Frank Lussem, Raphael Honigstein und Ronald Reng im Gespräch

[topcolumn]Alle drei waren schon bei Catenaccio zu Gast. Einzeln. Frank Lussem, Redakteur beim Kicker, Raphael Honigstein, unter anderem für SPOX, die SZ und den Guardian aktiv und Ronald Reng, Autor des Traumhüters, sowie ebenfalls für diverse Qualitätsmedien aktiv, wie den Zürcher Tagesanzeiger oder für die SZ. Zeit, sich mit jedem Gesprächspartner ausführlichst auseinander zu setzen, doch dieses Mal sieht das anders aus. Die drei Fußballkenner wurden virtuell in einen Raum gesteckt (Etherpad/Ein Dank an Kai Pahl) und erst nach der Beantwortung diverser Fragen wieder herausgelassen. Das Oberthema war eine Standortbestimmung der Bundesliga, herausgekommen ist ein Gespräch über ein Essen mit Torwarthandschuhen, rechercheunfähige Journalisten, Felix Magath und Louis van Gaal und über ein neues Buch. Aber lest selbst[/topcolumn]

[leftcolumn]Jens Peters(JP): Journalisten haben ein Faible für Zahlenspiele. Nach 652 Tagen steht der FC Bayern München wieder an der Tabellenspitze. Was bedeutet das für die Bundesliga? Ist der Durchmarsch für den Rekordmeister nun vorprogrammiert?

Frank Lussem (FL): Zunächst einmal bedeutet es, dass die teuerste und beste Mannschaft an der Tabellenspitze steht. Dass es automatisch bedeutet, dass die Bayern nun ungefährdet Meister werden, sehe ich nicht so. Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Aber wenn Bayer bis zum direkten Duell nicht abreißen lässt, kann es noch richtig eng werden.

Ronald Reng (RR): Nach 652 wunderschönen Tag muss der Mensch die 5,95 Tage mit Bayern an der Spitze ertragen, aber danach kommt sicherlich auch wieder der 378. Tag, an dem Eintracht Frankfurt nach einer Passkombination von 38 Kurz-, 7 Steil- und 2 langen Pässen und einen Spielzug von 38,5 Sekunden mit dem 2:1 über Bayern abschließt, dabei Fußball aus dem Jahr 3000 spielt, die Tabellenführung nach 17 Jahren zum ersten Mal wieder übernimmt und sich 83830 Menschen in Leverkusen (Anmerkung der Redaktion: Habt ihr so viele Einwohner?) fragen, warum sie Skibbe für einen schlechten Trainer hielten. Also, was ich sagen wollte: Ob Bayern Meister wird oder nicht, ist nicht so schlimm, weil man immer die Hoffnung haben kann, dass sie es nächstes Jahr nicht werden!

JP: Ich bin enttäuscht. Herr Reng recherchiert gar nicht. Leverkusen hat über 160.000 Einwohner und mit Köln auch noch ein paar mehr.

RR: Recherche ist der Tod jeder guten Geschichte, Jens. Deswegen verzichten Journalisten schon lange darauf … Übrigens war ich just letzte Woche zum zweiten Mal in meinem Leben in Leverkusen (beim ersten Mal ging alles schief: Die Eintracht verlor mit einem Trainer namens Heynckes 0:4 gegen Bayer und die Leuchtrakete, die wir in verzweifeltem Protest gegen das Leben als solches abschossen, prallte gegen das Stadiondach und in unseren Fanblock zurück). Aber, was ich eigentlich sagen wollte: Letztens war ich also das zweite Mal in Leverkusen und war überrascht: Nicht einmal die Züge erkennen Leverkusen offenbar als Stadt an – am Bahnhof Mitte rauschen 70 Prozent der Züge einfach durch, als ob sie gar nicht merkten: Hallo, hier ist eine Haltestelle, hier ist eine Stadt!

JP: Wird es auf kurz oder lang eines Tages eine wirkliche Konkurrenz zu den Bayern geben? Nach der Hinrunde der letzten Spielzeit, wurde spekuliert ob die Hoffenheimer mit ihrem Konzept eines Tages mal auf Augenhöhe mit dem Rekordmeister in allen Belangen spielen. Für die Bayern spricht natürlich auch der finanzielle Background. Am 02.03.2010 wurde der Deloitte-Report über die Football Money League veröffentlicht. München liegt auf Rang 4 hinter Real Madrid, dem FC Barcelona und Manchester United mit Einnahmen von knapp 290 Millionen Euro. Auf 11 kommt der HSV, auf 16 Schalke, uf 17 Bremen und Rang 18 verbucht der BVB.

UEFA - Bayern Munich vs AC Florenz Raphael Honigstein (RH): Der Witz ist, dass bei den Bayern-Zahlen der Umsatz der Stadion-AG (nochmal 25M) gar nicht mitgerechnet ist. Der zweite Witz ist, dass die Bayern gemessen an ihren finanziellen Möglichkeiten seit einem Jahrzehnt konsequent zu wenig erreichen. So lange man einen Tymoschuk holt, weil der drei Jahre zuvor einmal gut gegen Bayern aussah und dazu mit seinern Haaren entfernt an Effenberg (Stichwort: “Führungsspieler”, aaargh) erinnert, wird die Konkurrenz nie chancenlos sein.

RR: Die Empires im Fußball scheinen schon gebaut: Vereine wie Barca, Real, Manchester oder eben Bayern haben sich über Jahrzehnte etabliert, diese Vormachtstellung zu brechen, ist schwierig. Aber es gibt Beispiel wie Chelsea oder FC Sevilla, dass du auf ganz unterschiedliche Art, Dich in diese Elite reinschleichen kannst. Chelsea mit einem Geldkotzer, Sevilla mit einem fachlich hochkompetenten Sportdirektor sowie glasklaren Ideen vom Wirtschaften und Fußballspielen. Hoffenheim verbindet eigentlich beides, der HSV, Leverkusen und Bremen haben im Kopf ähnlich klare Vorstellungen vom Weg zum Erfolg wie Sevilla, Dortmund hätte das Potenzial; also, da könnte sich schon ein Team, zumindest über ein halbes Jahrzehnt zu einem Alternativ-Bayern entwickeln.

FL: Na ja, der BVB hat es schon einmal probiert und ist kräftig auf die Schnauze gefallen. Sie haben sich von den Bayern damals hochschaukeln lassen und letztlich standen sie vor dem Ruin. Bayer Leverkusen wäre wohl 2004 in ähnliche Turbulenzen geraten, hätte die AG nicht eingegriffen. Die einzig wirklich klare Vorstellung die man in Leverkusen hat, ist: Wenn wir zu gut werden, dann kommen die Bayern und kaufen uns die Guten weg. Bayers Men-Power und das Ausnutzen des riesigen Netzwerkes verschaffen Völler und Co. vielleicht einen nationalen Vorsprung vor größeren Klubs aus wirtschaftlich stärkeren Regionen. International kann das nicht hinhauen. Beim HSV bin ich nicht sicher, dass es tatsächlich wirtschaftlich ist, was da passiert. Die kolportierten Summen für “Van the Man” machen mich schaudern. Ebenso die Tatsache, dass ein Paket Zé Roberto wohl irgendwas um die acht Millionen Euro gekostet haben muss. Die Bayern können sich nur selbst Konkurrenz machen. Aber nicht so viele Fehler, dass ein Verein langfristig in Konkurrenz treten kann. Temporär ja, auf Dauer nicht.

JP: Wenn ihr die Saison bis zum 24.Spieltag beschreiben müsstet – was würdet in ihr 2-3 Sätzen wiedergeben?

FL: Mich überrascht der Abstand der drei Teams an der Spitze zu Mannschaften wie Hamburg, Bremen, Wolfsburg oder Hoffenheim. Die Fälle Berlin, Nürnberg und Hannover zeigen, dass Trainerwechsel nicht immer der Weisheit letzter Schluss sein müssen. Es wird fairer gespielt (Anzahl der Roten und Gelb-Roten Karten wurde halbiert), aber auch langsamer. Und Felix Magath lässt im Training Medizinbälle durch die Luft werfen und gewinnt fast jedes Spiel – Wahnsinn!

RH: Leverkusens Saison aber RibRobs Titel. Magath ist ein Phänomen. Hertha zahlt – frei nach G. Hoddle – den Preis für Schandtaten der vorherigen Spielzeit.

RR: Sehr ordentliches Niveau in der breiten Spitze (HSV, Bremen die meiste Zeit, Schalke, Dortmund, auch Hoffenheim gelegentlich, Stuttgart wie jedes Jahr, wenn erst einmal der Trainer entlassen ist, und, ähm, Leverkusen nicht zu vergessen).

JP: Sprechen wir über die Trainer der derzeitigen Top-3-Teams. Der Name Magath fällt ja doch relativ häufig. Glaubt ihr, dass er 1. Schalke wieder zu einer Meisterschaft führen kann und 2. den Club finanziell sanieren kann?

FL: Wenn er nicht zu früh unter Druck gerät – der Schalke traditionell nicht gut tut – dann kann er durchaus für noch mehr Furore sorgen. Allerdings war das System Magath in Wolfsburg sehr stark von den Finanzen abhängig. In München konnte er die vorhandenen Strukturen nutzen. Beim VfL kaufen und verkaufen wie bei Monopoly. Er versucht auch nun, die richtige Mischung zu finden, wird allerdings mehr Zeit benötigen als in Wolfsburg, einfach weil die Kohle fehlt. Ob er Schalke finanziell sanieren kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Wer weiß schon, wie es da finanziell tatasächlich aussieht? Sports News - March 06, 2010

RR: Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung von Magath. Habe nie ein Training von ihm erlebt und seine Teams waren mir auch immer zu langweilig, um sie aus der Ferne genauer zu beobachten. Zumindest das bleibt bei Schalke derzeit bestehen; das mit dem langweilen, meine ich.

RH: No! Wolfsburg war nicht langweilig, sein Bayern im ersten Jahr (Rückrunde) sicher auch nicht. Magath und Schalke ist spannend, weil er ja in Wolfsburg das Gegenteil von nachhaltiger Arbeit gemacht hat. Sehr viel Geld ausgegeben (auch für viel Mist) und high-impact-Training, das nach zwei, drei Jahren allen auf den Geist geht. Aus Wolfsburg wurde ja koloportiert, dass am Ende ziemlich viele Spieler gar nicht so traurig über seinen Abschied waren. Seine Menschenführung (or lack thereof) ist auf Dauer ein Problem. Außer er modifiziert das.

RR: Jetzt legt doch bitte meine Ignoranz nicht ganz so schonungslos offen.

JP: Und van-Gaal? Ist es seine Taktik, die die Bayern nach vorne gespült haben, die unglaubliche Masse an Topspielern oder die Schwäche der Konkurrenz.

FL: Leverkusen spielte ein paar dominant geführte Spiele nur unentschieden – das war das Glück der Bayern. Van Gaal kann ich nicht einschätzen. Aber ich denke, bei der Ansammlung von Top-Spielern muss ein Trainer vor allen Dingen Moderator sein. Da hat er dazu gelernt. Dass er Ribery und Robben nicht restlos für das Team “begeistern” kann, ist national zu verkraften, da sind die Bayern einfach zu stark für die Konkurrenz. International, gegen perfekt organisierte Mannschaften, wird es mit dieser Einstellung Probleme geben.

RR: Van Gaal ist ein Choleriker und wird früher oder später an seiner Art in München scheitern. Interessant finde ich, dass selbst er, ein knallharter und exzellenter Taktik-Diktator, es nicht geschafft hat, Ribery und Robben zu Teamspielern zu formen. Sie machen noch immer, was sie wollen; und zu oft ist es das Falsche: etwa mit dem Ball nach innen ziehen und aus unmöglichem Winkel vergeblich aufs Tor schießen, während Thomas Müller oder Gómez in bester Einschussposition vergeblich auf den Pass wartet. So ein Team gewinnt nie, nie mehr, die Champions League. Dazu ist das taktische Niveau der anderen Spitzenteams zu hoch.

RH: Einspruch, Euer Ehren. Man sieht bei Bayern in dieser Saison – z. Bsp. neulich in Nürnberg – meines Erachtens nach zum ersten Mal überhaupt eingespielte Spielzüge im letzten Spieldrittel. Lahm flankt beispielswiese immer flach in die Schnittstelle zwischen Verteidiger und Torwart. Das ist schon etwas Neues. Normalerweise hat man dort ja die Spieler einfach spielen lassen. Was Rib und Rob angeht, kann LvG wohl nicht viel mehr machen, besonders Ribery lässt sich nur bedingt in ein System einfügen. Bemerkenswert finde ich, dass er als erster Bayern-Trainer seit Trapattoni konsequent junge Spieler einsetzt. Ohne Badstuber und Müller sähe es dieses Jahr ziemlich schlecht aus, weil die anderen Neuverpflichtungen (bis auf Gomez und den Last-Minute-Notnagel Robben) so gut wie gar nichts gebracht haben und nach 2008 zum zweiten Mal in Folge die Chance verpasst wurde, das Team punktuell entscheidend zu verstärken.

RR: Einspruch abgelehnt. Ich habe zuletzt Bayern gegen Florenz gesehen, da bin ich wegen Robben wahnsinnig geworden – und ich saß nur vor dem Fernseher, wie erging es Müller, Gómez, Klose in der Mitte des Strafraums?! Der spielt nie ab, wenn der ideale Moment für den perfekten Pass gekommen ist. Der ist genauso wenig wie Ribery taktisch erziehbar. Selbst wenn es also unter van Gaal einstudierte Spielzüge gibt – und die gibt es bei ihm garantiert – werden die immer von diesen zwei Anarchisten unterlaufen.

RH: Ich war im Stadion. Robben hat in der Tat vieles falsch gemacht, aber das ist ja auch Teil seiner Genialität. Drei Mal bleibt er hängen/sieht den Nebenmann nicht, beim vierten Mal geht er durch und macht das Tor/spielt den entscheidenden Pass. Schwer, gegen so einen zu verteidigen. Abgesehen davon passen Tempo und Taktik auf dem Platz oft nicht zusammen – siehe dein Fulham-Blackburn-Bericht unten. Muss aber meiner Meinung nach auch nicht sein.

JP: Auch mit Leverkusen unter Heynckes hätten wohl die wenigsten gerechnet. Vom Einbruch spricht man nur noch selten in der Presse, aber angesichts der schweren Aufgaben in den nächsten Wochen, ist der doch noch möglich oder ist dank Heynckes alles gut?

RH: Einen “leichten” Einbruch hat es ja schon gegeben, allerdings fiel der der nur wegen der starken Serie der Bayern ins Gewicht.

RR: Mein Heynckes-Highlight-Erlebnis: Nach seinem letzten Spiel mit Bilbao (ungefähr im Jahr 2002, der Wechsel zu Schalke war gerade bekannt geworden) redet er mit uns Journalisten in Madrid im Stadion, verabschiedet sich, als plötzlich ein chinesischer Kollege auftaucht und Heynckes am Ärmel zieht. Heynckes reißt sich los, verschwindet aus dem Pressesaal, da rennt ihm der chinesische Journalist hinterher und brüllt im besten Deutsch: “HERR HEYNCKES! Rudi Assauer fordert Platz vier!” Zwei Bodyguard-Ordner halten den Chinesen fest, Heynckes, schon auf dem Weg, lächelt und schüttelt den Kopf – und der Chinesen in den riesigen Armen der Bodyguards brüllt ihm hinterher: “Das bedeutet Druck, Herr Heynckes! Herr Heynckes, DRUCK!” Okay, wie war Deine Frage nochmals, Jens? Ist aber auch wohl auch nicht so wichtig, was ich dazu zu sagen hätte…

Sports News - January 12, 2010 FL: Ich kannte einen anderen Jupp Heynckes, damals aus Mönchengladbach, München oder später aus Schalke und wieder Mönchengladbach. Einen, der vor Ehrgeiz zerfressen war, launisch, gereizt, selbstgerecht. Ein Trainer, der hinter jedem Baum einen Feind vermutete. Der Jupp Heynckes von heute ist ein anderer Mensch. Er ist tolerant, zeigt Verständnis, ist offener und locker. Die Verbissenheit von damals scheint Vergangenheit. Es gibt definitiv keinen Spieler, der sich über den Trainer ausheult. Dies gilt auch für die Profis mit weniger Einsatzzeit. Jupp Heynckes hat sich verändert, so unglaublich dies bei einem Menschen jenseits der 60 klingt. Welche Grenzerfahrung ihn dorthin gebracht hat, weiß ich nicht. Aber es ist etwas geschehen. Und zwar etwas Gutes!

JP: Frank hat es angesprochen. Die Trainerwechsel in Berlin, Nürnberg und Hannover haben nicht den erhofften Aufschwung gebracht. Können Funkel, Hecking und Slomka noch den Abstieg vermeiden?

FL: Nur zwei aus diesem Trio steigen ja direkt ab. Alle drei nur dann, wenn der Relegationsgegner St. Pauli heißt;-)…Friedhelm Funkel büßt in Berlin sicherlich auch für die Sünden der Vergangenheit. Warum aber ein Trainer, der weiß, dass er mit seiner Mannschaft nicht allzuoft in Strafraumsituationen kommt, Fanis Gekas holt, muss er mir irgendwann mal erklären. Für Slomka habe ich bis zum Sieg in Freiburg schwarz gesehen. So viel kann kein Trainer falsch machen, was da falsch gelaufen ist. Das Versagen steckt tiefer. Hecking kann es mit Nürnberg packen. Der Club hat die wenigsten Probleme im Umfeld. Freiburg wird es wohl noch erwischen – auch ohne Trainerwechsel.

JP: Gibt es noch andere Namen, die sich für einen späteren Posten bei einem Top-Team empfohlen haben. Labbadia ja mit einem ordentlichen Abschneiden derzeit, der BVB unter Klopp im Europacup-Rennen und was ist mit Tuchel und Mainz? Ronnie – du sprichst das ja später auch noch an!

RR: “Ja, wie ich später schon dazu sagte.” Das ist mal eine andere Variante des Fußball-Satzes: Wie ich vorhin schon sagte … Also, Trainer mit Zukunft bei Topteams: Markus Gisdol und Lars Leese sehe ich da, vielleicht auch Markus Reiter und Kosta Runjaic – in ein paar Jahren jedenfalls. Bis dahin könnt ja mal suchen, ob ihr findet, wo die arbeiten.

FL: Labbadia? Top-Team? Ordentliches Abschneiden? Ähhh….wie jetzt? Wenn ich einen jungen Trainer nennen wollte, dann ist das Uwe Fuchs. Der hat einen Plan, arbeitet(e) in Lübeck und nun Wuppertal unter schwierigsten Umständen und holte da das Optimale raus.

JP: Müssen wir über Spieler außerhalb des Dunstkreise von Arjen Robben sprechen? Ich bin übrigens fest davon ausgegangen, dass es mit Franck Ribéry zusammen nicht passt, da soviel Ego-Starpower nicht ein Mittelfeld passen. Ist Toni Kroos der nächste Lothar Matthäus?

FL: Toni Kroos ist vor allen Dingen kein Lothar Matthäus. Er ist ein sehr intelligenter, reifer Junge mit klaren Vorstellungen.Und wenn er sich fußballerisch so entwickelt, wie es den Anschein hat, der nächste deutsche Weltklasse-Fußballer in der Bundesliga. Allerdings nicht mit der Dynamik des LM, er hat was ganz Spezielles, er ist nicht vergleichbar mit einem anderem Spieler. Manchmal erinnern mich seine Pässe an Bernd Schuster. Aber so weit will ich noch nicht denken.

JP: Christoph Biermann machte dieser Tage einen neuen fußballerischen Trend in der Bundesliga aus: “Mauern ist die Waffe der fußballerisch Armen”. Ist nach dem Offensivspektakel der letzten Spielzeit, nun Defensive das absolute Credo der Bundesliga oder malt Biermann den Teufel an die Wand? (Link)

RH: Neu ist für mich weniger der Trend zur Defensive als die Qualität des Verteidigens. Gemauert wurde in der Bundesliga von den schwächeren Teams schon immer, gemessen an der Anzahl der Tore jedoch nicht so erfolgreich. Ich denke, dass sich die eine oder andere Mannschaft an der Hertha des Vorjahres orientiert: die Berliner waren in der oft chaotisch/schlecht austariert nach vorne spielenden Spitzengruppe (Bremen, HSV, Stuttgart, Klinsmann-Bayern) mit ihrem 1:0-Fußball ja über ihre Verhältnisse erfolgreiche Exoten. Schalke spielt dieses Jahr zwangsläufig so ähnlich. Außerdem sind die Spitzenteams in diesem Jahr allesamt besser organisiert. Weniger Tore sind zwar weniger unterhaltsam, könnten aber auch ein Beweis für die gestiegene Qualität in der Liga gewertet werden.

FL: Aus dem Staubsauger wurde die Doppel-Sechs, nun vielerorten bereits die Triple-Sechs. Wenn sich mindestens 10 Teams um die Qualifikation für die europäischen Wettbewerbe zanken und sechs gegen den Abstieg kämpfen, dann kommt es zwangsläufig zu Begenungen, die ein um Ausreden nie verlegener Trainer dann “Rasenschach” nennt. Tatsächlich sind sie langweilig, weil pausenlos hintenrum gespielt wird, weil sich Teams mit neun Spielern vor dem eigenen Strafraum verbarrikadieren, der Punkt heiligt die Mittel. Der einzige Vorteil ist, dass der deutsche Fußball in Sachen Standards sicherlich profitieren wird. Abwehrspieler wie Brouwers, Friedrich, Hyypiä, Mertesacker, Naldo oder Van Buyten treffen wie nie – fast immer nach ruhenden Bällen.

RR: Ein paar 0:0 machen noch keinen Trend. Im Gegenteil, wenn ich all diese 0:0 nicht sehe, sehe ich die Gegenbewegung: Noch vor fünf Jahren waren Trainer wie Hecking, Funkel, Slomka die üblichen Erscheinungen in der Liga: Sie ließen konsequent fast nur gegen den Ball trainieren, es wurde in engen Linien verteidigt und nach vorne sollte es die Intuition der Spieler richten – das waren die Mourinho-Doktrin. Inzwischen treffen sich diese Trainer konsequent am Tabellenende wieder. Trainer wie Tuchel, Rangnick, Gross, die auch System im Spiel nach vorne haben, gewinnen die Überhand, Pressing-Fanatiker wie Labbadia und Klopp sind kleine Brüder im Geiste – wobei ich nicht sicher bin, ob ich als Profi nicht doch lieber unter Funkel als unter Labbadia trainieren würde: Scheint irgendwie ein leichteres Leben, einen Trainer zu haben, der am liebsten gar nicht trainiert, damit er in Köln zum Karneval oder in Mallorca zum Ballern kann, statt einen Trainer, der den eigenen Wahnsinn für Methode hält.

JP: Mit Arjen Robben, Franck Ribery, Ruud van Nistelrooy schießen nun ganz schön große Namen ihre Tore in der Bundesliga. Wird das denn zum Trend werden? Werden wir demnächst Christiano Ronaldo in Bremen bewundern, weil man in Deutschland noch sicheres Geld verdient?

FL: Wie sicher ist das Geld tatsächlich? Bestimmt dies nicht Rupert Murdoch? Sky fuhr gerade große Verluste ein. wie lange geht es gut? Muss die “heilige Kuh” Sportschau geschlachtet werden, um der Liga das finanzielle Überleben auf dem aktuellen Niveau zu sichern? Ich fürchte: Wenn sich der Pay-TV-Markt nicht etabliert in Deutschland, wird es eine Krise geben. Darüberhinaus wirtschaftet die Liga natürlich vorbildlich, das Kontrollsystem funtioniert, die Abhängigkeiten sind gering. Außer vom TV. Das Problem muss gelöst werden.

RH: Die Bundesliga ersetzt gerade die Serie A offziell in der UEFA-Fünfjahreswertung als drittbeste Liga, zeitgleich wird sie zur drittbesten Adresse für Stars. Mehr aber noch nicht. Um noch interessanter und auch finanzstärker zu werden, muss jemand das Monopol der Bayern dauerhaft überwinden und sich als zweite Kraft installieren. Bis CR9 in Bielefeld – pardon: Bremen – spielt, werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.

RR: Ich sehe die Bundesliga mittlerweile auf einem Niveau mit der Premier League und der Primera División – mit Ausnahme der absoluten Weltklasseklubs, da gibt es in Spanien und England je drei, vier Teams, und in Deutschland nur ein halbes, die Bayern. Aber auf allen anderen Niveaus – obere Mittelklasse, Mittelmaß, Abstiegskandidaten, ist die Bundesliga auf einer Höhe mit jeder anderen Liga. Hamburg und Leverkusen sind sicher nicht schlechter als Tottenham und Aston Villa, Wolfsburg und Stuttgart sind besser als Villarreal oder Mallorca. Das liegt an einer solideren Finanzierung, aber gewiss auch an der deutlich verbesserten Trainingsarbeit und Nachwuchsförderung der jüngsten Jahren. Vielleicht könnte der DFB bei der Uefa neben Champions League und Uefa-Cup die Einführung des Mittelmaß-Cups beantragen: Da wären wir wieder wer, da bin ich mir sicher! Da fällt mir ein: Letztens habe ich mal Fulham gegen Blackburn in London gesehen, zum ersten Mal seit Jahren wieder ein gewöhnliches Premier-League-Spiel live: Ich dachte die ganze Zeit, “macht doch mal langsam, Jungs”, ich kam gar nicht hinterher, eine Taktik zu erkennen, zu verstehen, was das Spielsystem war, bis ich begriff: es gibt gar keines! Es gab nur eine banale Idee: Schnell spielen, Ball schnell nach vorne und sich körperlich durchsetzen. Am Ende hatte ich Kopfschmerzen und Sehnsucht nach dem guten, alten Eintracht-Schlaf-Fußball.

JP: Am Montag, den 01.03.2010 bekam Rene Adler die Nachricht, dass er beim Testspiel gegen Argentinien am Mittwoch im Tor steht. Jogi Löw deutete vorher an, dass der Torhüter, der gegen die Gauchos startet, wohl auch in Südafrika Nummer 1 ist. Eine nachvollziehbare Entscheidung? Wie schätzt ihr die Chancen der Kontrahenten ein? Germany vs Argentina

RH: Adler hatte bereits nach den Russland-Spielen wenig zu befürchten. Ich denke, dass er mit seiner Sachlichkeit auch am besten in die Mannschaft bzw. Löws Konzept passt. Falls er noch ein Jahr ohne Verletzungen (Rücken) spielt, werden wir ihn 2011 bei den Bayern sehen, da bin ich sicher.

RR: Na ja, wir wissen ja alle, was passiert ist, und ich finde es noch immer zu früh, ohne wieder völlig runtergerissen zu werden, wieder ganz normal darüber zu reden, wer die wahre, die beste Nummer eins ist. Aber ich freue mich schon auf ein wunderbares Abendessen, dass mir Rafi Honigstein offenbar 2011 bezahlen will: Denn bei Bayern wird Rene Adler nie spielen. Die Wette gilt hiermit. Der Verlierer der Wette (also Rafi) muss nicht nur das Abendessen zahlen, sondern dazu Torwarthandschuhe tragen. Ich stelle gerne mein Paar mit Finger-Save-Stangen; da geht es mit Messer und Gabel besonders schwer. Rene Adler zu Bayern – you are having a laugh, mate! Adler ist ein anständiger Junge, müsstest Du doch gemerkt haben.

RH: I’m in. Ich lege dir schon mal ein paar alte, sehr schöne Iveco-Magirus-Trikots raus. Du kannst dir aussuchen, welches du dann anziehen willst.

RR: Vermutlich hast Du die Trikots nur in Wiggerl-Kögl-Größe. Aber bauchfrei ist nicht mehr so sexy bei mir!

FL: Es war eine logische Entscheidung, basierend sicherlich auf den Leistungen in den wichtigsten Qualifikationsspielen. Adler passt mit seiner Art wie die Faust auf’s Auge in Löws Vorstellung von einer Mannschaft. Und er kann es ja sicherlich ebenso gut wie die zwei anderen. Was die Bayern angeht: Da bin ich voll auf RRs Seite. Weil René Adler kein Typ ist, der den einfachsten Weg geht. Eddie van der Sar hat gerade seinen Vertrag verlängert – bis 2011. Sein Nachfolger dürfte René Adler heißen – tippe ich mal. Guten Appetit übrigens:-)

JP: Also geht Neuer dafür eines Tages nach München?

RR: Müssen wir hier eigentlich immer nur über Adler und Neuer reden, können wir nicht auch mal über Oka Nikolov sprechen? Ein Wahnsinn, wie so ein unterdurchschnittlicher Bundesligatorwart immer wieder einen neuen Vertrag bekommen und die Eintracht jedes Jahr wieder sechs bis acht Punkte kostet, ohne dass irgendjemand aufschreit, irgendeine Frankfurter Zeitung mal sachlich all seine Schwächen darstellt.

FL: So viel Platz haben die nicht:-)

RR: Aber ihr im kicker macht doch immer Sonderheft; warum nicht statt dem Sonderheft “Die Bundesliga-Saison 2010/11″ mal “Oka Nikolov 2010/11. Seine Fehler und Schwächen” herausgeben?!

JP: Um mal wieder zum Ernst zurück zu kehren. Müssen wir eigentlich noch ein Wort über Robert Enke verlieren?

FL: Man sollte Augen und Ohren offen halten, häufiger mal das Hirn einschalten und die Sensibilität walten lassen. Dies könnte schon dazu beitragen, Tragik zu verhindern.

JP: Könnt ihr euch generell ein Urteil über Jogi Löws Personalpolitik erlauben? Vielerorts werden Nominierungen und Nichtnominierungen kritisiert. Zu Recht?

2010 FIFA World Cup Head coaches team workshop at Sun City, South Africa

RH: Ich habe kaum Probleme mit seinen Entscheidungen. Vielleicht hätte es sich gelohnt, anstatt dem Absteiger-Friedrich den Tabellenzweiten-Friedrich mitzunehmen, ansonsten geht das alles schon in Ordnung.

RR: Mir gefallen Trainer wie Löw, die nicht die Spieler in der besten Form mitnehmen, sondern sich zuerst Gedanken über ihre Spielidee machen und versuchen, danach die passenden Spieler auszusuchen, wie z.B. Hitzlsperger, der flache Steilpässe aus dem defensiven Mittelfeld spielen kann wie kein anderer Deutscher. Also jedenfalls erinnere ich mich vage, dass Hitz mal solche Steilpässe spielte …

FL: Ich hätte Castro als Außenverteidiger-Alternative nominiert und Höwedes (Hummels geht ja wohl leider nicht mehr) als Back-up für die Innenverteidgung. Beide haben Klasse nachgewiesen und sind in der Lage, mehrere Position zu spielen. Ich kann wenig anfangen mit Spielern wie Träsch, Schäfer, Gentner, Trochowski oder Cacau – lasse mich aber gerne von ihnen überzeugen.

RH: Träsch hat eine erstaunliche Entwicklung gemacht. Unheimlich ballsicher, laufstark und kann praktisch überall spielen. Halte viel von ihm. Trochowski stagniert allerdings.

RR: Träsch ist ein sehr ordentlicher Bundesligaspieler, gut, ihn als 22. Mann in einem WM-Kader zu haben, wegen seiner Vielseitigkeit. Aber seine Passqualität – Präzision, Schnelligkeit, Ideen – reicht genauso wenig wie sein offensives Zweikampfverhalten (will sagen: wenn er den Ball hat und attackiert wird) für eine Stammrolle in der Nationalelf. Bei Khedira sehe ich es übrigens ähnlich. Erinnere mich an das U21-EM-Spiel 2009 Deutschland gegen Spanien, hier Khedira, dort Raúl Garcia von Atlético; hier ein Spieler, der sehr viel wollte, der es immer wieder mit Pässen versuchte, der überall hin lief; dort ein Spieler, der sehr viel konnte, der nicht laufen musste, weil er immer schon richtig stand, dessen Pässe, ob kurz oder lang, zu 85 Prozent ankamen. Khedira und Garcia, hier und dort – das war der Unterschied zwischen einem guten und einem besseren Spieler. Ich erkenne in Deutschland in den letzten Jahren nur zwei wirklich außergewönliche defensive Mittelfeldspieler: Didi Hamann und – potenziell – Hitzlsperger. Die konnten präzise Pässe auf Weltklasseniveau spielen, Hamann war einer der wenigen Spieler, die – ähnlich wie ein ganz anders veranlagter Deco at his best – den Rhythmus eines Spiels wirklich bestimmen durch ihre Pässe, ob kurz oder lang, ob steil oder quer. Hitzlsperger müsste im passiven Zweikampfverhalten deutlich besser werden, d.h. endlich mal einen Trainer bekommen, der ihm wirklich trainiert, aber von der Passqualität ist er einmalig unter den deutschen Sechsern, auch Rolfes kommt da nicht ran, obwohl er einen sauberen Pass und im Defensivspiel Vorteile gegenüber Hitzlsperger hat..

RH: Wir sollten in dieser Beziehung aber nicht Schweinsteiger übersehen, der sich wirklich famos entwickelt hat und nach sieben Jahren beim FCB dank LvG endlich auf der richtigen Position gelandet ist.

JP: Am 03.03.10 durften wir einen kleinen Vorgeschmack auf die aktuelle Stärke der DFB-Elf bekommen. Ein 0:1 gegen Argentinien. Wo wir gerade über 6er sprechen. Kann Bastian Schweinsteiger eine Alternative im defensiven Mittelfeld sein? Und was sagt uns ein 0:1 gegen Argentinien?

RH: Dazu kann ich leider wenig sagen, denn ich war an dem Abend bei den Engländern im Wembley. Botschaft des Spiels: Please come back, Ashley, all is forgiven.

FL: Was Schweinsteiger angeht: Das muss mit Michael Ballack besprochen werden…Und das Spiel sagt uns, dass Testspiele uns nichts sagen. So schlecht, wie da präsentiert, ist keine deutsche Mannschaft!!!!

JP: Womit wir natürlich bei den Aussichten für die WM in Südafrika wären. Ist das Team nicht im Großen und Ganzen viel zu unerfahren auf entscheidenen Positionen um den großen Wurf zu landen?

RH: Denke ich nicht. Brasilien und Spanien sind besser, alle anderen Mannschaften auf ähnlichem Niveau. Die Deutschen sind Weltmeister im Alles-Aus-Sich-Herausholen, deswegen werden sie ein sehr anständiges Turnier spielen.

RR: Spanien ist wirklich ein Klasse besser als alle anderen. Aber irgendwie schon zu lange zu gut – solche Teams, wie Brasilien 1982, erwischen bei einer WM leider zu oft das eine, dramatische Spiel, in dem sie grausam verlieren. Dahinter befindet sich eine Klitsche von guten Teams, von denen ein oder zwei eine sehr gute Phase in Südafrika erleben werden und ins Finale kommen. Deutschland ist da England ist da Brasilien ist da Holland. Alles mehr oder weniger vergleichbares Niveau; alle deutlich unter dem Niveau von Chelsea, Barca, Manchester, Inter. Von den Nationalteams könnte derzeit nur Spanien die Champions Leageu gewinnen.

RH: Sehe ich genau so. Bei der EM war der Unterschied zur CL schon sehr dramatisch: Türkei gegen Tschechien war gutes Europa-League-Niveau.

FL: Spielt Deutschland bei diesen Turnieren nicht deshalb meist eine ordentliche Rolle, weil seine “Stars” viel weniger gestresst wurden während der Saison? Ich erinnere an die reichlich matten Vorstellungen der potenziellen Superstars Ronaldinho (2006) oder Cristiano Ronaldo (2008). Da spielten dann plötzlich die Schweinis und Poldis ihre Klasse aus, die sie vorher mangels längerer Präsenz in der europäischen Königsklasse nicht zeigten konnten. Was ja auch irgendwo Ronalds These stützt, der Chelsea, Barca, ManU oder Inter stärker sieht als die meisten Nationalmannschaften. Nichtsdestoweniger sehe ich Spanein vorne und dahinter die üblichen Verdächtigen. Im Gegensatz zu vielen Experten sehe ich keine afrikanische Mannschaft im Halbfinale. Deutschland wird spielerisch Probleme habe, weniger wegen der Unerfahrenheit. Aber wenn die Sekundärtugenden stimmen, ist die Mannschaft eben schwer zu schlagen.

RH: Können wir am Schluss noch über die wirklich wichtigen Themen reden? Was ist eigentlich mit deinem Roman, Ronnie? (Nicht Roman Weidenfeller/Abramowitsch, sondern Buch)

RR: Der neue Reng?! Ist just dieser Tag erschienen. “The funny German”, heißt er. Kritiken sind überwältigend, heißt: es gab noch keine. Wird aber schon in der Nationalelf gelesen. Jedenfalls von zwei Ersatzspielern, die haben ja Zeit. Ich habe sie gebeten, sie sollten das Buch beim Spiel gegen Argentinien zu Werbezwecken doch mal auf der Ersatzbank lesen, aber da waren sie wie ihre Kollegen auf dem Platz: ohne Mumm. Trauten sie sich nicht. Schicke Dir auch ein Exemplar zu, wenn ich dran denke, aber Du weißt ja: meistens denke ich an nichts.

FL: Bin für ein Rezensions-Exemplar offen…:-))

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[rightcolumn]Die bisherigen Interviews:

Frank Lussem

Ronnie Reng

Raphael Honigstein
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22 comments » Write a comment

  1. Danke, hat sehr viel Spaß gemacht zu lesen.

    Besonders angenehm fand ich den Teil zur Nationalmannschaft und die sachliche Betrachtung, dass der Trainer eben “seine” Mannschaft zusammenstellt – die eben nicht zwangsläufig mit den “besten” Spielern deckungsgleich ist.

  2. Sehr schön, JP! (Wie spricht das eigentlich Herr Beckenbauer aus?)

    Etwas überrascht bin ich über Ronald Rengs Ausführungen zu Hitzlsperger. Ich kann mich nicht erinnern, dass Hitzlsperger in seiner Stuttgarter Zeit jemals einen Flachpass gespielt hätte. Ein bisschen Chippen musste eigentlich immer dabei sein.

    • Hallo Heinz,
      es wurde mir sofort zugeflüstert: Es gibt Kritik, Widerspruch … Nein, danke für Deinen Einwurf. Ich erinnere mich in der Tat an viele Hitzlsperger-Flachpässe, aber Du hast insofern recht, dass vor allem Löw in der Nationalelf die immer von ihm fordert und er sie dort deshalb auch extrem oft spielte (z.B. sein vielleicht berühmtester, zum 3:2 gegen die Türkei im EM-Halbfinale 2008 auf Lahm). In Stuttgart “chippte” er tatsächlich öfters – weil Mario Gómez den langen, hohen Ball in den Rücken der Abwehr liebte und Hitz explizit dazu aufforderte.
      Alles Gute, Ronnie Reng

    • Vielleicht hätte ihm also jemand sagen sollen, dass ohne Gomez andere Vorgaben gelten…

      Im Ernst: in Stuttgart nahmen seine gechippten Bälle einfach überhand, was gerade vor dem Hintergrund, dass er es nachweislich anders kann, für den gemeinen VfB-Anhänger sehr ärgerlich war.

      Ein Teil des Problems bestand möglicherweise auch darin, dass er beim VfB nur selten wirklich als Sechser spielte, sondern häufig auf der linken Rautenposition, die meines Erachtens für ihn (und wohl auch für die langen Flachpässe aus der Defensive) nicht optimal ist.

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  6. was hat der RR eigtl für ein Problem dass er so unglablich negativ zu allem eigestellt ist?!
    das ist zwar manchmal lustig doch im Gorßen und Ganzen nervt es sehr!
    dazu kommt dass er o0ffenbar kaum Ahnung hat von Fussball

  7. Pingback: links for 2010-03-10 | Du Gehst Niemals Allein

  8. Erst mal, schönes Interview. Dann zu Herr Reng, das geht mal gar nicht. Nur am motzen und nörgeln, und zeitgleich einem Hitzelsperger das Prädikat Weltklasse zuteilen. Witzig find ich auch dass in England so 3-4 Top Teams und in Deutschland nur ein halbes spielt :-D Der FC Bayern steht meiner Meinung nach vor, Arsenal London, Liverpool, und Sevilla. Also kurz gesagt, die meisten Aussagen von RR, scheinen mir, wenig mit Fussballsachverstand zu tun zu haben.

  9. Reng ist Schriftsteller, die haben meistens andere Ansichten. Aber hier zu behaupten, dass der FC Bayern ein besseres Team als Arsenal hätte, ist schon arg lachhaft.

  10. Jetzt hackt mal bitte alle nicht auf dem Ronnie rum. Ich hatte schon das Vergnügen mit dem Mann selber Fußball zu spielen. Da erkennt man ganz schnell, ob einer ein Guter ist, oder nicht. Er ist ein Guter. Ist Jahre her, irgend so ein Journalistenkick in München. War nicht mal ein richtiger Platz. Und während die Kollegen vom gegnerischen Jetzt-Magazin ihre Fehlpässe gerne ausdiskutiert haben, hat der RR bei uns im Team einfach mitgekickt. Ich erinnere mich deshalb so gut daran, weil da ein paar traumhafte Kombinationen dabei waren. Blindes Verständis. Der wusste wohin er dir den Ball spielen musste und hat das auch getan. Weil er Ahnung vom Spiel hat.

    Was ich an seinen Texten und Statements so mag ist, dass sie immer eine Geschichte erzählen, dass da eine Aussage ist. Und damit die spannend sind, wird natürlich fokussiert und überhöht und dramatisiert. Das ist natürlich nicht die ganze Wahrheit, dafür aber sehr unterhaltsam.

    Mein Senf.

  11. Ich fürchte, Herr Reng hat dasselbe Problem wie ich: Er ist Eintracht-Fan … Bei dem Fußball wird man schon mal unterschwellig aggressiv! Aber Spaß beiseite, tolles Interview, sehr pointierte, unterhaltsame und gelegentlich nachdenkenswerte Aussagen.
    Und das endlich mal einer die Wahrheit über Oka Nikolov sagt! Herzenerwärmend.

  12. Tolles interview! und gerade die ansichten von herrn reng ueber khedira und traesch wurden gestern be? barca gegen stuttgart recht e?ndrucksvoll bestaetigt… aber klar, mit sachverstand tun sich d?e kommentar-schre?ber auf blogs ja immer schwer.

  13. Pingback: Nun also doch: die andere Tasci-Kehre | angedacht

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