Lernen von den Großen

Bremen. Sonntag 17:30 Uhr. Zum ersten Mal in dieser Saison wird Sami Hyypiä nicht von Beginn an auf dem Platz in einer Bundesliga-Partie stehen. In den wenigen Momenten, in denen der Finne bisher beim Tabellenführer fehlte, ging es drunter und drüber, glaubt man der Presse. Gegen Schalke musste Hyypiä beim Stande von 2:0 angeschlagen den Platz verlassen, Sinkiewicz kam als Ersatz und die Werkself schaffte am Ende nur ein 2:2. Gegen Kaiserslautern hatte der Innenverteidiger eine Grippe und es gab die einzige Niederlage der Leverkusener in einem Pflichtspiel in dieser Spielzeit.

Also steht wohl die Götterdämmerung am Sonntag in Bremen an. Laut Heynckes wird Reinartz Hyypiäs Platz ausfüllen und glaubt man Heynckes, so ist Reinartz, obwohl er die halbe Saison als Rolfes-Ersatz spielte, der bessere Innenverteidiger. Weil aber Reinartz noch so jung ist und trotzdem willig zu lernen, sei ihm dieses Video ans Herz gelegt. Lernen von den Großen. Und überhaupt scheint Hyypiä immer mehr zum Co-Trainer zu mutieren. Auf der letzten Pressekonferenz erklärte Heynckes, dass der Finne immer wieder mal an der Taktiktafel Laufwege, Positionen und ähnliches veranschaulichen würde. Warum nicht?

Neben der Frage, ob Bayer endlich mal ein Bundesliga-Spiel verliert, scheint die Personaldebatte das zweitspannendeste Thema der Medien zu sein. Helmes ist zum Glück wieder verletzt (Adduktorenprobleme), so dass da nichts spekuliert werden muss, ob er nun unzufrieden ist, oder nicht. Renato Augusto musste angeblich wegen Undiszipliniertheiten (laut Bild) in die Mannschaftskasse einzahlen und was ist eigentlich mit Gonzalo Castro? Spielte die komplette Hinrunde Ersatz für Michal Kadlec auf links, verletzte sich dann, muss jetzt aber wieder um seinen Startplatz kämpfen. Weder links, noch rechts hinten darf er ran und auch im defensiven Mittelfeld vertraut Heynckes wohl auf Bender. Interessant! Neben Bender darf Vidal wieder eingreifen, der eine Gelbsperre absaß.

Zum Gegner fällt mir nicht viel ein. Die können großartig spielen, aber auch mit einem offenen Scheunentor hinten, oder nur schlecht oder oder oder spielen. Nach der tollen Serie in der Hinrunde versucht man jetzt wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. Traditionell sehen die Leverkusener eher schlecht in Bremen aus. Das Hinspiel ging 0:0 aus.

Infografikalarm VI: Die Ampel-Kreuztabelle

Kreuztabellen find ich in der Regel ziemlich unübersichtlich. Die ganzen Detailergebnisse interessieren mich meist nicht, eher finde ich es spannend, wie beispielsweise eine Mannschaft gegen schlechter postierte Teams gespielt hat, oder ob sie schon zu hause verloren hat, oder wie die Auswärtsbilanz aussieht. Dementsprechend habe ich eine Infografik nach dem 22.Spieltag gebastelt, die Aufschluss über diese Fakten geben soll.

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Das Prinzip ist das gleiche, wie sonst auch. Der Unterschied ist, dass einfach nur Heimsiege, Remis und Auswärtssiege verbucht sind und die Sortierung nach der Tabellenposition.

Grün = Heimsieg / Gelb = Remis / Rot = Auswärtssieg.

Was ich kann ich nun schnell auslesen? Beispielsweise, dass Leverkusen, München und Mainz noch ohne Heimniederlage sind. Herthas einzigen Heimsieg gegen Hannover sehe ich flugs, genauso wie Herthas einzigen Auswärtssieg ebenfalls bei Hannover. Man sieht zwei Heimniederlagen von Schalke gegen Gegner aus der unteren Tabellenregion. Ich sehe, dass Dortmund und Bremen jeweils zuhause gegen Schalke und Bayern verloren haben. Anhand der schwarzen Trennlinie erkenne ich die Bilanz gegen bessere (links/zuhause bzw. oberhalb auswärts) oder schlechtere Mannschaften(rechts/zuhause bzw. unterhalb/auswärts).

Was seht ihr?

Pillenpackung XXIV

Zeit für Content im Blog. Giovane Elber ist der Überzeugung, dass Bayer früher oder später einen Einbruch erleiden. Speziell mit den Bayern im Nacken.

Jeder Klub hat immer so eine Phase, in der es nicht so läuft. Leverkusen hatte die Phase in dieser Saison noch nicht, die Bayern haben die schon überstanden. Es wird spannend. Leverkusen hat eine große Meisterchance, aber wenn man den FC Bayern im Nacken hat, wird man nervös. Die kriegen bald Panik. Glauben Sie mir: Das wird passieren! Diese schlechte Phase kommt sicher noch bei denen. Und die muss Bayern dann ausnützen. (Merkur-Online)

Aber die Werkself hat doch schon mal in dieser Saison drei Mal hintereinander Remis gespielt! Gilt das nicht als schlechte Phase. Sorry. Ich muss den Meister-Optimismus weiter an den Tag legen.

Der Kölner Stadtanzeiger spielt gerade Trainer Baade in die Karten. Statistiken seien trügerisch behaupten die und das obwohl Leverkusen derzeit europaweit das beste Team ist, wo doch Barcelona gerade am Wochenende verlor.

Das ist, mit Verlaub, der größte Quatsch, der durch die an gerauntem Quatsch nicht arme deutsche Fußball-Szene geistert. Man kann dieses Bayer-Team und seinen Trainer Jupp Heynckes an vielem messen, aber gewiss nicht an Ansprüchen aus einer Zeit, in der eine halbe Weltauswahl – Kirsten, Emerson, Ballack, Zé Roberto, Lucio – mit massiven Zuwendungen des Konzerns finanziert wurde. Bayer 04 im Jahr 2010 ist eine ganz andere Geschichte. Der Titel wäre nicht weniger als ein Märchen, der Vize ein Lottogewinn, Platz drei die Fünf mit Zusatzzahl, selbst die Plätze vier und fünf das Erreichen eines ehrgeizigen Saisonziels. (KSTA)

Ich glaube fest an Märchen!

Der Tagesspiegel beschäftigt sich dieser Tage mit der 5-Jahres-Wertung und den Steuervorteilen, die Profis wie C.Ronaldo oder David Beckham zuletzt genossen.

In England müssen Stars aus dem Ausland in den ersten drei Jahren nur 26 Prozent Steuern entrichten, ab April werden es knapp 50 Prozent sein. Auch in Spanien wurde das „Lex Beckham“ (er spielte von 2003 bis 2007 für Real Madrid) genannte Gesetz wieder abgeschafft, für neue Verträge werden nun 43 Prozent Steuern fällig. „Für alle Spieler hinter den 20, 30 absoluten Weltstars werden die Preise fallen“, sagt Rudi Völler, der Sportdirektor von Bayer Leverkusen.

Eren Derdiyok bekam übrigens heute doch noch seinen zehnten Saisontreffer anerkannt. Sein Lattenkopfball, der über Andre Lenz seinen Umweg ins Tor fand wurde nun doch nicht als Eigentor des Wolfsburger Keepers gewertet.

Die deutsche Bundesliga hat dem 21-jährigen Schweizer Internationalen Eren Derdiyok seinen Treffer für Bayer Leverkusen zum 2:0 gegen Wolfsburg (2:1) nachträglich zugesprochen. (NZZ)

Die Brasilien-Connection von Bayer funktioniert anscheinend weiter tadellos. Perspektivspieler Lucas soll für zweieinhalb Jahre an den Rhein kommen.

Doch dabei geht es jedoch nicht um eine sofortige Verpflichtung. Der 18-Jährige soll eine Investition in die Bayer-Zukunft sein, nach der Vertragsunterzeichnung geht es zunächst bis Saisonende zurück nach Brasilien, wo er in der U 20 von Sao Paulo spielt. Im Sommer soll Lucas dann erste Testspiele für die Werkself bestreiten. (SPOX)

Ein kleiner Nachbericht zum Erfolg gegen Wolfsburg gibt es in der FR. Heynckes der Unbezwingbare tituliert die Hessenzeitung.

Lächelnd federte René Adler in den Kabinentrakt der BayArena. “Jetzt schießt sogar der Reinartz schon Tore”, flüsterte der Nationaltorhüter im Vorübergehen. Allerdings laut genug. Das war aber nicht schlimm, denn es darf jeder hören, wie die Dinge in Leverkusen laufen: Positiv auf eine Art, die sich nicht nach Namen und Wahrscheinlichkeiten richtet. Irgendwie stellt sich der Erfolg beim Tabellenführer der Fußball-Bundesliga schon ein. Zur Not auch unter aktiver Mithilfe des Gegners.

Im Vorwärts-Blog “Zeit der Weisheiten” stand die Partie gegen Wolfsburg ganz im Zeichen des Karnevals.

Im Duell des Pharmazieunternehmens “Bayer” gegen den Autohersteller “VW” behielten die Kopfschmerztabletten die Überhand, auch wenn sie dafür eine List anwenden mussten. Nach ausgeglichener erster Hälfte, stand im zweiten Durchgang bei den Wölfen ein verkleideter Karnevalist im Tor, der dem eigentlichen Torwart André Lenz zwar zum Verwechseln ähnlich sah, aber unmöglich dieser gewesen sein kann. Jedenfalls ermöglichte er beide Leverkusener Treffer, erst ließ er eine absolut harmlose Flanke aus den Händen rutschen und legte sie so Bayer-Spieler Stefan Reinartz zum Einschießen ins leere Tor mustergültig auf. Beim zweiten Tor vollendete er einfach selbst, auch wenn er dabei zugegeben ziemlich viel Pech hatte. Ein Kopfball von Eren Derdyok prallte gegen die Latten und den Pfosten und sprang von da an Lenz Schienbein und schließlich ins Tor. Auch der Anschlusstreffer durch Edin Dzeko änderte schließlich nichts mehr an der Wolfsburger Niederlage. Leverkusen bleibt Erster, Wolfsburg spielt in dieser Saison dagegen keine Rolle mehr.

VfL Wolfsburg, Teil 4

Was wir in Leverkusen derzeit erleben, was wir derzeit in den Medien über Leverkusen lesen – das ist doch Jammern auf hohem Niveau, oder? Da wird gejammert, dass man letzte Woche nur Remis in Bochum gespielt hat – gegen eine Mannschaft, die das letzte Mal gegen die Bayern verloren hat und nun sechs Spiele unbesiegt ist. Da wird gejammert, dass man ja in Leverkusen schon ganz anderen Fußball gesehen hat und das der derzeitige Fußball eher anödet. Da wird gejammert, dass man es gegen Wolfsburg noch knapp macht, dass man beinahe noch den Ausgleich kassiert. Hat man aber nicht. Die Werkself hat gegen Wolfsburg gewonnen und ein ungemein wichtiges Spiel erfolgreich beendet – Punkt.

Betrachtet man die nackten Zahlen ist Leverkusen genauso gut in die Rückrunde, wie in die Hinrunde gestartet. Fünf Spiele, vier Siege, ein Remis. War die Öffentlichkeit noch etwas überrascht, ist sie nun auch teilweise etwas enttäuscht, dass das Spiel bei Bayer nicht mehr so flüssig und geschmeidig aussieht, wie noch vor ein paar Monaten, aber mal im Ernst – das ist doch ein völlig normaler Zustand. Schließlich hat die Konkurrenz Woche um Woche Zeit sich eine neue Taktik auszudenken, wie Leverkusen zu schlagen ist. Wie man Kroos aus dem Spiel nimmt, oder Barnetta, oder Kießling. Und das klappt dann je nach Gegner, mal mehr mal weniger gut.

Und dahin werden die Bayern demnächst auch noch wieder kommen. Beziehungsweise sind sie da schon, wie man zeitweise gegen Fürth oder Dortmund sehen durfte. Nur haben die Bayern eine ungeheure individuelle Klasse, die sonst kein Team in der Liga vorzuweisen hat. Trotzdem bin ich mir sicher, dass die Münchner stolpern werden. Zum Beispiel nächste Woche in Nürnberg. Einen Gegner, den man leicht unterschätzen kann. Der unten steht, aber auch Potenzial hat. Der natürlich gegen die großen Bayern gewinnen will mit Spielern, die kürzlich nicht mehr gut genug für den großen FC Bayern waren. Also solche Gegner müssen auch erst einmal geschlagen werden. Auch nach einem Champions-League-Spiel.

Ich fand das Spiel von Bayer gegen Wolfsburg gut. Eine mäßige erste Hälfte, auch bedingt durch den Gegner, der sich einfach mal hinten einhöhlte. Dann eine zweite Hälfte, in der Heynckes zeigte, wie er eine Mannschaft beeinflussen kann. Das Tempo war gleich viel höher, Chancen wurden sich erarbeitet, Tore fielen zwar unter Mithilfe von Lenz, aber was solls. Vielleicht wären sie sonst anders gefallen. Jetzt kann man wie gesagt, jammern auf hohem Niveau, über den Gegentreffer, über vergebene Chancen, über Hyypiäs fünfte Gelbe, aber das lohnt sich nicht. Nächste Woche geht es nach Bremen. Gegen einen Konkurrenten um die internationalen Plätze. Da heißt es sich ordentlich vorzubereiten.

VfL Bochum, Teil 4

Ist doch nichts passiert, oder? Ein Remis auswärts in Bochum kann passieren. Ist zudem noch etwas unglücklich, aber bis auf Bremen und München kein Team der Top-6 mehr gepunktet. Und Tabellenführer ist man auch noch. Und man bekommt vom Gegner noch ein paar Schwächen aufgezeigt. Tipps und Tricks vom Ex-Leverkusener Heiko Herrlich. Ehe es dann richtig ernst wird und man die Meisterschaft sichert. Oder wenigstens die Champions-League.

Was klar wurde gegen die Bochumer. Mit so wenig Aufwand und Inspiration kann man gegen nur wenige Gegner in der Bundesliga gewinnen. Das was sich in den letzten Partien schon andeutete, die sogenannte Jupp’sche Entschleunigung, führt inzwischen dazu, dass der ein oder andere Spieler vergisst, zwischendurch auch noch etwas für die offensive zu tun. Read more →

Freitagabend-Gedanken

Es ist Freitagabend. Im Fernsehen läuft das Spiel Werder Bremen gegen Hertha BSC Berlin, während ich eigentlich eine Hausarbeit zum Thema “Soziale Ungerechtigkeiten im deutschen Bildungssystem” schreiben müsste. “Ein echter Charaktertest,” so Torsten Frings, jedoch sich auf das Spiel der Bremer beziehend und wer jetzt glaubt ich würde auch noch eine galante Überleitung zur Hausarbeit hinbekommen würde, der irrt.

Mit Bremen spielt der Tabellen-6. gegen den Letzten der Bundesliga. Bremen als Fixpunkt für die Leverkusener, die ja den internationalen Pokal erreichen wollen und nun einen komfortablen Vorsprung von 16 Punkten haben. Wenn ich den Kommentator des Spiels höre und er gerade voraussagt, dass obwohl sich Özil aussichtsreich in Richtung Berliner Tor bewegt, er sich den Ball erst auf den linken Schlappen legen wird und er das dann auch noch tut, dann ja dann.

Dann glaub ich das Leverkusen den Vorsprung auch noch weiter ausbauen wird an diesem Spieltag, obwohl Bremen gegen den Letzten spielt und obwohl Bayer morgen in Bochum antreten wird. Und das obwohl Bremen seinen nominellen 6er im Mittelfeld mit Torsten Frings spielen hat und Leverkusen mit Simon Rolfes gerade dieser fehlt.

Bochum steht auf dem Plan. Gegen kein Team der Bundesliga fuhr Leverkusen soviele Siege ein, wie gegen die von Grönemeyer besungenen Fußballer, trotzdem warnen alle die gefragt werden vorm Herrlich-Team. Gerade der scheint den Aufschwung oder besser gesagt Umschwung gebracht zu haben. Seit vier Spielen ist der VfL unbesiegt. Damit dürfte der vor der Saison ausgerufene Abstiegskandidat sicherlich zufrieden sein.

In der Hinrunde gab es ein knappes 2:1 gegen Bochum. Leverkusen lag früh (wie so oft in dieser Saison – wenn schon, dann direkt am Anfang) zurück durch ein Eigentor von Friedrich, der aber auch noch vor der Pause egalisierte und damit die Werkself überhaupt erst wieder ins Spiel brachte. Kießling traf dann noch zum Sieg, aber so richtig überzeugend war der Auftritt nicht.

Letzte Saison lag man bereits 3:0 in Bochum in Front, ehe man es noch spannend machte und die Blauen noch auf 3:2 herankamen. Trotzdem muss man natürlich als Tabellenführer den Anspruch haben zu gewinnen, gerade wenn der direkte Konkurrent aus München einen vermeintlich schweren Brocken auswärts beim amtierenden Meister zu bewältigen hat.

Was gibt es spannendes aus Leverkusen diese Woche. Erstaunlicherweise konnte man bei wenig vertrauenswürdigen Seiten, wie zum Beispiel Goal.com lesen, dass Patrick Helmes unzufrieden mit der derzeitigen Situation sei und er stänkern würde. Anderes las man dann heute beim Kicker, wo Helmes zitiert wurde, dass er froh ist, dass es im Team so gut läuft und er auf seine Chance warten würde.

Das ein Patrick Helmes mit der Reservistenrolle nicht zufrieden sein kann, ist klar. Das er aber keine Chance hat, solange die Stammbesetzung der Hinrunde trifft, muss auch klar sein. Jupp Heynckes erklärte allerdings auch, dass er Helmes und auch Renato Augusto nicht beim Stand von 3:1 gegen Freiburg einwechseln wollte, da das Risiko bei einem weiteren Gegentreffer zu groß wäre, in Hinsicht auf die Defensive.

Vor allem bei Standards legt Heynckes Wert auf große kopfballstarke Spieler, sowohl in der Offensive, als auch in der Defensive. Schon Gekas verzweifelte daran, dass er aufgrund seiner Größe nicht gerade als Kopfballungeheuer galt und somit unter Don Jupp keine Einsatzzeit bekam. Droht Helmes nun das gleiche Schicksal, oder Renato Augusto?

Nein, denn die beiden arbeiten fleißig im Training. Helmes arbeitet an seinem Kopfballspiel, Renato Augusto an seinen defensiven Schwächen. Es wird der Zeitpunkt kommen, wo bei Bayer 50-60 Minuten mal nichts läuft und dann sind gerade solche Spieler wichtig, die mit ihrer Schusskraft, ihrem kreativen Input mal ein Spiel drehen, dass schon verloren geglaubt ist.

Ich hoffe, dass es nicht morgen soweit ist. Ich hoffe, dass es nie soweit kommt, auch wenn die Chancen für beide Spieler dann immer geringer werden. Aber wenn sie Klasse haben, dann packen sie es auch.

In die Verletztenliste kommt nun auch wieder Bewegung. Sowohl Castro, als auch Zdebel stehen wieder im Kader, auch Bender sitzt auf der Bank, so dass wieder einige hochwertige Alternativen bereit stehen.

Ich erwarte ein Spiel, dem der Hinrunde ähnelnd, allerdings dürften die Bochumer etwas spielstärker antreten dürfen. Defensive Standards sind schon lange die Schwäche der Werkself und mit Fuchs haben die Blauen einen echten Spezialisten für solche Situationen. Zudem holten sich das Heimteam mit Lewis Holtby einen weiteren jungen Kreativspieler leihweise von Schalke 04, der offensive Akzente setzen könnte.

Will man Meister werden, will man ein Spitzenteam sein, dann muss es drei Punkte geben. Ende der Ansage.

PS: Übrigens hatte ich eine schöne Idee für ein Video. Ich hatte auch schon erste Aufnahmen im Kasten, habe aber nicht das komplette Konzept zeitlich umsetzen können. Vielleicht kriege ich noch ein Best-of hin.

SC Freiburg, Teil 2

Fünf Prozent der Spielzeit gegen den SC Freiburg agierte Bayer meisterlich, sagen wir zehn Prozent Champions-League-tauglich, zu 15 Prozent bereit für die Europaleague und dann bleiben nur noch 70 Prozent über. In Minuten sind das circa 65 Minuten in denen Bayer irgendwie gewollt lässig, durchschnittlich, teilweise fahrlässig, unkonzentriert, gelangweilt vor sich hinkickte. Gegen einen Gegner, der stark abstiegsgefährdet ist.

Aber weil wir ja Meister werden, ist die Werkself absolut unantastbar, selbst in solchen Phasen. Im Zweifelsfalls hält Rene Adler hervorragend gegen Cha, oder später gegen den eigenen Mann und selbst wenn er alles andere als hervorragend hält, nämlich beim 3:1, ist das egal. Genauso bei Sami Hyypiä, der sich immer an der richtigen Stelle materialisiert und selbst, wenn ihm mal der Ball über den Scheitel in den Lauf vom Gegner rollt, dann fährt er die langen Gräten aus und die Pille klebt wieder an seinem Fuß.

Dann kann man schon von Glück sagen, ähnlich wie gegen Hoffenheim, dass es keinen anderen Spielstand zur Halbzeit gab, aber gerade das wird den Trainer freuen. Die Spieler auf den Boden holen, selbst wenn man an der Tabellenspitze steht, ist Heynckes Spezialität. Fehler aufzeigen, Lösungsmöglichkeiten anbieten, mit den Spielern reden und sie aufbauen, ihre Fähigkeiten loben, aber auch Schwächen bemängeln. All dies scheint Heynckes in beeindruckender Art und Weise an die Mannschaft heranzutragen. Sie weiß nun, wie man gewinnt, auch die schweren oder dreckigen oder gegen die schlechten Gegner und ordnet Erfolge richtig ein. Ein Glauben, eine Haltung scheint in der Mannschaft zu stecken. Und während alle Mann noch vom internationalen Pokal sprechen, redet Ulf Kirsten während eines Interviews bei Sky bereits von der Meisterschaft. Grandios.

Sprechen wir nicht mehr von den 70 Prozent Mittelmaß, sondern von den Fünfen Spitzenklasse. Drei Tore in vier Minuten. Effektivität und Spielfreude pur. Nachdem Stefan Kießling schon zu Beginn eine Großchance versiebt hatte, ließ er sich die Kopfballchance zum 1:0 dann nicht mehr entgehen. Kurz darauf verteilte Simon Pouplin, seines Zeichens Freiburger Torhüter, ein Gastgeschenk in Eren Derdiyoks Fuß, der abgezockt vollendete und dann ließ der Aufsteiger auch noch eine Ecke zu, die Sami Hyypiä zielsicher einnickte. Das war sehr gut.

Wie schon erwähnt, hätte es den Gegentreffer nicht geben müssen, aber nun. Vielleicht konnte Rene Adler den Ball ja im Schneetreiben nicht richtig sehen, schließlich wurde der Ball direkt ausgetauscht, gegen einen roten Schneeball. Wer weiß. Fakt ist, dass Adlers Formkurve eher nach unten zeigt und die Leistungen, vor allem was Grundsicherheit angeht, sind stagnierend. Im Gegenteil wieder ganz vorne mit dabei war für mich Arturo Vidal, der sich enorm viele Bälle erkämpfte und diese auch noch formvollendet an seine Mitspieler abgab. An seiner Seite die sichere Bank Stefan Reinartz, so dass Simon Rolfes noch nicht vermisst wird.

Übrigens erfreulich auch die Leverkusener Postingfrequenz im Bloggerland. Lauthals macht sich Sorgen um Toni Kroos – nur ein Assist in diesem Spiel! Das Bayer 04-Blog sieht eine Steigerung bei Michal Kadlec (Ich sehe da noch viel Luft nach oben!). Beim Rhein-Wupper-Express sollte es angeblich auch etwas geben, leider scheint der Artikel verschwunden?

Und zum Schluss noch The Offside, die sich Sorgen um Patrick Helmes machen. Überhaupt. Hätte Heynckes nicht schon eher Leute, wie Renato Augusto, Bender oder Helmes bringen können, oder war die Angst noch weitere Treffer zu kassieren, zu groß?