Werder Bremen, Teil 6

Es war so um die 80.Minute. Eine große Blase der Depression umhüllte das Weserstadion. Bremen schob sich den Ball hin und her. Bestimmt 2-3 Minuten lang. Hin und her. Bayer schaute zu. Ging mal dazwischen, schaute wieder zu. Gespenstische Stille im Zuschauerraum. 2:0 stand es da für die Werkself gegen einen angeschlagenen Gegner aus Bremen.

Es war insgesamt schon kein großartiges Spiel gewesen. Bayer spielte ordentlich nach vorne, solide hinten. Die Heimmannschaft hatte wenige Chancen. Leverkusen hatte bis dahin zwei Tore geschossen. Wieder einmal nach Ecken. Einen Eckstoß verwandelte Derdiyok mit dem Kopf, einen weiteren Treffer legte der Schweizer nach einer Ecke Rolfes auf. Ganz unemotional, ganz sachlich führte die Werkself.

Normal wäre es gewesen so einen Vorsprung zu verwalten. 1-2 Konter zu fahren und dann auf 3:0 oder 4:0 zu erhöhen. Das wäre normal gewesen. Dann aber kam alles anders. Kießling versenkte zunächst eine Flanke von Trinks im eigenen Tor, bei einen Konter für Leverkusen setzte er dann den Ball neben den Kasten des Gegners und am Ende nickte Prödl ein. Rene Adler dürfte den Kaffee aufgehabt haben.

Der Torhüter gehörte zu den Besten auf dem Platz. Immer wieder griff er rettend ein und hätte Bayer vielleicht knapp 2:1 gewonnen, wäre er der Spieler des Spiels gewesen. So tat sich ein kleines Loch in der Blase der Depression im Weserstadion auf und Bremen feierte zumindest kurz den einen erkämpften Punkt. Anderorts, namentlich bei Leverkusen, sprach man von einer gefühlten Niederlage. Simon Rolfes lief noch einige Zeit schimpfend über den Platz.

Man hätte den Bayern auf 6 Punkte enteilen können. Hannover ebenfalls auf Distanz halten können. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Arturo Vidal ist ein Kolletaralschaden. Provozieren lassen in der ersten Hälfte, dummes Foul kurz vor Schluss. Gelb-Rot.

In der Regel zeigte man aber der Vergangenheit Reaktionen auf solche Spiele. Nächste Woche muss dann halt der VfL Wolfsburg dran glauben, während die Bayern in Hannover Punkte lassen. Haushohe Führungen kann Leverkusen eh nicht verwalten, wie die Vergangenheit gezeigt hat, deshalb lieber knapp die Führung gegenüber der Konkurrenz halten.

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5 comments » Write a comment

  1. Die Ballack Einwechslung (faire Geste, Jupp dachte das Spiel ist im Sack, 100% sicher) war der Knackpunkt. Alibispieler!
    Kiess dürfte heute Abend auch schlecht schlafen (zurecht).
    Bin bedient.

    • Ich finds mau, dass an den Wechseln oder 1-2 Spielern fest zu machen. Wenn ich 2:0 führe, muss ich den Sack zumachen – als TEAM. Da war doch keiner mehr gewillt, mehr nach vorne zu spielen?!?

  2. Die Mannschaft hat nach dem 2:0 einfach sukzessive das Fußballspielen eingestellt – teils auf Anweisung von Jupp, der Mission Catenaccio ausgerufen hat und alles nach hinten beordert hat: Ballack für Sam, am Ende dann Friedrich für Castro, damit war fast das komplette offensive Mittelfeld demontiert. Gerade Sam hätte für ein paar Konter wirklich wertvoll sein können und auf der anderen Seite hat man gesehen, wie sehr Balitsch am Ende solcher Spiele fehlt.

    Hätte Bayer einfach weiter nach vorne gespielt – nicht mehr in diesem Tempo, aber kontrolliert offensiv – wäre Werder eingeknickt. Durch dieses extreme Defensivspiel hat man Werder aber erst wieder aufgebaut und spielen lassen.

    Wie dem auch sei: Auch dieser eine Punkt ist wichtig. Platz 2 mit 4 Punkten Vorsprung auf die Bayern auf Platz 4, das sah letzte Saison schon ganz anders aus – und da kam Leverkusen als Tabellenführer aus der Winterpause. Vom “Vizekusensyndrom” kann da mE keine Rede sein, nur weil man einmal 2 Punkte hergegeben hat. Ärgerlich, sollte nicht zur Gewohnheit werden, aber kommt vor im Laufe einer Saison.

    • Kann ich dir nur zustimmen! Speziell was das Vizekusensyndrom angeht. Das ist immer noch ein ganz andere Mannschaft!

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