VfL Bochum, Teil 3

Wär ich Trainer, ich würd vogelwild werden. Chancen werden en masse vergeben, Chancen werden en masse vergeben und Chancen werden en masse vergeben. Dann bugsiert man auch noch irgendwie selber den Ball ins eigene Tor und ja gut, richtig sattelfest stand man aber auch nicht defensiv. Da wirst du narrisch. Und trotzdem musst du als Trainer glücklich sein. Weil Du drei Punkte geholt hast. Gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner, der unangenehm zu spielen war. Weil das Glück auf der richtigen Seite war. Weil Du die richtigen Spieler eingewechselt hast, die richtige Taktik gewählt hast.

Kompliment an Jupp Heynckes und an die Spieler. Da wurde von Beginn an Druck gemacht, Chancen wurden erarbeitet und das einzige was man den Leverkusenern vorwerfen kann – das war das alte Problem – die Chancenverwertung. Das Problem, dass man doch scheinbar abgelegt hatte nach dem 5:0 in Freiburg. Gegen Bochum war es wieder da. Und dann trifft auch noch der Gegner und Leverkusen macht trotzdem weiter. Zeigt Moral. Das macht Spaß als Fan.

Die zweite Hälfte war dann zurückhaltender, was Bochum nutzte um sich Spielanteile zu erarbeiten. Spielanteile, die vorher nur die Werkself für sich pachtete und Heynckes reagierte. Doppel-Sechs auflösen, offensiven Mittelfeldmann reinnehmen. Der offensive Mittelfeldmann setzt sich dann kurz darauf auf der rechten Seite durch und bedient den Ein-Tor-pro-Spiel-Mann Kießling. Viertes Spiel, viertes Tor. Bereits zum zweiten Mal das Siegtor.

Damit hat man endlich mal ein Spiel gedreht. Und gleichzeitig gewonnen. Wie lange gab es das nicht mehr? Lange. Über eine Spielzeit nicht. Jetzt steht die Leverkusener Mannschaft bei zehn Punkten aus vier Spielen. Das ist gut. Man muss auch erwähnen, dass die Punkte gegen die ominösen leichten Gegner geholt wurden, aber das muss man ja auch erstmal schaffen. Und wie! Jetzt steht erst einmal die Länderspielpause an. Zeit für Stefan Kießling noch besser zu werden, um vielleicht doch irgendwann mal in der Nationalelf zu spielen. Zeit für Rene Adler, seine guten und stabilisierten Leistungen aus der Liga auch mal wieder international zu beweisen und Zeit für Simon Rolfes auch mal wieder Druck auf Hitzlsperger und Co. auszuüben.

Was war übrigens heute mit Eren Derdiyok los? Der Schweizer hatte gefühlte 32 Chancen, schoss aus jeder Position und übersah schon mal seine Mitspieler. Gut, schlecht? Ich kann mich nicht entscheiden. Ich weiß nur, dass der Stürmer ein echter Zugewinn ist und dass der Name Helmes bisher noch nicht sehnsüchtig gefallen ist.

Tabellenführer! Olé!

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