Der Wert eines Testspiels

Kann man den Wert eines Testspiels knapp drei Wochen vor Saisonbeginn messen? Ich glaube nein, dennoch hat die Partie gegen den Zweitligisten aus Paderborn die ein oder andere Erkenntnis gebracht. Zum Beispiel, dass die Startaufstellung vom heutigen Spiel durchaus wettbewerbsfähig ist, aber sicherlich noch Luft nach oben hatte. Die harten Trainingseinheiten der letzten Tage, sowie ein aggressiver Gegner werden ihr übriges geleistet haben.

Tor: Adler ohne Mühe heute. Ganz sichere Partie von ihm und dazu noch einige Glanzparaden. Vielleicht hat gerade ihm die Sommerpause gut getan.

Abwehr: Castro spielte auf rechts, Kadlec auf links und in der Innenverteidigung spielten Hyypiä und Friedrich. Castro wurde fast gar nicht in der Defensive benötigt, setzte aber nahezu keine Akzente im Offensivspiel. Nicht unerwähnt bleiben darf die gute Chemie zwischen ihm und Renato Augusto, der viel über die Außenposition probierte. Kadlec ebenfalls mit Problemen nach Vorne, hinten jedoch sicher. Bei Hyypiä hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass die Bundesliga zu schnell für ihn werden könnte und er in dieser Saison nicht mehr alles mit Erfahrung ausmerzen kann. Friedrich der fittere Innenverteidiger, aber mit 1-2 kritischen Szenen im Strafraum, wobei eine zum Elfmeter führte. Im Laufe des Spiels kamen noch Vida und Schwaab zum Einsatz. Schwaab bereitete das 2:0 vor und Vida mit einem unfassbaren Sprint an der Außenlinie und einem ordentlichen Kurzeinsatz. Wenn Vida im Defensivspiel noch etwas aufholt und sich an die Bundesliga gewöhnt, kann er ein wichtiger Baustein in der Werkself werden.

Mittelfeld: Heynckes startete mit Bender und Reinartz als Doppel-6. Bender verlief sich auf dem Platz, dagegen Reinartz mit dem gewohnt sicheren Spiel. Insgesamt kam jedoch zu wenig nach vorne. Auf den Außenbahnen spielten Renato Augusto und Sam und dann aber auch nur da. Renato Augusto, war der einzige Akteur, der Gefahr ausstrahlte, jedoch zu selten auch mal nach Innen zog. Einen Pass in die Tiefe gab es in der ganzen Partie kein einziges Mal. Dafür, wie schon erwähnt über die Außenbahn durchaus Gefahr. Die Einwechselspieler Vidal und Balitsch in der Kürze der Zeit auf der Doppel-6 mit mehr Aktionismus nach vorne, genauso Barnetta, Kaplan und Risse, wobei Barnetta dann öfter hinter der einzigen Spitze zu finden war und immer wieder versuchte den Ball durchzustecken.

Sturm: Derdiyok und Helmes. Die beiden Offensivkräfte dürfen sich wohl auch auf den Startelf-Einsatz im DFB-Pokal freuen. Für Kießling dürfte dieser Termin zu früh kommen. Kießling war es jedoch der fehlte, da weder der eine, noch der andere Stürmer die unermüdliche Arbeit des Franken verrichtete und damit Räume hätte schaffen können. Die Qualitäten der Beiden drückten sich dann auch in den Treffern aus. Derdiyok per Kopf und Helmes mit dem Fuß im Strafraum. Derdiyok insgesamt bemüht und auch mal im Mittelfeld zu finden. Helmes, wie es nun mal seine Art ist, irgendwo auf dem Feld verschwindend und dann plötzlich Tore erzielend.

Insgesamt eine durchwachsene Leistung. Im 4-4-2 gelang wenig kreatives nach vorne. Lediglich über Renato ging mal was im Eins-gegen-Eins. Die letzten 10-15 Minuten spielte man ein 4-5-1, wo dann auch mehr Gefahr aus dem Mittelfeld entstand. Dies war aber vor allem dem Spielermaterial geschuldet, da Vidal und Barnetta sich noch wesentlich mehr in die Angriffe der Werkself, mit mehr Ideen einschalten, als das im Moment Sam und Bender vermögen. Festzuhalten bleibt weiterhin, dass Bayer auf allen Positionen doppelt gut besetzt ist und man immer noch eine Alternative in der Hinterhand hat.

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