt. Die Identifizierung überlass ich euch und den Verantwortlichen. Ist doch auch schön.

Vor Kevin-Prince Boateng

Kurze Meldung vor dem Spiel gegen Schalke, dass richtungsweisend werden könnte. Ein Sieg, der vierte in Folge in dieser Saison könnte direkt die Weichen Richtung Champions-League-Kandidat stellen. 12 sichere Punkte im engen Kampf um diese beliebten Plätze schaden nie – speziell wenn die Doppel- und Dreifachbelastung in verschiedenen Wettbewerben ansteht.

Auf dem Transfermarkt hat sich heute noch was getan. Eren Derdiyok wurde von 1899 Hoffenheim auf Leihbasis zurück geholt. Derdiyok ist bisher immer irgendwie unter seinen Möglichkeiten geblieben. Vielleicht war die Trainingsgruppe 2 aber ganz heilsam für den Schweizer. Arkadiusz Milik soll wohl nach Augsburg verliehen werden. Ein guter Schritt für ihn, da er dort wohl Spielpraxis in der Liga sammeln kann.

Konkurrent Schalke hat heute Kevin-Prince Boateng verpflichtet und unter der Woche Dennis Aogo vom HSV ausgeliehen. Zwei Verstärkungen für den derzeit extrem ausgedünnten Kader der Knappen. An sich sollte Bayer in der Lage sein, Schalke zu bezwingen. Mit Rückenwind Champions-League-Qualifikation und Superstar-Verpflichtung könnte jedoch Schalke neue Energie freisetzen. Abwarten.

Letzter Spieltag:

Nach dem mühseligen 1:0 in Stuttgart, ein 4:2 mit Feuerwerk-Charakter gegen Gladbach. Festzuhalten bleibt. Ein neuer Sam in Topform, Son auch mit Defensivqualitäten, Kießling wird nie wieder unter Löw spielen und sammelt trotzdem fleißig Scorer-Punkte, Castro wieder besser in Form und Spahic und Toprak in der Innenverteidigung mit Topleistungen. Nebenbei kann man jetzt 1:0-Führungen über die Runden schaukeln und lässt sich auch nicht aus der Ruhe bringen, wenn man einem 2:0-Führung verspielt. Neue Qualitäten.

Buch:

Ich habe die Tage mit Stefan Thomé vom Fanprojekt Leverkusen gesprochen. Das Interview, dass auch ins Buch einfliessen wird, veröffentliche ich Anfang der Woche.

FC Bayern München – sympathisch oder nicht?

The European hat mir diese Frage gestellt und ich habe geantwortet.

Der FC Bayern München. Der Triple-Sieger. Das Aushängeschild des deutschen Fußballs. Millionenschwer und erfolgreich. Geprägt von polarisierenden Persönlichkeiten, wie Uli Hoeneß oder Matthias Sammer. Für dessen Festgeldkonto nicht einmal Dagobert Ducks Geldspeicher reichen würde. Der Rekordmeister, der es geschafft hat, den legendären Pep Guardiola, den heiligen und weltbesten Trainer nach München zu locken. Der nun eine Art Weltauswahl mit Thiago, Schweinsteiger, Robben, Ribéry und Lahm coachen darf. Kann man so einen Verein gut finden? Kann man diesen Verein sympathisch finden? Ja – man kann. Aber man kann es auch sein lassen. Wie so oft im Leben, kommt es auf die Perspektive an.

Mehr beim European.

SamSon oder das neue magische Dreieck

Diese Geschichte muss sich doch irgendso ein Marketing-Fuzzi ausgedacht haben. Sidney Sam und Heung-Min Son werden zu SamSon und damit zu einer beeindruckenden Flügelzange, die gegen Freiburg mehr als gut funktionierte. Beim 3:1 gegen die Breisgauer trafen beide jeweils einmal, Sam bereitete zusätzlich noch einen Treffer vor. Perfekt. Stefan Kießling als kongenialer Abschluss vielleicht doch eher eines neuen magischen Dreiecks traf ebenfalls (zum 7.Mal in Folge) und bereitete Sams Treffer vor.

Leverkusen kamen dabei aber die Abstimmungsprobleme der Freiburger zugute sowie die sehr offensive Ausrichtung. Somit hatte Streichs Team mehr Ballbesitz und Bayer konnte kontern. Was der Werkself mehr als liegt. Ein 5 oder 6:1 wäre durchaus drin gewesen.

Notizen zum Spiel:

  • Das 1:0 für Leverkusen hätte abgepfiffen werden können. Toprak hält im Fünfmeterraum Schmid(?), der sich dann abdreht und sich beim Linienrichter beschwert. Als Kießling über Baumann hinweg köpft, hätte ein aufmerksamer Schmid den Ball vielleicht noch klären können.
  • Sebastian Boenisch mit einem sehenswerten Treffer. Wohl kein Abseits.
  • Kießling hätte noch einen Elfmeter bekommen können. Diagne arbeitet da schon hart der Grenze.
  • Sehr viele durchaus strittige Szenen rund um Schiedsrichter Perl.
  • Der Elfmeter für Freiburg eher unberichtigt, da Sorg in den Boden tritt und nicht von Bender getroffen wird.
  • Sam fast immer mit den richtigen Entscheidungen. Nur kurz vor Schluss hätte er auf Kießling abspielen können – da kam dann die alte Eigensinnigkeit wieder durch. Überhaupt wird er eher dann eigenmächtig, wenn es zu gut für Bayer und ihn läuft.
  • Guter Einstieg für die neuen Spieler. Spahic gut (bis auf eine Szene in der ersten Hälfte), Donati unauffällig – könnte noch offensivfreudiger werden, Son mit einem Bombeneinstieg.
  • Innenverteidigung beim Gegentreffer eher unkoordiniert. Boenisch und Spahic gehen auf den Gegenspieler, der dann auf Hanke passt, der von Toprak alleine gelassen wurde.
  • Leno ein echter Elfmeterkiller – 4 von 12 seine Quote.
  • Castro doch in der Startelf. Rolfes muss sitzen. Hätte ich nicht mit gerechnet.

Stadion plus neue Nordkurve:

Die neue Nordkurve sieht richtig prächtig aus. Tatsächlich entsteht erstmals der Eindruck eines richtigen Fanblocks. Eine klasse Entscheidung mit der Vergrößerung des Stehplatzbereichs.

27136 Zuschauer? Zum Saisonauftakt? Eher enttäuschend. Auch wenn es gegen Freiburg ging.

Demnächst:
Das Folgeprogramm ist knackig. Nächste Woche in Stuttgart. Mit einem Sieg könnte man die Weichen auf einen sehr positiven Saisonstart stellen.

Woanders:
Das Pillendreher-Blog zum Spiel.

Castro ärgert sich

Mal was in eigener Sache:
234 Buli-Spiele mit 26 Jahren, das sind die meisten Buli-Spiele bis zu diesen Alter von den aktuellen Akteuren.
Das Ganze auf 10 verschiedenen Positionen, aber immer nur 1 Verein!
Nur mal so als Info an die Medien und manchen Fans die sagen, ich würde manchmal phlegmatisch oder lustlos trainieren oder spielen!
Es kann zwar sein dass es manchmal so aussieht, aber dafür kann ich nichts, so ist nun mal meine Körpersprache.
Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal durchgehend im defensiven oder offensiven Mittelfeld gespielt und 8 Tore und 9 Assits hingekriegt, das war jetzt nicht so schlecht.

Ich gebe immer alles für den Verein seit über 10 Jahren und will auch unbedingt zur WM2014, selbst wenn es momentan unrealistisch ist!

Das lag mir jetzt mal auf dem Herzen weil ich in letzter Zeit schon wieder so viel Mist hören und lesen musste!

Gruß, Gonzo

Via Facebook

Herr Castro ist angefressen.

So geht DFB-Pokal

So geht DFB-Pokal. Den SV Lippstadt mit 6:1 bezwungen und locker in Runde 2 eingezogen. Einziges Manko war wohl die Chancenverwertung. Da kann man aber auch drüber stehen. Mal gucken, ob mir das nächste Woche auch gelingt.

Sonst erste Fingerzeige was die Mannschaft angeht.

Donati bekommt den Vorzug vor Hilbert. Spahic spielt statt Wollscheid und Hegeler bekommt den Startplatz anstelle von Heung-Min Son. Sam darf spielen. Castro muss sich hinten anstellen.

Bis auf Hegeler scheinen alle ihre Startelf-Chance genutzt zu haben. Hegeler wurde in der Halbzeit ausgewechselt und Son fackelte mit Sidney Sam (“Sam-Son”) ein kleines Feuerwerk ab. Es bleibt abzuwarten, ob das in der Bundesliga auch so läuft. Zumindest scheint sich Sam was vorgenommen zu haben.

Castro nicht in der Startelf ist bitter. Nach dem er jahrelang immer dort spielte, wo man ihn brauchte, hatte er letzte Saison seinen Durchbruch im Mittelfeld. Hyypiä scheint nun aber vorerst auf die offensivere Variante setzen zu wollen, so dass Castro auf die Bank muss. Das hat der Gute wohl auch schon einige Jahre nicht erlebt. Im Zweifelsfall spielte er halt immer auf der AV-Position.

Wie gesagt – das ließ sich alles ganz gut an. Bundesliga ist aber noch mal ein anderes Kaliber. Wenn es da auch so gut aussieht, blick ich positiv in die neue Saison.

Sommerpausen-Gedanken, Teil 23

Zum Wochenende und kurz vor Ende der Sommerpause noch ein paar Gedanken.

Samstag steht das DFB-Pokal-Spiel gegen Lippstadt an. Das sollte so oder so gewonnen werden. An ein Debakel wie gegen Dresden glaube ich nicht. Dynamo war damals ein ganz anderes Kaliber, zudem kann der Faktor Zuschauer in Lippstadt wohl kein Thema werden.

Die Aufstellung dürfte mit das Spannendste werden gegen Lippstadt. Wer besetzt die Außen? Boenisch oder Stafylidis? Donati oder Hilbert? Spielt Spahic? Wer besetzt das Mittelfeld? Muss Castro auf der Bank sitzen? Fragen über Fragen.

Emre Can:

Emre Can wurde heute von Bayern München bis 2017 verpflichtet. Die Bayern haben sich eine Rückhol-Option eingebaut. Der Vorteil gegenüber dem Leihgeschäft besteht in der Entschädigung, falls er denn zurück zu den Bayern will/muss.

Can kann zur Verstärkung werden – mal gucken, wie es um den Willen bestellt ist, sich im Leverkusener Mittelfeld durchzusetzen.

Fokus-Fussball-Redesign:

Die letzte Woche war ich ausschließlich mit dem Redesign drüben bei Fokus Fussball beschäftigt. So ganz fertig ist es noch nicht.

Buch:

Zwei Drittel sind durch und beim Lektor. Jetzt kommt das härteste Drittel. Mal schauen, ob es so gut läuft, wie bisher.

Die Tage werde ich mal mein Recherchematerial hier verlosen. Da sind einige feine Bücher dabei.