EDIT: Hoffenheimer vor Sperre?

Gerade explodiert mein Blog, aufgrund diverser Suchanfragen zu den Spielern Daniele Mannini und Davide Possanzini. Warum? Weil diese beiden Spieler Präzedenzfälle für zwei Hoffenheimer Akteure werden könnten. Könnten!? Die beiden italienischen Kicker kamen 2007 zu spät zu einem Dopingtest nach einem Spiel in Italiens Serie B. Worauf sie im Januar 2009 vom CAS zu einer einjährigen Sperre verurteilt wurden.

Die Umstände sind kurios. Die Akteure des Zweitligisten Brescia Calcio hatten nach einer 0:3-Pleite gegen Chievo Verona die Strafpredigt des Trainers abwarten wollen. Sie hatten sich den Kontrolleuren entzogen und sich erst aus der Kabine getraut, als die Frist um eine knappe halbe Stunde überschritten worden war. Die dann genommenen Proben waren negativ. (Aus dem lesenswerten Artikel der TAZ)

Dieses Schicksal droht nun auch Andreas Ibertsberger und Christoph Janker von der TSG 1899 Hoffenheim. Nach dem Spiel gegen Gladbach am 07.Februar kamen die beiden Akteure zehn Minuten zu spät zur Dopingprobe, da Trainer Ralf Rangnick zunächst noch eine Mannschaftssitzung angesetzt hatte. Damit verstießen die Spieler allerdings gegen die DFB-Doping-Richtlinien und die Vorschriften der WADA. Der DFB-Kontrollausschuss hat nun die Ermittlungen aufgenommen – fraglich ist, bis wann diese abgeschlossen sind (bis zur Verurteilung der beiden italienischen Spieler ging ein Jahr ins Land), ob Gladbach gegen die Wertung des Spiels Einspruch erhebt (1:1), ob zehn Minuten für eine einjährige Sperre ausreichen und ob sich dann eine ähnliche Protestfront, wie in Italien bildet, als die Spielergewerkschaft zu Streiks aufrief.

Trainer Rangnick erklärte weiterhin “Dopingvorwürfe kann es keine geben, weil bei uns nicht gedopt wird”. Was aber auch nicht erklärt warum man nicht mehr Fingerspitzengefühl, bei der Abstellung von Spielern zur Dopingprobe beweist.

Kennzeichnend für den Umgang mit Doping im Fußball ist, dass zwar alle Beteiligten gegen das Urteil protestieren, niemand es aber zum Anlass nimmt, die Spieler zur Pünktlichkeit anzuhalten und den Trainern nahezulegen, ihr Donnerwetter an die zur Kontrolle bestimmten Sportler besser zu terminieren. Lieber Gesetze ändern als sich ihnen beugen, lautet die Botschaft. (TAZ)

Wen die Dopingrichtlinien interessieren und die damit verbundenen Auflagen für Bundesliga-Profis, dem sei dieser Artikel empfohlen.

EDIT: Die Herren Dogfood und Surfguard beschäftigen sich nach dem heutigen DSF-Doppelpass mit den Verharmlosungen der Herren Wontorra, Meier und Lattek.

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6 comments » Write a comment

  1. Was mich überrascht:
    bisher habe ich noch keinerlei hämische Kommentare darüber gelesen (kann aber an mir liegen), dass die ach so professionellen Hoffenheimer nicht in der Lage sind, ihren Spielern und insbesondere den Leuten, die “nah an der Mannschaft” arbeiten, die Regularien und vor allem die Bedeutung der Dopingkontrollen nahe zu bringen.

    Andererseits auch kein Wunder angesichts der öffentlichen Meinung, die der DFB-Vizepräsident wohl recht treffend erfasst und formuliert hat.

  2. Ich glaube die Angst, auch einmal aufzufallen, ist zu groß. Wenn es tatsächlich so ist, wie Rangnick es beschreibt, dass Regularienverstöße an der Tagesordnung sind, dürfte das nicht der letzte Fall gewesen sein.

  3. Ich weiß gar nicht, was ich hoffen soll: dass Rangnicks Schutzbehauptungen an den Haaren herbeigezogen sind, oder dass er recht hat und sich nun ein notwendiges Erdbeben ereignet.

  4. Ich könnte mir vorstellen, dass es tatsächlich so ist, allerdings glaub ich noch nicht an das Erdbeben =)

  5. Pingback: Wie naiv kann man sein? « angedacht

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