Rene Adler und die Fitness

Ach schön. Heute muss ich nicht mehr warten bis Nachrichtenagentur XY ein Interview mit Spieler ABC geführt hat oder der Verein eine Pressemitteilung für den Spieler ABC herausgibt – nein Spieler ABC weiß mit den “Sozialen Medien” umzugehen und teilt es mir nun selber mit. Über Fluch und Segen dieser “Sozialen Medien” (Ich kann mit dem Begriff immer noch nicht soviel anfangen) kann man jetzt natürlich streiten, aber schön, wenn der Spieler ABC, der schon lange verletzt ist und für den sich gerade keine Sau interessiert, weil der konkurrierende Spieler DEF gerade der Heilsbringer ist, mal was von sich hören lässt.

So erfahren wir beispielsweise von Rene Adler, dass er es mal wieder übertrieben hat. Was auch immer das heißt.

Hi zusammen,

kurzes Update: musste erstmal wieder einen Gang zurückschalten. Jetzt werde ich mich wieder langsam ans Training herantasten.
Ist echt schwierig Piano zu machen, wenn man es gewohnt ist immer 100% zu geben und zu ackern wie ein Blöder. Naja, so lerne ich mal mit einer neuen Situation umzugehen. (Facebook)

Die neue Situation könnte bald so aussehen, dass er sich einen neuen Verein suchen muss und dass das gar nicht so einfach ist, wenn man überdurchschnittlich lange verletzt ist. Vielleicht lässt der Verein aber auch Taten sprechen und gibt Adler einen neuen Vertrag. Oder Bernd Leno spielt noch eine Rolle in der ganzen Geschichte. Im Moment ist noch keine Tendenz absehbar. Mein Gefühl sagt mir nur, dass Rene Adler zu Beginn der Rückrunde noch nicht wieder fit ist.

Das Bundesliga-Tagebuch, Teil 1: Der FCB mit Wortspielverbot

Eine neue Kategorie im Catenaccio-Lande. Dem Bayer-04-Blogger wird ab und zu mal langweilig und dann wildert er in fremden Gewässern. Und ehe er das Blog an den ominösen Nagel hängt, wird halt lieber mal was neues ausprobiert. Ich hatte auch mal in Erwägung gezogen, eine halbe Spielzeit über einen anderen Verein zu bloggen. Jetzt echt. Ernsthaft. Kein Spaß. Gute Geister haben mich aber davon überzeugt, dass das nicht gut ist. Gar nicht gut. Also. Gut.

Fast vier Wochen hat die Bundesliga geruht. Eine schlimme Zeit für die Medien, wenn die Bundesliga kein Selbstläufer ist, sondern sich die werten Journalisten in irgendwelche Trainingslager am Rande der zivilisierten Welt begeben müssen. Dort werden verbale Auseinandersetzungen in handfeste Schlägereien verwandelt und schlechte Leistungen gegen unterklassige Hottentottenteams bringen die Reporter dazu, den nächsten Abstiegskandidaten auszurufen.

Auch immer ein beliebtes Thema sind die Mannen des FC Bayern München. Ausgestattet mit einem famosen Tross an Hofberichterstattern, ist der FC Hollywood eigentlich immer eine Schlagzeile wert. Nicht während der Spielzeit, sondern auch in den Pausen. Nun darf über den Wert der Meldungen der Sportjournaille streiten, die sich dem einem Lager anschließen, um das andere fertig zu machen, aber spannend ist es doch irgendwie für den andersartig herzschlagenden Fan.

Eine Verpflichtung von Luiz Gustavo ist irgendwie unspektakulär, auch wenn man hofft, dass eine neue Variable im Defensivverbund – vermutlich auf der Außenbahn – die Bayern-Abwehr vorerst schwächt. Umso spannender sind die Grabenkämpfe zwischen Vorstand und Trainer, die nach der T-Frage im Bayern-Kasten entstanden sind.

Moment. Eine T-Frage im Bayern-Tor? Richtig. Zu fast aller Überraschung, auch der des FCB-Präsidiums hat sich der etwas “eigenwillige” Louis van Gaal dazu entschlossen, ganz eigenmächtig, den Torhüter auszuwechseln. Der junge Kraft, ersetzt den alten Butt. Soweit so gut. Im Hintergrund bebt da auch noch das Neuer-Beben, aber alles der Reihe nach.

Ein Torwart-Wechsel ist ungewöhnlich zu diesem Zeitpunkt, speziell wenn sich der alte nichts zu Schulden hat kommen lassen. Torhüter sind ja sensible Gestalten und dass Louis van Gaal wenig Rücksicht darauf nimmt, liest man in den Geschichtsbüchern der Ligen dieser Welt. Aber vielleicht hat das Gründe.

Die Meinung eines Außenstehenden. Vielleicht auch das Wunschdenken. Thomas Kraft ist ein talentierter junger Keeper. Was er kann, hat er schon in einigen wenigen Spielen bewiesen. Das reicht für van Gaal. Das wenige gute Spiele reichen, um jemand einzusetzen, an den er glaubt, ist alte van Gaal-Schule. Für den Fall, dass es doch nicht läuft und der junge Mann unter dem Druck zerbricht, kann man immer noch den alten wieder einbauen.

Van Gaal hat schon zu Beginn seiner ersten und zweiten Saison bei den Bayern experimentiert. Und weiter experimentiert. Bis es geklappt hat. Und er hat Erfolg gehabt. Wenn es diese Saison nicht klappt, dann halt nicht. Der FCB ist Fünfter nach der Hinrunde, die Meisterschaft gar schon abgeschrieben. Warum dann nicht ein kleines Risiko eingehen mit Thomas Kraft? Dass man keinen Champions League-Platz erreicht, glaubt doch eh niemand. Mainz und Hannover stehen vor dem FCB. Also bitte!

Dann ist da noch Manuel Neuer. Der Mann mit der Eckfahne in der Allianz-Arena. Vielleicht braucht es ihn ja gar nicht? Wenn der Torhüter Kraft ein Großer wird, anders als der Torhüter Rensing, der Jahre hinter Oliver Kahn schmoren musste.

Und das Präsidium? Das ist ja eh eine Geschichte für sich. Da ist der Ex-Präsident Beckenbauer, der Ex-Manager Hoeneß, der jetzt Präsident ist und da ist der Ex-Spieler Nerlinger, der jetzt Manager ist. Ach und das Ex-One-Hit-Wonder-Thema Rummenigge. Alle reiben sich die Augen, was denn ihr Trainer da macht, ohne erst um Erlaubnis zu fragen.

Dabei ist doch der Trainer Experte für seine Spieler, oder? Traut man dem Trainer, der den FCB zum Meister machte, zum Pokalsieger und zum Champions League-Finalisten, nicht ein bisschen Fachwissen zu? Schade, denn ich glaube, so einen starken Trainer hat der FC Bayern schon lange gebraucht, um auch international wieder eine Nummer zu werden. Nicht, dass ich ihnen das wünschen würde.

Butt – Butt – Butt

Wie sich manche Dinge wiederholen. Der Name Hans-Jörg Butt ist ja in Leverkusen kein unbekannter. Einst spielte er bei der Werkself und wurde dann von Michael Skibbe gechasst. Am 21. Spieltag der Saison 2006/2007 leistete sich Butt ein dummes, absichtliches Handspiel und wurde des Platzes verwiesen. Dumm, weil Rene Adler den Ersatzkeeper so gut spielte, dass Butt den Posten des Stammtorhüters abgeben musste.

Es war eine Zeit, in der Torhüter plötzlich hinterfragt wurden. Tradition war eigentlich, dass der Goalie unantastbar ist. Ein Ersatz ist nur ein Ersatz und kam nie dafür in Frage, den Hauptamtlichen in irgendeiner Art und Weise Druck zu machen. Doch seit Klinsmanns T-Frage vor der WM 2006 hatte sich das geändert. Kahn verlor seinen sicher geglaubten Posten in der Nationalelf, es folgten Butt und Rost bei Leverkusen und Schalke und nun ist Butt wieder Teil einer Torhüter-Degradierung.

Doch dieses Mal ist er der Glückliche. Herzlichen Glückwunsch Hans-Jörg! So groß war die Chance, Meister zu werden noch nie! Damals hatte es ja nur für das Vize-Triple gereicht, nun kannst du sogar deinen Teil zu einer Meisterschaft beitragen!