Jupp Heynckes: "Die perfekte Mannschaft gibt es nicht!"

Wieder was gelernt. Das Magazin “Fohlen-Hautnah” ist tatsächlich hautnah an der Bundesliga dran und hat gute Kontakte. Kontakte, von denen ich vor dem letzten Spieltag der Hinrunde auch profitieren darf. Vor dem Spiel zwischen Leverkusen und Gladbach organisierte man ein E-Mail-Interview mit DEM Ex-Gladbacher überhaupt und auch ich durfte ein paar Fragen stellen. Apropos gelernt: Auch ich bekomme keine ausführlicheren Infos rund um den Kader, als sowieso schon in den einschlägigen Medien zu lesen ist. Über die Personaldecke (die sich just heute im Sturm verkleinerte) und die Planungen für den Winter, lies Heynckes auch nichts durchsickern und die Frage auf seinen und den Umgang der Spieler mit den neuen Medien blieb gänzlich unbeantwortet. Trotzdem nett, dass er sich den Fragen stellte. Danke ihm und danke noch einmal an die Jungs von “Fohlen-hautnah”. Hier das Interview.

Jupp Heynckes, ihr Engagement in Leverkusen wurde vor der Saison zwiespältig, trotz des erfolgreichen 5-Spiele-Comebacks in München, wahrgenommen. Ihre letzten Stationen als Trainer bei Schalke und Gladbach waren eher durchwachsen. Warum funktioniert es jetzt so gut mit der Werkself?

Bayer 04 ist ein hervorragend strukturierter Club. Und die Mannschaft, mit der ich arbeiten kann, erfüllt ebenfalls hohe Ansprüche.

Am Samstag steht die Partie in Gladbach vor der Tür. Von Medienseite wartet man auf den Einbruch Bayer Leverkusens und die erste Pleite in der Saison 2009/10. Warum wird es den Einbruch in dieser Spielzeit nicht geben und was bedeutet der Nimbus des “ewigen Zweiten”, von “Vizekusen” für das Team und den Trainer.

Dieser so genannte „Nimbus“ spielt keine Rolle. Wir leben nicht in der Vergangenheit, sondern blicken in die Zukunft. Und da sehe ich hervorragende Chancen, am Ende der Saison die gesteckten Ziele zu erreichen.

Am vergangenen Freitag spielte die Werkself Remis in Berlin. Burak Kaplan, dem sie vor der Saison einen Profivertrag verschafften aufgrund seiner exzellenten Leistungen in der Vorbereitung, erzielte das 2:1 in seinem ersten Bundesliga-Spiel. Neben Kaplan, stehen noch weitere ganz junge Akteure, wie Stefan Reinartz, Eren Derdiyok, Daniel Schwaab oder Toni Kroos Woche für Woche auf dem Platz und zeigen überdurchschnittliche Leistungen. Was darf man von diesen Spielern noch erwarten?

Die jungen Spieler haben in der Tat tolle Leistungen gebracht. Man darf ihnen jetzt nur nicht zu viel abverlangen. Aber die Jungs sind charakterlich so stark, dass sie mit der gesteigerten Aufmerksamkeit klarkommen werden.

Gibt es Spiele in der Hinrunde, wo sie im nach hinein denken, hier wurden Punkte verschenkt? Gegen Schalke verspielte man eine klare Führung, gegen Mainz und Berlin kassierte man kurz vor Schluss den Ausgleich. Hamburg hatte man sich eine Halbzeit lang müde spielen lassen, vergaß dann aber vielleicht selber den Sack zu zu machen.

Die Dinge werden von uns unmittelbar nach den Spielen aufgearbeitet und analysiert. Wir versuchen, daraus Schlussfolgerungen zu ziehen und uns stetig zu verbessern. Doch jetzt verpassten Punkten hinterher zu trauern, wäre kontraproduktiv.

Mit einem sicheren Platz 1-3 ist Leverkusen ganz klar im Soll zur Halbzeit der Saison. Trotzdem gibt es sicherlich noch Dinge zu verbessern? Wo hapert es noch?

Ach wissen Sie: selbst beim FC Barcelona könnte man ja noch Dinge verbessern. Die perfekte Mannschaft gibt es nicht.

Die Winterpause steht vor der Tür. Zeit sich auch wieder mit personellen Dingen im Kader zu beschäftigen. Theofanis Gekas scheint der heißeste Kandidat für einen Wechsel zu sein. Gibt es weitere Planungen für die doch gut besetzte personelle Struktur im Kader?

Wir freuen uns jetzt erst einmal auf die Rückkehr unserer Langzeitverletzten.

Wenn alles gut läuft sind Spieler wie Simon Rolfes, Patrick Helmes, Renato Augusto oder Lars Bender zur Rückrunde wieder voll einsatzfähig. Ist es nicht vermessen zu glauben, dass es dann noch besser laufen könnte, mit den Optionen, die man hat?

Ich bin mir sicher, dass wir mit den genannten Spielern, wenn sie gesund sind, noch besser sein werden. Rolfes, Helmes und Renato sind wichtige Stützen dieser Mannschaft. Es ist eine große Leistung, dass wir so lange ohne sie ausgekommen sind.

Sie sind nun seit 30 Jahren im Trainergeschäft. Vieles scheint schwerer geworden für die Trainerzunft. Der Umgang mit den Medien ist komplexer geworden, Spiele und Spieler werden ganz anders analysiert, Sportmedizin und Trainingsmethoden haben sich weiter entwickelt. Gibt es auch Dinge, die einfacher geworden sind?

Einfacher vielleicht nicht, aber eines ist zumindest gleich geblieben: Das Runde muss in das Eckige.


Das Interview aus Gladbacher Sicht gibt es hier.

Leih mich aus – St.Pauli

Ich habe mich ja neulich darüber ausgelassen, dass es wohl für Richard Sukuta-Pasu die beste Option ist, zu einem Zweitligaverein verliehen zu werden.

So kam es dann heute. Sankt Pauli – ein potenzieller Aufstiegskandidat hat zugeschlagen:

Der FC St. Pauli hat für die Rückrunde noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Zum 01. Januar 2010 wechselt Stürmer Richard Sukuta-Pasu von Bayer 04 Leverkusen auf Leihbasis ans Millerntor. Der 19-jährige U21-Nationalspieler erhält einen Vertrag bis 2011.

(Homepage St.Pauli)

Interessant wird nun, wie die Kaderplanung der Leverkusener im Winter aussieht. Wenn Fanis Gekas tatsächlich auch noch nach Berlin wechselt, ist die Personaldecke im Sturm doch sehr dünn.

(via Rhein-Wupper-Express)

Infografikalarm V: Die Punkte-Karte

punktekarte

Wer von den Top-5 in der Bundesliga-Tabelle hat eigentlich wo seine Punkte geholt? Wer ist der Lieblingsgegner, wo spielt man Remis und gibt es einen Angstgegner. Dies wollte ich kurz darstellen, ohne demnächst erst alle Spielpläne zu durchforsten.

Jede Farbe symbolisiert ein Bundesliga-Team, von oben nach unten Leverkusen, Schalke, München, Bremen und der HSV. In den Spalten sind die Teams aufgezählt gegen die gewonnen wurde, remis gespielt wurde oder verloren wurde. In den gelben Kreise wird die Gesamtzahl für den einzelnen Verein angegeben.

Spezialinfo: Die Kästchen sind in den Spalten chronologisch geordnet. D.h. bspws. gewann Hamburg zum ersten Mal gegen Dortmund, dann gegen Wolfsburg, Köln, Stuttgart…. und zuletzt gegen Nürnberg.

Zu den Lieblingsgegnern. Bochum beispielsweise. Alle Teams bis auf Hamburg siegten gegen Bochum. Stuttgart. Ebenfalls vier Mal in der Siegspalte befinden sich Stuttgart und Nürnberg, einzig München spielte Remis gegen die Schwaben und Bremen teilte die Punkte gegen die Clubberer.

Absoluter Unentschieden-Garant ist, wie könnte es anders sein: Leverkusen. Alle Top-5-Teams teilten sich die Punkte mit der Werkself.

Der Angstgegner der Top-5 und das sollte den Leverkusenern zu denken geben, kommt aus Gladbach. Gegen kein Team wurde so oft verloren, wie gegen Gladbacher, die am Samstag in der BayArena antreten. Schalke und Hamburg verloren gegen die Mannschaft von Michael Frontzeck, Bayern und Werder gewannen.

PS. Bei Bayern München sind wohl zwei Farben durcheinander geraten.

Hertha BSC Berlin, Teil 3

16.Spieltag. Die Winterpause naht. Zeit für ein Fazit. Oder? Oder doch erst warten bis auch das letzte Spiel der Hinrunde absolviert ist? Oder reicht das auch nicht. So ein Fazit macht doch kaum Sinn, wenn man vielleicht Herbstmeister wird und dann doch in der Rückrunde alles abschenkt. Leverkusen. Leverkusen. LEVERKUSEN! Wir sprechen von Leverkusen! Hallo!!

Schon jetzt fangen die Giftspritzer an, ihre böse Arbeit zu verrichten. Naja, Leverkusen. Die sind ja jetzt ganz vorne, aber ein Spitzenteam sind die nicht. Nein? Weil man am Freitag gegen Hertha BSC Berlin nicht gewonnen hat? Weil man acht Unentschieden im Gepäck hat? Weil man die Woche zuvor schon nicht gegen Hannover gewonnen hat? Blicken wir doch mal auf die Konkurrenz. Denn so grandios präsentiert sich die auch nicht.

Leverkusen hat noch keine Niederlage. München, Bremen und Hamburg haben zwei Pleiten, Schalke als Zweiter sogar drei. Leverkusen hat aber acht mal Remis gespielt. Gut. Hamburg und Bremen liegen nur ein Remis dahinter. Sieben Mal gab es eine Punkteteilung. Die Bayern immerhin noch mit sechs Unentschieden.

Ein Blick aufs Torverhältnis. Leverkusen 32:11 Tore. Eine Tordifferenz von Plus 21. Nur Hamburg hat ebenso viel Tore geschossen, in der Defensive hat keine Mannschaft einen ähnlichen Wert.

Das ist alles schön und gut, aber Leverkusen tut sich doch so schwer mit den Kleinen. Gegen die muss man Punkte holen. Hat man ja auch. 13 Punkte gab es gegen die derzeit letzten Fünf der Tabelle (Stand Sonntag 13.12.2009/13:33 Uhr). Nur Schalke hat alle fünf Spiele gewonnen. Hamburg und Bremen mit 12 und 11 Punkten, Bayern hat noch eine Partie gegen Hertha ausstehen und verbuchte acht Punkte. Die Werkself mit klaren Siegen gegen Freiburg (5:0), Nürnberg (4:0), Frankfurt (4:0), Stuttgart (4:0). Schalkes höchster Sieg war ein 3:0 gegen Bochum, Bayern mit einem 5:1 in Dortmund und einem 5:1 in Bochum, Hamburg jetzt noch 4:0 gegen Nürnberg und am 2.Spieltag mit einem 4:1 gegen Dortmund, Werder mit einem 6:0 in Freiburg und einem 4:1 in Bochum.

Dann halt gegen die Großen der Liga. Gegen Bayern, Schalke, Hamburg, Bremen. Da zeigt sich wahre Klasse. Leverkusen gegen diese Mannschaften mit vier Unentschieden. Gegen kein Team sah das Heynckes-Team schlecht aus, gegen Bayern, Hamburg und Bremen waren die Punkteteilungen sicherlich leistungsgerecht, gegen Schalke verspielte man eine 2-Tore-Führung. Das könnte man Leverkusen vorwerfen. Also vier Punkte aus vier Spielen. Und der Rest. Schalke auch hier topp bisher mit sechs Punkten, dank des Siegs gestern Abend in Bremen, Hamburg mit fünf Punkten, Bayern mit drei Punkten und Werder mit zwei Punkten. Am letzten Hinrundenspieltag treffen jedoch Bremen und Hamburg noch aufeinander.

Leverkusen übrigens nur mit einem Punkt mehr als in der Vorsaison. Schalke verbucht fünf Punkte mehr, Bayern hat unter van Gaal vier Punkte weniger als Klinsmann im letzten Jahr am 16.Spieltag, Bremen fünf Punkte mehr und Hamburg sammelte zwei Zähler weniger.

Leverkusen seit neun Spieltagen auf dem Sonnenplatz.

Hört sich doch alles toll an für die Werkself und trotzdem traut man Vizekusen nicht viel zu. Die allgemeine Wahrnehmung spricht zwar von einer stabileren Mannschaft als letztes Jahr. Ein totaler Einbruch wird nicht erwartet, aber die Salatschüssel wird auf auf keinen Fall am Rhein in die Luft gestemmt.

Da passte dann auch das Spiel gegen Hertha ins Bild. Letzter gegen Ersten. Bayer als Favorit ja immer mit Problemen gegen den Underdog (Stichwort: Unterhaching) und so war es dann auch im Berliner Olympiastadion. Hertha schoss ein frühes Tor, spielte forsch nach vorne, kam zu Chancen, Abseitstoren, rührte irgendwann Beton an und dann kam eigentlich ein Moment, in dem man sich an die großen Zeiten der Bayern erinnert fühlte. Ein schlechtes Spiel zeigte Leverkusen. Heynckes Mannschaft war zu weit weg vom Gegner, spielte nahezu nur die Mitte, wirkte harmlos und drehte kurz vor Schluss doch noch das Spiel. Eine Bude nach einer Standardsituation, ein Tor, dass so unglücklich abgefälscht wurde, wie es nur gegen einen potenziellen Absteiger passieren kann. Doch Leverkusen wär doch nicht Leverkusen, wenn man dann nicht doch nach 2:2 kassiert hätte. Eben.

Man kann jetzt viel analysieren, doch das überlasse ich Heynckes und der Mannschaft. Die müssen einfach nur daheim gegen Gladbach am 17. Spieltag gewinnen und es ist Ruhe im Karton.

Live: Werder Bremen – Schalke 04 0:2

[Spielende] Schalke geht als verdienter Sieger vom Platz und spielt sich weiter in den Kreis der (Herbst-)Meisterschaftskandidaten, auch wenn Felix Magath sicherlich davon nichts hören will. In der ersten Hälfte war das Spiel noch ausgeglichen, in Halbzeit 2 war nach dem schnellen Tor von Kuranyi dann nicht mehr viel von Schaafs Mannen zu sehen. Schalke nahm den Bremer Hauptakteuren jegliche Freude am Spiel, teils auch durch körperbetontes Zweikampfspiel. Weder Özil, noch Hunt oder Marin, das vielbeschworene neue magische Dreieck, setzten Akzente. Schalke beängstigt durch absolut standhafter Durchsetzung der eigenen Taktik. Stichwort Disziplin. Werder verliert zum ersten Mal nach knapp zwei dutzend Pflichtspielen und das erste Mal mit dem Werdertannenbaum auf der Brust.

[’85] Schalke mit sage und schreibe drei Spielern im Strafraum der Bremer bei eigener Ecke.

[’84] Moravek übersieht den völlig frei stehenden Farfan, statt dessen versucht er es mit einem drittklassigen Schuss.

[’82] Bönisch humpelt an der Seitenlinie und kann wohl nicht mehr ins Spiel eingreifen. Schaaf hat allerdings bereits drei Mal gewechselt, so dass die Hanseaten in Unterzahl das Spiel beenden müssen.

[’80] Freistoß für Bremen, schnell ausgeführt. Bönisch bekommt den Ball wird jedoch abgegrätscht. Aufregung im Stadion, Fans fordern Elfmeter, da Bönisch fällt. Fleischer sagt Abstoß. Bönisch hat sich wohl weh getan.

[’78] Einige harte Szenen jetzt dabei. Der ein oder andere Spieler schrammt an der Karte, teilweise sogar am Platzverweis durch gelb-rot vorbei. Fleischer ganz unaufgeregt hat aber alles im Griff.

[’72] Großes Lob an Kevin Kuranyi. Erst schrammt er haarscharf an der gelb-roten Karte vorbei, dann dribbelt sich der Stürmer rasant in Richtung Strafraum und legt auf Moravek auf, der schießt, Mertesacker fälscht ab und der Ball senkt sich hinter Wiese zum 0:2 ins Tor. Moravek war vor zwei Minuten ins Spiel gekommen.

[’70] Das Spiel hat sich nicht wesentlich geändert. Werder versucht weiter den Rückstand zu egalisieren, findet aber kein Mittel gegen die taktisch klug agierenden Knappen. Die wiederum gehen teilweise etwas schlampig mit ihren hervorragenden Kontermöglichkeiten um.

[’63] Pizarro für Almeida.

[’59] Die Knappen in ihrem Element. Schalke äußerst diszipliniert, macht den Bremern das Leben schwer und nimmt den Spaß am Spiel. Dann blitzschnelle Konter und die Werderaner lassen alte Schwäche a.k.a. eine löchrige Abwehr erkennen.

[’55] Sanchez für Holty bei Schalke.

[’54] Özil im Dribbling klarer Sieger gegen Westermann. Der Winkel jedoch fast zu spitz, so dass Neuer parieren kann. Der Torwart steht im kurzen Eck, wie es sein soll. Schaaf reagiert und bringt Borowski für Jensen.

[’51] Werder mit ganz viel Glück. Farfan allein auf weiter Flur. Boenisch bringt den Peruaner ins Straucheln und der hechtet in den Strafraum. Ganz klar kein Elfer, aber eine rote Karte wär schon drin gewesen, weil Bönisch letzter Mann war.

[’49] Bremen versucht das Unglück direkt abzuwenden, scheitert aber im Abschluss. Rudelszene im Strafraum der Schalker und vier Bremer versuchen an den Ball zu kommen.

[’47] 0:1 Kevin Kuranyi. Bremen schlampig im Aufbau. Holtby bekommt den Ball, passt in die Gasse und Kuranyi spielt Wiese aus und schiebt ein.

[’46] Anpfiff 2.Hälfte.

[Halbzeit] Klaus Allofs regt sich furchtbar über den Trikottausch von Farfan und Özil beim Gang von Platz auf. Stefan Effenberg munkelt, sie hätten auch Telefonnummern ausgetauscht.

[’45] Schalke kommt eigentlich gut über die Außen in Strafraumnähe, allerdings stehen vor dem Tor keine Empfänger. HALBZEIT. 0:0. Gerechtes Ergebnis. Beide Mannschaften immer wieder mit kleineren Druckperioden, jedoch ohne die ganz zwingende Chance. Halbzeitergebnis derzeit hochgerechnet auch das Endergebnis.

[’42] Marin setzt sich auf links durch, doch ein Schalker grätscht sauber ab, bringt dabei aber den Bremer zu Fall, der spektakulär und mit sauberer B-Note fällt. Neuer richtet ihm einen netten Gruß aus. Hunt verteidigt den kleinen Mann. Ecke – zum Vergessen.

[’36] Choreographie des Spiels sieht vor, dass jetzt Bremen Schalke mehr Platz lässt. Holtby löst sich auch der blauen So-geht-Bank-heute-Bande und flankt auf Kuranyi, der diesmal zwar aufs Tor köpfen will, sich aber den Bremer Gegenspieler als Leiter zu Nutze macht.

[’34] Das Köpchen im Fußball durchaus manchmal von Vorteil ist, zeigt Kevin Kuranyi. Statt selber abzuziehen, weil er freie Schussbahn hat, lullert er den Ball in die Mitte. Bremen sagt danke, aber vielleicht hat er auch zuviel gedacht!?

[’32] Werder jetzt klar am Drücker, aber die ganz klare Chance fehlt noch. Schalke lässt Bremen zu viel Raum, den die technisch versierten Hanseaten gekonnt ausnutzen.

[’30] Aus dem Nichts materialisiert sich der Ball vor Almeida am Elfmeterpunkt. Der Portugiese ist dementsprechend überrascht und knallt den Ball Richtung Oberrang.

[’25] “Ich weiß nicht, ob Almeida schon einen Ballkontakt hatte.” Marcel Reif, Sky am 12.12.2009

Liebes Sky-Team. Bitte richten Sie ihrem Kommentator aus, dass Almeida bereits zwei Mal den Ball berührt hat.

[’24] Höwedes mit Vollspann-Pass Richtung Seitenaus. Im Moment sieht es doch eher nach 0:0 aus. Also am Ende.

[’20] Während ich tippe, faselt Reif ständig von Hand, Hand, Hand. Ist aber dann doch nur der Spieler Hunt und kommt auch nix bei raus.

[’18] Farfan sieht 17 Bremer vor sich. Ist klug und nimmt den Weg mitten durch. Jensen nur halb so klug, lässt das Bein stehen. Freistoß aus 25 Metern, den Schmitz 2,17 Meter am Tor vorbeischießt. (Warum gibt es da noch keine Lasermessungen?)

[’17] Die beiden Buddies von Jogi Löw im Zweikampf. Torsten Frings und Kevin Kuranyi. Unklarer Ausgang.

[’13] Marcel Reif hat ausnahmsweise Recht. Schalke spielt überlegt, selbstbewusst und mit Plan. Die sind nicht nach Bremen gekommen, um sich ein 0:0 zu ermauern. Das freut den neutralen Fan. Reif weist nochmal auf die roten Schnürsenkel eines Sportartikelherstellers hin. Hört sich nach Werbung an, ist aber alles natürlich zu Gunsten der AIDS-Hilfe.

[’11] Kuranyi leitet schön ein, bekommt den Ball kurz darauf wieder, steht in aussichtsreicher Position, donnert den Ball aber in Richtung Simon-Petrus-Kirche. Vielleicht doch lieber auf den eigenen Kopf vorlegen und köpfen?

[‘6] Sky testet ansatzweise mal die Kamera von der Bremer Simon-Petrus-Kirche. Schöne Übersicht, aber Fußball-TV-unfreundlich, schließlich sieht nicht jeder das Spiel auf einer Leinwand im Wohnzimmer.

[‘4] Hunt mit der Hereingabe in den Rückraum und Jensen findet nur den Kopf eines Schalkers, der Neuer die schöne Parade stielt. Gute erste Chance für das Heimteam. Danach Ecke, Konter Schalke und fahrlässige Vertändelung des Balles.

[‘3] Es sind die typischen Fußballspiel-Anfangsminuten. Beide Teams tasten sich gegenseitig ab, aber ganz vorsichtig. Keine Chanen und demnach keine Diagnosen.

[‘1] Anpfiff ins Samstags-Topspiel!

[Vor dem Spiel]Helmut Fleischer ist Schiedsrichter. Aufstellungen:

Werder: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch – Frings, Jensen, Hunt, Özil – Marin, Almeida.

Schalke: Neuer – Zambrano, Höwedes, Westermann, Schmitz – Rafinha, Matip, Rakitic – Farfan, Kuranyi, Holtby.

Ausgangslage klar. Keinem hilft ein Remis weiter. Der Sieger der Partie spielt weiter um die Herbstmeisterschaft mit und setzt ein Zeichen.

Gleich noch mehr. Auch live dabei. Tobias!

Heute im Live-Blog das Spitzenspiel des 16.Spieltags Werder Bremen gegen Schalke 04. Mehr ab 18:00 Uhr.

Live: Hertha BSC Berlin – Bayer Leverkusen 2:2

[Spielende] So Feierabend. Arne Friedrich mit harter Rafati-Kritik, die ich so nicht verstehen kann, aber das wurde ja schon in den Kommentaren gesagt – am Ende ist Rafati Schuld.

Es ist dann doch irgendwie typisch Leverkusen. Statt, dass man ein Spiel gegen einen Abstiegskandidaten dreckig dreht und gewinnt, bekommt man in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Gab es letzte Saison auch schon. Ein unnötiges 2:2 gab es diese Saison auch schon. Gegen Schalke.

[’90+2] Und liebe Leverkusener. So wird man nicht Meister oder irgendwas. Ecke. Kopfball Ramos 2:2.

[’90] Liebe Hertha so steigt man ab. Tut mir leid. 1:2 Kaplan abgefälschter Schuss.

[’85] Die Minuten verrinnen. Das Spiel wenig unterhaltsam, aber Leverkusen letztlich am Drücker, nur wenig zwingendes dabei.

[’81] Bayer mit gefühlten 90 Prozent Ballbesitz nach dem Platzverweis und dem Ausgleich. Geht da noch mehr?

[’78] Kacar fliegt mit Gelb-Rot vom Platz, wegen Ballwegwerfens. Dümmer gehts kaum.

[’76] Ja gibts das? 1:1 Kroos? Abwehr einer Ecke in die Mitte und Kroos durch Mann und Maus.

[’74] Sky-Kommentator mit dem Mantra. Leverkusen bei Standards….

[’66] Zu kompliziert was Leverkusen da spielt. Kießling legt auf Barnetta auf, doch der gibt noch mal den Ball in die Mitte, statt direkt zu schießen. Jetzt kommt Helmes für Derdiyok.

[’63] Da geht im Moment wenig auf dem Platz. Warten auf den entscheidenden Fehler oder ein schlechtes Spiel einfach austrudeln lassen.

[’59] Raffael klar schneller als Vidal, beschleunigt aber mit Hilfe von Vidals Kopf. Gelb für den Brasilianer.

[’57] Auch die hochgelobten Standards der Leverkusener strahlen keine Gefahr aus. Kroos zirkelt einen Ball um die Berliner Mauer (Großartig!) findet aber in Drobny seinen Meister bei diesem Freistoß.

[’55] Castro bekommt Gelb für Meckern nach einem Foul von Vidal. Erst Castros zweite in dieser Saison. Viele Dinge haben sich verändert in dieser Spielzeit.

[’53] Das hätte das 2:0 sein müssen. Lediglich weil Adler so weit rauskam, stand der Berliner Torschütze im Abseits.

[’51] Heißer Konter des Tabellenletzten. Ebert steht ganz alleine in der Mitte, doch Ramos spielt ihm in den Rücken. Chance vertan.

[’48] Hertha jetzt ganz tief stehend. Der Betonmischer wurde angeworfen. Leverkusen jetzt über Kaplan und Derdiyok in den Strafraum und Kießling prüft Drobny, der gerade noch zur Ecke klärt.

[’46] Anstoß zu Halbzeit 2. Schwaab raus, weil wohl angeschlagen. Burak Kaplan, hoffnungsvolles Nachwuchstalent dafür rein. Castro dann auf rechts in der Verteidgung? Kaplan eigentlich einer fürs offensive Mittelfeld.

[Halbzeit] Rudi Völler meint, dass man in Halbzeit 2 mehr über die Außen spielen sollte. Bisher zuviel durch die Mitte. Völler zum Thema Gekas: Es gibt Gespräche, so wie es aussieht wird er wohl in der Winterpause wechseln.

[’45+1] Halbzeit. Vorher noch Gelb gegen Kacar. Twitter-Analyse zur Pause.

[’43] Leverkusen hatte sich viel von der linken Seite mit Kadlec und Kroos erhofft. Doch hier läuft nahezu nichts, wenn dann über rechts und Schwaab und Barnetta. Hertha in der Defensive vor allem sehr tief stehend und dann inzwischen konternd.

[’39] Heynckes dürfte sich die Standpauke schon zurecht gelegt haben. Das Problem was er haben dürfte, dass die Elf das Problem auf dem Platz lösen muss. Die Bank scheint für das Drehen eines Rückstands derzeit nicht hilfreich.

[’37] Leverkusen erhöht Druck und Tempo. Castro mit einer feinen Flanke auf Kießling, der bereit zum Einnicken in der Luft steht. Drobny wischt dem Franken den Ball noch gerade von der Stirn.

[’33] Hertha versteht es geschickt Bayer die Freude am Spiel zu nehmen. Kein Raum für große Spielereien. Zweikämpfe werden insbesondere sehr körperbetont geführt. Mal sehen, wie lange Vidal und Co. das noch mitmachen.

[’25] Bayer sehnt die statistisch stärkste Viertelstunde herbei. Sonst läuft nicht viel. Spielt doch nur Leverkusen in Berlin?

[’21] Leverkusen weiterhin nicht ganz in der Spur. Hertha bemüht sich nach vorne zu spielen.

[’15] Vidal rächt Barnetta. Der bekommt den Ball abgenommen, Vidal räumt dann auf, holt sich den Ball wieder und verursacht einen Freistoß. Insgesamt jetzt mehr Spielanteile für Leverkusen. Auf Twitter werden die ersten Eimer Häme für Bayer bereit gestellt.

[’13] Erstaunlich, aber Hertha drückt. Dem Letzten der Tabelle käme nichts gelegener als zweiter Treffer. Derweil Derdiyok mit einem ersten Kopfball auf den Kasten von Drobny. Barnetta mit der Flanke.

[’10]  Hertha mit weiteren guten Offensivaktionen. Leverkusen noch ohne Konzept und Bezug zum Spiel. Man darf auf die Reaktion des vermeintlichen Favoriten gespannt sein.

[‘8] 1:0 Hertha BSC Berlin. Ramos empfängt einen schönen durchgesteckten Pass und verwandelt mustergültig. Reinartz blieb da zu lange stehen und verhindert das Abseits.

[‘5] Katastrophale Querschläger von Kaka. Die Berliner Abwehr wirkt unsicher und nervös. Die Werkself kann aber noch keinen Profit aus diesen Unzulänglichkeiten schlagen.

[‘3] Die ersten Minuten sind um. Keine besonderen Vorfälle. Hertha noch nicht nennenswert aktiv, Bayer dagegen mit einigen ersten Flankenversuchen von der rechten Seite. Die Hauptstädter, wie durch Funkel angekündigt relativ robust im Zweikampf.

[‘1] Anpfiff von Schiedsrichter Rafati.

[Vor dem Spiel] Jupp Heynckes auf die gleiche Frage, die zuvor Funkel gestellt wurde. “Eine Niederlage ist nicht eingeplant, aber Hertha ein undankbarer Gegner.”

Sky erinnert an die letzte Saison, als Hertha jeweils 1:0 gegen Bayer, sowohl zuhause, als auch auswärts gewann. Der Siegtorschütze war in beiden Fällen Andrey Voronin.

Friedhelm Funkel auf die Frage: Wie besiegt man Leverkusen? “Sehr schwierig, aber die Wahrscheinlichkeit spricht für uns. Irgendwann muss die Serie reißen.”

Funkel kling nicht wirklich überzeugt von seinem Team. “Es ist die verdammte Pflicht eines Fußballprofis seinen Mann auf dem Feld zu stehen.”

Die Aufstellungen:

Hertha BSC: Drobny – Piszczek, Kaka, von Bergen, Pejcinovic – Ebert, Lustenberger, Kacar, Cicero – Raffael – Ramos.

Bayer 04: Adler – Schwaab, Reinartz, Hyypiä, Kadlec – Vidal, Castro – Barnetta, Kroos – Kießling, Derdiyok.

Ab 20:30 Uhr hier die Partie zwischen Berlin und Leverkusen im Liveblog. Bewusst heute ohne Scribblelive, da ich dann das Gefühl habe entspannter zu kommentieren. Weitere Informationen ab 20:15 Uhr.

herthakies

(c) Fotocredit: KSMedia.net / Loungerie

Vorzeichen

Die Vorzeichen könnten nicht eindeutiger sein vor der Partie von Hertha BSC Berlin gegen Bayer Leverkusen. Der Tabellenerste trifft auf den Letzten. Leverkusen seit 15 Spielen ungeschlagen, Hertha überhaupt erst mit einem Sieg. Stefan Kießling schon mit 12 Toren, die Hauptstädter mit ganzen neun Treffern. David, Goliath. Groß, klein. Geld, kein Geld. Trotzdem titelte beispielsweise der Kicker heute auf seiner Onlinepräsenz mit der Frage: “Stolpert Bayer ausgerechnet in Berlin?” und auch in Bloggerkreisen ist man skeptisch, ob Bayer drei Punkte einfährt:

Im Prinzip spräche alles für einen eindeutigen Spielausgang. Woraus das Spiel für mich die Spannung bezieht, ist die Frage wie Bayer Leverkusen mit einem Gegner umgeht, der vielleicht heute abend Beton anrührt. […] Keine Mannschaft hat mehr Unentschieden gespielt wie das bis dato ungeschlagene Bayer. [AAS]

Auch Jupp Heynckes wird von der Berliner Morgenpost gefragt, ob die Ausgangslage nicht einige Gefahren birgt:

Berliner Morgenpost: Herr Heynckes, welcher Gegner heute ist gefährlicher für Bayer: Hertha BSC oder womöglich der Schlendrian in den Köpfen der Spieler?

Jupp Heynckes: Im Fußball sind alle Eventualitäten möglich, wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der VfB Stuttgart nach dem Theater der vergangenen Tage am Mittwoch in der Champions League in elf Minuten drei Tore schießt. Ich habe in jungen Jahren von Hennes Weisweiler gelernt, nie einen Gegner zu unterschätzen – das gilt auch jetzt für Hertha.

Da schrillen wohl derzeit alle Alarmglocken bei den Verantwortlichen in Leverkusen, oder? Eine Niederlage in Berlin, dann vielleicht noch ein peinlicher Auftritt im kleinen Derby gegen Gladbach und schon sprechen wieder alle von der alten Schwäche der Werkself und der gute Gesamteindruck der Hinrunde wäre futsch. Das wäre bitter, aber daran glaube ich nicht. Warum? Weil die Mannschaft eine Stärke zeigt, die ich schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr in Leverkusen gesehen habe. Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit, Potenzial, taktische Fähigkeiten, Tiefe des Kaders. Alles Punkte, die eigentlich dafür sprechen würden, dass Bayer Richtung Herbstmeisterschaft strebt.

Letzte Woche gab es ein müdes 0:0 in Hannover. Aus den hintersten Ecken unkte es bereits: “Wie letzte Saison”. Doch das Kollektiv arbeitet an einer Verbesserung, einer Lösung für die schwache Leistung in der AWD-Arena. Man guckt sich das Personal an, die Taktik und sonstige Aspekte so eines Spiels und justiert nach. Heute justiert man vermutlich die Aufstellung.

Sinkiewicz aus der Innenverteidigung raus, dafür Reinartz neben Hyypiä im Defensivzentrum. Heynckes erklärte noch vor ein paar Wochen, dass die eigentliche Stärke des jungen Mannes genau auf dieser Position liegt und nicht im defensiven Mittelfeld, wo er seit geraumer Zeit hervorragende Leistungen bringt. Also wird dieser Platz dort vakant und wen haben wir da. Gonzalo Castro. Der erklärte just vor der Saison, dass die 6er-Position seine Schokoladenposition wäre, er aber auch gut Außenverteidiger spielen könnte und bei der Konkurrenz im Verein, würde er dann doch wohl auch den Außenverteidiger mimen. Also Castro neben Vidal.

Da sich das Lazarett auch immer mehr lichtet, darf Michal Kadlec auf der linken Außenverteidiger-Position ran. Schon gegen Hannover brachte die Hereinnahme des Tschechen enormen Schwung auf die linke Seite, die man zuvor vermissen ließ. Also einige wenige Umstellungen, die die Defensive stärken sollen (Reinartz, Castro), aber auch nach vorne etwas bewirken können (Kadlec). Wenn dann Kroos und Barnetta weniger nach hinten arbeiten müssen, wäre auch wieder mehr Platz für kreative, offensive Aktionen der beiden und damit eine Belebung der beiden Stürmer Derdiyok und Kießling. Der Schweizer darf wohl noch weiter bis zur Winterpause zeigen, was in ihm steckt. Allerdings hat der Mann auch noch einiges an Potenzial, speziell was Übersicht und Abschluss angeht.

Noch mal etwas ganz anderes zum Schluss. Labbadia ist weiter ein schwarzes äh rotes Tuch in Leverkusen. Simon Rolfes lobt den aktuellen Trainer, aber auch Michael Skibbe, jedoch wird der Ex-Trainer in einem Bericht der FAZ mit keinem Wort erwähnt.

Heynckes und Leverkusen, das scheint sehr gut zu passen, wie auch Rolfes betont. „Schon Michael Skibbe hat die Entwicklung einzelner Spieler positiv beeinflusst. Ich denke an René Adler, Gonzalo Castro, Stefan Kießling oder auch an mich“, sagte er. „Dass die Qualitäten der Spieler jetzt aber so gut ineinandergreifen und die Mannschaft davon profitiert, dafür ist Jupp Heynckes verantwortlich.“ (FAZ)

Und weil das alles voll schön wird und viele Tore auf der richtigen Seite fallen, gibt es heute Abend ein Liveblog!