Jupp & Bruno

Vor der Saison ist fast immer alles total super und harmonisch, wenn man nicht gerade Stuttgarter Manager ist, 30 Mille über hat und keine Spieler verpflichtet bekommt oder wenn man in Hoffenheim einen Demba Ba auf heißen Kohlen sitzen hat. Zwei Wochen bzw. eigentlich nur noch eine und das beinharte Profigeschäft auf nationaler Ebene beginnt wieder. Zunächst ruft der Pokalwettbewerb, dann die Bundesliga. Und total super gute Laune kommt vor dem Start in die neue Saison natürlich total klasse rüber und bringt den garantierten Sieg, oder man verliert in Fürstenbergsreuth oder Neckarelz, oder so.

In Leverkusen, beim Jupp auf jeden Fall erlebt man supertolle Tage. Alle sind voll froh, dass der alte – pardon – der junge Spund Bruno weg ist und jetzt wieder superguter Tralala-Fußball gespielt werden darf, doch obacht nicht mit dem Jupp. Der meinte nämlich jünst im Express: “Mein Team ist mir zu harmonisch.”

Olala. Was heißt das denn jetzt? “Aus der Mannschaft muss mehr Leben kommen, sie muss gewisse Dinge intern regeln können. Mir ist die Mannschaft untereinander noch zu harmonisch. Deshalb lege ich da bewusst den Finger in die Wunde”, so die Erklärung. Hui. Das haben schon viele probiert. Wollten Schweinehunde im Leverkusener Team heranzüchten. Killerfußballer – also mit Killerinstinkt und Siegeswillen. Hat nie geklappt. Der schon angesprochene Bruno auch nicht, obwohl der ja schon als Fußballer alles gewonnen hat und den begabten Jungs, dass ominöse Siegergen einimpfen wollte. Genexperimente in Leverkusen. Ein unerschöpflicher Quell dummer Kalauer.

Der Bruno und der Jupp sind auf jeden Fall mit das liebste Thema der Medien, denn der eine ist jung und hat sich davon geschlichen und der andere ist alt und hat sich rein geschlichen. Famos. Ein Fressen für die Presse. Aber was macht jetzt der eine besser, als der andere?

„Bei Labbadia waren die Einheiten sehr lang, er verlangte viel Laufbereitschaft. Bei Heynckes ist das Training kürzer, es geht dem neuen Trainer um Qualität durch volle Konzentration auf einen Trainingsschwerpunkt. Zum Beispiel auf das Pass-Spiel. Er versucht nicht, so viele Themen wie möglich in eine Einheit zu packen.“ (Bild)

Und was noch? “Unterbrach Labbadia eine Übung, um von der linken Spielfeldseite Rechtsaußen Renato Augusto zu korrigieren, sprintete Dolmetscher Lünnemann quer über den Platz und zurück. Jetzt ist das nicht mehr nötig. Heynckes spricht Spanisch und etwas Portugiesisch, er kann bei Bedarf in die Muttersprachen der Spieler wechseln.” (KSTA)

Soso. Das ist aber noch nicht alles, denn Stefan Kießling sagt: “[Heynckes] ist sehr offen. Er redet unheimlich viel mit uns, versucht, uns die Dinge genau zu erklären und achtet auch sehr darauf, dass wir nach den Einheiten regenerieren. Er betont immer wieder, dass er selbst Spieler war und weiß, wie wir uns fühlen. Und so geht er auch mit uns um. [...] Jupp Heynckes bringt das alles einfach richtig gut rüber. Er sagt uns immer wieder, dass es ihm riesigen Spaß macht, mit uns zusammenzuarbeiten. Und uns geht es genauso. Das passt im Moment richtig gut.” (SPOX via AAS)

Hmm. Das mit dem früher-Spieler-gewesen hat ja schon bei Bruno gut geklappt und schon wieder diese Harmonie. Jupp muss noch viel arbeiten. Ob er das schafft?

Naja in Hamburg ist auf jeden Fall auch sehr viel Freude da. Der erste Pott ist gesichert, also dieser Telekommunikationscup und Spieler verpflichtet man am laufenden Band. Angeblich darf Bruno auch mit verpflichten – das durfte er ja in Leverkusen nicht. Dann ist Bruno vielleicht ausgeglichener und lässt die schlechte Laune nicht an den Spielern aus. “Irgendwie hat sich das dann so entwickelt, dass der Trainer nicht mehr so mit der Mannschaft konnte und die Mannschaft nicht mehr so mit dem Trainer”, so der Kießling im Interview bei Spox. Also nicht so in der Hansestadt.

Dann sind doch alle glücklich, obwohl das ist ja gar nicht gut.

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4 comments » Write a comment

  1. „Bei Labbadia waren die Einheiten sehr lang, er verlangte viel Laufbereitschaft. Bei Heynckes ist das Training kürzer, es geht dem neuen Trainer um Qualität durch volle Konzentration auf einen Trainingsschwerpunkt. Zum Beispiel auf das Pass-Spiel. Er versucht nicht, so viele Themen wie möglich in eine Einheit zu packen.“ (Bild)
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    Bei uns (HSV) loben die Spieler den neuen Trainer. Er trainiert viel mit dem Ball, trotzdem sind die Übungen intensiv.
    Hach dem Profi von heute kann man es aber auch nicht recht machen.

  2. ich könnte mir vorstellen, dass ein trainer, der mir ständig sagt, wie viel spaß er an der trainingsarbeit hat, und wie toll doch die welt ist, irgendwann auch albern wirkt… ;-) ich bin positiv gespannt auf die ersten buli-spiele! denke, der heynckes könnte was aus der truppe machen.

    apropos ex-spieler: ob ein jupp heynckes oder ein bruno labbadia erzählt: ich denke, da gibt es noch deutliche unterschiede in der qualität die beide früher hatten…

  3. Na klar loben die Spieler den Trainer. Wär doch schlimm, wenn das schon vorher losgehen würde @ned ;)

    apropos ex-spieler: @ode: da hast du wohl recht, aber das wurd zu beginn schon immer sehr betont, beim schönen brüno.

  4. Pingback: lauthals » Bayer Leverkusen und die Suche nach der Unberechenbarkeit

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