CAS hebt Sperre gegen italienische Fußballer vorerst auf

Der internationale Sportgerichtshof CAS hat die Sperre gegen die beiden italienischen Profis Daniele Mannini und Davide Possanzini vorerst aufgehoben. Der italienische Verband hatte um eine Neuverhandlung gebeten und dem CAS neue Fakten vorgelegt. Diese werden nun geprüft.

Further to a request filed by the Italian Professional Football Association, the Court of Arbitration for Sport (CAS) has re-opened the proceedings in the case filed by the World Anti-Doping Agency (WADA) against the Italian National Olympic Committee (CONI), the Italian Professional Football Association (FIGC) and the professional football players Daniele Mannini and Davide Possanzini (the “Players”), since all parties have agreed to such request. (CAS)

In den deutschen Medien wird über einen Zusammenhang mit dem Hoffenheimer Fall um die Spieler Ibertsberger und Janker spekuliert. Aus der offiziellen Mitteilung des CAS lassen sich diese Rückschlüsse jedoch nicht bestätigen.

75000 Schleifen für Hoffenheim

Was soll man davon halten? Die TSG Hoffenheim muss 75.000 Euro Strafe zahlen für einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB. Der Verursacher, der Dopingbeauftragte des Aufsteigers Peter Geigle muss 2500 Euro zahlen. In der Urteilsbegründung heißt es:

Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass in diesem konkreten Fall kein klassisches Dopingvergehen – wie zum Beispiel Sportbetrug, Einnahme verbotener Stoffe zur Leistungssteigerung, Anwendung einer verbotenen Behandlungsmethode oder die Weigerung, sich einer Kontrolle zu unterziehen – vorliegt. Vielmehr handelt es sich um einen fahrlässig begangenen Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB, der auf einen Fehler des Hoffenheimer Dopingbeauftragten zurückzuführen ist. Dieser Fall stellt sich nicht als schwerwiegend im Sinne des § 7 Nr. 4 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung dar, so dass ein Punktabzug aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen nicht in Frage kam.
(DFB.de)

Weiterhin wird erklärt, dass der Einspruch der Gladbacher, auf Empfehlung des Sportgerichts zurückgezogen wurde:

Bereits vor den Plädoyers des DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzenden Dr. Anton Nachreiner und der Hoffenheimer Anwälte hatte Borussia Mönchengladbach seinen Einspruch gegen die Wertung des Bundesliga-Heimspiels gegen Hoffenheim (1:1) am 7. Februar 2009 zurückgezogen. Der DFB-Sportgerichtsvorsitzende Lorenz hatte dies dem Verein nach der Beweisaufnahme, in der elf Zeugen gehört worden waren, mit Hinweis auf die Einschätzung des Gerichts mit Nachdruck empfohlen.(DFB.de)

Ich gebe zu, dass ich die Aussagen der elf Zeugen nicht kenne und ich natürlich auch nicht alle Fakten kenne. Aber es scheint, dass bis zur Einführung des Chaperon-Systems in der nächsten Saison, ich einfach den Dopingbeauftragten instrumentalisiere um eventuelle Dopingmachenschaften zu vertuschen. Im Zweifelsfall zahl ich dann halt mal 75.000 für eine Verspätung der Spieler + 2500 Euro für den Dopingbeauftragten. Dafür habe ich die Möglichkeit die Spieler manipulieren zu lassen.

Unabhängig davon, ob die betroffenen Spieler Ibertsberger und Janker gedopt haben, finde ich es schon erstaunlich, dass der betroffene Verein so billig davon kommt.

Wir wollten den Fall weder bagatellisieren noch dramatisieren, um damit die eigene Glaubwürdigkeit im Kampf gegen das Doping zu unterstreichen. Es gibt keinerlei Zweifel, dass der DFB konsequent gegen Doping vorgehen und alle Regeln einhalten wird, erklärte Richter Lorenz. (DFB.de)

Vielleicht hätte man dann aber ein ordentliches Zeichen gesetzt!?

Der DFB kann übrigens gegen dieses Urteil noch eine Woche lang in Berufung gehen.

Chronologie des Hoffenheimer Dopingproben-Falls

21.02.2009 Der DFB veröffentlich auf seiner Homepage die Nachricht, dass die beiden Hoffenheimer Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker beim Spiel gegen Mönchengladbach am 07.Februar 10 Minuten zu spät zur Dopingprobe gekommen sind. Der DFB-Kontrollausschuss übernimmt die Untersuchung.

Es besteht der Verdacht eines Verstoßes nach Paragraf 9, Nr. 1, der DFB-Anti-Doping-Richtlinien 1 in Verbindung mit Paragraf 8, Nr. 3 a, der DFB-Rechts-und Verfahrensordnung 2 sowie Artikel 2.3 des WADA-Codes 3.

Sowohl die TSG 1899 Hoffenheim, als auch Borussia Mönchengladbach wurden über die Aufnahme der Ermittlungen bereits am 20.Februar informiert. Borussia Mönchengladbach hat die Möglichkeit gegen die Wertung des Spiels Protest einzulegen, wenn Paragraf 17, Nr. 5 a, der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung zutrifft 4.

Zu diesem Zeitpunkt werden Parallelen zu einem Fall aus der italienischen Liga gezogen. Zwei Spieler hatten die vorgeschriebene Dopingprobe eine halbe Stunde zu spät abgegeben und waren zunächst vom Verband zwei Wochen gesperrt worden. WADA und CAS hatten jedoch später erwirkt, dass die Strafe auf das Mindestmaß von einem Jahr heraufgesetzt wird. In Italien wird die Strafe in der Liga als unverhältnismäßig hart betrachtet. Die Spielergewerkschaft ruft zu einem 15-Minuten-Streik auf.

DFB-Vizepräsident und Vorsitzender des Ermittlungsausschusses Dr. Rainer Koch, erklärt noch am Samstag, dass die Fälle schwer vergleichbar sind, relativiert diese Aussagen am gleichen Tag noch:

Der Fall ähnelt auf den ersten Blick dem Sachverhalt des Verfahrens gegen die italienischen Spieler Daniele Mannini und Davide Possanzini vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS, der die beiden am 29. Januar 2009 zu einer einjährigen Sperre verurteilte. Ob diese Entscheidung tatsächlich auch für den Fall der beiden Hoffenheimer Profis anwendbar ist, muss nun zunächst einmal vom DFB-Kontrollausschuss genauestens geprüft werden.” (kicker)

Die Dopingproben der beiden Spieler sind negativ gewesen. Im Laufe der nächsten Tage wird immer wieder klar gestellt, dass Manipulationen in weniger als fünf Minuten möglich sind.

Die Spieler sollen aufgrund einer Mannschaftssitzung zu spät gekommen sein. Normalerweise sollte ein Doping-Beauftragter des Vereins dafür sorgen, dass die während des Spiels zur Dopingprobe ausgelosten Spieler, direkt zur Probe geführt werden.

Lies den Rest »

  1. Falls ein Spieler die Abgabe einer Urinprobe verweigert oder nur eine geringere als die in § 10 Nr. 3 vorgeschriebene Menge abgibt, muss er die Gründe dafür schriftlich darlegen. In jedem Fall ist der Doping-Kontrollarzt verpflichtet, dies zu vermerken und die Anti-Doping-Kommission umgehend wissen zu lassen. 
  2. Bei Dopingvergehen gelten die folgenden Strafen: a) Im Falle des Nachweises von Doping gema?ß § 6 Nr. 2., Sa?tze 1 und 2, der Weigerung gema?ß § 6 Nr. 3., sich einer angeordneten Dopingkontrolle zu unterziehen, der Manipulation oder des Versuchs der Manipulation einer Dopingkontrolle sowie im Falle des Besitzes, Gebrauchs oder versuchten Gebrauchs von Substanzen aus verbotenen Wirkstoffen oder der Anwendung verbotener Methoden ist gegen den Spieler eine Sperre von zwei Jahren, im Wiederholungsfall auf Dauer, zu verha?ngen. Ergibt die von einem vom IOC anerkannten Labor durchgefu?hrte Analyse einer Urinprobe oder anderen Probe das Vorhandensein einer verbotenen Substanz im Ko?rper (Gewebe oder Ko?rperflu?ssigkeit) gema?ß der vom DFB als Anhang A zu den Anti-Doping-Richtlinien des DFB in der jeweils gu?ltigen Fassung herausgegebenen Liste oder die Anwendung einer nach dem genannten Anhang A verbotenen Methode, so gilt dies als Anscheinsbeweis fu?r einen schuldhaften Dopingverstoß. Der Anscheinsbeweis kann erschu?ttert werden, wenn erwiesenermaßen Tatsachen einen anderen Geschehensablauf ernsthaft als mo?glich nahe legen. 
  3. Die Weigerung oder das Unterlassen ohne zwingenden Grund, sich einer angekündigten Probenahme zu unterziehen, die gemäß anwendbaren Anti-Doping-Bestimmungen zulässig ist, oder ein anderweitiger Versuch, sich der Probenahme zu entziehen. 
  4. Hat in einem Spiel in einer Mannschaft ein gedopter Spieler mitgewirkt und ist dieser Spieler wegen Dopings bestraft worden, oder weigert sich ein Spieler schuldhaft, sich einer Dopingkontrolle zu unterziehen, so wird dieses Spiel fu?r seine Mannschaft, falls sie das Spiel gewonnen oder unentschieden gespielt hat, mit 0:2 Toren als verloren gewertet. Fu?r den Gegner bleibt die Spielwertung vorbehaltlich der Regelung in Absatz 2 bestehen. Von dieser Spielwertung kann bei Vorliegen besonderer Umsta?nde zugunsten der Mannschaft des gedopten Spielers abgewichen werden. Es kann in diesem Fall alternativ erkannt werden auf:
    – Besta?tigung der urspru?nglichen Spielwertung;
    – teilweise Aberkennung der von der Mannschaft des gedopten
    Spielers mit dem Spiel gewonnenen Punkte unter Beibehaltung des
    Torergebnisses;
    – Spielwiederholung.
    In Abweichung von Absatz 1, Satz 2 wird das Spiel mit 2:0 Toren fu?r den Gegner als gewonnen gewertet, wenn der Einsatz des gedopten Spielers den Ausgang des Spiels als unentschieden oder als fu?r den Gegner verloren mit hoher Wahrscheinlichkeit beeinflusst hat. Sa?tze 3 und 4 des Absatzes 1 finden in diesem Fall keine Anwendung. 

Presseschau vom Hamburg-Spiel (+ verpasste Dopingprobe)

Thema in der Presse ist heute vielmehr der Sieg der Hamburger, als die Niederlage der Leverkusener.

Zwischen Hamburg und Düsseldorf liegen zwar mehr als 400 Kilometer, am Sonntag konnte sich der HSV aber im Rheinland zu Hause fühlen – zumindest in der LTU-Arena, denn dort kam Heimspielatmosphäre auf. Die Anhänger von Bayer Leverkusen hatten ihre Fahnen schon eingepackt und die Düsseldorfer Notherberge schnell verlassen. Etwa 8000 Hamburger Fans hingegen blieben, sie genossen den Moment und feierten ihre Profis, die ihnen kurz zuvor das vorläufig größtmögliche Glück beschert hatten: Einen 2:1 (1:1)-Sieg bei Bayer, durch den die Hamburger sich wieder an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga setzten. Hamburger Held des Tages war Nationalspieler Marcell Janssen, der beide HSV-Tore erzielt hatte.  (Tagesspiegel)

Die Europacup-Hoffnungen der Leverkusener erhielten damit gut eine Woche nach dem 4:1-Triumph in Hoffenheim wieder einen Dämpfer. Bayer ist zwar weiter Tabellenfünfter, der VfL Wolfsburg ist nach Punkten aber schon gleichgezogen. (Welt)

Bayer stellt das beste Auswärtsteam der Liga, in der Heimbilanz aber weist die Mannschaft unter den sieben Besten die schlechteste Punkteausbeute auf. Schon vor zwei Wochen erlebte die Werkself beim 2:4 gegen Stuttgart eine böse Abfuhr […]. „In Düsseldorf herrscht ein bisschen Auswärtsatmosphäre“, sagte Torwart Rene Adler. Mit dem Exil, das wegen des Umbaus und der Erweiterung des Stadions in Leverkusen genutzt wird, haben sich die Bayer-Profis noch nicht richtig angefreundet. (FAZ)

Die Hanseaten waren vor 40 000 Fans mit einem mächtig breiten Kreuz aufgetreten, eben so “abgezockt und routiniert”, wie Bayer-Trainer Bruno Labbadia es vor dem Spiel geweissagt hatte. Und genau deshalb war die Gästeführung in der 18. Minute auch nicht ganz unverdient. Dabei machte 04-Verteidiger Henrique im Duell mit Hamburgs Paolo Guerrero nicht die allerbeste Figur - vielleicht hatte ihn ja Aitor Beguristain, der Beobachter des FC Barcelona auf der Tribüne, nervös gemacht. Spaniens Nobelclub erwägt, den an Bayer ausgeliehenen Brasilianer bereits in der kommenden Saison in seinen Hochglanzkader zu integrieren, allerdings war es nicht gerade Barca-Niveau, wie Henrique sich von Guerrero düpieren ließ. Die abgewehrte Flanke des Peruaners landete schließlich 16 Meter vor dem Tor bei Marcell Jansen, der den Ball gekonnt ins lange Eck schoss. (KR)

Im Gegensatz zum dramatischen Sieg von Hoffenheim hatte Bayer sich diesmal für einen abwartenden Beginn entschieden. Zunächst passierte kaum etwas, dann leitete Hamburgs Paulo Guerrero die erste richtig gefährliche Torszene der Partie einleitete. Der Peruaner setzte sich rechts außen gegen den ungeschickten Henrique durch, legte zurück auf Marcell Jansen, der sich den Ball auf den schwächeren rechten Fuß hinüber schob und aus 15 Metern einfach flach ins Tor schoss. Nach 18 Minuten lagen die Leverkusener zurück, der zuletzt nicht immer überzeugende Torhüter René Adler war chancenlos. […]Und Bayer Leverkusen hat es mal wieder geschafft, eine Großchance ungenutzt zu lassen. (TAZ)

Warum auf Eurosport Arturo Vidal in die Elf des Spieltags berufen wurde, ist mir ein Rätsel:

Bei Bayer Leverkusen ist Arturo Vidal längst zur festen Größe geworden. Der Chilene besticht mit Übersicht und Einsatzwillen. Auch gegen den HSV zeigte er sich von seiner besten Seite, ehe er zugunsten eines weiteren Stürmers in der Schlussphase ausgewechselt wurde. (Yahoo/Eurosport)

DFB-Vizepräsident Koch äußerte sich beim Westen zum Thema verpasste Dopingprobe der Hoffenheimer Profis Ibertsberger und Janker.

Der DFB schwebt nicht im luftleeren Raum und müsste im Strafmaß den Wada-Regeln folgen und eine einjährige Sperre verhängen.

Koch: Wenn der Fall unter den entsprechenden Paragraphen des Wada-Codes fällt, dann lautet die Strafe dafür in der Tat: Ein Jahr Sperre. Aber auch da müssen wir zunächst die Ermittlungen des Sachverhaltes abwarten und sehen, ob der Fall so zu bewerten ist.

Hat es im deutschen Fußball schon einen vergleichbaren Fall gegeben?

Koch: Meines Wissens nach nicht. Aber die Sache hat auch ihr Gutes. Die Kritiker, die dem Fußball oft einen zu laschen Umgang mit der Doping-Problematik vorwerfen, sehen jetzt, dass wir nichts vertuschen, dass wir nach den Standards der Uefa handeln. (Der Westen)

„Ein Jahr Sperre ist auf den ersten Blick und auch aus unserer Sicht eine harte und unverhältnismäßige Entscheidung“, sagte der Vorsitzende der Anti-Doping-Kommission des DFB, Rainer Koch, am Samstag im Fernsehen. „Ich kann mir persönlich nicht vorstellen, dass Manipulationen vorliegen.“ Am Sonntag äußerte er sich vorsichtiger. Die Glaubwürdigkeit des Fußballs hänge entscheidend davon ab, dass Richtlinien eingehalten würden.

Koch, der auch DFB-Vizepräsident ist, sagte: „Wir haben uns den Regeln zu unterwerfen, müssen aber auch dem Einzelfall gerecht werden.“ Ob die Cas-Entscheidung in den italienischen Fällen auf die Hoffenheimer Affäre Einfluss habe, müsse vom DFB-Kontrollausschuss geprüft werden. Die Nationale Anti-Doping-Agentur verwies darauf, dass die Verfahrenshoheit allein beim DFB liege. Man vertraue auf die Einhaltung der Regeln. (FAZ)

Interessant der Hinweis von Ralf Rangnick, dass ja Verstöße gegen die Richtlinien alltäglich sind:

Bei uns war es in der Vergangenheit des öfteren so, dass sogar der Dopingbeauftragte gesagt hat, die Spieler können nochmal kurz in die Kabine gehen und sollen sich ein frisches Trikot anziehen”, sagte Rangnick im Südwestfernsehen: “Ich habe jetzt auch mit einigen Trainer-Kollegen gesprochen. Es ist auch in anderen Vereinen so, dass es durchaus die Möglichkeit gibt oder sogar aufgefordert wird, nochmal kurz ein Trikot anzuziehen.” (Sport1)

Sehr gut in diesem Zusammenhang auch der Kommentar von Evi Simeoni in der FAZ:

Nein, Hoffenheimer Trainer-Professor Rangnick, Mannschaftsbesprechungen sind nicht wichtiger als Doping-Kontrollen. Und es ist auch keine Lappalie, dass die Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker am 7. Februar nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach wegen einer Teamsitzung nicht gleich zur Doping-Kontrolle gegangen sind. Sie hätten von einer Begleitperson direkt dorthin gebracht werden müssen. Und nein, die Tatsache, dass die Doping-Tests der beiden Spieler bei der Analyse negative Ergebnisse gebracht haben, ist kein Grund, Entwarnung zu geben. Ein Blick über die Eckfahne hinaus müsste genügen, um zu erkennen, was Sportler in zehn Minuten alles tun können, um ihre Tests zu manipulieren. (FAZ)

Eine kurze übersichtliche Zusammenfassung der Geschehnisse gibt es in der Morgenpost. Die wertenden Fakten sind jedoch mit Vorsicht zu genießen.

EDIT: Hoffenheimer vor Sperre?

Gerade explodiert mein Blog, aufgrund diverser Suchanfragen zu den Spielern Daniele Mannini und Davide Possanzini. Warum? Weil diese beiden Spieler Präzedenzfälle für zwei Hoffenheimer Akteure werden könnten. Könnten!? Die beiden italienischen Kicker kamen 2007 zu spät zu einem Dopingtest nach einem Spiel in Italiens Serie B. Worauf sie im Januar 2009 vom CAS zu einer einjährigen Sperre verurteilt wurden.

Die Umstände sind kurios. Die Akteure des Zweitligisten Brescia Calcio hatten nach einer 0:3-Pleite gegen Chievo Verona die Strafpredigt des Trainers abwarten wollen. Sie hatten sich den Kontrolleuren entzogen und sich erst aus der Kabine getraut, als die Frist um eine knappe halbe Stunde überschritten worden war. Die dann genommenen Proben waren negativ. (Aus dem lesenswerten Artikel der TAZ)

Dieses Schicksal droht nun auch Andreas Ibertsberger und Christoph Janker von der TSG 1899 Hoffenheim. Nach dem Spiel gegen Gladbach am 07.Februar kamen die beiden Akteure zehn Minuten zu spät zur Dopingprobe, da Trainer Ralf Rangnick zunächst noch eine Mannschaftssitzung angesetzt hatte. Damit verstießen die Spieler allerdings gegen die DFB-Doping-Richtlinien und die Vorschriften der WADA. Der DFB-Kontrollausschuss hat nun die Ermittlungen aufgenommen - fraglich ist, bis wann diese abgeschlossen sind (bis zur Verurteilung der beiden italienischen Spieler ging ein Jahr ins Land), ob Gladbach gegen die Wertung des Spiels Einspruch erhebt (1:1), ob zehn Minuten für eine einjährige Sperre ausreichen und ob sich dann eine ähnliche Protestfront, wie in Italien bildet, als die Spielergewerkschaft zu Streiks aufrief.

Trainer Rangnick erklärte weiterhin “Dopingvorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird”. Was aber auch nicht erklärt warum man nicht mehr Fingerspitzengefühl, bei der Abstellung von Spielern zur Dopingprobe beweist.

Kennzeichnend für den Umgang mit Doping im Fußball ist, dass zwar alle Beteiligten gegen das Urteil protestieren, niemand es aber zum Anlass nimmt, die Spieler zur Pünktlichkeit anzuhalten und den Trainern nahezulegen, ihr Donnerwetter an die zur Kontrolle bestimmten Sportler besser zu terminieren. Lieber Gesetze ändern als sich ihnen beugen, lautet die Botschaft. (TAZ)

Wen die Dopingrichtlinien interessieren und die damit verbundenen Auflagen für Bundesliga-Profis, dem sei dieser Artikel empfohlen.

EDIT: Die Herren Dogfood und Surfguard beschäftigen sich nach dem heutigen DSF-Doppelpass mit den Verharmlosungen der Herren Wontorra, Meier und Lattek.

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In den nächsten Wochen, begleite ich die UEFA Champions League Trophy Tour auf Facebook und Twitter und zwischem dem 15. und 19.September 2010 auch live vor Ort in München.