Sommerpausen-Gedanken, Teil 21

Testspiel:

Es wird Ernst. Nicht nur, dass in Leverkusen wieder trainiert wird – nein – gestern absolvierte die Werkself sogar das erste Testspiel bei Schwarz-Weiß Essen. Endergebnis 4:1. Der Gegner spielt in der Oberliga, dementsprechend bedeutungsschwanger ist das Ergebnis dann auch. Zwar spielten einige Profis mit, aber auch ein Haufen Jungspunde, die sich für den Profikader empfehlen wollen. Viel interpretiert werden muss da also nicht.

Aufstellung Bayer:
Bayer 04: Yelldell (46. Lomb) – Toprak (46. Cacutalua), Perrey, Castro (46. Öztunali), Rolfes (46. Wagner), Zenga, Hartwig (46. Dürholtz), Mandt (60. Engelmann), Kießling (46. Paterson), Hegeler (46. Hombach), Paqarada.

Tore: 1:0 Rolfes (35.), 2:0 Castro (38.), 2:1 Lüttgen (40.), 3:1 Öztunali (65.), 4:1 Paterson (84.)

Für kleine mediale Freudenschreie dürfte der erste Treffer des Seeler-Enkels Levan Öztunali gesorgt haben. Da ist der Durchbruch demnächst schon garantiert. Im Ernst. Es dürfte spannend sein, ob sich mal wieder Jugendspieler in die erste Mannschaft kämpfen und wieviel Einsatzzeit sie dort bekommen.

Siegtore:

Ich hatte vor geraumer Zeit mal eine Statistik mit Siegtoren angelegt. Was sind diese Siegtore. Das hatte ich im verlinkten Artikel näher ausgeführt.

Beispiel: München gewinnt 3:1 gegen Mainz, dann ist das zweite Tor von München der entscheidende Treffer. München gewinnt 5:0 gegen Fürth. Hier ist bereits das erste Tor das entscheidende. Usw. Ich hoffe, dass das verständlich ist.

Der Twitternutzer Haosifan hat diese Statistik aufgegriffen und zu Ende geführt.

Hier die Spieler mit den meisten Siegtoren.

Netterweise stehen dort zwei Spieler ganz oben, die nächste Saison ihre Brötchen in Leverkusen verdienen – nämlich Stefan Kießling und Heung Min-Son.

Kießling erzielte 8 Treffer, die ausschlaggebend für den Sieg waren. Son 6. Kießling sicherte somit 32 Prozent der Siege, Son sogar 50 Prozent.

Alles natürlich übetragend. Wir wissen alle, dass auch andere Tore wichtig sind oder sein können.

Umbau:

Der Stehplatzbereich wird erweitert. Der Umbau beginnt jetzt. Statt 1000 Stehplätzen stehen in der neuen Saison 3000 zur Verfügung. Zudem stehen die Fans dann auch endlich hinter dem Tor und es steht tatsächlich der Eindruck einer Kurve.

Das Pillendreher-Blog hat dazu ein paar Worte gefunden.

Buch:

Themen in dieser Woche waren Dragoslav Stepanovic. Erinnerungen an das 4:4 gegen Eindhoven mit Ronaldo und Bernd Schusters drei Tore des Monats plus Tor des Jahres 1994.

Netterweise bekam ich von einem Leser dieses Blogs eine Mail mit einigen neuen Gründen geliefert. Ich bin immer offen für neue Vorschläge, da auch erst 2/3 der Gründe wirklich stehen und da noch Luft für mehr ist. Also schickt mir gerne eure Gründe, warum ihr Bayer so toll findet.

Anderswo:

Stefan hat endlich mal wieder gebloggt. Komischerweise nicht im Bayer04blog, sondern beim Napoleonkomplex. Thema: Saisonvorbereitung.

Technik:

Der Google Reader ist gegangen. Endgültig. Ich probiers jetzt mit dem kostenpflichtigen Feedbin. Lässt sich gut an.

Statistikeinwurf: Siegtorschützen

Eigentlich hatte ich diese Statistik schon für die letzte Saison geplant, jedoch kam mir die Idee erst relativ spät, so dass ich etwas zu faul war, alle Partien durchzuschauen. Worum es geht? Siegtorschützen. Es wird immer wieder von Wertigkeiten von Toren geschossen. Zählen Mario Gomez Treffer, wenn sie während eines 6:0 fallen weniger, als wenn es das 2:1 in der letzten Minute ist?

Im Eishockey gibt es einfache Statistik, die natürlich nicht all das widerspiegelt, was man aus der Frage heraus holen könnte, aber immerhin einen Ansatz liefert. Siegtore sind die entscheidenden Tore in einem Spiel.

Beispiel: München gewinnt 3:1 gegen Mainz, dann ist das zweite Tor von München der entscheidende Treffer. München gewinnt 5:0 gegen Fürth. Hier ist bereits das erste Tor das entscheidende. Usw. Ich hoffe, dass das verständlich ist.

Nebenbei gibt es immer noch die Statistik mit den Toren, die zu einem Unentschieden führen. Wird es definitiv weniger geben.

Ob die Statistik für Fußball auch eine Aussagekraft hat, wird sich am Ende der Saison zeigen.

Zahlenspielereien

Die guten alten Statistiken waren lange Zeit hier verschwunden. Noch weit weg vom Infografikalarm, aber immerhin ein paar (vielleicht) nichtssagende Diagramme rund um die Werkself. Naturgemäß müssen sich Trainer und Mannschaft doch immer irgendwie an den nackten Zahlen messen lassen. Was liegt da nun näher als beispielsweise die Punktzahlen nach dem 10.Spieltag in den letzten 10 Jahren miteinander zu vergleichen.

Was sagt uns das? In 6 Spielzeiten hatte Bayer Leverkusen am 10.Spieltag mehr als die jetzigen 14 Punkte. Angesichts der Tatsache, dass man sich vor der Saison ernsthaft mit der Meisterschaft beschäftigt hat, eine traurige Zahl. Immerhin 2006 und 2007 hatte man noch weniger Punkte (12) und landete am Ende wenigstens auf den internationalen Rängen. Anbei die Platzierungen der letzten 10 Jahre nach dem 10.Spieltag.

Zuguterletzt ein Blick auf die Tore. 12 sind für diese Spielzeit verbucht. Das ist die schlechteste Zahl überhaupt in den letzten 10 Jahren. Blickt man in die Historie so findet man in mehr als 30 Jahren Bundesligazueghörigkeit gerade drei Jahrgänge mit weniger erzielten Toren (1992/11 – 1988/11 – 1983/5).

“Bei unserer Mannschaft muss du in punkto Offensive eigentlich nur sagen “Spielt, macht, tut”, weil wir vorne immer ein Tor machen.” Stefan Kießling, RP, 07.10.11

Interview mit Holger Ruhl (Opta)

Am 20.April habe ich ein telefonisches Interview mit Holger Ruhl von Opta geführt. Hintergrund waren immer wieder auftauchende Fragen rund um die Datenerhebung im Bereich Fußball. Holger Ruhl ist seit 8 Jahren bei Opta (7 davon in London/UK) und betreut als Projektleiter und Key Customer Manager in der Hauptsache Kunden aus allen Bereichen (Verbände/Vereine, Print, Online, Mobile, TV etc) sowie Partner von Opta. Dabei ist er inhaltlich beratend tätig, als auch Bindeglied zwischen Redaktion, Technik, Vertrieb und den finalen Abnehmern der Daten und Outputs. Marketing und Projektoptimierung sowie Produktentwicklung sind auch Teil seiner Aufgaben.

Was ist Opta?

Opta ist 1996 in London entstanden. Man wollte alles was Fußballstatistiken anbelangt erfassen. Vor allem mehr, als das was bisher erfasst wurde. Das waren damals nur die Aufstellungen, Auswechslungen, Torschützen, Karten und Schiedsrichter und das reichte Opta nicht aus. Man wollte viel mehr ins Detail gehen und daraus ist dann sehr schnell eine umfassende Fußballdatenbank entstanden, die letztendlich alle Aktionen erfasst hat, die jeder Spieler, der damals in der Premier League gespielt hat, vollzogen hat. Jeder Pass, jeder Zweikampf, jede Ballberührung, jede Aktion wurde erfasst und in der Datenbank abgelegt.

Dieses Konzept war dann sehr schnell sehr erfolgreich und Opta konnte sein Datenportfolio wesentlich erweitern mit der italienischen Serie A und der spanischen Primera Division und auch der Bundesliga. Nach vier Jahren kam als Tool die Liveanalyse hinzu. Das bedeutete, dass die Spiele nicht im Nachgang, also der Videoanalyse ausgewertet wurden, sondern live während des Spiels erfasst wurden.

Danach kamen dann mehr Wettbewerbe hinzu, wie zum Beispiel die Champions League, die Europa League, aber auch untere Ligen, wie die 2.Bundesliga oder nationale Pokale, wie der DFB-Pokal. Weltmeisterschaften und Europameisterschaften sowieso. Opta ist inzwischen zu einer umfassenden, globalen Fußballdatenbank geworden.

Im Fußball lag zunächst der Schwerpunkt, wobei man inzwischen auch andere Daten anbietet, wie zum Beispiel in England für die Sportarten Rugby und Cricket, oder aber allgemein Statistiken zur Formel 1 oder dem Golfsport.

Diese Daten gehen dann an diverse Abnehmer. Ursprünglich waren das Medien. TV-Stationen zum Beispiel, aber auch Printmedien. Inzwischen sind das aber auch Onlinemedien oder aber Vereine, die die Daten zur Nutzung bekommen. Der Abnahmekreis hat sich stark erweitert in den letzten Jahren.

Für das Ganze haben wir eine Software entwickelt mit der man die Daten erfassen kann, die sich natürlich auch ständig weiter entwickelt. Wir haben inzwischen Datenredaktionen installiert, die die interessanten Facts und Zahlen wie Serien, Rekorde und ähnliches aus der Datenbank herausziehen und aufbereiten. Es werden aber auch Themen, die sowieso schon gerade in den Medien kursieren durch die Zahlen aus unserer Datenbank unterfüttert, belegt oder widerlegt.

Wieviele Standorte habt ihr und wo seid ihr besonders aktiv?

Opta ist stark in Deutschland vertreten, in Italien, in Spanien, inzwischen auch in den USA und natürlich im Mutterland von Opta, in England.

Wieviele Mitarbeiter beschäftigt ihr?

Feste Mitarbeiter sind es circa 120, dazu kommen noch 200 freie Mitarbeiter, die für Opta arbeiten

Gehen wir nun mal auf die Erhebung der Daten ein. Mal angenommen am Wochenende spielt jetzt Bayern München in der Bundesliga zuhause gegen ein Team X. Was passiert da bei Opta? Was passiert vielleicht schon vor dem Spiel?

Im Vorhinein passiert eigentlich nicht allzu viel. Was wir machen sind vorläufige Aufstellungen zu recherchieren, aber das ist in der Regel schwierig, weil Trainer natürlich nicht immer alles rauslassen, taktieren und den ein oder anderen Spieler als verletzt melden, obwohl er das vielleicht gar nicht ist. Deshalb kann man sich da nur auf die letzten Aufstellungen beziehen, bzw. Sperren und ähnliches mit einplanen.

Die Haupterfassung geht dann am Spieltag los. Als DFL-Parner bekommen wir sehr früh die Aufstellung, die dann ins System eingepflegt wird. Danach werden Applikationen, wie Internet-Live-Ticker bestückt und mit dem Anpfiff wird dann alles erfasst, was auf dem Spielfeld passiert. Wir haben pro Spiel zwei Analysten, die mit dem TV-Feed arbeiten und an einer sogenannten Analysestation sitzen. Dort haben sie einen PC und einen Monitor auf dem eine Erfassungsmaske liegt und darüber liegt dann noch das TV-Bild, so dass sie während sie das Spiel sehen, im Hintergrund die Daten über die Maske erfassen können.

Das passiert über Mausklicks, Zahlenkombinationen und bspws. weitere Fenster, die sich optional öffnen. Wenn also ein Spieler einen Schuss abgegeben hat, dann wird der passende Moment abgewartet und es wird erfasst, wer den Schuss abgegeben hat, von wo der Schuss kam, gab es eine Vorlage, wurde mit links oder mit rechts geschossen, mit dem Kopf, etc. Diese Unterqualifikatoren wie wir sie nennen, werden zusätzlich abgelegt und das passiert dann in einem optionalen Fenster, dass sich für den einfachen Schuss öffnet. Das meiste passiert aber über die Tastaturbefehle und die Mausklicks.

Das hört sich sehr kompliziert an. In einer Minute passieren ja eine Vielzahl von Aktionen auf dem Feld und diese alle zu erfassen, klingt nach einer großen Herausforderung. Konzentriert sich ein Analyst auf ein Team?

Genau. Zwei Personen pro Spiel – jeweils eine pro Mannschaft. Es gibt aber noch eine dritte Person, die vielleicht nicht unbedingt nur für das eine Spiel zuständig ist, der zwischendurch die Daten abgleicht. Das ist der sogenannte Checker, der guckt, ob die Daten passen. Wenn zum Beispiel Spieler X einen Zweikampf verloren hat, muss der gegnerische Spieler den Zweikampf gewonnen haben. Auch bei zweifelhaften Situationen gibt der Analyst ein Zeichen über die Maske an den Checker und der kontrolliert dann nochmal nach. Solche Änderungen und Korrekturen werden während des gesamten Spiels eingepflegt, aber speziell auch in der Halbzeit und nach dem Spiel.

Das Spiel wird sowieso in einem sogenannte Post-Match-Tool nacherfasst, und speziell Daten wie Passwege, die über die Standard-Events hinausgehen, werden nachkontrolliert. Die Analysten stehen unter enormen Stress während des Spiels. Pro Spiel werden circa 2000 Events erfasst, es können aber auch gerne mal mehr sein. Deshalb bekommen die Analysten eine dreimonatige Ausbildung, bevor sie auf die Spiele losgelassen werden, um mit der komplexen Aufgabe fertig zu werden.

Was sich viele Leute fragen ist, wie die Events bestimmt werden. Wann ist ein Zweikampf ein Zweikampf und was gilt als gewonnener Zweikampf? Wie wird der Ballbesitz ermittelt? Wie kommt es zu den Zahlen, die da entstehen?

Beim Ballbesitz gibt es zwei Arten, diesen festzuhalten. Zum einen kann man die Zeit des Ballbesitzes ermitteln, d.h. solange eine Mannschaft in Ballbesitz ist und ihn in den eigenen Reihen führt, egal ob man den Ball berührt oder nicht, ist in Ballbesitz. Oder nach Ballberührungen und Aktionen. Das ist die Definition, die wir bei Opta verwenden. Also die Anzahl der Aktionen am Ball im Vergleich und da dann die Relation zwischen den Mannschaften, ergibt den Ballbesitz.

Beim Zweikampf ist es so, dass es da auch von Anbieter zu Anbieter unterschiedliche Definitionen gibt. Bei uns gibt es diverse Unterkategorien beim Zweikampf aufgrund des internationalen Ansatzes unser Firma. Zweikampf ist eine Kategorie die vor allem im deutschen Bereich verbreitet ist, in England dagegen haben wir das Tackling. Wir haben deshalb mehrere Unterkategorien zusammengefasst, wie zum Beispiel wenn ich gefoult werde, dann habe ich einen Zweikampf gewonnen. Wenn ich mit einem Dribbling einen Spieler ausspiele, habe ich ebenfalls einen Zweikampf gewonnen. Eine weitere Unterkategorie ist die Kopfballstatistik, d.h. wenn ich ein Kopfballduell gewinne und bewahre den Ball in den eigenen Reihen, dann habe ich auch einen Zweikampf gewonnen. Diese verschiedenen Unterkategorien ergeben dann am Ende den Zweikampfwert.

Also entstehen die arg unterschiedlichen Werte bei den Anbietern vor allem aus der Definition des Events?

Genau. Also es gibt da, so glaube ich, die unterschiedlichsten Definitionen. Bei uns müssen zum gewonnenen Kopfballzweikampf bspws. beide Spieler hochgehen. Es reicht nicht, wenn der Gegner nur daneben steht. Bei anderen Anbietern kann das nebeneinander her rennen, auch schon als Zweikampf gewertet werden, wenn der Spieler schneller ist als der andere. Aber die genauen Definitionen der anderen Anbieter kenne ich nicht im Detail. Wir versuchen das genau einzugrenzen, wie ein Event definiert ist, um nicht zu schwammig zu werden.

Ihr stellt unter anderem auch TV-Sendern Daten zur Verfügung. Was für Daten bekommt denn eigentlich der TV-Kommentator da im Detail?

Im Vorlauf der Spiele werden Vorschau-Mappen rausgeschickt. Du bekommt als Sendungsmacher, Moderator oder Kommentator eine 80 bis 90-seitige Vorschaumappe zum Spiel, die diverse Themen aufgreift, wie zum Beispiel historische Daten, Serien, Rekorde, etc. Diese Saison passiert da ja auch einiges, was interessant ist. Hannover spielt seine beste Saison überhaupt, der BVB steht kurz vorm Auswärtsrekord – da gibt es also einige Sachen, die man verarbeiten kann. Tagesaktuelle Sachen kommen dann noch hinzu, wie z.B. wenn ein Spieler auf seinen ehemaligen Verein trifft – dann werden Fragen beantwortet, wie oft das schon passiert ist, wie ist die Bilanz von ihm, wie oft hat er schon getroffen, etc.

Zu guter Letzt kommen noch Analysen hinzu. Wann schießt eine Mannschaft ihre Tore, in welchen Spielabschnitten, wann kassiert sie Gegentore, etwa nach Standards, aus dem Spiel, Spielerstatistiken, Schiedsrichterdaten. Also eine bunte Mischung, mit der sich die Kollegen dann vorbereiten können. Spielerprofile sind ebenfalls immer abrufbar, wenn zum Beispiel ein Spieler, der noch nicht so häufig aktiv war, eingewechselt wird, hat man direkt Daten zur Hand.

Im Spiel werden dann die TV-Kollegen live unterstützt mit Statistiken und Daten, die dann auf das aktuelle Spielgeschehen eingehen. Wird ein Spieler nach 50 Minuten vom Platz genommen, wird geschaut, wieviele Ballkontakte er hatte und wenn es nur 11 waren, dann hat der Kommentator direkt eine Begründung für die Auswechslung vorliegen.

Passiert das auch noch über die Analysten oder gibt es noch eine Art Datenredaktion?

Die Analysten können das gar nicht leisten. Es gibt noch spezielle Mitarbeiter vor Ort, die sich ebenfalls auf das Spiel vorbereitet haben und im Vorlauf diverse “Wenn-dann-Szenarien” vorbereitet haben. Diese stellen das in ein Livesystem, wo dann für den Kommentator Facts getickert werden.

Das heißt, dass in ein einzelnes Spiel eine ganze Crew involviert ist und nicht nur zwei Analysten, die Daten erheben.

Genau! Neben den Analysten gibt es eine Redaktion, aber auch Leute, die live vor Ort im Stadion sind und die den Kommentatoren zuarbeiten. Aber auch im Studio gibt es ein bis zwei Personen, die teilweise auch so ganz banale Dinge erledigen, wie Tabellen und Ergebnisse ausdrucken, damit alle auf den neuesten Stand sind.

Was passiert nach dem Spiel? Erfolgt eine redaktionelle Aufbereitung und gebt ihr das nochmal weiter?

Das Spiel ist vorbei gibt es ja eigentlich gar nicht. In der Regel zieht sich die ganze Arbeit rund um den Spieltag bis zum Montag hin. Da werden Daten aufbereitet, Facts zusammen getragen und spezifische Anfragen von bestimmten Kunden bearbeitet. Dann bestücken wir die Social Media-Kanäle, wie zum Beispiel @Optafranz oder unseren Facebook-Account, wo sowohl im Vorlauf von Spielen, als auch während und danach Daten angeboten werden. Das alles passiert bis zum Montag und dann geht es gleichzeitig schon in die Vorbereitung für das nächste Wochenende, wenn es jetzt um die Bundesliga geht.

Was können die Kunden bei euch anfordern? Gibt es Pakete oder kann man auch nur ganz bestimmte Daten anfordern?

Das ist ganz unterschiedlich. Es gibt reine Feed-Kunden, die automatisch generierte Datenfeeds im XML-Format bekommen. Das passiert beispielsweise einmal täglich oder während eines Spieltags. Es gibt einen Feed für die Livetabelle, für Statistiken eines Spielers inklusive jeder Aktion und wo er diese hatte. Oder es sind Kunden, die bestimmte aufbereitete Daten haben möchten. Es gibt aber auch ein Download-Center, wo man sich Excel- oder HTML-Tabellen herunterladen kann. Es gibt da verschiedene Wege der Auslieferung.

Ihr seid letztes Jahr im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft so richtig in den Bereich Social Media eingestiegen. Ihr habt eine Iphone-App auf den Markt gebracht, zur gleichen Zeit ging die Total-Football-App ebenfalls auf den Markt, die mit euren Daten gefüttert wird. Was steckt hinter dieser Strategie und was erhofft ihr euch von den Sozialen Medien? Das spricht doch vermutlich eher den 08/15-Fußball-Konsumenten an?

Jein. Wir haben bemerkt, das insbesondere in England der Twitterstream sehr stark genutzt wird. Es ist einfache Art und Weise den Aha-Effekt, den solche Daten liefern können, darzustellen. Dies passiert dort in der Hauptsache unterhaltsam und das ist schöne und einfach Art Showcases bereitzustellen. In England haben wir über 80.000 Follower bei Twitter und da sind mittlerweile auch so ziemlich alle im Fußballbusiness tätigen Journalisten, Buchautoren und Produzenten dabei und informieren sich dann halt auch über diesen Kanal. Ähnlich ist das inzwischen auch in den anderen Territorien, wie in Frankreich oder Deutschland, was zeigt, dass das nicht nur für den 08/15-Fan etwas ist, sondern wirklich auch die Fachleute darauf zurückgreifen. (Die Facebook-Seite findet ihr hier)

Die Resonanz ist also sehr positiv bisher?

Auf jeden Fall, was uns allerdings auch überrascht hat. Wir sind diesen Strom sehr schnell mitgeschwommen, nach dem Motto, das probieren wir einfach mal aus. Das sollten dann aber auch interaktive Dinge sein mit Quizfragen oder Votings, aber auch die User kommen inzwischen mit Fragen auf uns zu. Da können wir natürlich auch nicht alles beantworten, aber die Fragen, die für alle anderen auch interessant sind, darauf versuchen wir dann auch einzugehen. Das lässt sich schon ganz gut an.

Was für eine Idee stand hinter der Iphone-App? Da habt ihr ja recht umfassend Daten zur Verfügung gestellt ohne, dass der Nutzer groß etwas bezahlen musste.

Damals ist ein externer Entwickler auf uns zugekommen ist, der für uns und mit uns die App entwickelt haben. Wir haben einfach mal geschaut, was wir für einen Mehrwert bieten können, insbesondere durch die Positionsdaten und die grafischen Aufbereitungen der Aktionen. Letztlich war es ein erster Showcase, was im mobilen Bereich, neben SMS-Diensten oder ähnlichem geboten werden kann.

Ist in der Hinsicht noch etwas geplant?

Wir haben schon Ideen und Visionen, was beispielsweise Tablets angeht. Auf Bundesliga.de haben wir vor einiger Zeit die Spielmatrix etabliert, was ein tolles Tool ist, um seine eigenen Analysen zu erstellen. Das haben wir inzwischen auch mal für das Ipad aufbereitet, weil es da ganz eigene Animationsmöglichkeiten gibt und allein von der Anwendung her schon spezielle Gimmicks möglich sind, die im Web so nicht funktionieren. Also wir planen da einiges, was man aber auch als technologisiertes Unternehmen machen muss.

Abschließende Frage. Wie kann ich, wenn ich totaler Datenfan bin, bei euch Mitarbeiter werden?

Auf unserer Webseite befindet sich eine Jobsection, auf der die aktuellsten Gesuche stehen. Das kommt dann ein bisschen aufs Territorium an, speziell in England suchen wir immer wieder Leute. Ansonsten einfach uns eine Mail schicken und dann kann man schauen, wie man zueinander findet.

Vielen Dank für das informative Gespräch!

Pillenpackung XXIV

Zeit für Content im Blog. Giovane Elber ist der Überzeugung, dass Bayer früher oder später einen Einbruch erleiden. Speziell mit den Bayern im Nacken.

Jeder Klub hat immer so eine Phase, in der es nicht so läuft. Leverkusen hatte die Phase in dieser Saison noch nicht, die Bayern haben die schon überstanden. Es wird spannend. Leverkusen hat eine große Meisterchance, aber wenn man den FC Bayern im Nacken hat, wird man nervös. Die kriegen bald Panik. Glauben Sie mir: Das wird passieren! Diese schlechte Phase kommt sicher noch bei denen. Und die muss Bayern dann ausnützen. (Merkur-Online)

Aber die Werkself hat doch schon mal in dieser Saison drei Mal hintereinander Remis gespielt! Gilt das nicht als schlechte Phase. Sorry. Ich muss den Meister-Optimismus weiter an den Tag legen.

Der Kölner Stadtanzeiger spielt gerade Trainer Baade in die Karten. Statistiken seien trügerisch behaupten die und das obwohl Leverkusen derzeit europaweit das beste Team ist, wo doch Barcelona gerade am Wochenende verlor.

Das ist, mit Verlaub, der größte Quatsch, der durch die an gerauntem Quatsch nicht arme deutsche Fußball-Szene geistert. Man kann dieses Bayer-Team und seinen Trainer Jupp Heynckes an vielem messen, aber gewiss nicht an Ansprüchen aus einer Zeit, in der eine halbe Weltauswahl – Kirsten, Emerson, Ballack, Zé Roberto, Lucio – mit massiven Zuwendungen des Konzerns finanziert wurde. Bayer 04 im Jahr 2010 ist eine ganz andere Geschichte. Der Titel wäre nicht weniger als ein Märchen, der Vize ein Lottogewinn, Platz drei die Fünf mit Zusatzzahl, selbst die Plätze vier und fünf das Erreichen eines ehrgeizigen Saisonziels. (KSTA)

Ich glaube fest an Märchen!

Der Tagesspiegel beschäftigt sich dieser Tage mit der 5-Jahres-Wertung und den Steuervorteilen, die Profis wie C.Ronaldo oder David Beckham zuletzt genossen.

In England müssen Stars aus dem Ausland in den ersten drei Jahren nur 26 Prozent Steuern entrichten, ab April werden es knapp 50 Prozent sein. Auch in Spanien wurde das „Lex Beckham“ (er spielte von 2003 bis 2007 für Real Madrid) genannte Gesetz wieder abgeschafft, für neue Verträge werden nun 43 Prozent Steuern fällig. „Für alle Spieler hinter den 20, 30 absoluten Weltstars werden die Preise fallen“, sagt Rudi Völler, der Sportdirektor von Bayer Leverkusen.

Eren Derdiyok bekam übrigens heute doch noch seinen zehnten Saisontreffer anerkannt. Sein Lattenkopfball, der über Andre Lenz seinen Umweg ins Tor fand wurde nun doch nicht als Eigentor des Wolfsburger Keepers gewertet.

Die deutsche Bundesliga hat dem 21-jährigen Schweizer Internationalen Eren Derdiyok seinen Treffer für Bayer Leverkusen zum 2:0 gegen Wolfsburg (2:1) nachträglich zugesprochen. (NZZ)

Die Brasilien-Connection von Bayer funktioniert anscheinend weiter tadellos. Perspektivspieler Lucas soll für zweieinhalb Jahre an den Rhein kommen.

Doch dabei geht es jedoch nicht um eine sofortige Verpflichtung. Der 18-Jährige soll eine Investition in die Bayer-Zukunft sein, nach der Vertragsunterzeichnung geht es zunächst bis Saisonende zurück nach Brasilien, wo er in der U 20 von Sao Paulo spielt. Im Sommer soll Lucas dann erste Testspiele für die Werkself bestreiten. (SPOX)

Ein kleiner Nachbericht zum Erfolg gegen Wolfsburg gibt es in der FR. Heynckes der Unbezwingbare tituliert die Hessenzeitung.

Lächelnd federte René Adler in den Kabinentrakt der BayArena. “Jetzt schießt sogar der Reinartz schon Tore”, flüsterte der Nationaltorhüter im Vorübergehen. Allerdings laut genug. Das war aber nicht schlimm, denn es darf jeder hören, wie die Dinge in Leverkusen laufen: Positiv auf eine Art, die sich nicht nach Namen und Wahrscheinlichkeiten richtet. Irgendwie stellt sich der Erfolg beim Tabellenführer der Fußball-Bundesliga schon ein. Zur Not auch unter aktiver Mithilfe des Gegners.

Im Vorwärts-Blog “Zeit der Weisheiten” stand die Partie gegen Wolfsburg ganz im Zeichen des Karnevals.

Im Duell des Pharmazieunternehmens “Bayer” gegen den Autohersteller “VW” behielten die Kopfschmerztabletten die Überhand, auch wenn sie dafür eine List anwenden mussten. Nach ausgeglichener erster Hälfte, stand im zweiten Durchgang bei den Wölfen ein verkleideter Karnevalist im Tor, der dem eigentlichen Torwart André Lenz zwar zum Verwechseln ähnlich sah, aber unmöglich dieser gewesen sein kann. Jedenfalls ermöglichte er beide Leverkusener Treffer, erst ließ er eine absolut harmlose Flanke aus den Händen rutschen und legte sie so Bayer-Spieler Stefan Reinartz zum Einschießen ins leere Tor mustergültig auf. Beim zweiten Tor vollendete er einfach selbst, auch wenn er dabei zugegeben ziemlich viel Pech hatte. Ein Kopfball von Eren Derdyok prallte gegen die Latten und den Pfosten und sprang von da an Lenz Schienbein und schließlich ins Tor. Auch der Anschlusstreffer durch Edin Dzeko änderte schließlich nichts mehr an der Wolfsburger Niederlage. Leverkusen bleibt Erster, Wolfsburg spielt in dieser Saison dagegen keine Rolle mehr.