Kein gutes Pflaster

In der nun zweijährigen Geschichte dieses Blogs ist weder Borussia Dortmund ein Grund für fröhliche Anekdoten, noch der Saisonauftakt in eine neue Bundesliga-Saison. Vor zwei Jahren war dies sogar doppelt gemoppelt negativ. Borussia Dortmund zum Saisonauftakt und dann auch noch eine Niederlage. Wenn wir mal über die beschränkten Grenzen dieses Blogs hinwegblicken, dann liegt der letzte Sieg gegen Dortmund drei Jahre zurück, der letzte Auswärtssieg beim BVB gar vier Jahre. Den letzten Sieg zum Saisonauftakt gab es in der Spielzeit 2006/2007 gegen Alemannia Aachen. Die haben ja auch irgendwie gelbe Trikots.

Borussia Dortmund ist also der erste Gegner der Werkself und gleich ein harter Prüfstein. Der BVB hat, wie 6-7 andere Teams auch, mindestens Ambitionen in die Europa-League zu kommen, wenn nicht sogar in die Champions-League. Dortmund hatte bereits zwei Pflichtspiele - sowohl im DFB-Pokal bei Burghausen, als auch das Euro-League-Spiel gegen Agdam wurden sicher gewonnen und offenbarten eine gut sortierte und angriffsstarke Borussia mit einigen beachtenswerten Spielern. Soweit ich das beurteilen kann.

Bayer siegte in der Höhe ebenfalls überzeugend mit 11:1 gegen Pirmasens und 3:0 gegen Simferopol. Spielerisch war das oft klasse, allerdings gab es auch oft wenig zielführende Aktionen in Halbzeit 1 des DFB-Pokals und über weite Strecken des Euro-League-Spiels. Teilweise leisteten sich einzelne Akteure katastrophale Fehler, die nur nicht genutzt wurden. Die Abwehr hat auf jeden Fall noch stabilisierungsbedarf, das Mittelfeld steht gut und hat Alternativen, ebenso wie der Sturm, wo jetzt leider Patrick Helmes für 2-3 Wochen ausfällt.

Was auffällt ist der unglaublich breit besetzte Kader der Leverkusener, der für jede Position mindestens eine hochklassige Alternative bietet. Sollte es mal im Spiel nicht so laufen, dann hat Heynckes immer die Möglichkeit zu wechseln. Im DFB-Pokal traf beispielsweise auch Derdiyok zweifach trotz Jokereinsatz und gegen Simferopol kamen Ballack und Barnetta zur Halbzeit und sorgten gar für Verbesserungen auf dem Platz.

Was darf man gegen den BVB erwarten. Bestimmt kein vernichtendes Feuerwerk, sondern zwei abwartende Teams, die auf den Fehler des Gegners warten. Keine Mannschaft möchte mit einer Niederlage starten, zudem kennt man die Stärken des Kontrahenten. Beide Mannschaften gehen mit Selbstbewusstsein in die Partie und werden die sicherlich auch zur Schau tragen. Wer den ersten Treffer erzielt, dürfte auf einem guten Weg sein, sich die Punkte nicht mehr nehmen zu lassen.

Schlagzahl

Die Schlagzahl in Leverkusen wird weiter erhöht. Nach diversen Trainingslagern (y), unzähligen Trainingseinheiten (x), einer Masse von Testspielen (x) und diversem Zipp und Zapp (Interviews, Fotos, PR-Arbeit, etc.) ging es Samstag ans Eingemachte. DFB-Pokal. Dass da etwas eingemacht wurde, erkannten die Leverkusener Kicker erst in der zweiten Hälfte und lederten die überforderten Amateure aus Pirmasens mit 11:1 ab. Wohl das eindeutigste Ergebnis des Wochenendes und der ersten DFB-Pokalrunde. Dass das Gold erst in der zweiten Hälfte glänzte lassen wir einfach mal so stehen und ordnen das ganze irgendwo zwischen Testspiel und Ernstfall ab.

Apropos Testspiel. Gleich am Sonntag durften diverse Teile der Werkself dann zu einem Test gegen den Drittligisten Wehen/Wiesbaden antreten. Mit dabei - Michael Ballack - der an Presseberichten gemessene, einzige Spieler der Leverkusener. Auf dem Feld sieht das aber noch anders aus und die Mannschaft gewann 4:0 mit Ballack als defensiven Mittelfeldspieler auf der 6er-Position. Nicht hinter den Spitzen, wie an manchen Stellen kolportiert wurde.

Morgen steht der wohl erste richtige Test an. Ein Test, der auch für die Psyche der Leverkusener wichtig ist. Gegen Simferopol heißt es, sich für die Europa-League-Gruppenphase zu qualifizieren. Sich bis mindestens Dezember auf europäischer Ebene zu präsentieren. Finanziell bestimmt nicht so attraktiv, aber von der Wertigkeit und Qualität der Gegner höher anzusiedeln, als der DFB-Pokal. Hier übrigens auch schon mit dabei: Michael Ballack. Wohl nicht in der Startelf, aber wer weiß. Nicht mit dabei: Sami Hyypiä, der sich das Knie am Samstag gegen Pirmasens verdrehte. Erstaunlicherweise schiebt man keinerorts Panik, bzgl. dieser Personalie. Letzte Saison noch war eine Innenverteidigung ohne Hyypiä kaum denkbar.

Sonntag dann gleich das nächste Spiel. Dortmund. Direkt ein schwerer Gegner zum Auftakt. Warum nicht?

Allein in der Bar

Allein in der Bar auf der Bank. Oder fast. Ein Torhüter, vier Feldspieler und das restliche Ersatzpersonal ist entweder krank, verletzt oder steht schon auf dem Platz. Das ist alles was Heynckes noch an Spielermaterial zur Verfügung hat. Gegen Hannover 96. Einen angeschlagenen Gegner, der um den Klassenerhalt kämpft. Das wird mehr als hart. Wie hart, dass kann man beim Kollegen Nils Warmboldt vom Hannover-Fanmagazin nachlesen.

NW: Bayer hat nun seit fünf Spieltagen nicht mehr gewonnen und nur einen Punkt geholt. Wie groß ist jetzt der Druck für Spieler und Trainer? Ist eine Verunsicherung zu spüren?

JP: Nicht wirklich. Bayer spielt trotz der Niederlagen gut und hat immer eine Reaktion gezeigt. Leider spiegeln die Ergebnisse das nicht wieder. Da stimmt es hinten und vorne nicht. Ich frage mich jedoch, wie es am Samstag aussieht, falls Bayer das 0:1 im eigenen Stadion kassiert.

NW: Sowohl für Bayer als auch für Hannover 96 geht es um viel. Was erwartest Du von diesem Spiel? Gehst Du auf Grund der Tabellenlage fest von einem Sieg aus oder hältst Du Hannover 96 für einen gefährlichen Gegner?

JP: Hannover fällt für mich in die Kategorie Wundertüte. Auf der einen Seite spielen die 96er sehr manierlich gegen Schalke und gewinnen, auf der anderen Seite lässt man sich in München abschlachten. Was soll man da denken? Das alles passieren kann, oder? Aber wie du schon sagst. Es geht um viel und für Leverkusen zählt nur ein Sieg. Die Mannschaft hat weiterhin die Klasse jeden Gegner zu bezwingen und das sollte auch gegen Hannover so sein.

Mehr drüben….

Taktische Foulspieler

Samstag. 18:30 Uhr. Endspiel. Also eines von vielen. Diesen Samstag also gegen Schalke. Was uns bewegt? Den gemeinen Bayer-Fan? Definitiv die Aufstellung. Mit Stefan Kießling, Eren Derdiyok und Arturo Vidal könnten drei Stammkräfte fehlen. Zwei bedingt durch Verletzungen, der andere bedingt durch seine zweite Gelbsperre der Saison. Der “Andere” ist Arturo Vidal, der es schaffte in seinen letzten 6 Spielen 6 gelbe Karten zu kassieren, was auf verschiedene Dinge schließen lassen könnte:

1. Nachdem Vidal sich lange Zeit zurückhielt und sich Jupp Heynckes Gelassenheit zu eigen machte, fällt er nun wieder in alte Verhaltensmuster zurück.

2. Vidal setzt Zeichen, um die Mannschaft wach zu rütteln. Einer der kämpft, manchmal auch mit etwas rüden Mitteln, aber er will und das obwohl es punktetechnisch in den letzten Spielen nicht so gut aussah.

3. Irgendetwas läuft taktisch schief. Wer foulen muss, stand nicht richtig. Ob das nun Vidal selber ist, oder ein anderer Mannschaftsteil sei dahin gestellt.

Zurück zur Aufstellung. Schließlich spielt Vidal ja nicht mit, aber vielleicht doch ein Fingerzeig dafür, was nicht so gut läuft bei Bayer. Im schlimmsten Fall spielen beide nominellen Stürmer nicht. Kießling fällt definitiv aus - Derdiyoks Lage ist noch unklar. Die Stunde Patrick Helmes könnte schlagen. So oder so. Ob Heynckes nun einen Stürmer aufstellt oder Helmes neben Derdiyok aufläuft, er hat die Chance sich wieder in Erinnerung zu rufen.

Abhängig davon, wer nun im Sturm spielt, ist die Lage im Mittelfeld. Heynckes hat bis heute noch kein 4-5-1 ausprobiert und das obwohl dies definitiv eine taktische Alternative wäre. Somit wären Barnetta, Kroos und Renato Augusto untergebracht und vorne müsste dann ein Stürmer knipsen. Sollte das übliche 4-4-2 auf dem Plan stehen, nehme ich an, dass Kroos wieder ran darf. Die heutige Pressekonferenz gab nicht so viel Aufschluss über eventuelle Variationen.

Die 6er werden wohl wieder durch Castro und Reinartz besetzt. Castro bringt sehr viele Impulse nach vorne und Reinartz dürfte die etwas defensivere Variante neben ihm sein. In der Abwehr ist alles beim Alten und über den Keeper müssen wir auch kein Wort verlieren. Der könnte aber mal wieder ein Match für Bayer gewinnen. Wär doch was - wie damals bei seinem Bundesligadebüt. Oder?

Soweit zum “gemeinen” Bayer-Fan. Nun zum spezielleren Fall des Fans aus Mitleid. Mich interessiert natürlich, ob Bayer jetzt einbricht. Ich finde, dass man den 6.Tabellenplatz durchaus noch erreichen kann. Und mein Fansein hätte wieder Berechtigung. Oder?

Ach ja der Gegner. Schalke. Ich äußer mich ja ungern zum Gegner. Ich habe immer das Gefühl, dass ich mich beim Gegner nicht so auskenne, deshalb wäre es ja gut Leute zu fragen, die Spezis für den Gegner sind. Bayern-Fans zum Beispiel. Die ließen sich jetzt vor allem darüber aus, wie unrealistisch die Schalker die DFB-Pokal-Partie gegen den Rekordmeister sahen.

Der Besuch beim Arzt

[leftcolumn]Sports News - February 13, 2010

Die ganze Bundesliga und ganz speziell der FC Bayern München warten auf die erste Niederlage der Leverkusener, die mit großer Wahrscheinlichkeit gleichbedeutend mit dem Verlust der Tabellenführung ist. Unterstützung suchte man sich zunächst generell in der Rückrunde, in der Bayer ja immer einbricht, dann zum Beispiel im Verlust diverser Spieler, wie Simon Rolfes, oder Sperren von Leistungsträgern, wie der von Sami Hyypiä und jetzt wird man wohl auf das rheinische Derby hoffen.

Die Fans und Blogger vom FC Bayern, aber auch die der restlichen Konkurrenz leiern in schöner Regelmäßigkeit das Mantra der Vizekusener herunter und vergessen dabei die eigenen Probleme. Oder wer ist nochmal Rekord-Vizemeister? Egal. Christian Nerlinger äußerte sich immerhin dahingehend, dass Leverkusener bestimmt keinen Einbruch mehr erleben wird. Dass Bayern München dennoch Meister wird und er fest daran glaubt ist nur legitim, jedoch führt er dies auf die Stärke des eigenen Teams zurück und nicht auf die Schwäche des Gegners und das ist in meinen Augen die richtige Einstellung. Sollte der Zweikampf an der Spitze der Liga weiter so auf Augenhöhe geführt werden, haben beide Mannschaften im direkten Duell auch noch, die Möglichkeit die Meisterschaft aus eigener Kraft zu gewinnen.

Zurück zum Derby und zum Gegner. Der schlägt sich derzeit mit schlimmen Abwehrproblemen herum und dann kommt auch noch die Abschlussschwäche des vermeintlichen Heilsbringers Lukas Podolski und der restlichen Mannschaft hinzu. Ein schwieriger Patient und ganz Köln fragt sich immer wieder, ob Trainer Soldo der richtige Mann für den Klassenerhalt ist.

Am Samstag zählt für Bayer nur ein Sieg und die Voraussetzungen sind gut. Die Abwehr steht wieder um Hyypiä und zusätzlich kann Jupp Heynckes wieder aus den Vollen auf nahezu allen Postionen schöpfen. Die ewige Bilanz und den letzten Kölner Sieg werde ich aus Gründen der Pietät nicht erwähnen.

Die allwöchentliche Pressekonferenz zum Spieltag war relativ belanglos und ohne großen Informationswert. Die letzten Wochen waren doch da alle recht ähnlich.

PS. Ich geb zu, dass ich mit dem hinten und vorne irgendwann ganz schön durcheinander gekommen bin.

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Ich glaube nicht, dass bei denen noch ein Rückschlag kommt. Sie haben nur noch die Bundesliga. Ich glaube nicht, dass Bayer einbricht.” Christian Nerlinger im kicker.

„Ich mache mir um Poldi keine Sorgen. Er wird bald wieder treffen.” Jogi Löw

„Der Lokalcharakter spielt sicher auch eine Rolle, aber letztlich ist es nur ein Fußballspiel. Das ist auch wichtig für beide Fanlager. Da gilt es die Regeln einzuhalten“ Jupp Heynckes

Ich hab den Trainer gefragt, ob ich spielen soll. Ich hab eine ganz gute Derbybilanz.” Simon Rolfes

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UEFA Champions League Trophy Tour

In den nächsten Wochen, begleite ich die UEFA Champions League Trophy Tour auf Facebook und Twitter und zwischem dem 15. und 19.September 2010 auch live vor Ort in München.