Pillenpackung II

Heute gesammelte Werke der letzten Tage, die nicht nur was mit Bayer zu tun haben. Kurz vor Ende der Hinrunde brodelt es auf dem Transfermarkt. Seit Wochen, wenn nicht gar Monaten ist Eren Derdiyok, Stürmer des FC Basel ein Thema in Leverkusen. Nach diversen Gerüchten, angeblichen verbotenen Geheimtreffen, scheint nun ein Wechsel immer konkreter zu werden. Derdiyok betont immer wieder, wie gerne er nach Leverkusen käme, fraglich ist aber vor allem der Zeitpunkt und die Ablösesumme. Acht Millionen möchten die Schweizer, die Holzhäuser nicht bereit ist, zu zahlen.

BAZ Online 1, 2 – Bild 1

Vor Länderspielen wird die geballte Presse auf die Nationalspieler losgelassen. So kommt es zu diversen Interviews, unter anderem auch mit Rene Adler und Simon Rolfes, die zwei bescheidenen Werkself-Leistungsträger.

Rene Adler in der Welt, Simon Rolfes in der Financial Times

Gängige Praxis von Teams um Spieler auszubilden ist, sie zu anderen unterklassigen Vereinen zu schicken, oder zu Teams, bei denen sie mehr Einsatzzeit bekommen. Stefan Reinartz und Marcel Risse gehen genau diesen Weg. Sie werden für anderthalb Spielzeiten nach Nürnberg ausgeliehen.

Nürnberg schnappt sich Bayer-Talente

Absoluter Lesetipp und für die meisten sowieso schon kalter Kaffee: Die Geschichte vom freien Journalisten Jens Weinreich, der zunächst vom DFB verklagt wurde und nun Opfer einer Diffamierungskampagne des Verbands um Theo Zwanziger wurde.

Die ganze Geschichte bei Weinreich, zusammenfassender Audiokommentar von Jürgen Roth

Notenübersicht: Spieltag 13

Topnoten heute für Kießling, Helmes und Renato Augusto. Wie immer in der Abwehr leichte Differenzen zwischen den verschiedenen Benotern. Castro, der die gelb-rote Karte sah, mit Noten zwischen 3,5 und 6. Friedrich mit Noten zwischen 2 und 5. Warum?

name - bild - kicker - sportal - wams - schnitt
adler - 4 - 3 - 3,5 - 3 - 3,38
friedrich - 5 - 3 - 4 - 2 - 3,50
castro - 6 - 3,5 - 4,5 - 5 - 4,75
henrique - 4 - 2,5 - 2 - 3 - 2,88
kadlec - 3 - 3,5 - 3,5 - 3 - 3,25
rolfes - 4 - 3 - 2,5 - 2 - 2,88
renato augusto - 2 - 2 - 2 - 3 - 2,25
vidal - 5 - 4 - 4 - 3 - 4,00
barnetta - 3 - 2 - 3 - 2 - 2,50
kießling - 2 - 2 - 2,5 - 2 - 2,13
helmes - 2 - 2 - 3 - 2 - 2,25

Presseschau vom Schalke-Spiel

Bruno Labbadia musste erst einmal tief durchatmen. „Zwischenzeitlich hatte ich ein wenig Angst, dass wir die Geduld verlieren. Aber das haben meine Jungs gut hinbekommen“, sagte Bayer Leverkusens Trainer. Seine Befürchtungen erwiesen sich am Ende als unbegründet. Tatsächlich konnte sich Labbadia entspannt zurücklehnen und den Blick auf die Bundesligatabelle genießen. Nach dem 2:1 gegen den FC Schalke 04 haben die Leverkusener die Tabellenführung verteidigt. Und die erfreulichste Erkenntnis für den Bayer-Trainer war, dass „man gesehen hat, dass meine Spieler die Tabellenführung unbedingt verteidigen wollten“. (Tagesspiegel)

Die andere Aussage aus Gelsenkirchen hatte nicht so viel Neuigkeitswert. Kevin Kuranyi sagt momentan jedem, der ihn fragt, dass er sich eine Rückkehr in die Nationalmannschaft vorstellen könne. Das könnte schwierig werden, wenn sich der Schalker Sturmführer häufiger solche Szenen wie in der 19. Minute leistet. Das Bemühen um schnelles und direktes Spiel hatte der Leverkusener Barretta da übertrieben und sich am Strafraum einen kapitalen Fehlpass geleistet. Über Altintop landete der Ball dann maßgerecht beim völlig frei stehenden Kuranyi, der aber aus sechs Metern über das Tor schoss. (FAZ)

Kießling hat zwei Liga-Tore mehr als Miroslav Klose und drei mehr als Lukas Podolski. Die Diskussion um die Berufung des 24-Jährigen in die Nationalmannschaft wird weitergehen. Gegen England am Mittwoch steht er nicht im Aufgebot. “Es ist Pech für ,Kieß’, dass der Bundestrainer nur vier Stürmer nominiert hat. Sonst wäre er bestimmt dabei” sagte Helmes, der sich einen Einsatz gegen England von Beginn an verdient hätte. Anders als der Ex-Kölner trägt Kießling das Herz nicht auf der Zunge. “Das ist nicht meine Entscheidung. Ich bin genauso ins Spiel gegangen wie in jedes andere. Ich werde in Leverkusen weiterhin meine Leistung bringen und die, die es sehen wollen, werden es schon richtig sehen”, sagte er – so diplomatisch kann man Enttäuschung formulieren. (FR)

Zehn Minuten vor dem Ende erschien eine dringende Warnung auf der Anzeigetafel. Zum elften Mal in dieser Saison hatte sich Bayer Leverkusen eine 2:0-Führung erspielt, doch wieder schwanden im Angesicht des Erfolgs die Kräfte. Schalke 04 wurde stärker. In Hamburg hatten die Leverkusener nach einer 2:0-Führung noch 2:3 verloren. In Bochum hatten sie nach einer 3:0-Führung nur knapp mit 3:2 gewonnen. Zuletzt in Karlsruhe hatten sie nach einer 3:0-Führung gar nur 3:3 gespielt. Die Leverkusener wussten um ihr Problem, und noch dazu erschien auf der Anzeigetafel diese Warnung, als Mönchengladbachs 2:2-Ausgleich vermeldet wurde nach einer 2:0-Führung des FC Bayern. In jenem Moment ergriff tiefe Verlustangst Bayers torkelnde Truppe. Fünf Minuten vor Schluss erlitt sie Kevin Kuranyis Anschlusstreffer und eine Minute vor Schluss den Ausgleich durch Gerald Asamoah. Doch dessen Treffer zählte nicht. Abseits. Leverkusen hatte Glück – und blieb Tabellenführer. (SZ)

Bayer Leverkusen hat nun neun Spiele gewonnen, 31 Tore erzielt und war in keiner der 13 Partien die schlechtere Mannschaft. Den wichtigsten Saisonsieg hat der Verein allerdings bereits am 25. Mai gefeiert, als der Sportdirektor Rudi Völler und der Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser bei Helmut Hack im Fränkischen vorsprachen und dem Präsidenten der SpVgg Greuther Fürth Trainer Labbadia wie beim Feilschen auf dem Basar abgeluchst haben. Dieses Tauziehen um einen Trainer, der seine Erfolge in Darmstadt in der Oberliga und in Fürth in der zweiten Liga gefeiert hatte, mutete kurios an und wird erst im Nachhinein nachvollziehbar. (SZ)

Ist ja nur Bayer 04 Leverkusen. Zum 50. Mal übrigens. Mit dem Trainer Bruno Labbadia, der gerade sein 13. Spiel als Trainer in der Bundesliga hinter sich hat. Mit einer Mannschaft, die ein Durchschnittsalter von weniger als 23,5 Jahren aufweist. Die Zeiten der prall gefüllten Geldkoffer und unerschöpflichen Bayer-Millionen sind auch schon lange vorbei. Und nicht einmal schmähen kann man die Rechtsrheinischen. Werksklub, Pillenverein, Chemie-Kicker!!! Früher gab das Stadion-Verbot, heute nennen sie sich selbst so. Es ist das Bayer-Markenzeichen in Zeiten von VW Wolfsburg und 1899 Hoppenheim.

Aber sensationell sind andere. Leverkusen kann es recht sein. Unbeobachtet lebt es sich leichter. Auch ganz an der Spitze. Und bei Toren ertönt „Rocking all over the world“. Status Quo. Kann so bleiben. (KSTA)

Schalke 04, Teil 1 (oder das erfüllte Hochzeitsgeschenk)

Samstag, 15.November 2008, 16:08 Uhr. Seit gut drei Stunden bin ich unter der Haube und ein erster Gedanke an das Spiel der Bayer-Elf zwickt mich. Beim Gang auf das Klo überprüfe ich den Spielstand. 1:0 Kießling. Sehr gut. In der darauf folgenden Stunden rückt das Spiel gegen die Knappen in den Hintergrund. Erst kurz vor Achtzehn Uhr trifft mich die positive Nachricht aus Leverkusener Sicht. Erst nach und nach erfahre ich die weiteren Ergebnisse, von der gelb-roten Karte für Castro und von den Torschützen.

Alles gut. Das gewünschte Hochzeitsgeschenk ist eingetroffen. Ein Sieg gegen Schalke wurde eingefahren. Perfekt. Alles weitere wird nun zur Zugabe.

An dieser Stelle noch ein Dankeschön an alle Gratulanten per Mail und über die Kommentare. Es war ein sehr schöner Tag, den ich wohl bis an mein Lebensende nicht vergessen werde.

Vorschau: Bayer Leverkusen – Schalke 04

Morgen spielt die Werkself gegen Schalke 04. Neben Bayern München, der letzte “große” Name in der Hinrunde dieser Saison.

Liebes Team, ich wünsche mir zu meinem Hochzeitstag einen Sieg. Wie ist mir egal, ich werde morgen nur das Ergebnis sehen und der Rest ist mir völlig egal. Das ist ein sehr kleiner Wunsch. Es soll keine Herbstmeisterschaft sein, kein Titel oder sonst was. Das sollte doch drin sein, oder?

Angesichts der Tatsache, dass ich tatsächlich morgen heiraten werde, habe ich die letzten Tage hier, auch nicht mehr auf die Kette gekriegt. Kleiner Tipp an alle, die diesen großen Schritt mal wagen wollen. Nicht erst alles am letzten Tag vor der Hochzeit organisieren.

Kießling nicht berücksichtigt

Jogi Löw hat den Kader für das, am 19.November stattfindende Testspiel gegen England, bekannt gegeben. Nicht berücksichtigt wurde im 20er-Kader Stefan Kießling, ebenso wie Michael Ballack und Torsten Frings. Ballack ist noch verletzt und über Frings Nichtnominierung kann man nur spekulieren, denn die Aussagen von Löw und Frings differieren.

Während Frings betonte, er habe von sich aus auf einen Einsatz gegen England wegen des “zuletzt entstandenen Theaters” verzichtet, sagte Löw in einem Interview auf der DFB-Homepage: “Ich habe ihm gesagt, dass ich für dieses Spiel ohne ihn plane.” Bei einem Formanstieg sei er künftig aber wieder ein “Bestandteil der Mannschaft”. (ARD)

Drei Neulinge wurde zudem nominiert. Marvin Compper und Tobias Weis vom Bundesliga-Aufsteiger 1899 Hoffenheim, sowie Marcel Schäfer vom VfL Wolfsburg. Aus Leverkusen wurden Rene Adler, Simon Rolfes und Patrick Helmes berufen.