1.FC Köln, Teil 4

[leftcolumn]Die Analyse des Spiels gegen Köln ist mir richtig schwer gefallen. Nach dem Spiel herrschte Ärger vor. Am nächsten Tag eine leichte Ratlosigkeit. Nach der verlorenen Tabellenführung so etwas wie Hoffnung. Die Bürde des Tabellen-Ersten wurde an den König oder Kaiser der Bundesliga abgegeben. “Der König ist tot, lang lebe der König!” Bayern München steht nach sehr langer Zeit wieder an der Tabellenspitze. Damit soll der Name des Vereins von der Isar das letzte Mal in diesem Bericht stehen, denn ich finde nach wie vor, dass Autoren sich mit dem beschäftigen sollten, womit sie sich auskennen.

Sports News - February 27, 2010Es war eins von den typischen Favorit-gegen-Underdog-Spielen. Techniker-gegen-Kämpfer. Meisterschaftsaspirant-gegen-Abstiegsgespenst. Es gibt viele Namen für solche Spiele und Bayer hatte auch viele dieser Spiele in den letzten Wochen. Spiele, die so schreiben es die Kräfteverhältnisse vor, von Goliath gewonnen werden und von David verloren. Das Bundesliga-Geschäft sieht aber immer häufiger vor, dass David zum Zug kommt und zumindest Achtungserfolge verbucht. So auch Samstag. Leverkusen das bessere Team, Köln hinten stehend und vor allem größtenteils sicher stehend. Da gab es dann drei, vier Chancen für die Werkself und insgesamt eine, vielleicht zwei Chancen für den FC. Dazwischen uninspiriertes Gekicke, lange Bälle in die Spitze, nutzlose Dribblings und einige Konter. Von Ruhe bewahren und den Gegner zu Fehlern zwingen, keine Spur. Bereits in der Halbzeit erkannte Jupp Heynckes, dass eine Doppel-6 im Mittelfeld nicht mehr nötig ist, als auch dass über die Flanken nichts lief. Also Vidal nach hinten rechts, Schwaab raus, Renato Augusto rein. Für mich war das zwar durchaus eine logische Konsequenz des Spiels, allerdings beschlich mich auch das Gefühl, dass Heynckes in der Pause ernsthaft sauer gewesen war, als auch, dass sich eine gewisse Unruhe, oder gar Nervösität breit gemacht hatte. Zur Halbzeit hat Heynckes meines Wissens in dieser Saison noch nie gewechselt. Zwar brachte nun der Wechsel ein bisschen Schwung ins Match, Renato Augusto kam auch vermehrt über die rechte Seite, erarbeitete sich gar eine richtig gute Chance, allerdings vergaß er irgendwann die nötige Ruhe, vielleicht doch nochmal auf den besser postierten Mitspieler zu passen.

Sports News - February 27, 2010Interessant vielleicht noch für die Statistiker, die ungemeine Anzahl an Ballkontakten, die die Leverkusener hatten. Der Schwerpunkte liegt aber vor allem im defensiven Bereich. Hyypiä mit 127, Reinartz 90, Vidal 108. Dagegen die Außen, wie Schwaab (bis zur Halbzeit) 41, Castro 66 und Barnetta nur 56. Lediglich Kroos mit 99 Berührungen, ohne jedoch etwas ganz großes daraus zu machen.

Weitere Spiel- oder Spieleranalysen verbieten sich, weil es da nicht viel zu sagen gibt. Klar ist, und das betonten sowohl Trainer, als auch Spieler, dass man vielleicht nicht die richtige Einstellung hatte und zudem viele Akteure nicht den besten Tag hatten. Also schauen wir lieber in die Zukunft, denn da kommt direkt das nächste Spiel dieser Art. Auswärts gegen Nürnberg. Und um doch nochmal die Bayern hier in den Artikel zu bringen. Der neue Tabellenführer spielte ebenfalls 0:0 daheim gegen Köln und, was nicht gerade Mut macht, aber die Schwere dieser Spiele dokumentiert, spielte lediglich 1:1 in Nürnberg.

Danach kommen die Wochen der Wahrheit. Hamburg, Dortmund, Schalke, Bayern, Stuttgart und dazu noch diverse Abstiegskandidaten, die um jeden Meter fighten werden, werden es den Leverkusener schwer machen, den ersten Titel zu holen. Aber! Aber vor allem durch Siege gegen direkte Konkurrenten könnte die Werkself mal Zeichen setzen.

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[rightcolumn]Noch 3-Spiele-bis zum internationalen Wettbewerb:

2.ST: 1899 Hoffenheim 1:0
3.ST: SC Freiburg 4:0
6.ST: Werder Bremen 0:0
7.ST: 1.FC Köln 1:0
8.ST: 1.FC Nürnberg 4:0
9.ST: Hamburger SV 0:0
12.ST: Eintracht Frankfurt 4:0
14.ST: VfB Stuttgart 4:0
15.ST: Hannover 96 0:0
19.ST: 1899 Hoffenheim 3:0
24.ST: 1.FC Köln 0:0 [/rightcolumn]

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5 comments » Write a comment

  1. Ich befürchte, dieses Unentschieden wird unsere Titelambitionen mächtig dämpfen.
    Es ist ein unglaublich frustrierendes Remis, weil im Gegensatz (z.B.) zum Bremen-Spiel (oder auf Schalke) der Gegner offensiv 0 in die Partie investiert und sich diesen Punkt eiglt. nicht verdient hat.
    Eins muss man den Koelnern allerdings lassen: sie hatten einen (Defensiv-)Plan und haben diesen gekonnt und geschickt umgesetzt.
    Die Frage muss gestattet sein: was war Bayers Plan in diesem Spiel?

    Etwas ketzerisch ausgedrückt:
    Steht der Gegner gut, fällt dir nix ein, spielste 0-0.
    Steht der Gegner gut, fällt dir nix ein, hast aber 25 Mio. fuer einen Spieler hingeblättert, gewinnste 1-0.

    PS: Man stelle sich vor, Andre Lenz hätte vor 2 Wochen auf der Bank gesessen oder Josue wäre nicht so grandios gescheitert. Wir würden angesichts von 4 (!!) Remis in Folge derbe klagen.
    PPS: Bayern dürfte gegen Köln (A) und Freiburg (H) leichte 6 Pkt. holen. Nur um die Bedeutung der nächsten Spiele zu verdeutlichen.

  2. Meisterschaftsaspirant-gegen-Abstiegsgespenst

    Das war nur eines: Muss nicht (Köln) gegen Einfallslos (Leverkusen). Von Abstiegsgespenst muss man da nicht fabulieren, denn das hat auch in dem Spiel keine Rolle gespielt, noch ist das zutreffend.

    Zutreffend ist hingegen, dass keine Mannschaft mit 12 oder mehr Unentschieden seit Einführung der 3-Punkte-Regel Meister geworden ist. Diese “können mal passieren”-Unentschieden “kann” man sich jetzt also nicht mehr leisten.

    Der Druck ist nicht weg, er ist erst jetzt wirklich da ;-)

  3. Pingback: eingeNETzt 02/03/2010 | Spielfeldrand - Das Magazin

  4. Gleich zum anfang muss ich Heffer rechtgeben – mir fehlte in den letzten Spielen der letzte Wille – es ist vielleicht gut zu sehen, dass man mit den durchgemogelten Unentschieder der letzten Spieltage einfach nicht mehr die Tabellenspitze verteidigen kann. Auch wenn wir mal wieder zu Null gespielt haben (einfach nur der Gewohnheit halber vermisste ich das downcounten der Zu-Null-Spiele für den europäischen Wettbewerb – es ist wahrscheinlich als Minimalziel nicht mehr geeignet) muss der Kampfeswille sichtbarer und zählbarer auf dem Spielfeld vorgetragen werden, die Zeit, wo durch Spielkunst doch noch ein Tor fiel schein abgelaufen.

    Wie brauchen keine Zu-Null Spiele mehr, wir brauchen keine Unentschieden mehr, Meister werden wir nur noch mit Siegen – egal gegen welche Gegner (egal ob Abstiegsgespenster oder Meisterschaftsaspiranten..)

    • Hallo Askthias, den Willen habe ich auch nicht richtig gesehen, bzw. glaub ich dass die Spieler auch mental nicht in der Lage waren, da noch was zu drehen. Nun ja. Abhaken. Fertig. Den Countdown siehst du auf der rechten Seite -> Dein Kommentar war übrigens zunächst im SPAM-Ordner gelandet. Sorry!

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