Infografikalarm: Der Kader von 2003/2004

In Leverkusen ist ja vor der Saison immer das höchste Ziel der internationale Wettbewerb. Auch vor der Saison 2009/2010 werden Rudi Völler, Jupp Heynckes und Wolfgang Holzhäuser vor die Presse treten und sagen: “In Leverkusen muss man den Anspruch haben, um den internationalen Wettbewerb mitzuspielen.” Während der Saison wird sich das, wenn es gut läuft so anhören: “Die Meisterschaft ist im Bereich des Möglichen, aber wir müssen vor allem erst einmal Platz 5 absichern.” Wenn es schlecht läuft… naja egal.

Dieser Tage musste ich dann mal ganz stark nachdenken, um mich zu erinnern, wann Bayer 04 denn das letzte Mal international gespielt hat, bzw. wann das Team die Quali für die internationalen Plätze erreicht hatte. Das war 2006/2007 mit Platz 5. Im Jahr darauf reichte es nur noch für Platz 7 unter Michael Skibbe, dieses Jahr sogar nur für den neunten Rang. Anspruch und Wirklichkeit klaffen weit auseinander.

Doch es gab auch andere Zeiten, an die ich mich gerne zurückerinnere. Zum Beispiel an den Kader von 2003/2004. Diese Leverkusener Mannschaft war die letzte, die es schaffte, sich für die Champions League zu qualifizieren. Butt, Juan, Lucio, Nowotny, Bastürk, Ponte, Ramelow, Schneider, Berbatov und Neuville sind die Namen, die speziell hängen geblieben sind. Doch es waren auch andere dabei. Hanno Balitsch oder Marco Babic, ein Franca oder gar ein Clemens Fritz.

Mich interessierte, wie es zu dieser Kaderzusammenstellung gekommen ist. Haben die Spieler schon lange zusammen gespielt? Löste sich der Kader nach 2003/2004 schnell wieder auf?

Zu diesem Zwecke habe ich eine kleine Infografik angefertigt. Im Zentrum steht der Kader des Jahrgangs 2003/2004. Aufgeführt sind nur Spieler, die mindestens 10 Partien in dieser Saison absolviert haben. Die Größe des Trikots gibt die Anzahl der Spiele an. In der Grafik kann man dann ziemlich schnell erkennen, ob die Akteure beispielsweise in der Spielzeit davor schon unterm Bayer-Kreuz agierten. Ob sie die darauffolgende Saison auch noch in Leverkusen absolvierten.

Der Kader von 2003/2004 bestand zum größten Teil aus Resten des legendären 2001/2002-Kaders, der drei Mal Vizesieger wurde. Im Mittelfeld hinterließ Ballack ein Loch, im Sturm Ulf Kirsten. Sonst blieben die meisten Leistungsträger, speziell in der Abwehr mit Lucio, Nowotny und Placente. Nach der Katastrophensaison 2002/2003, in der man nur knapp dem Abstieg entrann, komplettierte Juan den Abwehrverbund.

Als wahre Dauerläufer im Mittelfeld erwiesen sich Carsten Ramelow und Bernd Schneider. Beide spielten durchgäng von 2000-2008, Schneider ist nun der letzte Spieler des besprochenen Kaders. Sehr schön abzulesen ist auch die Entwicklung von Dimitar Berbatov. Spielte der ehemalige Chancentod zunächst noch wenig, steigerte er sich von Saison zu Saison, ehe er dann 2006 den Verein verließ.

Insgesamt kann man festhalten, dass der Kern des Teams von 2002 bis 2005 zusammen spielte. Dabei sprangen Platzierungen zwischen Platz 3 und Platz 15 heraus. Dies zeigt wohl, was für feine Nuancen über Erfolg und Niederlage entscheiden.

k20032004

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10 comments » Write a comment

  1. Ich finde Rot auf Grün immer schwierig zu lesen.

    Fragen habe ich dazu: Welches Tool nutzt du dafür? Ich finde Statistiken und Grafiken immer puppengeil.

  2. Das ist mit Indesign gebaut. Die Statistiken (Spielanzahl) sind von einer der üblich verdächtigen Seiten…

  3. Interessanter Ansatz.
    Kurzkritik:
    die Shirts sind nicht so richtig aussagekräftig. Wäre eine Legende möglich, ab wann welche Größe angezeigt wird?
    Oder noch besser gleich die Anzahl der Einsätze in die Matrix einfügen und nach einem bestimmten Farbschlüssel (>20 Einsätze grün, o.ä.) einfärben?
    Die Hintergrundfarbe tut ein wenig weh…

  4. Danke für den Hinweis – auch evtl. farbige Trikots könnten sinnvoll sein und der Hintergrund, naja.. die Seite ist auch rosa.
    Warum die Shirts nicht aussagekräftig sind, habe ich nicht verstanden. Je kleiner desto weniger Einsätze… oder?!?

    Nochmals danke. Ich übe noch =)

  5. Mit nicht aussagekräftig meine ich: in welchem Verhältnis stehen die Shirts zueinander? Steht das größte Shirt für 34 Einsätze? Das nächst kleinere für 32-33 Einsätze?

  6. Ok. Unten in der Legende sollte eigentlich das Trikot mit der 34 stehen. Als Referenz. Je kleiner, desto weniger Einsätze hat der Spieler. Die größte verändert sich proportional zu den Einsätzen. Ein Spieler mit 33 Einsätzen hat dann ein Shirt, dass nur noch 97% so groß ist, wie die Referenz. Mit 30 Einsätzen 88%, 20 Einsätzen 58%, etc…. hab ich dich richtig verstanden?

  7. Noch ne Anmerkung. Ziel war es, dass ein Eindruck entsteht, wer essentieller Teil des Kaders wars und wer nicht. So hatte ich mir das gedacht. Mehr Einsätze, desto wichtiger. Weniger, unwichtiger. Großes Trikot, wichtig. Kleines Trikot, unwichtig.

  8. Schöne Grafik. Aus der man ableiten kann, dass der Umbruch jetzt aber mal definitv vollzogen wurde. Und dass die Jungs jetzt ruhig mal wieder was reißen dürfen :-)

  9. Pingback: Sommerliche Substitutionsstrategien. « angedacht

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