Messen lassen

Als Robin Dutt am Donnerstag in der PK vor dem Derby gegen den 1.FC Köln erklärte, dass er Derby-Trainer sei, war ich doch überrascht und seltsam irritiert. Er finde vor solchen Matches immer die richtigen Worte und wisse um die Bedeutung dieser Spiele, erklärte der Trainer der Werkself. So etwas kann man natürlich sagen. Speziell wenn man bisher alle absolvierten Derbys gewonnen hat, so wie es Dutt mit Freiburg geschafft hat (die Zeit davor lassen wir mal außen vor).

Die Überraschung und Verwunderung ging jedoch von der Tatsache aus, dass er vor allem seine Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellte. Siege sollte jeder Trainer versprechen, aber dass man die Mannschaft so unerwähnt lässt, finde ich seltsam. Natürlich darf man nicht vergessen, wie die Frage der Medienvertreter gestellt wurde. Sicherlich wurde er befragt, warum er bisher alle Derbys gewonnen habe und was sein Geheimrezept gewesen ist, aber zu jeder guten Suppe gehört halt auch ordinäres Wasser (die Mannschaft) und nicht nur irgendwelche funky Gewürze (der Trainer).

Soweit so gut. Die Fans freuen sich. Es gibt quasi ein Versprechen. Wir gewinnen das Derby gegen Köln. Was anderes darf man natürlich auch nicht sagen. Wer würde schon erklären, dass er mit einem knappen Sieg oder vielleicht einem Remis gegen den Erzrivalen zufrieden wäre. Aber genau an diesen Worten und Sätzen muss man sich messen lassen.

Wenn man erklärt, dass man ein Derbytrainer ist und dass man die Mannschaft richtig und genau auf diesen Moment einstellen kann, dann sollte man eine spielfreudige, willensstarke, kreative und bis zum Umfallen kämpfende Truppe auf dem Feld sehen, die alles dafür gibt gegen den FC zu gewinnen. Davon war leider am gestrigen Tag nichts zu sehen. Die Kölner haben die Werkself eiskalt auseinander genommen und ganz schlecht aussehen lassen.

Auf der PK nach dem Spiel war dann nichts mehr von den Fähigkeiten des Trainers Dutt zu hören. Die Mannschaft habe schlecht und indiskutabel gespielt. Darüber müsse man noch sprechen. Was der Trainer falsch gemacht hat und wieso er die Mannschaft im Moment (so mein Gefühl) selten erreicht, darüber hat niemand gesprochen.

Ein richtig gutes Match, eine Linie im Spiel, Leistungen, die eines Vizemeisters und Titelaspiranten würdig sind oder gar der Stempel des Trainers auf dem Platz waren bisher noch zu selten zu erkennen. Die Nerven liegen blank. Dazu passen auch die beiden roten Karten, die Kadlec und Schürrle erhielten. Zwei rote Karten (Vidals Karten zählen nicht) habe ich schon lange nicht in Leverkusen erlebt. Und dann mal wieder ein Völler außer Rand und Band, der sich nach dem Spiel über den Schiedsrichter erregte. Kann man machen, aber vielleicht nicht auf diese Art und Weise.


(via Scudetto)

Dutt, der ebenfalls noch mal erwähnen musste, dass die rote Karte ja soo unberechtigt war. Und Kießling, der sich mit Fans anlegte. Alles nicht so richtig toll in Friede-Freude-Eierkuchen-Leverkusen.

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