Borussia Mönchengladbach, Teil 5

Ich könnte jetzt jammern. Darüber, dass wir einen Aufsteiger Mönchengladbach ausgerechnet schon innerhalb der ersten 5 Spieltage auf dem Plan stehen haben. Außerdem sind da ja sowieso immer nur gegen uns motiviert und nächste Woche verlieren die dann sang- und klanglos. Und dann die ganzen WM-Fahrer, die wir haben - also die sind ja auch müde und…

…aber ich halte es dann doch eher so wie die Werkself-Spieler. Rene Adler erklärte immer noch etwas verdattert, dass er lieber 3:6 verliere, als ein paar Mal ganz knapp. Sami Hyypiä sprach dankenswerterweise von einer Vorführung und Jupp Heynckes meinte nur, dass man Gladbach zu einer Party eingeladen habe. Stimmt alles und da wird auch nichts beschönigt. Das war großer Mist, was die Werkself da abgeliefert hat.

Gegen Gladbach, gegen die man nun 16 Jahre nicht verloren hat. Mit einem Rekordergebnis. So hoch hat die Werkself seit über 20 Jahren nicht verloren. Wow. Das muss man sich dann auch mal auf der Zunge zergehen lassen. Mit einer Mannschaft, der man letzte Woche noch Meisterschaftsambitionen zugesprochen hatte. Adler, Hyypiä, Castro, Vidal, Ballack, Renato, Kießling - tolle Namen, von denen aber gestern niemand den Mumm gehabt hat, das Match auf dem Platz zu drehen.

Mein Eindruck war, dass es in den letzten Tagen nur um den grandiosen Sieg gegen Dortmund ging, die Europa-League, sowie Michael Ballack und die K-Frage. In der PK vor dem Spiel, gab es eine gefühlte Frage nach dem kommenden Gegner Mönchengladbach und sonst nur Fragen zu den oben genannten Themen. Ist Bayer das Spiel gedanklich zu lax angegangen? War Gladbach so stark? Bayer so schwach? Ich weiß es nicht, aber Leverkusen steckt in einer Situation, die es so noch nicht gab für den Club unter Heynckes.

Ist man wirklich CL-reif oder wird die Saison nur Mittelklasse? Heynckes hat jetzt zwei Wochen Zeit in die richtige Richtung zu arbeiten. Achso gejammert habe ich trotzdem…

Borussia Dortmund, Teil 5

In Dortmund zu gewinnen ist keine Leichtigkeit. Das Westfalen-Stadion, bzw. der Signal-Iduna-Park ist immer eine schwer einzunehmende Festung. Wer hier gewinnt, der hat meist mehr als nur einen guten Tag. Und so war es auch heute bei Bayer Leverkusen. Zum Saisonauftakt der Spielzeit 2010/2011 gewinnt die Werkself 2:0 gegen den BVB. In Dortmund.

Ein Gefühl, dass nun schon eine ganze Weile zurück liegt. Ein Sieg im ersten Spiel der Saison und ein Sieg gegen Dortmund. Das Blog, wie auch schon im Vorlauf zum Spiel gegen den BVB beschrieben, hat das noch nie erlebt. Vermutlich haben auch die wenigsten Fans damit gerechnet. Zwar gab es einen generellen Optimismus bzgl. der Stärke des Kaders - die letzten Partein haben jedoch auch Schwächen offenbart. Da kann man auch gegen Dortmund verlieren.

Bayer legte aber von Beginn an ein flottes Tempo vor. Das Heynckes-Team drückte und erzielte nach einer hervorragenden Vorarbeit von Vidal und Castro das 1:0 durch Barnetta. Der BVB war in dieser Phase des Spiels wenig zwingend, ohne die nötige Präsenz im Zweikampf und zu oft den entscheidenden Schritt zu spät. Nach dem 1:0 wollte Klopps Mannschaft direkt zurückschlagen und kam auch zum vermeintlichen 1:1.

Ein 1:1, dass jedoch aberkannt wurde. Kehl stand unter wohlwollender Betrachtung diverser Zeitlupen Millimeter im Abseits. Adler fackelte nicht lange, führte den Freistoß aus und über Renato Augusto, Derdiyok und wieder Renato Augusto landete der Ball im Tor von Roman Weidenfeller, der sich verwundert die Augen rieb. Wieder war der BVB zu weit vom Ball weg und schaute nur zu, wie Leverkusen kombinierte. Etwas glücklich das 2:0, aber verdient.

In der Folgezeit spielte Bayer seinen Stiefel runter und lediglich zu Beginn von Hälfte 2 baute Dortmund noch mal etwas Druck auf. Leverkusen dagegen lauerte zunächst auf Konter, stellte aber irgendwann jegliche Kombination in Richtung Dortmunder Gehäuse ein. Eine Veränderung des Ergebnis wäre für alle Zuschauer eine Überraschung gewesen.

Die erste Überraschung gab es jedoch bereits vor dem Match. Was wohl niemand geglaubt hätte - Heynckes zog aus den letzten Spielen Lehren für die Aufstellung und degradierte Ersatzkapitän Friedrich zum Bankdrücker. So spielten Hyypiä und Reinartz in der Innenverteidigung und beide lösten ihre Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit. Speziell Hyypiä spielte wieder so, wie zu Beginn der letzten Spielzeit.

Weiterhin ließ Heynckes von Beginn an Ballack (für Bender), Barnetta (für Sam) und Derdiyok (für Helmes) auflaufen. Ballack spielte unauffällig ist aber dennoch ein enormer Gewinn für den Kader, denn alleine seine Präsenz auf dem Platz schüchterte den ein oder anderen Gegenspieler ein. Neben ihm agierte Vidal in Weltklassemanier und schaltete sich immer wieder in die Angriffe des Teams ein. Ballack sicherte dann ab und leisteten sich insgesamt einen Patzer. Vidal dagegen ohne Fehl und Tadel, mit Biss, Balleroberungen und dem klugen Pass für den Mitspieler. Oft aber auch nahe an der Verwarnung.

Barnetta ebenfalls mit einem guten Match, dass er mit dem Treffer zum 1:0 krönte. Derdiyok rackerte, hielt Bälle, wirkte aber ebenso wie sein Partner Kießling glücklos. Insgesamt wurden die Spitzen zu wenig mit einbezogen und bekamen kaum Futter. Wennn das offensive Mittelfeld mit Augusto und Barnetta aber selber so torgefährlich ist, wird das niemanden stören.

Sonst fiel noch Rene Adler auf, der einen guten Tag erwischte und zwei bis drei brenzlige Situationen entschärfte und das 2:0 vorbereitete. Die Außenverteidigung hatten ebenfalls ihre Szenen, aber vor allem in der Defensive. Kadlec solide, aber ohne Ansätze nach vorne, Castro dafür mit mehr Aktionen in der Offensive. Spieler des Spiels dürfte für die Meisten Renato Augusto sein, der sich immer wieder mit Ideen in das Angriffsspiel einbrachte und selber zum 2:0 traf. Es könnte seine Saison werden.

Mit dem BVB hat man einen Gegner geschlagen, der als direkter Konkurrent um Champions League und Europa League gelten muss. In der vergangenen Spielzeit hat man gegen direkte Konkurrenten entweder verloren oder unnötig Punkte liegen lassen. Gerne auch mal nach einer 2:0-Führung, wenn wir uns an das Schalke-Spiel erinnern. So muss dieses Spiel auch als positive Evolution im Kader betrachtet werden.

Live: Borussia Dortmund – Bayer Leverkusen

Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen 0:2 (0:2)
Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela (77. Rangelov), Subotic, Hummels, Schmelzer - Kehl (63. Lewandowski), Sahin - K. Großkreutz (67. Pisczek), Kagawa, M. Götze - Barrios.
Leverkusen: Adler - Castro, Reinartz, Hyypiä, Kadlec - Ballack, Vidal (88. Balitsch) - Renato Augusto (81. Schwaab), Barnetta (75. L.Bender) - Kießling, Derdiyok.
Tore: 0:1 Barnetta (19.), 0:2 Renato Augusto (22.)

[Spielende] Verdienter Erfolg für Leverkusen. Aufgrund der starken Anfangsphase mit zwei Treffern sichert sich Leverkusen drei Punkte in Dortmund. Der BVB mit wenigen guten Möglichkeiten und in der letzten halben Stunde ohne zwingende Chancen.

Ein Fazit liefer ich bis spätestens Montag Mittag nach.

[‘88] Derdiyok zu aller Überraschung plötzlich alleine vor Weidenfeller, jedoch nickt er den Ball am Tor vorbei. Das hätte das 3:0 sein können. Vidal - einer der besten Leverkusener muss nun vom Platz und Balitsch kommt.

[‘84] Ball um Ball kommt an den Strafraumrand, aber die Leverkusener Defensive räumt alles weg. Im Anschluss ein Konter über Castro, der Kießling schickt. Kießling setzt sich durch, spielt aber einen hundsmiserablen Pass auf Derdiyok.

[‘80] Schmelzer aus der Distanz und Adler mit der Parade. Sicheres Spiel von ihm. Schwaab kommt jetzt für Renato Augusto, der zunehmend müder wurde.

[‘77] Rangelov dann noch für Owomoyela. Klopp probierts mit mehr Offensivkraft auf dem Platz.

[‘75] Überraschend kommt Lars Bender für Barnetta und nicht für Ballack. Der Schweizer mit einer guten Leistung und dem Tor zum 0:1.

[‘70] Das Spiel plätschert nun so vor sich hin. Der BVB, der eigentlich agieren müsste bekommt wenig zu Stande und Bayer muss einfach nicht.

[‘67] Piszek nun für Großkreutz beim BVB. Keine Wechsel bisher bei Bayer.

[‘63] Lewandowski kommt auf den Platz für den blassen Kehl.

[‘61] Kießling setzt sich auf der rechten Seite durch, gibt flach herein und Derdiyoks Schuss kann gerade noch abgeblockt werden. Renato bekommt den Abpraller schießt aber über das Tor.

[‘57] Hyypiä legt Kagawa der dankbar das Bein des Finnen nutzt, um einen Freistoß am Strafraumrand rauszuholen. Den anschließenden Freistoß von Sahin fischt Adler aus dem Eck. Jetzt eine Druckphase der Dortmunder. Adler und die Vordermannschaft aber noch sicher stehend.

[‘55] Das Spiel weiß nicht, welche Richtung es einschlagen soll. Bayer jetzt aktiver als am Ende der ersten Hälfte, jedoch der BVB weiterhin die bestimmende Mannschaft ohne Gefahr auszustrahlen.

[‘48] Ballack verliert an der Mittellinie den Ball und Barrios gegen zwei Leverkusener mit dem Schuss über den Kasten.

[‘46] Anpfiff. Keine Änderungen.

[Halbzeit] Die Werkself mit einem starken Beginn. Der BVB eher mit vereinzelten Angriffen - das erste Tor dann mit Ansage, während das zweite vielleicht etwas glücklich nach dem vermeintlichen Ausgleich fiel. Ob es nun Abseits oder nicht war, lässt sich nicht eindeutig klären. Wenn es mit Kameras nicht eindeutig einzuordnen ist, was soll der Schiedsrichter dann machen? Nach dem 2:0 dann Leverkusen in der Rückwärtsbewegung und ab der Mittellinie wartend. Der BVB hatte zwei, drei ordentliche Möglichkeiten, die aber schlampig ausgespielt wurden - Bayer zum Schluss dann mit vereinzelten Kontern. Die Defensive bei Bayer steht ordentlich - das defensive Mittelfeld um Ballack und Vidal macht einen guten Job. Speziell Vidal geht auch immer wieder mit nach vorne und wird dann durch Ballack abgesichert. Ballack sehr unauffällig, dafür aber auf dem Platz und das ist auch wohl ein Zeichen für die Mitspieler. Das offensive Mittelfeld immer wieder mit Kreativmomenten, der Sturm jedoch noch unsichtbar.

Zahlen zum Spiel. Ballbesitz 59 - 41 % pro BVB. Torschüsse 8 - 7 pro Bayer. 55 - 45 % pro Bayer. Erfolgreiche Pässe 84 - 75 % pro BVB.

[‘42] Leverkusen lauert jetzt auf Konter. Der BVB mit wesentlich mehr Ballbesitz, jedoch inzwischen ohne großen Druck auf die Bayer-Defensive.

[‘35] Ärger bei den Bayer-Verantwortlichen. Konter über Renato Augusto. Drei Leverkusener gegen nur noch zwei Dortmunder und der Brasilianer legt sich den Ball zu weit vor. Szenen über die man sich am Ende des Spiels noch mal ärgern könnte.

[‘31] Leverkusen gut organisiert, speziell was die Mitte des Platzes angeht. Über die Außen geht ab und an mal was für den BVB, der jetzt auf einen baldigen Anschlusstreffer drückt. Ballack bisher unauffällig, Kießling ebenso - sonst konzentrierte und engagierte Leistungen der Bayer-Kicker.

[‘25] Genau an dieser Stelle kann sich Leverkusen beweisen, ob sich gegenüber der letzten Saison etwas verändert hat. In der abgelaufenen Spielzeit wurden gerade diese Spiele verloren oder nach sicheren Führungen wurde noch wichtige Punkte verspielt.

[‘22] Der Gegenzug. Gerade hätte es noch 1:1 stehen und dann macht Renato aus dem Getümmel das 2:0 vom Strafraumrand.

[‘22] Tor aus der Abseitsposition für den BVB. Nicht klar ersichtlich, ob es Abseits war!

[‘19] Castro und Vidal auf der rechten Seite im Doppelpass, Vidal dringt in den Strafraum ein und passt auf Barnetta, der Weidenfeller keine Chance lässt.

[‘18] Vidal und Kagawa werden keine Freunde mehr. Mehrere bissig geführte Zweikämpfe und jetzt ein nachwischen vom Chilenen, dass den Referee beide nochmal zusammen holen lässt.

[‘15] Derdiyok holt sich den Ball im Mittelfeld und spielt seine Schnelligkeit aus, lässt zwei Dortmunder steht, zieht ab, der Ball wird leicht abgefälscht und der Ball landet nur am Innenpfosten.

[‘10] Erste gute Chance für Kagawa. Da war die Leverkusener Abwehr kurz unorganisiert - die Vorlage für Kagawa kam aber wohl aus dem Abseits und Rene Adler rettet im Eins-gegen-Eins.

[‘5] Leverkusen weiter spielbestimmend. Der BVB oft mit der Grätsche als letztem Mittel. Erste Ecke jetzt für Bayer.

[‘2] Zu den Leverkusener Personalien. Hyypiä in der IV für Friedrich gegenüber dem Europapokal auf dem Platz. Castro für Schwaab. Barnetta für Sam und Derdiyok für Helmes. Da hat sich doch einiges in der Aufstellung der Werkself getan, teils leistungsbedingt, teils durch Verletzungen. Leverkusen im Moment am Drücker.

[‘1] Anpfiff. Der BVB stößt an.

[17:31] Hyypiä führt die Leverkusener als Kapitän auf den Platz.

[17:29] Heynckes setzt tatsächlich in der Verteidigung Hyypiä und Reinartz ein und im defensiven Mittelfeld Ballack. Damit muss Friedrich, der als Ersatzkapiätn gesetzt schien, auf der Bank schmoren!

In wenigen Momenten gehts los. Komme gerade erst heim!

Borussia Mönchengladbach, Teil 4

1:1 in Gladbach. Kein Platz 3. Kein Sieg in der Fremde. Kein Torschützenkönig aus Leverkusen. Das hört sich zunächst einmal enttäuschend für den letzten Spieltag an, dennoch kann man das ein oder andere Positive aus dem Spiel der Leverkusener gegen Gladbach mitnehmen. Die Werkself schaffte es nach langer Zeit mal wieder ein Spiel zu dominieren, auch wenn aus den sich ergebenen Chancen viel zu wenig machte.

Fast 70 Prozent Ballbesitz erinnern stark an den neuen deutschen Meister aus München. An dieser Stelle noch mal ein Glückwunsch in den Süden der Republik. Was Leverkusen fehlte hatte Bayern München. Eine 20-Millionen-Euro-Investition mit Namen Arjen Robben, der oft den entscheidenden Punch setzte. Genau dieser Schlag fehlte der Werkself auch in Gladbach.

Unendlich lange Ballstaffetten, die auch irgendwann zu Chancen führten, aber dann vergeben wurden. Stattdessen kassierte Heynckes Elf einen Ausgleich nach einer Standardsituation. Trotz Überlegenheit, trotz Chancenplus, trotz…. So, wie so oft schon in dieser Saison geschehen. Letztlich war es egal, wie das Spiel endete. Bremen spielte Remis gegen den HSV und hinter Leverkusen verloren die Dortmunder auch noch ihr letztes Spiel. Auch den Westfalen ging zum Saisonende irgendwie die Luft aus.

Das Remis der Bremer war ja eigentlich immer noch der Türspalt, den Bayer für den Zugang zur CL-Qualifikation benötigte, jedoch klemmte man sich die Finger, statt die Tür aufzureißen. Hätte man kurz vor der Halbzeit noch 1-2 mögliche Tore nachgelegt, wäre das benötigte 5:0 durchaus möglich gewesen. Klingt vermessen, aber nun ja. Der Wunsch war halt Vater des Gedankens.

Positiv. Ich wollte doch über Positives sprechen. Gonzalo Castro. Wow. Wirklich eine hervorragende Leistung, nach zuletzt rätselhaften Pleiten, Pech und Pannen. Vorne mit Drive, Ideen und Durchsetzungsvermögen und dann im gleichem Atemzug schon wieder hinten und Zweikampf gewinnend. Großer Sport.

Arturo Vidal. Klasse. Mein Spieler der Saison, aber dazu die Tage mehr. Patrick Helmes. Machte am letzten Spieltag noch mal deutlich, warum Leverkusen ihn halten sollte. Tor- und Schussgefährlich, wenn auch noch nicht ganz auf der Höhe. Stefan Reinartz. Die Länderspielnominierung ist mehr als verdient. Ob als 6er oder Innenverteidiger. Der Mann macht seinen Job. Unaufgeregt und konzentriert.

Ein komplettes Saisonfazit, die Sommerzeugnisse und mehr folgt in den nächsten Tagen.

Hertha BSC Berlin, Teil 4

Unter der Woche mockierte sich Louis van Gaal über das Operettenpublikum in seiner heimischen Allianz-Arena. Nach dem gestrigen Spiel wurde ich mal wieder schmerzhaft daran erinnert, dass das in Leverkusen nun gar nicht anders aussieht. So wie die Mannschaft mehr und mehr an Substanz verliert, ging auch den Zuschauern im letzten Heimspiel der Saison die Luft aus. Es gab minutenlanges Schweigen in der BayArena und verzweifelt drehte ich am Lautstärkeknopf meiner Stereoanlage, um dann nur irgendwann wieder ein “Scheiss Bayer 04” im Wohnzimmer zu hören.

Das nur als Randnotiz - schließlich lieferte das Heimteam keinerlei Anregung zum Feiern, Bejubeln oder Was-auch-immer. Irgendwann reichte es dann immerhin für Pfiffe.

Der Gegner war ein ungeliebter aus der Hauptstadt, der um den Abstieg spielte und auch klar und deutlich machte, dass er eigentlich nicht da unten rein gehört. “Eigentlich” und “steckste-unten-drin-haste-Scheiße-am-Fuß” hilft nun mal nicht und von daher wollten die größten Chancen der Hertha nicht im Tor landen. Nicht mal feinste Gastgeschenke der Bayerdefensive wollte man annehmen. Das ist nett, wäre aber nicht nötig gewesen.

Jetzt muss ich noch mal hoffen. Am letzten Spieltag. Denn rein rechnerisch ist noch was drin. Die Werkself könnte Bremen noch abfangen. Und in meinem kleinen Fanhirn kommen die unschönen Gedanken aus allen Ecken der verstaubten Gedächtnislücken und formen sich zur großen Hoffnung. Hamburg in Bremen. Die müssen gewinnen. Die haben ja doch noch die Chance auf die Euro-League. Und Gladbach? Die können wir doch schlagen. Und dann haben wir es geschafft. Und wahrscheinlich werde ich dann doch nur enttäuscht. Bremen gewinnt locker leicht gegen den HSV und Bayer kommt mit einer unterirdischen Leistungen nicht über ein Remis hinaus.

Apropos unterirdisch. Was war denn da gestern los? Ist die Königsklasse eine Nummer zu groß? Oder seid ihr müde? Ich konnte nicht so recht eine Erklärung finden, warum Bayer gestern so spielte, wie es spielte. Schlecht. Mit einigen Ausnahmen, aber drei Auswechslungen zur Halbzeit sprechen schon Bände. Genug aufgeregt. Mal gucken, was der letzte Spieltag so bringt. Mein Mitleid geht nach Berlin. Es gibt Teams, die ich lieber in Liga 2 gesehen hätte.

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UEFA Champions League Trophy Tour

In den nächsten Wochen, begleite ich die UEFA Champions League Trophy Tour auf Facebook und Twitter und zwischem dem 15. und 19.September 2010 auch live vor Ort in München.