Servus Oli

Da geht er hin. Der große alte Torwart. Danke Oli für all die spannenden, bewegenden Jahre mit Dir. Wir haben dich geliebt, wir haben dich gehasst, wir haben dich bewundert, wir fanden dich seltsam, wir haben mit dir getrauert, mit dir gefeiert und nun geht das Fußball-Leben ohne dich weiter. Ein großer Schlussmann geht.

Goldener Handschuh an René Adler

Bester Torhüter der abgelaufenen Saison. Ein Titel den man sich gerne ans Revers heftet. So bestimmt auch René Adler, selbst wenn dies keine offizielle Auszeichnung ist, sondern “nur” die des Torwart.de-Onlineportals. Bei Torwart.de wählen an jedem Spieltag User und Redaktion die fünf besten Keeper und verteilen bis zu zehn Punkte. René Adler siegte vor Robert Enke und Manuel Neuer. Mehr bei Torwart.de. Positiv auch die Einschätzung, bezüglich der Wiederaufnahme des Spielbetriebs von Adler.

René Adler wird aller Voraussicht nach am kommenden vierten Spieltag beim Auswärtsspiel von Bayer 04 Leverkusen gegen den Hamburger SV am 13.9.2008 wieder in das Bundesligageschehen eingreifen und die notwendigen Punkte zur Titelverteidigung erkämpfen können. Der Heilungsverlauf nach seiner Schulterprellung ist zufrieden stellend und die mögliche Nummer 1 der deutschen Nationalmannschaft befindet sich schon wieder im Aufbautraining und hofft auch auf eine baldige Nominierung für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft.

Noten-Übersicht: Spieltag 3

Heute schon die Noten-Übersicht des dritten Spieltags. Diesmal wieder mit der Welt am Sonntag. Interessant wie unterschiedlich die Spieler benotet werden. Beispielsweise Barnetta. Drei Mal im Einser-Bereich, nur bei Sportal eine 3. Zählen zwei Vorlagen und ein Tor gar nichts? Helmes wurde in den vier Medien einmal 5, einmal 4, einmal 3 und einmal mit 2 bewertet. Die Bild konnte überhaupt nichts mit ihm anfangen, die Welt dagegen fand ihn schon ganz beeindruckend!?

name position bild kicker sportal wams durchschnitt
fernandez tor 3 2,5 3,5 3 3,00
haggui abwehr 3 3,5 3 4 3,38
m.friedrich abwehr 4 2,5 3 3 3,13
henrique abwehr 3 3,5 3,5 3 3,25
djakpa abwehr 3 3 4,5 3 3,38
rolfes mittelfeld 3 3 3 3 3,00
renato augusto mittelfeld 3 3,5 4 2 3,13
vidal mittelfeld 6 5 3,5 5 4,88
barnetta mittelfeld 1 1,5 1 3 1,63
kießling sturm 2 1,5 1,5 3 2,00
helmes sturm 5 4 3 2 3,50
gekas sturm 0
schwegler mittelfeld 4 4 4
dum mittelfeld 0

TSG Hoffenheim, Teil 1 (oder Vidal als hyperaktiver Chaot)

“Wir haben heute alles richtig gemacht”, erzählte Tranquillo Barnetta nach dem klaren 5:2 gegen die zuvor gehypeten Hoffenheimer. Aber vielleicht meinte er auch nur sich selbst, denn der Schweizer hatte, nach zuletzt äußerst schwachen Spielen ein fantastisches Match absolviert. Während des Spiels war nicht immer alles nach Plan verlaufen. Nach einer 2:0-Führung hatte man sich ein dummes Gegentor eingefangen. Die Abwehr pennte mal wieder. Nach der 3:1-Führung überließ man gar dem Gegner den gesamten Platz und kassierte erneut den Anschluss. Das ging fast bis zum Schluss so, ehe Barnetta mit einem Sonntagsschuss alles klar machte und Kießling zum Schluss noch mal einschob.

Der Hauptschuldige scheint im Chilenen Vidal gefunden worden zu sein. Der Mittelfeldspieler hatte zunächst eine solide Partie in der ersten Halbzeit gespielt, ehe er seinen Mitspielern Bälle stiebitzte, Fehlpässe produzierte und für heilloses Chaos sorgte.

Denn die Zeit zwischen der 45. und 83. Minute war voller Dinge, die Leverkusen falsch machte. Aus der nach vorne gerichteten Gesamtordnung entwich die nötige Aggressivität. Dazu kamen individuelle Störfaktoren wie Arturo Vidal, der das zuvor enorm starke Mittelfeldspiel seines eigenen Teams regelrecht zerstörte. “Da haben wir sie zum Wanken gebracht”, sagte Rangnick. (FR)

Zumindest so lange nicht, wie Arturo Vidals Konzentration reichte. Nach dem Wechsel präsentierte sich der fleißige Chilene plötzlich als hyperaktiver Chaot: Verlor sichere Bälle, klaute dem eigenen Mann das Spielgerät, riskierte Außenristpässe, wo die einfache Aktion gefragt war. Einer seiner Fehlpässe leitete die Aktion ein, die letztlich zum Elfme­ter führte. “Die erste Halbzeit war ordentlich, was dann kam, darüber müssen wir reden”, so der Bayer­Trainer, der ausdrücklich betont, dass Vidal sein Vertrauen habe: “Wir reden über die Sache, er wird das abstellen. Das kriegen wir sicher hin.” (Kicker)

Trotz allem war es ein gutes Spiel der Werkself, die sich wieder einmal eine zweistelle Anzahl an Chancen erarbeitete, deren Innenverteidiger bei Standards brandgefährlich waren, deren Stürmer nach vorne, wie nach hinten arbeiten, dessen Barnetta endlich aus seiner EM-Lethargie aufgewacht ist und bei der selbst Theofanis Gekas immer wieder sticht, obwohl er nur als Joker gesetzt ist.

Es waren neun Minuten gespielt, da kassierte Hoffenheim den ersten Gegentreffer in der Ersten Liga: Nach einer Freistoß-Flanke des Schweizers Tranquillo Barnetta gewann Karim Haggui, der den verletzten Gonzalo Castro ersetzte, ein Kopfball-Duell gegen Luiz Gustavo und traf ins lange Eck. Nur sechs Minuten später nutzte Leverkusen eine weitere Standardsituation zum 2:0. Nach einer Ecke Barnettas, der sein bestes Spiel seit langer Zeit machte, köpfte Manuel Friedrich den Ball aus fünf Metern über die Linie. Bayer kontrollierte die Partie, war dynamisch in der Offensive, besonders der brasilianische Mittelfeldmann Renato Augusto zeigte einige schöne Dribbel-Einlagen und Ball-Eroberungen. Die Abwehr um Friedrich schien die Hoffenheimer Offensiv-Abteilung im Griff zu haben. (Tagesspiegel)

In einer Partie mit hohem Unterhaltungswert und packenden Szenen in beiden Strafräumen ging Bayer durch einen Haggui-Kopfball nach Flanke von Barnetta schon früh in Führung. Für den Tunesier war es der erste Bundesligatreffer seit dem 16. März. Kurz darauf hatte Nationalstürmer Patrick Helmes (11./16.) gleich zweimal die Chance zum 2:0, das dann aber Friedrich ebenfalls per Kopf und nach Vorlage von Barnetta erzielte. (FAZ)

Zum Schluss noch unser Fußballarbeiter und -Philosoph Marcel Reif zum Thema Hoffenheim+Hype:

Ausgerechnet gegen Bayer, denen sie das schlechte Image eines Retortenklubs abgenommen haben. Und für Romantiker ist das ja wirklich nicht schön, was in Hoffenheim geschieht. Aber es ist trotzdem alles okay, nichts ist illegal, nichts anrüchig, sondern seriös, bislang auch weitsichtig und durchdacht. Sie spielen schönen Fußball, sie haben sich auch gestern in Leverkusen zu keinem Zeitpunkt versteckt oder eingeigelt, wir werden sehen, wie lange der Spaß anhält, wenn die Realität nicht immer fröhlich ist. (Tagesspiegel)

Danke Marcel, dass wir jetzt nicht mehr der Retortenclub sind.