SamSon oder das neue magische Dreieck

Diese Geschichte muss sich doch irgendso ein Marketing-Fuzzi ausgedacht haben. Sidney Sam und Heung-Min Son werden zu SamSon und damit zu einer beeindruckenden Flügelzange, die gegen Freiburg mehr als gut funktionierte. Beim 3:1 gegen die Breisgauer trafen beide jeweils einmal, Sam bereitete zusätzlich noch einen Treffer vor. Perfekt. Stefan Kießling als kongenialer Abschluss vielleicht doch eher eines neuen magischen Dreiecks traf ebenfalls (zum 7.Mal in Folge) und bereitete Sams Treffer vor.

Leverkusen kamen dabei aber die Abstimmungsprobleme der Freiburger zugute sowie die sehr offensive Ausrichtung. Somit hatte Streichs Team mehr Ballbesitz und Bayer konnte kontern. Was der Werkself mehr als liegt. Ein 5 oder 6:1 wäre durchaus drin gewesen.

Notizen zum Spiel:

  • Das 1:0 für Leverkusen hätte abgepfiffen werden können. Toprak hält im Fünfmeterraum Schmid(?), der sich dann abdreht und sich beim Linienrichter beschwert. Als Kießling über Baumann hinweg köpft, hätte ein aufmerksamer Schmid den Ball vielleicht noch klären können.
  • Sebastian Boenisch mit einem sehenswerten Treffer. Wohl kein Abseits.
  • Kießling hätte noch einen Elfmeter bekommen können. Diagne arbeitet da schon hart der Grenze.
  • Sehr viele durchaus strittige Szenen rund um Schiedsrichter Perl.
  • Der Elfmeter für Freiburg eher unberichtigt, da Sorg in den Boden tritt und nicht von Bender getroffen wird.
  • Sam fast immer mit den richtigen Entscheidungen. Nur kurz vor Schluss hätte er auf Kießling abspielen können – da kam dann die alte Eigensinnigkeit wieder durch. Überhaupt wird er eher dann eigenmächtig, wenn es zu gut für Bayer und ihn läuft.
  • Guter Einstieg für die neuen Spieler. Spahic gut (bis auf eine Szene in der ersten Hälfte), Donati unauffällig – könnte noch offensivfreudiger werden, Son mit einem Bombeneinstieg.
  • Innenverteidigung beim Gegentreffer eher unkoordiniert. Boenisch und Spahic gehen auf den Gegenspieler, der dann auf Hanke passt, der von Toprak alleine gelassen wurde.
  • Leno ein echter Elfmeterkiller – 4 von 12 seine Quote.
  • Castro doch in der Startelf. Rolfes muss sitzen. Hätte ich nicht mit gerechnet.

Stadion plus neue Nordkurve:

Die neue Nordkurve sieht richtig prächtig aus. Tatsächlich entsteht erstmals der Eindruck eines richtigen Fanblocks. Eine klasse Entscheidung mit der Vergrößerung des Stehplatzbereichs.

27136 Zuschauer? Zum Saisonauftakt? Eher enttäuschend. Auch wenn es gegen Freiburg ging.

Demnächst:
Das Folgeprogramm ist knackig. Nächste Woche in Stuttgart. Mit einem Sieg könnte man die Weichen auf einen sehr positiven Saisonstart stellen.

Woanders:
Das Pillendreher-Blog zum Spiel.

Castro ärgert sich

Mal was in eigener Sache:
234 Buli-Spiele mit 26 Jahren, das sind die meisten Buli-Spiele bis zu diesen Alter von den aktuellen Akteuren.
Das Ganze auf 10 verschiedenen Positionen, aber immer nur 1 Verein!
Nur mal so als Info an die Medien und manchen Fans die sagen, ich würde manchmal phlegmatisch oder lustlos trainieren oder spielen!
Es kann zwar sein dass es manchmal so aussieht, aber dafür kann ich nichts, so ist nun mal meine Körpersprache.
Ich habe letztes Jahr zum ersten Mal durchgehend im defensiven oder offensiven Mittelfeld gespielt und 8 Tore und 9 Assits hingekriegt, das war jetzt nicht so schlecht.

Ich gebe immer alles für den Verein seit über 10 Jahren und will auch unbedingt zur WM2014, selbst wenn es momentan unrealistisch ist!

Das lag mir jetzt mal auf dem Herzen weil ich in letzter Zeit schon wieder so viel Mist hören und lesen musste!

Gruß, Gonzo

Via Facebook

Herr Castro ist angefressen.

So geht DFB-Pokal

So geht DFB-Pokal. Den SV Lippstadt mit 6:1 bezwungen und locker in Runde 2 eingezogen. Einziges Manko war wohl die Chancenverwertung. Da kann man aber auch drüber stehen. Mal gucken, ob mir das nächste Woche auch gelingt.

Sonst erste Fingerzeige was die Mannschaft angeht.

Donati bekommt den Vorzug vor Hilbert. Spahic spielt statt Wollscheid und Hegeler bekommt den Startplatz anstelle von Heung-Min Son. Sam darf spielen. Castro muss sich hinten anstellen.

Bis auf Hegeler scheinen alle ihre Startelf-Chance genutzt zu haben. Hegeler wurde in der Halbzeit ausgewechselt und Son fackelte mit Sidney Sam (“Sam-Son”) ein kleines Feuerwerk ab. Es bleibt abzuwarten, ob das in der Bundesliga auch so läuft. Zumindest scheint sich Sam was vorgenommen zu haben.

Castro nicht in der Startelf ist bitter. Nach dem er jahrelang immer dort spielte, wo man ihn brauchte, hatte er letzte Saison seinen Durchbruch im Mittelfeld. Hyypiä scheint nun aber vorerst auf die offensivere Variante setzen zu wollen, so dass Castro auf die Bank muss. Das hat der Gute wohl auch schon einige Jahre nicht erlebt. Im Zweifelsfall spielte er halt immer auf der AV-Position.

Wie gesagt – das ließ sich alles ganz gut an. Bundesliga ist aber noch mal ein anderes Kaliber. Wenn es da auch so gut aussieht, blick ich positiv in die neue Saison.

Sommerpausen-Gedanken, Teil 23

Zum Wochenende und kurz vor Ende der Sommerpause noch ein paar Gedanken.

Samstag steht das DFB-Pokal-Spiel gegen Lippstadt an. Das sollte so oder so gewonnen werden. An ein Debakel wie gegen Dresden glaube ich nicht. Dynamo war damals ein ganz anderes Kaliber, zudem kann der Faktor Zuschauer in Lippstadt wohl kein Thema werden.

Die Aufstellung dürfte mit das Spannendste werden gegen Lippstadt. Wer besetzt die Außen? Boenisch oder Stafylidis? Donati oder Hilbert? Spielt Spahic? Wer besetzt das Mittelfeld? Muss Castro auf der Bank sitzen? Fragen über Fragen.

Emre Can:

Emre Can wurde heute von Bayern München bis 2017 verpflichtet. Die Bayern haben sich eine Rückhol-Option eingebaut. Der Vorteil gegenüber dem Leihgeschäft besteht in der Entschädigung, falls er denn zurück zu den Bayern will/muss.

Can kann zur Verstärkung werden – mal gucken, wie es um den Willen bestellt ist, sich im Leverkusener Mittelfeld durchzusetzen.

Fokus-Fussball-Redesign:

Die letzte Woche war ich ausschließlich mit dem Redesign drüben bei Fokus Fussball beschäftigt. So ganz fertig ist es noch nicht.

Buch:

Zwei Drittel sind durch und beim Lektor. Jetzt kommt das härteste Drittel. Mal schauen, ob es so gut läuft, wie bisher.

Die Tage werde ich mal mein Recherchematerial hier verlosen. Da sind einige feine Bücher dabei.

Saisonziele – Hoch- oder Tiefstapeln?

Wir nähern uns tatsächlich langsam der nächsten Bundesliga-Saison. Die Saisonvorschau-Hefte überschwemmen die Kioske der Nation und die Fußballnachrichtenfrequenz im Fernsehen erhöht sich von Tag zu Tag.

Zielsetzungen

In Leverkusen setzt man sich derweil mit den Zielen auseinander (Rudi Völler sagt höchstens Platz 3 – Hyypiä meint zumindest, dass man theoretisch auch weiter vorne landen kann) und die Diskussion drängt sich auf, was ein Verein wie Leverkusen denn als Ziel definieren darf? Muss man als Spitzenklub die Meisterschaft ausgeben? Auch mit dem Wissen, dass es mehr als schwierig wird an der Phalanx aus Bayern und Dortmund vorbei zu kommen? Muss man Selbstbewusstsein demonstrieren und sagen, dass man um die Meisterschaft mitspielen will? Oder läuft man damit Gefahr sich lächerlich zu machen.

Jermaine Jones äußerte ja kürzlich, dass man auf Schalke die Meisterschaft ins Visier nehmen muss. Größenwahn? Albern? Lachhaft?

Ich finde generell den Weg des Tiefstapels völlig in Ordnung. Vielleicht hätte Völler ja so etwas sagen können, wie zum Beispiel: “Wir peilen Platz 3 an und mit etwas Glück können wir vielleicht noch weiter nach vorne rutschen?”

Geschmerzt hat mich im Völler-Interview übrigens mehr die Aussage, dass er sich für die nächste Saison lieber einen Champions-League-Platz wünscht, als einen Pokalsieg. Aus finanztechnischer Sicht absolut in Ordnung. Ich – als Fan – sehne mich jedoch nach Titeln.

Ausstehender Transfer

Völler äußerte, dass es noch einen geben wird – vielleicht aber erst im Winter. Sonst sehr still um das Thema.

Bundesliga-Vorschau

Hatte ich angedacht, bisher habe ich aber noch keine Zeit finden können, da was zu starten. Ich bitte dies zu entschuldigen.

11 Freunde-Bundesliga-Heft

Ich hatte die Freude den 11 Freunden beratend für das Bloggerheft zur Seite zu stehen. Der Fokus lag vor allem auf der Auswahl der Blogger und Bloggerinnen. In den letzten Jahren waren immer wieder die gleichen Namen zu lesen und dies sollte sich dieses Jahr ändern. Problem jedoch war, dass viele Blogs nicht mit ordentlichen Kontaktdaten ausgestattet sind, oder die Verantwortlichen nicht auf die Kontaktversuche reagierten. So blieb dann doch der ein oder andere alte Name drin.

Aus Leverkusener Sicht habe ich den Neverkusen-Podcast empfohlen. Die Crew ist nun seit geraumer Zeit sehr regelmäßig am Start und kommentieren die Leverkusener (Fan-)Szene. In der letzten Ausgabe gehts beispielsweise um Robbie Kruse.

Buch

Ich habe gerade das zweite Drittel vollendet und suche immer noch ein paar feine Gründe. Weshalb liebt ihr Bayer eigentlich?

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Bum-Kun Cha über die Bundesliga

Der unermüdliche Tscha Bum Kun hält das in aller Welt als brutal bezeichnete Bundesligatraining noch für ungenügend. Wenn 50 Liegestütze verlangt werden, fügt er 50 für sich hinzu. Fußtritte und Rippenstöße nimmt er klaglos hin. “Bei uns war das noch viel schlimmer”, läßt er den entsetzten Mitspielern über den Dolmetscher ausrichten.

Der bis dahin noch nicht Leverkusener Bum-Kun Cha bzw. Tscha Bum-Kun über seinen Trainingsalltag in Frankfurt (Spiegel).

Testspiel gegen Udinese Calcio

Bayer Leverkusen – Udinese Calcio 3:0 (2:0)

Leno
DonatiToprakSpahicStafylidis
RolfesReinartz
SamBenderHegeler
Kießling

Bayer 04: Leno – Donati (46. Hilbert), Toprak, Spahic (46. Castro), Stafylidis (46. Boenisch) – Bender (76. Öztunali), Reinartz, Rolfes – Sam (46. Son), Hegeler (76. Kohr) – Kießling (66. Milik)

Tore: 1:0 Rolfes (27.), 2:0 Kießling (36.), 3:0 Son (62.)

Testspiele haben ja immer einen zweifelhaften Charakter. Der Trainer probiert immer mal was Neues aus, dann haben die Spieler noch die Einheiten der letzten Tage in den Beinen und am Ende weiß man gar nicht so genau weiß, wie man so ein Spiel bewerten soll.

Gestern ging es für die Werkself gegen Udinese Calcio, immerhin eine Mannschaft, die in den letzten Jahren unter den ersten Fünf der Serie A zu finden war. Einzuordnen unter “echter Prüfstein”. Und was es dann zu sehen gab, konnte sich durchaus blicken lassen. Ein lockerer 3:0-Erfolg gegen die Italiener, die allerdings auch 2-3 gute Chancen hatten.

Was kann man aus so einem Spiel ziehen?

Donati und Stafylidis habe ich noch als relativ unsicher auf ihren Außenverteidigerpositionen wahrgenommen. Donati allerdings mit guten Ansätzen nach vorne und schönen Flanken. Da hapert es ja Jahr für Jahr bei Bayer. Spahic dürfte enormen Druck auf die Innenverteidiger der letzten Saison ausüben. Der hat gestern mal eine ganz souveräne Leistung abgeliefert. Gutes Stellungsspiel, gutes Aufbauspiel, Ruhe ausstrahlend, Kopfballstark und auch die ein oder andere Aktion nach vorne. Würde mich nicht wundern, wenn Spahic zur Stammelf in der nächsten Saison gehört.

Im Mittelfeld fiel vor allem Jens Hegeler auf. Die Leistungen, die er schon zum Ende der letzten Saison andeutete, hat er gestern nochmal abgerufen. Ob Hegeler nächste Saison noch auf der Bank sitzt, ist fraglich, wenn er so spielt. Wenn man bedenkt, was dann da noch für Spieler auf der Bank sitzen, muss einem ums Mittelfeld nicht bange werden. Son und Castro spielten gestern nicht von Beginn an, dagegen standen Bender, Hegeler, Sam, Reinartz und Rolfes auf dem Platz und machten ihre Sache gut. Vielleicht muss Son dann von Zeit zu Zeit auch mal als Kießling-Ersatz ran. Es ergeben sich einige Möglichkeiten.

Die zweite Hälfte, habe ich nur mit einem Auge beobachtet.

Und wer spielt im DFB-Pokal in der Startelf?