Vorzeichen

Die Vorzeichen könnten nicht eindeutiger sein vor der Partie von Hertha BSC Berlin gegen Bayer Leverkusen. Der Tabellenerste trifft auf den Letzten. Leverkusen seit 15 Spielen ungeschlagen, Hertha überhaupt erst mit einem Sieg. Stefan Kießling schon mit 12 Toren, die Hauptstädter mit ganzen neun Treffern. David, Goliath. Groß, klein. Geld, kein Geld. Trotzdem titelte beispielsweise der Kicker heute auf seiner Onlinepräsenz mit der Frage: “Stolpert Bayer ausgerechnet in Berlin?” und auch in Bloggerkreisen ist man skeptisch, ob Bayer drei Punkte einfährt:

Im Prinzip spräche alles für einen eindeutigen Spielausgang. Woraus das Spiel für mich die Spannung bezieht, ist die Frage wie Bayer Leverkusen mit einem Gegner umgeht, der vielleicht heute abend Beton anrührt. [...] Keine Mannschaft hat mehr Unentschieden gespielt wie das bis dato ungeschlagene Bayer. [AAS]

Auch Jupp Heynckes wird von der Berliner Morgenpost gefragt, ob die Ausgangslage nicht einige Gefahren birgt:

Berliner Morgenpost: Herr Heynckes, welcher Gegner heute ist gefährlicher für Bayer: Hertha BSC oder womöglich der Schlendrian in den Köpfen der Spieler?

Jupp Heynckes: Im Fußball sind alle Eventualitäten möglich, wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der VfB Stuttgart nach dem Theater der vergangenen Tage am Mittwoch in der Champions League in elf Minuten drei Tore schießt. Ich habe in jungen Jahren von Hennes Weisweiler gelernt, nie einen Gegner zu unterschätzen – das gilt auch jetzt für Hertha.

Da schrillen wohl derzeit alle Alarmglocken bei den Verantwortlichen in Leverkusen, oder? Eine Niederlage in Berlin, dann vielleicht noch ein peinlicher Auftritt im kleinen Derby gegen Gladbach und schon sprechen wieder alle von der alten Schwäche der Werkself und der gute Gesamteindruck der Hinrunde wäre futsch. Das wäre bitter, aber daran glaube ich nicht. Warum? Weil die Mannschaft eine Stärke zeigt, die ich schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr in Leverkusen gesehen habe. Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit, Potenzial, taktische Fähigkeiten, Tiefe des Kaders. Alles Punkte, die eigentlich dafür sprechen würden, dass Bayer Richtung Herbstmeisterschaft strebt.

Letzte Woche gab es ein müdes 0:0 in Hannover. Aus den hintersten Ecken unkte es bereits: “Wie letzte Saison”. Doch das Kollektiv arbeitet an einer Verbesserung, einer Lösung für die schwache Leistung in der AWD-Arena. Man guckt sich das Personal an, die Taktik und sonstige Aspekte so eines Spiels und justiert nach. Heute justiert man vermutlich die Aufstellung.

Sinkiewicz aus der Innenverteidigung raus, dafür Reinartz neben Hyypiä im Defensivzentrum. Heynckes erklärte noch vor ein paar Wochen, dass die eigentliche Stärke des jungen Mannes genau auf dieser Position liegt und nicht im defensiven Mittelfeld, wo er seit geraumer Zeit hervorragende Leistungen bringt. Also wird dieser Platz dort vakant und wen haben wir da. Gonzalo Castro. Der erklärte just vor der Saison, dass die 6er-Position seine Schokoladenposition wäre, er aber auch gut Außenverteidiger spielen könnte und bei der Konkurrenz im Verein, würde er dann doch wohl auch den Außenverteidiger mimen. Also Castro neben Vidal.

Da sich das Lazarett auch immer mehr lichtet, darf Michal Kadlec auf der linken Außenverteidiger-Position ran. Schon gegen Hannover brachte die Hereinnahme des Tschechen enormen Schwung auf die linke Seite, die man zuvor vermissen ließ. Also einige wenige Umstellungen, die die Defensive stärken sollen (Reinartz, Castro), aber auch nach vorne etwas bewirken können (Kadlec). Wenn dann Kroos und Barnetta weniger nach hinten arbeiten müssen, wäre auch wieder mehr Platz für kreative, offensive Aktionen der beiden und damit eine Belebung der beiden Stürmer Derdiyok und Kießling. Der Schweizer darf wohl noch weiter bis zur Winterpause zeigen, was in ihm steckt. Allerdings hat der Mann auch noch einiges an Potenzial, speziell was Übersicht und Abschluss angeht.

Noch mal etwas ganz anderes zum Schluss. Labbadia ist weiter ein schwarzes äh rotes Tuch in Leverkusen. Simon Rolfes lobt den aktuellen Trainer, aber auch Michael Skibbe, jedoch wird der Ex-Trainer in einem Bericht der FAZ mit keinem Wort erwähnt.

Heynckes und Leverkusen, das scheint sehr gut zu passen, wie auch Rolfes betont. „Schon Michael Skibbe hat die Entwicklung einzelner Spieler positiv beeinflusst. Ich denke an René Adler, Gonzalo Castro, Stefan Kießling oder auch an mich“, sagte er. „Dass die Qualitäten der Spieler jetzt aber so gut ineinandergreifen und die Mannschaft davon profitiert, dafür ist Jupp Heynckes verantwortlich.“ (FAZ)

Und weil das alles voll schön wird und viele Tore auf der richtigen Seite fallen, gibt es heute Abend ein Liveblog!

Die neue Spielmacher-Ausgabe (04-09)

Soviel Inhalt gab es glaub ich noch nie in einer Spielmacher-Ausgabe. Die Ausgabe 04-09 platzt aus allen Nähten. Neben einem Porträt von Ledley King, gibt es einen Bericht zur Spielstätte des FC Fulham, einen Kommentar zum Abschluss der Major League Soccer, eine Betrachtung des Pyrotechnik-Verbots in den Fußballstadien, sowie einen Abgesang auf die Hertha und natürlich, wie immer, gibt es die Spiele des Quartals. Viel Spaß dabei. Mit dabei, Moritz & Max von Abenteuer Fußball, Felix von Medien-Sport-Politik, sowie Miro von Northstand.

Bildschirmfoto 2009-12-02 um 18.17.46

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Live: Hertha BSC Berlin – VfL Wolfsburg

  • 17:21 grupetto - Feierabend hier im Blog. Danke fürs Reinschauen….
  • 17:20 grupetto - Hertha BSC Berlin – VfL Wolfsburg 0:0 (0:0) – Müdes Spiel – erste gute Ansätze der Berliner, schwacher Meister – Remis in leistungsgerecht.
  • 17:19 grupetto - Ende!
  • 17:15 grupetto - “Benaglios Halsschlagader in Bockwurstformat.” Kommentar des Abends nach Außenpfostenschuss der Berliner.
  • 17:13 grupetto - 6 Minuten noch.
  • 17:13 grupetto - Problem bei der Hertha heute in Halbzeit 2. Oft nur ein Stürmer auf weiter Flur – da geht kaum jemand mit in die Offensive.
  • 17:08 grupetto - Dagegen waren die Zweitliga-Partien heute Feinkost aus dem Michelin-Führer. Nicht, dass es sich um ein richtig schlechtes Spiel handelt, aber das Wort Kreativität hat im Berliner Olympia-Stadion nichts verloren.
  • 17:06 grupetto - Edin Dzeko sieht oft, wie der einsamste Mensch der Welt aus.
  • 17:06 grupetto - Laut Chronometer noch 13 Minuten zu spielen.
  • 17:05 grupetto - Kacar. Benaglio. Zwei Namen, die die Hauptakteure in der letzten Szene waren. Ramos mit einem Lupfer in den Lauf von Kacar, der den Ball in Richtung Benaglio feuert. Der Keeper bekommt gerade noch eine Faust an den Ball.
  • 17:03 grupetto - @Pille Da sind immerhin zwei Tore gefallen und das Spiel war sicherlich auch besser. Kaum zu glauben, dass hier der Erste gegen den Vierten der letzten Saison spielen.
  • 17:02 Pille - @grupetto: Gerade Liverpool – Man Utd. geschaut. Ein Wahnsinnsspiel! Dagegen ist die BL ein schlechter Witz.
  • 17:02 grupetto - Kommentator prophezeit einen Wolfsburger Treffer herbei. Sein Wort in des Fußball-Gotts Ohr.
  • 16:59 grupetto - Bester Mann auf dem Platz: Lutz Wagner – Schiedsrichter. (Gerade Gelb gebend: Raffael)
  • 16:58 grupetto - Ich muss gestehen, dass ich schon lange kein torreiches, oder spannendes, ansehnliches oder begeisterndes Fußballspiel im TV gesehen habe.
  • 16:55 grupetto - Völlig verunglückter Freistoß von Misimovic in der Nähe der Eckfahne. Ebertz kontert – alleine – gegen vier Wolfsburger. Keine Aussicht auf Erfolg. Hertha jetzt dem Kaninchen vor der Schlange ähnelnd.
  • 16:50 grupetto - Hui. Dzeko wieder mit einer Chance. Misimovic passt in die Gasse und Dzeko schlenzt den Ball um den Pfosten. Warten auf Tor Nummer 1. Irgendwie will nicht so recht Spannung aufkommen.
  • 16:48 grupetto - Auf Sky kann man übrigens Armin Veh beim Popeln beobachten. Kommentator Born geht geflissentlich darüber hinweg.
  • 16:46 grupetto - Das Pendel schwingt jetzt eher in Richtung Wolfsburg. Der Meister nun mit mehr Ballbesitz und Dzeko gerade noch mit der Großchance.
  • 16:44 grupetto - So Martins konnte auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte nicht überzeugen, so dass Veh ihn vom Platz nimmt. Hasebe kommt. Dzeko somit einzig nominelle Spitze und der hat direkt im Anschluss an den Wechsel die Chance zum 1:0. Im direkten Duell mit Drobny im Tor der Hertha hat Dzeko aber das Nachsehen. Klasse Parade des Keepers. Ein Zeichen?
  • 16:39 grupetto - Knapp fünf Minuten vorüber. Von der Spielverteilung hat sich wenig getan. Keine nennenswerten Verbesserungen hüben wie drüben.
  • 16:34 grupetto - Kein Wechsel im Berliner Olympia-Stadion. Anpfiff zweite Hälfte in diesem Moment. Wolfsburg zunächst in Ballbesitz.
  • 16:32 grupetto - In wenigen Momenten geht es weiter hier in Berlin. Ein Tor, wäre ein Traum für den Liveblogger.
  • 16:23 MeineSaison - Ist ja gar nicht mal so verkehrt, was Hertha da spiel. Spielerisch kann man in der derzeitigen Situation nicht viel mehr erwarten. #berwol
  • 16:19 grupetto - Halbzeit in Berlin – Hertha BSC Berlin – VfL Wolfsburg -:- (0:0)
  • 16:15 grupetto - Keine neuen Erkenntnisse aus Berlin. Für beide Trainer steht jetzt schon fest, dass sich etwas ändern muss. Hertha fehlt der Torerfolg. Wolfsburg hat Probleme auf der linken Abwehrseite und im Mittelfeld.
  • 16:11 grupetto - Der Hertha fehlen im Moment ein wenig die Mittel um zum Torerfolg zu kommen. Viel Engagement, dass die Fans durchaus honorieren, aber zwingend wird es selten. Gerade wird Benaglio zum ersten Mal ernsthaft geprüft. Beim deutschen Meister kommt zu wenig aus der Schaltzentrale. Nur lange Bälle auf Dzeko sind zu vorhersehbar.
  • 16:09 grupetto - Dejagah erst mit dem Fehlpass. Raffael versucht ihm dann zu enteilen, doch Dejagah nimmt die Hände zu Hilfe, was Gelb einbringt und der Hertha einen Freistoß im Niemandsland.
  • 16:07 grupetto - Stimmung in Berlin ausgezeichnet. Die Fans machen mächtig Alarm auf der Tribüne.
  • 16:04 grupetto - Qualität des Spiels lässt nach. Ebertz setzt immer mehr Akzente über rechts bei der Hertha. Schäfer hat große Mühe den kleinen Mann unter Kontrolle zu bringen.
  • 16:02 grupetto - Drobny gerade wohl mit Kreislaufproblemen. Traubenzucker soll helfen.
  • 16:00 grupetto - Dejagah jetzt mit der Flanke, der Ball ist gefühlte fünf Minuten in der Luft, so dass Dzeko wie paralysiert am Ort des Aufpralls stehen bleibt. Berg rettet dann im letzten Moment.
  • 15:56 grupetto - Jetzt Misimovic aber mit einem famosen Pass, per Hacke in die Tiefe des Strafraums auf Dejagah, der wiederum noch einen Berliner aussteigen lässt, der Abschluss lässt dann noch zu wünschen über.
  • 15:55 grupetto - Die Wolfsburger gerade komplett ohne Mitte. Josue und Misimovic irgendwo anders aktiv, so dass der Außenmann keine Anspielposition hat. Wolfsburg gewinnt übrigens 65% der Zweikämpfe.
  • 15:51 grupetto - Die Wölfe probieren es immer wieder mit sehr langen Bällen auf Dzeko, der damit wenig anfangen kann. Insgesamt kommt der Meister stärker auf und hofft auf die Lücke im Hertha-Defensiv-Verbund.
  • 15:48 grupetto - Immer wieder grobe Schnitzer im Spiel der Hertha. Da kann es nach vorne noch so gut aussehen, aber wenn man sich durch dumme Abspielfehler einen Treffer einfängt, darf man sich nicht wundern.
  • 15:45 grupetto - Da ging es plötzlich ganz schnell. Dejagah setzt sich auf rechts durch und spielt den Ball scharf in die Mitte. Martin stand jedoch einen Meter im Abseits.
  • 15:45 grupetto - Die Fahne ist oben, aber Martins schiebt ihn ins Tor. Kein Tor für Wolfsburg.
  • 15:44 grupetto - Josue mit Gelb!
  • 15:44 grupetto - Die ersten zehn Minuten sind rum. Hertha mit einer hundertprozentigen Chance und einem leichten Übergewicht. Wolfsburg noch nicht wirklich präsent auf dem Platz, wartend auf Fehler des Tabellenletzten.
  • 15:42 grupetto - Arne Friedrich gewinnt den Zweikampf im Strafraum gegen Edin Dzeko. Eine Ecke hätte es geben müssen, aber das Schiedsrichtergespann entscheidet auf Abstoß.
  • 15:40 Mahqz - Falscher Einwurf… Das man den Pfiff nochmal sieht. Eigentlich müssten es den 20 mal pro Spiel geben
  • 15:40 grupetto - Raffael prüft Benaglio mit einem strammen Schuss. Zu unplatziert um den schweizer Nationalkeeper ernsthaft zu fordern, aber das Bemühen ist der Hertha definitiv nicht abzusprechen.
  • 15:40 Mahqz - Hmm, starker Beginn der Hertha, gleich macht Wolfsburg das Tor.
  • 15:37 grupetto - Hertha beginnt mit viel Druck und holt eine erste Ecke raus. Die bringt jedoch nichts ein.
  • 15:37 MeineSaison - @grupetto Ist wohl wahr. Allerdings hab ich bei Hertha auch nicht das Gefühl, dass sie heute den Bogen kriegen. #berwol
  • 15:35 grupetto - Sehr flotter Beginn beider Teams.
  • 15:34 grupetto - 90 Sekunden gespielt und Obafemi Martin setzt den Ball knapp über die Latte.
  • 15:34 grupetto - 45 Sekunden vorbei und Kacar semmelt den Ball in den Berliner Himmel. Ramos setzt sich an der Grundlinie durch, passt in den Rückraum, wo Kacar alleine auf den Ball wartet.
  • 15:33 Mahqz - die hertha lebt
  • 15:33 Mahqz - Huch…
  • 15:33 grupetto - Die erste Hälfte läuft. Hertha in Ballbesitz.
  • 15:32 grupetto - Josue und Friedrich bei der Platzwahl. Wagner wirft die Münze.
  • 15:30 Mahqz - in dem man sich mal zeit für seine freundin nimmt. und einfach keinen PC hochfährt. ;-)
  • 15:30 grupetto - @HerrWieland Bitte einen Sieg mitbringen @MeineSaison So Quoten kommen ja nicht von ungefähr ;) #berwol
  • 15:30 MeineSaison - @grupetto Andererseits hätte man dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit 100 Euro verloren… #berwol
  • 15:28 grupetto - @Mahqz Wie schafft man eigentlich eine Internetpause? Respekt.
  • 15:28 grupetto - @probek hmmm…. irgendwann müssen die ja mal gewinnen. Sichere Geldanlage sieht aber immer noch anders aus. #berwol
  • 15:27 grupetto - “Undankbarer Gegner”, so Veh, weil Hertha bisher unter Wert am Tabellenende steht. Veh hat nebenbei noch nie mit einem Team bei Hertha BSC Berlin gewonnen.
  • 15:26 Probek - @grupetto Ich kann dir sogar 500 Euro bieten … (also nicht ich, aber ein anderer Buchmacher) #berwol
  • 15:26 Mahqz - schöne Sache, bin auch mal wieder da nach einigen Tagen internetpause
  • 15:25 grupetto - Armin Veh nennt Grafite “Grafa”. Aha. Veh moniert, dass man über diese Personalie spricht und nicht über den schweren Gegner.
  • 15:25 grupetto - So noch wenige Minuten bis zum Anpfiff.
  • 15:22 gses - #berwol ist irgendwie ein komischer hashtag. klingt so nach waschmittel
  • 15:20 grupetto - @MeineSaison #berwol Die quote für einen sieg der hertha liegt bei 4.00. 100 Euro bringen 400 Euro ein. Nicht schlecht!
  • 15:17 grupetto - So um die 30.000 Zuschauer sollen heute im Stadion sein. Da lockt weder der Tabellenletzte, noch der Meister aus Wolfsburg, noch die relative Nähe zueinander.
  • 15:15 MeineSaison - Heute könnte es sich lohnen, einen Taler auf die Hertha zu setzen. Gibt bestimmt eine Mörderquote! #berwol
  • 15:10 grupetto - Hashtag zum Kommentieren #berwol oder direkt vor Ort bit.ly
  • 15:08 grupetto - Hashtag zum Kommentieren über Twitter #berwol ! Wer hier kommentieren möchte: www.scribblelive.com
  • 15:07 grupetto - Heute um 15:30 Uhr das Liveblog zur Bundesliga-Partie Hertha BSC Berlin gegen die Wölfe aus Wolfsburg. Die alte Dame will sich freistrampeln im Kampf um den Abstieg. Wolfsburg möchte den Anschluss an die Spitze halten.

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Notenübersicht: Spieltag 24

Einst – in Kindertagen war die Zwei das höchste der Gefühle, wenn ich den Kicker aufschlug. Damals spielte man im Ulrich-Haberland-Stadion vor 8000 Zuschauern gegen Teams wie Blau-Weiß Berlin oder Fortuna Düsseldorf. Die Hertha war da gar nicht in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten. Wie gesagt damals, da wurden Noten noch etwas feinfühliger vergeben. Eine Eins? Kann ich mich an so etwas erinnern? Nein – höchstens mal für einen fantastischen Torhüter. Eine Zwei? Ja, die gab es schon mal. Für den Torschützen zum Beispiel. Wenn man sich ein tolles 1:1-Remis erkämpft hatte. Dreien waren an der Tagesordnung. Leverkusen war damals einfach immer Durchschnitt.

Schaut man sich die Noten des 24.Spieltags an (und die der letzten noch dazu), dann ist Bayer nicht einmal Durchschnitt.

name - bild - kicker - sportal - wams - schnitt
adler - 3 - 3 - 3 - 3 - 3,00
henrique - 6 - 4 - 3 - 3 - 4,00
castro - 6 - 5 - 5 - 4 - 5,00
sinkiewicz - 4 - 4 - 4,5 - 4 - 4,13
kadlec - 4 - 3,5 - 4 - 4 - 3,88
rolfes - 5 - 3,5 - 4 - 3 - 3,88
renato augusto - 5 - 4 - 5 - 4 - 4,50
schwegler - 6 - 5 - 5 - 4 - 5,00
barnetta - 6 - 5 - 5 - 4 - 5,00
kießling - 3 - 4 - 4,5 - 4 - 3,88
helmes - 5 - 5 - 5 - 4 - 4,75

Schnitt - 4,82 - 4,18 - 4,36 - 3,73 - 4,27

Vorschau: Hertha BSC Berlin – Bayer Leverkusen

Schon mal vorne weg. Es wird in den kommenden Wochen nur wenig Liveblogging geben, da ich an den Spieltagen meist selber sportlich aktiv bin. Das nächste live gebloggte Bayer-Spiel wird wohl das Derby gegen Köln am 05.04.2009 sein.Vorher vielleicht die ein oder andere Sonntagspartie oder irgendwas Internationales. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Am Samstag steht nun die Auswärtspartie gegen Hertha BSC Berlin an. Das Olympiastadion ist eigentlich ein gutes Pflaster für die Werkself. In den letzten drei Jahren (alle unter Skibbe) siegte Leverkusen jeweils (souverän (3:0/3:2(1 Tor Voronin)/5:1)) in der Hauptstadt, doch dieses Jahr steht man unter enormen Druck und spielt gegen den Tabellenführer, der neun Spiele in Folge daheim gewann. Die letzte Heimniederlage gab es für die Hertha am 27.09.2008 gegen Cottbus. Die Bilanz von Berlin gegen Leverkusen ist mehr als schlecht: Drei Siege, fünf Remis und sechs Niederlagen stehen zu Buche. Betrachtet man nur die Heim- und Auswärtstabelle spielt der Zweite (Hertha) gegen den Ersten (Bayer)!

Taktisch wird man sich bei Berlin wieder auf einen gemächlichen Beginn einstellen dürfen, wie auch Enno von Welt Hertha Linke bestätigte. So gewann man bereits das Hinspiel in Leverkusen mit 1:0 durch einen Last-Minute-Treffer durch Voronin. Hertha stand kompakt und sicher in der Defensive und reduzierte das Spiel nach vorne auf einige gefährliche Konter. Der letzte war ein Volltreffer und die alte Dame nahm drei Punkte mit. Überhaupt hat Leverkusen gegen tiefstehende und kompakte Mannschaften so seine Probleme, wie jüngst gegen Hannover und Bochum zu beobachten war.

Die Leverkusener Anhängerschaft wird sich fragen, ob Bruno Labbadia ein neues taktisches Konzept aus dem Hut zaubern wird. Die Hurra-alle-Mann-nach-vorne-Strategie ging zuletzt immer öfter nicht mehr auf. Weiterhin fraglich ist, ob taktische und organisatorische Mängel bei Standards abgestellt werden können – hier brennt es seit Beginn der Saison immer wieder lichterloh – vorneweg Leuchtturmwärter Rene Adler, der sich zwar in den letzten Partien stabilisierte, bei hohen Bällen aber immer noch regelmäßig an der Pille vorbeispringt/vorbeifaustet/danebengreift/zum-Gegenspieler-abtropfen-lässt.

Bei den Aufstellungen lässt sich spekulativ vermelden, dass Berlin wohl mit dem Kader der letzten drei Matches auflaufen wird. Das bedeutet, dass “la diva” Pantelic wohl auf der Bank trällern muss. Voronin wirds danken, denn so bekommt der Ukrainer auch mal den ein oder anderen Ball zugeschustert. In Leverkusen macht sich Labbadia noch Gedanken über die Besetzung des Mittelfelds. Arturo Vidal fällt nach seiner Gehirnerschütterung und Augenhöhlenverletzung noch drei Wochen aus, Toni Kroos drängte sich im Bochum-Spiel nicht gerade auf, womit Pirmin Schwegler zu seiner Chance kommen könnte.

Der Wetterbericht sagt wechselhaftes Wetter bei 11° Celsius voraus. Der Biorhytmus wird leicht positiv beeinflusst und der Mond steht im zwölften Haus des Merkur. Kann also nichts schief gehen.

Pillenpackung XV

So kurz vorm Wochenende reiche ich nochmal eine kleine Pillenpackung rein, da es 1-2 interessante Neuigkeiten gibt. So wird zum Beispiel Bernd Schneider endlich wieder aktiv Fußball spielen. Zwar noch nicht bei den Profis, dafür im Regionalliga-Team.

Nationalspieler Bernd Schneider feiert nach elfmonatiger Verletzungspause am Samstag in der Regionalliga- Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen gegen die Sportfreunde Lotte sein Comeback.Dies bestätigte der Fußball-Bundesligist. Der 35 Jahre alte Mittelfeldspieler hatte am 13. April 2008 sein letztes Pflichtspiel bestritten und musste sich danach einer Operation an der Halswirbelsäule unterziehen. (dpa/SZ)

Großen Andrang gibt es derzeit auf die Karten für das Spiel Berlin – Leverkusen am Samstag. Bis Mittwoch Nachmittag waren 44.000 Karten abgesetzt. Die Verantwortlichen rechnen mit 60.000 Zuschauern.

Die Euphorie um Hertha erfasst jetzt doch spürbar die Bevölkerung der Hauptstadt. “Ich merke es jeden Morgen, wenn ich auf der Geschäftsstelle eintreffe”, sagt Schiller. “Die Leute warten dann schon auf die Öffnung des Fan-Shops, um sich mit Eintrittskarten und Fanartikeln einzudecken.”
Gegen Leverkusen rechnet Hertha mit knapp 60 000 Zuschauern. “Das wäre für mich ein absoluter Traum”, sagt Schiller. Einer, der Wirklichkeit zu werden verspricht. Bis zum Nachmittag waren gestern 44 000 Tickets verkauft. Allein am Montag und Dienstag dieser Woche wurden je rund 4000 Karten abgesetzt – für Schiller sind das unfassbare Werte: “In meinen elf Jahren bei Hertha kann ich mich nicht daran erinnern, so etwas einmal erlebt zu haben.” (Morgenpost)
Ein weiteres “geerdetes” Interview von Rene Adler, allerdings ohne großen Mehrwert, gibt es Fifa.com zu lesen.
Sehen wir René Adler im kommenden Jahr als Stammtorhüter in Südafrika?
Der Bundestrainer hat den Konkurrenzkampf ausgerufen. und wer dann spielt, ist, denke ich mal, noch offen. Von klarer Nummer 1 zu sprechen oder vom schwerem Erbe ist noch nicht angebracht.
(Fifa.com)
Ein interessantes Tool möchte ich noch kurz vorstellen für alle Statistik-Fans. Daytum.com sammelt persönliche und unpersönliche Daten von seinen Usern und erstellt kleine Grafiken dazu. Sieht schick aus, hat seinen Reiz, ich suche allerdings noch nach dem Nutzen für catenaccio.de!
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Deine Hertha – das unbekannte Wesen!

Hallo?! Versteht jemand was in Berlin vor sich geht? Hertha BSC Berlin auf Platz 1 in der Fußball-Bundesliga? Da stimmt doch was nicht. Die Republik rätselt und anlässlich des Spiels der Werkself in der Hauptstadt, habe ich mal bei Enno Aljets von Welt Hertha Linke nachgefragt, ob sich der Hertha-Blogger einen Reim auf die Leistungen seines Teams machen kann. Doch auch Enno rätselt, angesichts der Leistungen der Werkself. Irgendwie spielen die Labbadia-Kicker immer gut, aber die Punkte bekommt der Gegner. Das wäre perfekt für die Hertha und Enno am Wochenende, doch ich erkläre ihm drüben bei Welt Hertha Linke, dass daraus nichts wird.

Jens: Was viele überrascht und verwundert. Hertha ist auf dem Sonnenplatz der 1. Fußball-Bundesliga. Nicht nur mal eben gerade so – sondern der Vorsprung gegenüber den Mitbewerbern beträgt vier Punkte. Wie konnte es dazu kommen? Ist die Liga so “schlecht” oder Hertha so “gut”? Ich selber kann mir ehrlich gesagt keinen Reim auf die Leistungen der alten Dame machen. Du bist der Spezialist, erklär es mir!

Enno: Also ich bin selbst natürlich auch verwundert. Doch die Irritation über die erstaunlich gute Leistung der Hertha weicht langsam einem selbstbewusstem Optimismus. Und zwar nicht nur bei mir und vielen anderen Fans, sondern auch bei der Mannschaft. Sie wissen mittlerweile, dass sie diese Saison einiges erreichen können. Vielleicht sogar die Meisterschaft. Hertha ist vor allem deshalb so gut, weil sie überragend trainiert wird. Die lange, mühsame Arbeit von Lucien Favre wird nun belohnt. Schau dir einmal die taktische Disziplin und die Kürze der Ballkontakte (im Schnitt 1,1 Sekunden) beim kommenden Spiel an. Das ist Liga-Spitze und kommt nicht von ungefähr. Darüber hinaus bietet die Liga dieses Jahr die Chance für einen Überraschungs-Meister, weil Bayern, Schalke und Bremen schwächeln. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Spitzengruppe unbedingt so schlecht sein muss, wenn man an HSV, Hoffenheim, Wolfsburg und neuerdings Stuttgart denkt.

Jens: Du hast den Trainer angesprochen: Lucien Favre. Wer nicht gerade den Schweizer Fußball mit Argusaugen beobachtet, für den war die Verpflichtung des Trainers wohl eine kleine Überraschung zu Beginn der Saison 2007/2008. Die Spielzeit selber verlief dann sehr durchwachsen, trotzdem hielt der Vorstand an Favre fest und nun läuft es. Zahlt sich die kontinuierliche Arbeit aus, oder was ist das Geheimnis von ihm?

Enno: Als Favre in Berlin anfing, fragte ich: Wer ist Favre? Wie die meisten hatte auch ich keine Ahnung, was auf Hertha zukommen würde. Jetzt weiß man, dass sicherlich das taktisch geprägte Training einen großen Teil des aktuellen Erfolgs ausmacht. In verschiedenen Interviews ist zwischen den Zeilen immer wieder zu lesen, wie enervierend die Übungen sein müssen. Erstaunlicherweise ziehen die meisten Spieler mit. Hier die Motivation hoch zu halten, ist die eigentliche Leistung, denke ich. Aber das allein kann es nicht sein. Die Ausdauerwerte der Spieler sind bestens und auch die Stimmung im Team war schon zu Beginn der Saison ziemlich gut. Der Erfolg bestätigt den Trainer und alle Spieler, die mitgezogen haben. So ergibt sich eine Positiv-Spirale, von der alle profitieren. Allerdings glaube ich, dass das von Favre einkalkuliert war. Wie man soetwas plant, wird nur er selber wissen. Jedenfalls hat er die Zeit bekommen, sein Konzept umzusetzen. Und hier kommt auch Dieter Hoeneß ins Spiel. Er hat trotz allerlei Streitereien Lucien Favre den Rücken frei gehalten. Insofern gehört der Erfolg auch zu einem kleineren Teil dem oftmals ungeliebten Manager.

Jens: Du sprichst die Streitereien um Pantelic an. Nun scheint er nur noch Stammkraft auf der Ersatzbank zu sein, weil das Ukrainische Wundersturmpaket zu ungeahnten Höhenflügen ansetzt. Was ist bitte mit Andrej Voronin los? Die olle Langhaarmatte hatte ja schon gute Ansätze bei uns in Leverkusen, aber gerade spielt er ja wie vom anderen Stern. Liegt es wirklich daran, dass Pantelic nicht mehr neben ihm spielt? Und hat Pantelic noch einen Platz im Team?

Enno: Voronin hat einen tollen, blonden Zopf, an dem man ihn sofort erkennt. Das gibt ihm auf dem Platz noch mal fünf Prozent mehr Aufmerksamkeit. Aber er spielt natürlich auch nicht schlecht derzeit, was seine Herausstellung durchaus rechtfertigt. Wobei ich nicht müde werde, zu wiederholen, dass die ersten beiden Tore gegen Cottbus auch jeder andere Stürmer auf dem Platz gemacht hätte (außer Jula). Sie entstanden aus einstudierten Spielzügen, an deren Ende Voronin stand. Sein dritter Treffer war natürlich ein individuelle Weltklasse-Leistung gegen demoralisierte Cottbuser. Pantelic hat unter Favre einfach nicht begriffen, dass es nicht um individuelle Leistung geht, sondern um eine geschlossene Mannschaftsleistung auf und neben dem Platz. Entweder kann oder er will es nicht lernen. Jedenfalls ist Favre der erste Trainer, der die Traute hat, Pantelic konsequent auf die Bank zu setzen. Pantes Zug ist definitv abgefahren, er wird Hertha zu Saisonende verlassen, aber noch das ein oder andere Spiel von Beginn an machen. Ich rechne damit, dass auch Voronin gehen wird und Hertha im Sturm bei Null anfangen muss. Voronin wird mit diesen Leistungen einfach zu teuer werden.

Jens: Wen hättest du denn gerne als Sturm im nächsten Jahr in Berlin? Was für Spielertypen passen in die Hauptstadt und ist es sinnvoll in einem Mannschaftsteil bei Null anzufangen? In Leverkusen habe ich derzeit das Gefühl, dass es einen Masterplan für die nächsten Jahre gibt – in Berlin auch? Oder steht man überraschend als Meister am Ende der Saison da, bloß hat man keine Spieler, mit denen man in die Champions League geht?

Enno: Wenn ich mir wen wünschen dürfte… Nein, lassen wir das und gehen einmal davon aus, dass Pantelic und Voronin gehen. Es wäre natürlich ungünstig mit einem neuen Sturmduo in die Championsleague zu starten. Aber was soll man machen? Das Scouting von Hertha ist als ziemlich durchwachsen zu bezeichnen. Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich einen durchdachten Plan gibt. Für die kommende Saison hoffe ich, dass sowohl Chermiti als auch Domovchiyski, oder zumindest einer von beiden, Stammspieler werden. Erst danach würde ich sagen, dass Favres Plan, nämlich junge Spieler in die erste Mannschaft zu integrieren, wirklich erfolgreich ist. Bisher hat er das nur im Mittelfeld geschafft. Ich würde mir für den Sturm also eine weitere Nachwuchskraft wünschen. Vielleicht einen talentierten Serben, aber bitte keinen Brasilianer á la Lima. Dazu einen etablierteren Spieler mit Entwicklungspotential, wie zum Beispiel Marc Janko von Red Bull Salzburg. Viel wichtiger wäre allerdings ein wirklich guter Außenbahnspieler für die linke Verteidigung.

Jens: Es gibt in Josip Simunic einen Spieler bei Hertha, der fest an die Meisterschaft glaubt und sie sogar den Fans versprochen hat. Mal angenommen, es würde tatsächlich so kommen und die Hauptstadt bekäme ihren Fußballmeister, was würde das verändern in Berlin und der Republik?

Enno: Es wäre eine Sensation, deren Auswirkungen kaum abzuschätzen sind. Wovon man allerdings mit Sicherheit ausgehen kann, sind der wachsende Zuspruch und die vermehrte Aufmerksamkeit seitens der Medien, von “wichtigen Leuten” der Stadt und des Vereins, sowie der Fans. Damit steigen die  Erwartungen und Ansprüche an Leistung, Erfolg und Darstellung. In der Konsequenz bedeutet das für Hertha, dass die Vielzahl der Anforderungen und ihre Enttäuschgssensibilität drastisch steigen wird. Für mich ist fraglich, ob das derzeitige Team um die Mannschaft damit umgehen kann. Ich glaube es ehrlich gesagt nicht, weil man in der Vergangenheit an den verschiedensten Stellen beobachten konnte, dass Kritikfähigkeit und gelassener Umgang mit überzogenen Ansprüchen nicht gerade zum zentralen Kompetenzfeld der Hertha gehören. Handelte es sich beispielsweise um Fragen des Managements, der Öffentlichkeitsarbeit, der Fanbetreuung oder der Gestaltung des Internetauftritts, gingen die Verantwortlichen sofort an die Decke, wenn mal kritische Töne kamen. Ich glaube nicht, dass das gute Voraussetzungen sind, um mit den Herausforderungen umzugehen, die nach einer Meisterschaft auf Hertha zukommen würden. Einzig der Mannschaft und dem Trainerteam würde ich zutrauen, mit dem Erfolg umgehen zu können. Eigentlich ein Armutszeugnis, aber man muss den Tatsachen ins Gesicht sehen.

Jens: Anders rum gefragt. Was würde passieren, wenn Hertha die internationalen Plätze noch verspielt? Möglich ist ja diese Saison alles. So wie du das beschreibst, hört es sich an, als ob es unter der ruhigen Oberfläche ganz schön stürmisch ist.

Enno: Für die Mannschaft, den Trainer und auch das Management wäre es wohl das kleinste Problem, wenn Hertha nicht einmal international spielt. Zumindest kurzfristig gesehen, ließe sich das intern damit legitimieren, dass andere Mannschaften einfach finanziell wesentlich besser ausgestattet sind. Aber schon bei der nächsten sportlichen Krise in der kommenden Saison würde die Mannschaft auseinander brechen, denke ich. Der Trainer würde schnell in Frage gestellt und wohl entlassen werden. Man wäre dann ganz schnell in einer Negativ-Spirale. So gesehen, wäre es eine Katastrophe für Hertha, wenn sie nicht mindestens Fünfter werden. Die Fans wären natürlich bitter enttäuscht, aber das gehört sich so. Am schlimmsten fände ich allerdings die mediale, deutschlandweite Häme, die über Hertha hereinbrechen würde. Die Sommerpause würde ich dann definitiv offline und ohne Zeitungen verbringen.

Jens: Gut – das ist ein Phänomen, das Leverkusen durchaus bekannt ist. Wie sieht denn deine Prognose für das Spiel am Samstag aus? Dieses Mal ein sicherer Sieg für die Hertha? Das Hinspiel gewann Berlin ja “etwas” glücklich in Leverkusen. Wie wird Berlin ins Spiel gehen? Mit der Hinspiel-Taktik oder wird man offensiver agieren?

Enno: Ich glaube kaum, dass Hertha von der abwartenden, defensiven Taktik abweichen wird. Warum auch? Schließlich war man sehr erfolgreich damit. Ich gehe davon aus, dass Leverkusen anrennen wird, vielleicht sogar in Führung geht, aber Hertha im letzten Drittel der Partie die Entscheidung herbeiführt. Es wird ein spannendes und durchaus chancenreiches Match werden. Voronin wird den Ausgleich machen und ein Mittelfeldspieler den Siegtreffer. Es wird also 2:1 für Hertha ausgehen, tippe ich.

Jens: Könnte passen – hoffen will ich es nicht. Ich tippe ja eher auf ein 3:0 für Leverkusen, oder die 2:1-Niederlage passt. Was meinst du denn, wie die Saison für die beiden Teams weiter gehen wird?

Enno: Für beide Teams wird der Rest der Saison ganz bestimmt schwierig. Leverkusen muss schauen, dass sie nicht im Loch versinken. Allerdings könnten sie mäßige Leistungen in der Rückrunde mit dem Pokal-Gewinn kompensieren. Platz sechs, aber Pokal-Sieger, könnte ich mir durchaus gut vorstellen. Hertha muss jetzt einfach durchziehen und sieben der letzten elf Spiele gewinnen. Dann reicht es laut Simunic für die Meisterschaft. Ich glaube ihm und denke, dass es diese Saison etwas wird, mit Hertha und der Meisterschaft!

Jens: Enno – vielen Dank für das Interview! Ein schönes Spiel wünsch ich uns am Samstag!!