Nahe an der Stammelf und die Nominierung für die Schweizer Nationalelf. Es lief sehr gut für Pirmin Schwegler, doch im heutigen Training zog sich der Mittelfeldspieler einen Innenbandabriss zu und fällt sechs Wochen aus. Schon in der Hinrunde 2007/2008 zog er sich die gleiche Verletzung zu und musste längere Zeit passen.
Klopp und das Auto
Ob Jürgen Klopp weiter Werbung für Mitsubishi machen darf? Oder ist das Rufschädigung?
Klopp rutschte im Anschluss an das Training am Dienstag mit seinem Sportcoupe an der Autobahnauffahrt Dortmund-Brackel in den Graben. Er blieb unverletzt und kam mit dem Schrecken davon, sein Fahrzeug wurde nur leicht beschädigt. (RP)
Heiß brodelts..
…dieser Tage in der Gerüchteküche. Allerdings wird in Leverkusen nur auf kleiner Flamme gekocht. Lediglich ein neuer Name wurde als frische Zutat dem Winterwechseleintopf beigefügt. Adeilson heißt die unbekannte und hoffentliche schmackhafte Ingredienz. Adeilson ist 23 Jahre alt, Brasilianer, Stürmer und spielt derzeit beim brasilianischen Erstligisten Ipatinga FC. Dagegen versucht man die letzten Reste von Eren Derdiyok aus dem Topf zu fischen, denn Basel verlangt wahrscheinlich zu viel, für das noch unreife Gemüse.
Im Mannschaftsmenü entwickelt sich derweil Theofanis Gekas zum bitteren Beigeschmack. Der Grieche, der meist nur in der Küche blieb und niemanden aufgetischt wurde, will lieber woanders verkostet werden. An nötiger Würze fehlt es dem Bayer-Team auch noch in der Abwehr. Hier suchen die Köche noch nach ein paar leckeren Akzenten, damit man auch gegen die internationale Küche bestehen kann.
In München dagegen steht die Flamme auf höchster Stufe. Lukas Podolski und Toni Kroos haben Weißwürste und Leberkäs satt und suchen nach einem neuen Arbeitgeber und dass mit großer Wahrscheinlichkeit schon zur Winterpause. Podolski, großer Verfechter der rheinischen Küche, könnte sich hervorragend vorstellen, im kölschen Sauerbraten zu landen. Kroos Pläne sind noch ungewiss, sollte er jedoch nicht öfter auf dem Tisch landen, lassen ihn die bayrischen Chefköche auf jeden Fall gehen.
Notenübersicht: Spieltag 12
So um die 30.Minute standen bei den Notengebern von der Bild, von Sportal und dem Kicker, sowie bei mir, lauter Einser neben den Namen der Werkself-Kicker. Dann irgendwann nicht mehr. Einzige Überraschung für mich, dass Renato Augusto so gut weg gekommen ist. Labbadia war ziemlich angepisst, aufgrund seiner defensiven taktischen Ausrichtung und wechselte den Brasilianer aus.
name - bild - kicker - sportal - cat - schnitt
adler - 2 - 3 - 3,5 - 2,5 - 2,75
friedrich - 5 - 5 - 4 - 3 - 4,5
castro - 5 - 5 - 4,5 - 4 - 4,63
henrique - 5 - 5 - 4,5 - 4 - 4,63
kadlec - 2 - 2,5 - 2,5 - 3 - 2,50
rolfes - 4 - 4 - 4 - 3,5 - 3,88
renato augusto - 4 - 3 - 2,5 - 4 - 3,38
vidal - 4 - 4 - 3,5 - 4 - 3,88
barnetta - 4 - 4 - 4 - 3,5 - 3,88
kießling - 3 - 3 - 3,5 - 3 - 3,13
helmes - 2 - 3 - 3 - 3,5 - 2,88
schwegler - 4 - 3,5 - 3,75
Presseschau vom Karlsruhe-Spiel
Die erste Serie riss schon nach 24 Minuten. Bayer Leverkusen hatte ja vor der Fahrt nach Karlsruhe viermal hintereinander 2:0 gewonnen. Das war nun nicht mehr möglich, die Mannschaft führte da bereits 3:0. Die nächste Serie war 13 Minuten später hinfällig: Der abgefälschte Freistoß des Karlsruhers Antonio da Silva landete im Tor von Rene Adler, der damit zum ersten Mal seit 397 Minuten wieder einen Ball aus seinem Tor holen musste.
Dass auch zwei weitere Serien an diesem Nachmittag noch enden würden, dass hätte kaum einer mehr erwartet. Den vier Leverkusener Siegen standen ja zuletzt fünf Karlsruher Niederlagen gegenüber. Nach dem 3:0 für die Gäste hätte man auf dem Wettmarkt ziemlich viel Geld verdienen können bei einem Einsatz gegen einen Leverkusener Sieg. Doch der KSC kämpfte sich in außergewöhnlicher Manier in das Spiel zurück und erreichte noch ein 3:3. Leverkusen verpasste damit den Sprung an die Tabellenspitze, während die Badener wieder Hoffnung im unteren Tabellendrittel schöpfen. (SZ)
Jedenfalls war allen Fachleuten klar, dass Leverkusen sich am Samstag nach dem frühen 1:0 in Karlsruhe in Bedrängnis befand. Als die Werkself das 2:0 folgen ließ, schwebte sie in höchster Gefahr, das war nun auch den Laien bewusst. Nach dem 3:0 noch vor der Pause konnte es keine Rettung geben. Es kam, wie es kommen musste, die Karlsruher erzielten erst ein Tor, dann noch eins, und klar, dann legten sie seelenruhig noch ein drittes Törchen nach. Was waren sie später froh in Leverkusen, dass sie nicht 4:0 in Führung gegangen waren, denn ein 4:0 ist bekanntlich das gefährlichste Ergebnis von allen. (SZ)
Nur René Adler war anzusehen, dass er ziemlich sauer war. Als der Nationaltorwart aus dem Kabinengang in Richtung Mannschaftsbus schlenderte, sagte er nur einen knappen, trockenen Satz: „Ich habe heute keinen Bock.“ Während die Leverkusener zwischen verschiedenen Meinungen schwankten, konnten sich die Karlsruher ganz auf ihr Glücksgefühl konzentrieren. „Es hätte geheißen, die haben jetzt sechs Spiele in Folge verloren“, sagte KSC-Trainer Edmund Becker. „Das Spiel wird uns weiterbringen, aber wir dürfen die ersten 24 Minuten nicht unter den Teppich kehren.“ […]
Leverkusen verwaltete seinen klaren Vorsprung zu selbstgefällig und eröffnete dem praktisch geschlagenen KSC einige Freiräume. Dennoch bedurfte Antonio da Silva beim 1:3 der Mithilfe von Stefan Kießling, der seinen Freistoß unhaltbar für Adler abfälschte. Nach einer Stunde traf Tim Sebastian per Kopf zum 2:3, Leverkusen spürte nun zum ersten Mal wirkliche Gegenwehr, alle Leichtigkeit war aus dem Spiel von Bayer gewichen. Rund 15 Minuten vor dem Abpfiff flankte Stefano Celozzi auf Alexander Iaschwili, der keine Mühe hatte, zum umjubelten 3:3 einzuköpfen. „Das war schon Stress. Und du glaubst an einem bestimmten Punkt, das kriegen wir nie wieder hin“, sagte Edmund Becker. „In der Pause habe ich der Mannschaft gesagt, dass wir mehr an uns glauben sollen.“ Mit Erfolg. (Tagesspiegel)
Es genügte also weniger als gedacht, um Bayer vorerst zu entzaubern. „Wir dürfen keine vier, fünf Prozent nachlassen“, sagte Labbadia und setzte zu einem großen Plädoyer für die „Nachhaltigkeit“ im Fußballgeschäft an: „Nicht wöchentlich oder täglich, sondern jede Minute“ müsse man um den Erfolg kämpfen, sagte er – und so gesehen, war der Auftritt in Karlsruhe natürlich viel zu wenig für die eigenen Ansprüche. Zu Labbadias Vorstellung von Nachhaltigkeit gehört aber auch geduldige, kontinuierliche Arbeit. (FAZ)
Dabei hätte zumindest einer das Unheil schon ahnen müssen. Michal Kadlec hatte vor dem Spiel Gespräch mit seinem Vater Miroslav gewarnt, der ihm zur Warnung die Geschichte erzählte, wie er einst mit dem 1. FC Kaiserslautern 3:0 gegen Karlsruhe geführt hatte und dann noch ein 3:3 erleben musste. Aber die Dinge waren trotzdem nicht mehr aufzuhalten. Tim Sebastian nutzte nach einer Stunde das kollektive Fehlverhalten der Bayer-Abwehr bei einem Freistoß zum 2:3, danach entwich jede Ordnung aus dem Spiel des Favoriten. Dass der eingewechselte Georgier Alexander Iaschwili, den die Welt als Chancentod kennt, den Ausgleich erzielte, und das auch noch per Kopf, war die Schluss-Pointe eines verrückten Nachmittags. (FR)
Video vom Karlsruhe-Spiel
Karlsruher SC, Teil 1 (heute auch für Blinde! Stichwort: Podcast)
Alle Elemente der bisher absolvierten Spielzeit der Werkself kumulierten im Spiel gegen den Karlsruher SC. Da war die schnelle Führung. Schon gehabt, zwar nicht so schnell, aber immerhin. Beispiel Sieg gegen Hannover (5.Minute Rolfes), Beispiel Sieg gegen Frankfurt (6.Minute Helmes). Dann die überlegende und beeindruckende Eröffnungsphase der Bayer-Elf. Angriff um Angriff rauschte auf das Tor der hoffnungslos unterlegenden Badener. Bumm, Peng. 2:0. Bumm, Peng. 3:0! Alles super. Alles toll.
Doch dann kam das, was kein Pillendreher sehen wollte. Das wofür Leverkusen nun mal steht. Die Sportbild sprach neulich mal von Looseritis. Das Spiel gegen Karlsruhe hat das bestätigt. Ich gebe zu, am Ende haben wir noch einen Punkt ergattert, ich würde fast schon sagen gewonnen, aber wenn man in den internationalen Wettbewerb will, darf man einfach kein 3:0 herschenken. Wenn man nicht absteigen will, darf man kein 3:0 wegschenken. Ein 3:0 darf gar nicht wegschenken. Habe ich gelacht, als Schalke gegen Dortmund ein 3:0 weggeschenkt hat? Ich glaube ja. Das hat sich gerächt.
Weiter im Rückblick. Also Leistungen, wie die in den ersten dreißig Minuten gab es in dieser Saison zu Hauf. Solche verpeilten, unkonzentrierten, nervösen Spielgestaltungen eher wenige. So führte man zum Beispiel auch gegen Bochum 3:0. Dann kamen die Blauen nochmal auf 3:2 heran, aber in diesem Fall spielte das Glück mit der Werkself. Es blieb dabei. Gegen Hamburg führte man 2:0 und dort verlor das Labbadia-Team sogar noch. Soweit kam es diesmal nicht, allerdings spielte man auch nicht über 50 Minuten mit einem Mann weniger.
Auch das 2:3 gegen Dortmund oder das 0:1 gegen Berlin finden sich im Spiel gegen die Karlsruher wieder. Gegen beide Teams hatte man keinen Plan B. Zwar spielte die Werkself überlegen gegen Dortmund, trotzdem verhinderte man die entscheidenden Gegentreffer nicht. Man konnte nicht umschalten und selber die entscheidenden Akzente setzen. So auch gegen Hertha BSC Berlin. Hier spielten die Leverkusener 90 Minuten gegen eine Wand. Relativ ideenlos, halt ohne den Alternativplan und das rächte sich gegen Berlin und auch gegen Dortmund.
Vielleicht liegt das auch daran, dass die Werkself sehr berechenbar ist. Es spielen mehr oder weniger immer die gleichen elf Spieler, die gleiche Taktik. Zwar gut, wenn nicht sogar begeisternd, aber mit der richtigen Gegenkonzept stellt man Helmes und Co. vor unlösbare Probleme. Auch von der Bank kommt dann kein Impuls. Spieler, wie Schwegler, Dum und Gekas werden zwar immer wieder eingewechselt, aber am Spiel können sie nichts ändern. Zu wenig Schlüsselspieler sind sie und zu wenig hat die Bank allgemein an Tiefe.
Generell kann man trotzdem zufrieden sein mit einem Punkt in Karlsruhe. Ungeachtet vom Verlauf des Spiels am Samstag ist es ein wichtiger Zähler, der immerhin heute zur Tabellenführung reichte. Hoffenheim ließ nämlich Punkte in Berlin liegen. Dagegen rückten die Bayern durch einen 2:1-Sieg auf Schalke bis auf einen Punkt an das Spitzenduo Hoffenheim/Leverkusen heran.
Schalke ist der nächste Prüfstein für die Werkself. Zuhause wäre ein Dreier gegen den direkten Konkurrenten um den internationalen Wettbewerb äußerst wichtig.
Und hier das ganze noch mal mit meiner zarten Stimme.
