Hamburger SV, Teil 4

Es gab eine Szene nach dem Spiel gegen den Hamburger SV, die mir sehr gut gefallen hatte. Rene Adler stellte sich den Fragen eines Sky-Reporters und äußerste folgendes. Nämlich, dass ihn das Team mit durchzieht und dass er hofft, dass er es seinen Kameraden irgendwann zurückzahlen kann. Adler hatte erneut, nicht den sichersten Eindruck hinterlassen und das 1:1 mitverschuldet. Bei einer hohen ungefährlichen Flanke prallte er mit Sami Hyypiä zusammen, der Ball fiel vor die Füße von Ze Roberto, der lächelnd das Geschenk annahm und beide überlupfte.

Sports News - March 14, 2010

Eine unglückliche Szene, ein Patzer, schlechte Absprache, wenn der Keeper rauskommt, muss er ihn haben undsoweiterundsofort. Wir kennen die Sprüche. Wie schon gewohnt, übernahm Adler einen Teil der Verantwortung für dieses 1:1, aber was viel interessanter war, ist die Geschichte mit dem Team. Keiner schien es ihm übel zu nehmen, auch in den letzten Wochen nicht. Stattdessen spielt und kämpft man für einander. Und das betonte Rene Adler heute. Und das macht Mut für die nächsten schweren Spiele.

Das Spiel gegen den Hamburger SV sah heute eher wie ein leichtes aus. Seit Wochen quält sich Bayer mit den vermeintlich schwachen Gegnern, aber auch mit den schweren. “Entschleunigung” war Wochen der Spieler liebstes Wort und lange Zeit klappte das auch hervorragend, aber manchmal muss man einfach mehr investieren um siegreich vom Platz zu gehen. Das machte die Werkself heute. Wischte sich den Mund ab nach der Niederlage gegen Nürnberg, wischte sich den Mund ab nach dem 1:1-Ausgleichstreffer, wischte sich den Mund nach dem 3:2-Anschlusstreffer und brachte die Partie sicher über die Runden.

Das fordert mir Respekt ab, aber sicherlich auch der Konkurrenz. Reinartz und Kroos fehlten, nur nicht auf dem Platz. Castro spielte einen sehr guten Part neben Arturo Vidal auf der 6er-Position und zeigte einmal mehr seine Vielseitigkeit. Und das offensive Mittelfeld machte es endlich Jupp Heynckes mehr als schwer, eine Entscheidung zu treffen, wer denn nächste Woche in Dortmund ran darf. Ob Barnetta oder Renato Augusto, beide spielten offensiv, wie defensiv formidabel und endlich überzeugte nicht nur einer, der beiden Offensiven. In der Vergangenheit, spielte entweder Barnetta oder Kroos gut, aber selten beide. Ob Kroos nun nächste Woche wieder direkt rein darf?

Leverkusens Sturm scheint weiterhin treffsicher. Nach Kießlings Flaute für ein paar Spiele, zeigte er heute wieder alte Qualitäten und lässt die Unkenrufe verstimmen, dass sein Torreigen nur von kurzer Dauer war. Und Eren Derdiyok trieb wohl wieder mal tiefste Sorgenfalten auf Patrick Helmes Stirn. Ein Tor und eine Vorlage sprechen immer noch eine klare Sprache für den Schweizer.

So hielt Vizekusen die Konkurrenz weiter auf Abstand und hielt Anschluss an Schalke und München. Sehr schön, denn beide stehen noch auf dem Restprogramm der Werkskicker. Es ist alles möglich und das aus eigener Kraft. Das heutige Spiel, offenbarte zwar einige defensive Mängel, lässt den Glauben an die Meisterschaft jedoch wieder wachsen.

Apropos Defensive. Eines seiner besten Spiele lieferte heute Daniel Schwaab ab. Sehr häufiges Durchlaufen bis zur Grundlinie, mit ordentlichen Flanken und sogar einer Torvorlage.

Zum Schluss lässt sich natürlich immer noch hinterfragen, ob Bayer so stark oder der HSV so “schwach” war. Fakt ist, dass ich mich endlich mal wieder über einen überzeugenden Sieg freuen konnte.

PS. Eine öffentliche Entschuldigung nochmal an Nedfuller. Dem hatte ich versprochen einen kleinen Fragenkatalog zu beantworten - ich schlug ihm vor, dies per MP3-Audiofiles zu tun und ich würde ein kleines Video dazu basteln, à la Kalkofes Mattscheibe. Letztlich ließ die Zeit aber keine ordentliche Produktion zu und mein Greenscreen ist weiterhin mehr als verbesserungswürdig, wofür ich mich hiermit öffentlich entschuldigen möchte.

Live: Bayer Leverkusen – Hamburger SV 4:2 (1:1)

[leftcolumn][Spielende]Wer sagts denn? Eine überzeugende Leistung, die zu einem verdienten Sieg geführt hat. Damit hält man den Anschluss zur Tabellenspitze und hält die Verfolger auf Abstand. Wenn man von den Patzern in der Defensive absieht, vor allem offensiv nach langer Zeit mal wieder mit einer konzentrierten und einfallsreichen Vorstellung. Der HSV ein Spiegelbild der Leverkusener der letzten Saison. Der Trainer scheint Schuld.

Einige Akteure mit sehr guten Leistungen. Castro als Ersatz auf der 6er-Position mit toller Leistung. Auch Schwaab mit überraschend offensiver Spielweise, die für die ein oder andere gefährliche Szene sorgte. Barnetta und Renato Augusto ließen keine Frage nach Toni Kroos offen. Derdiyok mit 1 Tor und 1 Vorlage und Kießling mit 2 Treffern.

Rene Adler nun im Gespräch: “Truppe schleift mich mit durch. Geile Mannschaft.” Die Szene mit Hyypiä ist geklärt. Er habe gerufen, Hyypiä hats gehört, aber war wohl so fokussiert, dass er nicht mehr weg kam.

Das wars von mir! Danke fürs Lesen!

[‘90+1] Adler darf auch noch mal ran. Schöne Parade auf der Linie.

[‘89] Kießling nochmal mit der Chance. Haken im Strafraum, dann mit links knapp am Tor vorbei. Der HSV stehend k.o. Da kommt jetzt nichts mehr. In der Vorsaison wäre das Spiel andersherum ausgegangen.

[‘84] Sack zugemacht. Derdiyok setzt sich auf links durch, spielt in den Rückraum zum aufgerückten Castro. Der zieht trocken ins rechte obere Eck ab. 4:2!

[‘83] Apropos Sack zumachen. Rozehnal zum 3:2. Trochowski mit einer Freistoßflanke und dann steht der Abwehrspieler alleine.

[‘77] Vidal vernascht auf der Außenbahn gleich zwei Hamburger, seine Flanke findet jedoch keinen Abnehmer. Das Spiel etwas ruhiger inzwischen. Sollte es endlich mit einem Sieg gegen ein Top-5-Team klappen?

[‘70] Rost unter Dauerbeschuss. Erst Barnetta, dann Vidal mit dem Schuss, aber wir kennen auch die Bayer-Problematik, in solchen Momenten den Sack nicht zumachen zu können.

[‘66] Der HSV wie das Kaninchen vor der Schlange. Immer mal wieder aus dem Bau schauend, aber sonst äußerst ängstlich. Bayer derzeit auf das 4:1 aus.

[‘62] What a goal! Renato Augusto setzt sich auf rechts durch und Kießling fliegt mit dem Kopf heran um herrlich einzunetzen. 3:1!

[‘60] Die Hamburger weiter mit wenig Ballbesitz. Leverkusen diktiert das Tempo und macht gehörig Druck. FvTuT entgleist derweil wieder. Gelb für Vidal: “Der tritt nach allem, was sich ihm in den Weg stellt.” Objektivität?

[‘55] Logische Konsequenz. Das 2:1 durch Eren Derdiyok. Aus der Mitte kommt die lange Flanke von Schwaab und Derdiyok nickt unbedrängt ein.

[‘53] Leverkusen wesentlich aktiver. Der HSV hauptsächlich mit langen Bällen und ohne Kontrolle. Bayer mit vielen Freistößen aus dem Mittelfeld heraus, da die Hanseaten oft einen Schritt zu spät sind.

[‘47] Was jetzt schon zu beobachten ist, dass die Standards bei Bayer heute wesentlich  unpräziser sind und weniger Gefahr ausstrahlen als sonst. Und das kann man nicht nur auf Kroos Fehlen schieben, denn sonst schießt auch beispielsweise Barnetta Standards. Heute jedoch viele unterschiedlich Akteure am ruhenden Ball.

[‘46] Weiter gehts. Unverändert. Mathijsen und Kießling beide mit Ansatz zum Veilchen.

[Halbzeit] Munteres Spielchen. Beste Unterhaltung. Dafür sorgen auch die Fehler der Defensivverbände. Darf man nur hoffen, dass die zweite Hälfte nun auf Remis gespielt wird, weil Heynckes Angst vor der Niederlage hat.

Holzhäuser zum Thema Kroos: Keine Gespräche bisher. Verabredung war Gespräch im April. Wenn er denn gehen muss, können wir es nicht ändern.

[‘43] Leverkusen würde ich als besseres Team bezeichnen. Da kommt einiges über die Außen mit Schwaab, Barnetta und Castro. Renato Augusto dafür immer wieder mit feinen Einzelleistungen. Nur in der Abwehr passts nicht so recht.

[‘39]Frank Rost heute mit einigen “lustigen” Hands-Up-Paraden. Gonzalo Castro probierts aus 20 Metern, der Ball kommt aber über mehrere Flatter-Richtungsänderungen doch direkt auf Rost. Der Abpraller kommt auf Kießling, aber Matthijsen noch rechtzeitig vor ihm am Ball.

[‘35] Das da ein Fehler vorlag ist klar. Hat Adler nicht laut genug gerufen. An sich hätte er wohl nicht mal rauskommen müssen, da auch Hyypiä völlig unbedrängt war. Leverkusen eigentlich das Spiel kontrollieren, gibt es durch solche Fehler aus der Hand.

[‘33] Langer Ball in den Strafraum und dann behindern sich Adler und Hyypiä. Ze Roberto freuts und lupft den Ball über beide. Abstimmungsprobleme führen zum 1:1.

[‘32]Nun die eingesprungene Doppelsense. Hyypiä und Castro fällen Nistelrooy und Petric. Und dann das 1:1 durch Ze Roberto.

[‘26] So einen guten Start hatte Bayer schon lange nicht mehr. Mal sehen, wie Leverkusen das Spiel nun weiter gestaltet. Weiter offen, Tempo rausnehmend?

[‘22] Barnetta mit dem Pass aus der eigenen Hälfte. Der HSV bis zur Mittellinie aufgerückt und Kießling war gestartet. Die Chance alleine vor Rost lässt er sich nicht entgehen und schiebt an Rost vorbei.

[‘20] Das Match wird mit offenen Visier geführt. Aus Leverkusener Sicht ist das überraschend, denn die letzten Spiele wurden alle “entschleunigt” begonnen.

[‘11] Petric taucht alleine vor Adler auf, doch so alleine dann doch nicht. Kadlec stört noch und Petrics Ball geht knapp am Bayer-Gehäuse vorbei.

[‘9] Labbadia lässt sein offensives Pressing-System spielen, dass schon in Leverkusen viel Raum für Konter ließ. Die Werkself immer wieder mit flotten Gegenangriffen, aber auch unter Druck in der eigenen Hälfte. Manuel Friedrich übrigens heute mit einer schicken, bajuwarischen, blau-weißen Kapitänsbinde. Wette verloren?

[‘7] Derdiyok nun gerade mit der guten Freistoßmöglichkeit direkt vom Strafraumrand, die er jedoch vergibt. Kießling war gefoult worden. Der Stürmer sieht in der Folgezeit sehr lädiert aus und muss kurz außerhalb behandelt werden.

[‘2] Nervöser Beginn. Vidal schießt den Gegenspieler an und der Ball kommt bedrohlich an den Strafraum, so dass Adler Kopf und Kragen riskieren muss. Ze Roberto kommt einen Moment zu spät. Nun die erste Ecke für den HSV, die aber nichts einbringt. Im Gegenzug schickt Vidal Kießling, der sich jedoch den Ball zu weit vorlegt und somit war auch das angebliche Handspiel von ihm egal.

[‘1] Anpfiff. FvTuT hat wohl jedes Spiel zwischen Hyypiä und van Nistelrooy gesehen und kriegt sich jetzt schon kaum mehr ein.

[17:30] Aytekin pfeifft das Spiel. Jeden Moment gehts los.

[17:23] Sky versucht besondere Bedeutung dem Spiel beizumessen im Gespräch mit Bruno Labbadia. Der nur: “Alle Spiele in den nächsten Wochen sind von besonderer Bedeutung.” Labbadia freut sich über die Rückkehr in die neue BayArena. Zu angeblichen Ressentiments der Bayer-Spieler gegenüber seiner Person, möchte sich der Trainer nicht äußern.

[17:18] Auf gehts in die Vorbereitung auf das Spiel des Spieltags. Rudi Völler gerade im Gespräch mit SKY. Der Sportdirektor ist zuversichtlich, dass Bayer heute wieder eine Topleistung abliefert. Castro sprach unter der Woche vom wichtigsten Spiel der letzten Monate. Dem kann ich nur zustimmen.

Heynckes meint, dass der Ausfall von Reinartz und Kroos Bayer hart trifft. Zwei wichtige Spieler, die bisher sehr gute Leistungen in der Saison gezeigt haben. Castro ersetzt Reinart auf der 6. Seinen Platz in der Außenverteidigung wird durch Schwaab besetzt.

3 Spiele ohne Sieg? Nervös? Bei dieser Frage schmunzelt Heynckes und weist darauf hin, dass man man schwere Spiele hatte und auch etwas unglücklich beispielsweise gegen Bremen noch zwei Punkte in der Schlussminute verlor.

Heute im Liveblog das Spiel zwischen Bayer Leverkusen und dem Hamburger SV. Mehr Informationen später. kjhlkjhlkj[/leftcolumn]

[rightcolumn]Bayer Leverkusen - Hamburger SV 4:2 (1:1)

Aufstellungen:

B04: Adler - Schwaab, M. Friedrich, Hyypiä, Kadlec - Castro, Vidal - Renato Augusto (Bender, 80.), Barnetta (Sinkiewicz, 89.) - Kießling, Derdiyok (Helmes, 87.).

HSV: Rost - Boateng, Rozehnal, Mathijsen, Aogo (Trochowski, 69.) - Jarolim, Zé Roberto (Pitroipa, 76.) - Elia, Jansen - Petric, van Nistelrooy (Berg, 70.).

Tore: 1:0 Kießling (22.,Barnetta), 1:1 Ze Roberto (33.), 2:1 Derdiyok (55., Schwaab), 3:1 Kießling (62., Renato Augusto), 3:2 Rozehnal (83., Trochowski), 4:2 Castro (84., Derdiyok).

Gelbe Karten: Vidal (9.), Derdiyok (2.)

Zuschauer: 30210

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Hertha BSC Berlin, Teil 3

16.Spieltag. Die Winterpause naht. Zeit für ein Fazit. Oder? Oder doch erst warten bis auch das letzte Spiel der Hinrunde absolviert ist? Oder reicht das auch nicht. So ein Fazit macht doch kaum Sinn, wenn man vielleicht Herbstmeister wird und dann doch in der Rückrunde alles abschenkt. Leverkusen. Leverkusen. LEVERKUSEN! Wir sprechen von Leverkusen! Hallo!!

Schon jetzt fangen die Giftspritzer an, ihre böse Arbeit zu verrichten. Naja, Leverkusen. Die sind ja jetzt ganz vorne, aber ein Spitzenteam sind die nicht. Nein? Weil man am Freitag gegen Hertha BSC Berlin nicht gewonnen hat? Weil man acht Unentschieden im Gepäck hat? Weil man die Woche zuvor schon nicht gegen Hannover gewonnen hat? Blicken wir doch mal auf die Konkurrenz. Denn so grandios präsentiert sich die auch nicht.

Leverkusen hat noch keine Niederlage. München, Bremen und Hamburg haben zwei Pleiten, Schalke als Zweiter sogar drei. Leverkusen hat aber acht mal Remis gespielt. Gut. Hamburg und Bremen liegen nur ein Remis dahinter. Sieben Mal gab es eine Punkteteilung. Die Bayern immerhin noch mit sechs Unentschieden.

Ein Blick aufs Torverhältnis. Leverkusen 32:11 Tore. Eine Tordifferenz von Plus 21. Nur Hamburg hat ebenso viel Tore geschossen, in der Defensive hat keine Mannschaft einen ähnlichen Wert.

Das ist alles schön und gut, aber Leverkusen tut sich doch so schwer mit den Kleinen. Gegen die muss man Punkte holen. Hat man ja auch. 13 Punkte gab es gegen die derzeit letzten Fünf der Tabelle (Stand Sonntag 13.12.2009/13:33 Uhr). Nur Schalke hat alle fünf Spiele gewonnen. Hamburg und Bremen mit 12 und 11 Punkten, Bayern hat noch eine Partie gegen Hertha ausstehen und verbuchte acht Punkte. Die Werkself mit klaren Siegen gegen Freiburg (5:0), Nürnberg (4:0), Frankfurt (4:0), Stuttgart (4:0). Schalkes höchster Sieg war ein 3:0 gegen Bochum, Bayern mit einem 5:1 in Dortmund und einem 5:1 in Bochum, Hamburg jetzt noch 4:0 gegen Nürnberg und am 2.Spieltag mit einem 4:1 gegen Dortmund, Werder mit einem 6:0 in Freiburg und einem 4:1 in Bochum.

Dann halt gegen die Großen der Liga. Gegen Bayern, Schalke, Hamburg, Bremen. Da zeigt sich wahre Klasse. Leverkusen gegen diese Mannschaften mit vier Unentschieden. Gegen kein Team sah das Heynckes-Team schlecht aus, gegen Bayern, Hamburg und Bremen waren die Punkteteilungen sicherlich leistungsgerecht, gegen Schalke verspielte man eine 2-Tore-Führung. Das könnte man Leverkusen vorwerfen. Also vier Punkte aus vier Spielen. Und der Rest. Schalke auch hier topp bisher mit sechs Punkten, dank des Siegs gestern Abend in Bremen, Hamburg mit fünf Punkten, Bayern mit drei Punkten und Werder mit zwei Punkten. Am letzten Hinrundenspieltag treffen jedoch Bremen und Hamburg noch aufeinander.

Leverkusen übrigens nur mit einem Punkt mehr als in der Vorsaison. Schalke verbucht fünf Punkte mehr, Bayern hat unter van Gaal vier Punkte weniger als Klinsmann im letzten Jahr am 16.Spieltag, Bremen fünf Punkte mehr und Hamburg sammelte zwei Zähler weniger.

Leverkusen seit neun Spieltagen auf dem Sonnenplatz.

Hört sich doch alles toll an für die Werkself und trotzdem traut man Vizekusen nicht viel zu. Die allgemeine Wahrnehmung spricht zwar von einer stabileren Mannschaft als letztes Jahr. Ein totaler Einbruch wird nicht erwartet, aber die Salatschüssel wird auf auf keinen Fall am Rhein in die Luft gestemmt.

Da passte dann auch das Spiel gegen Hertha ins Bild. Letzter gegen Ersten. Bayer als Favorit ja immer mit Problemen gegen den Underdog (Stichwort: Unterhaching) und so war es dann auch im Berliner Olympiastadion. Hertha schoss ein frühes Tor, spielte forsch nach vorne, kam zu Chancen, Abseitstoren, rührte irgendwann Beton an und dann kam eigentlich ein Moment, in dem man sich an die großen Zeiten der Bayern erinnert fühlte. Ein schlechtes Spiel zeigte Leverkusen. Heynckes Mannschaft war zu weit weg vom Gegner, spielte nahezu nur die Mitte, wirkte harmlos und drehte kurz vor Schluss doch noch das Spiel. Eine Bude nach einer Standardsituation, ein Tor, dass so unglücklich abgefälscht wurde, wie es nur gegen einen potenziellen Absteiger passieren kann. Doch Leverkusen wär doch nicht Leverkusen, wenn man dann nicht doch nach 2:2 kassiert hätte. Eben.

Man kann jetzt viel analysieren, doch das überlasse ich Heynckes und der Mannschaft. Die müssen einfach nur daheim gegen Gladbach am 17. Spieltag gewinnen und es ist Ruhe im Karton.

Die englische Woche

Kaum schreitet das Jahr dem Ende entgegen, hört man allen Ecken und Enden, dass die Belastung hoch sei und man so viele Spiele zu absolvieren habe. Tim Wiese erklärte nach dem Werder Bremen unter der Woche in der Europa League antrat und am Sonntag nur Unentschieden gegen den BVB spielte, dass man jetzt quasi frei hätte bei der Nationalmannschaft. Rene Adler sprach die Woche zuvor davon, dass man gegen Schalke ab der 70.Minute einfach platt gewesen sei. Ein Spiel unter der Woche konnte die Werkself allerdings im Gegenteil zum Gegner nicht vorweisen, der wie wir alle wissen in den letzten 10 Minuten einen 2-Tore-Rückstand egalisierte.

Die englische Woche muss herhalten, wenn es nicht läuft, die Spieler ideenlos über den Platz traben, ab der 60. Minute jegliche Laufbereitschaft vermissen lassen und nach dem Spiel so aussehen, als ob sie einen Ironman absolviert hätten. Was hat es eigentlich mit dieser ominösen englischen Woche auf sich und wer hat überhaupt Recht sich zu beklagen?

Die englische Woche gibt es in England eigentlich gar nicht. Dort gibt es nur die “Three-game-week”, resultierend aus 20 Mannschaften in der Liga und damit verbundenen 38 Spielen pro Team, sowie zwei verschiedenen nationalen Pokalwettbewerben. Drei Spiele in der Woche waren also dort an der Tagesordnung, so dass man nach und nach, als es zu einer Vervielfachung der Spiele in Deutschland und dem restlichen europäischen Ausland kam, der Einfachheit halber von einer englischen Woche sprach. Heute sind für Spitzenteams die drei Spiele pro Woche die Regel, denn auch europäische Wettbewerbe stehen noch auf dem Programm und wurden im Laufe der Jahre immer mehr erweitert.

Werfen wir mal einen Blick auf die Top-5 der aktuellen Bundesligatabelle bis zur Winterpause:

plan

Bayer Leverkusen, Werder Bremen, der Hamburger SV, Schalke 04 und der VfL Wolfsburg stehen da ganz oben und sind Sinnbild für ganz unterschiedliche Spielpläne. (Zur Erläuterung; Grün = Pokal, Rot = Bundesliga, Blau = Europa oder Champions League - Die großen Lücken entstanden durch die Länderspielwochen)

Leverkusen ist international nicht vertreten und ist in der 2.Runde des DFB-Pokals rausgeflogen. Dementsprechend ist Zahl der Spiele relativ gering bis zum Winter. 19 Spiele und nur eine englische Woche. Das bedeutet durchschnittlich 7,6 Tage bis zum nächsten Match. Das einzige Spiel nach einer englischen Woche in der Bundesliga wurde gewonnen.

Werder Bremen absolviert das volle Programm. Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League. 26 Spiele stehen auf dem Programm. Bereits sechs englische Wochen (EW) liegen hinter den Hansestädtern und die Bilanz ist trotzdem äußerst positiv. 4 Siege und 2 Remis wurden nach den EW in der Bundesliga verbucht. 2 EW liegen noch vor Bremen bis zum Weihnachtsfest. Zwischen den Spielen liegen durchschnittlich nur 5,6 Tage. Das sind zwei Tage weniger, als der aktuelle Tabellenführer.

Der Hamburger SV hat einen mit Bremen vergleichbaren Spielplan. Einziger Unterschied: das vorzeitige Aus in DFB-Pokalrunde 2. Macht summa summarum 25 Spiele, 5 englischen Wochen bisher und noch zwei ausstehende. Bilanz: 2 Siege und 3 Remis. Zwischen den Spielen liegen 5,8 Tage im Schnitt.

Schalke 04 ist ebenfalls, wie Tabellenführer Leverkusen international nicht vertreten, dafür aber noch im DFB-Pokal aktiv. Somit spielen die Knappen bis zum Winter 20 Mal. 2 EW standen auf dem Plan, nach einer wurde gewonnen, nach der anderen folgte ein Remis. Schalke hat 7,2 Tage zwischen den Spielen.

Wolfsburg spielt Champions League, aber nicht mehr im Pokal. 25 Spiele, 5 EW bisher und noch 2, die auf dem Plan von Armin Veh stehen. Die Bilanz ist gut mit 3 Siegen und 2 Remis. Zwischen den Spielen liegen im Schnitt 5,8 Tage.

Was sagt uns das alles. Zunächst einmal ist bezüglich der Belastung ein klarer Unterschied zwischen international aktiven und “nur” national spielenden Teams zu vermerken. Die Zeit zwischen den Spielen schwankt im Schnitt, zwischen 5 und 7 Tagen und da liegt die Krux. Nicht zu sehen ist, dass zeitweise 3 EW nacheinander gespielt wurden mit höchstens 4 Tagen Pause. Auch nicht mit einberechnet sind die teils langen Länderspielpausen.

Die Bilanz nach den EW ist durchweg positiv, allerdings würden die Mannschaften natürlich auch sonst nicht so weit oben in der Tabelle stehen. Schaut man auf die Bayern, die ein ähnliches Programm wie Wolfsburg haben, sehen wir 2 Siege, 3 Remis und 1 Niederlage nach EW. Die Stuttgarter passen da schon besser als Negativbeispiel, stehen aber auch im hinteren Mittelfeld der Bundesliga. Bereits 8 EW, aufgrund der Champions League-Quali liegen hinter den Schwaben. Nur eine Partie wurde nach einer EW gewonnen, sonst gab es 4 Remis und 3 Pleiten.

Und was sagt uns das alles weiter? Nichts, wie ich behaupten möchte. Die Belastung ist auf jeden Fall groß für einige Teams, doch die Ergebnisse stimmen bei den Spitzenteams immer noch. Vielleicht ändert sich das im Laufe der Saison und vielleicht sind die wenigen Spielen der Leverkusener und Schalker ein klarer Vorteil. Vielleicht auch nicht. Vielleicht sind die aktiven Teams besser im Fluß.

Ballpod Nummer 7 (Leverkusen, Hamburg, Baade)

Alle zwei Wochen produziert in der Regel Probek den Podcast “Ballpod” in seiner Münchner Küche. Dieser Tage hatte der FC Bayern-Anhänger keine Zeit, so dass Jürgen Kalwa in die Bresche sprang und per Skype mit mir und Florian Neumann von Nedsblog über die tabellarischen Spitzenteams aus Leverkusen und Hamburg sprach, sowie über das Projekt “18mal18”.

Zuvor hatte Kalwa bereits ein Interview mit Trainer Baade geführt, der sich sich erstmals öffentlich verbal zur “Jako-Geschichte” äußerte, aber auch ganz allgemein über das Schreiben im Internet. Das ganze gibt es nun in einem Podcast.

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Ballpodder Podcast 7 Catenaccio Nedfuller Trainer Baade by jkalwa

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UEFA Champions League Trophy Tour

In den nächsten Wochen, begleite ich die UEFA Champions League Trophy Tour auf Facebook und Twitter und zwischem dem 15. und 19.September 2010 auch live vor Ort in München.