Vorschau: Bayer Leverkusen – 1.FC Köln

Deutschland spaltet sich derzeit in Meinungslager. Da gibt es die, die meinen dass im TV nur Müll läuft (Heidenreich/Reich-Ranicki) und die das nicht meinen (Öffentlich-Rechtliche-Sendeanstalten/Gottschalk). Dann gibt es noch die Anhänger von Michael Ballack und Torsten Frings, die glauben, dass die beiden Mittelfeldgötter unfair von Bundestrainer Jogi Löw behandelt werden und dann halt die, die finden, dass die beiden einfach zwei Mimosen und Weicheier sind. Verkleinern wir das deutsche Staatsgebiet auf den rheinischen Raum um Köln, dann wird sich auch dieses Areal heute in zwei Blöcke teilen. Die des kleinen verflohten Haustiers oder die des königlichen Herrschers der Tierwelt. Geissbock oder Löwe. FC oder Werkself.

Die Guten sind natürlich die Kölner. Eine supertolle Stadt, am wunderschönen Rhein gelegen, mit dem tollsten Club der Welt, der die fantastischte Anhängerschaft der Welt hat, der ein kleines Schmuckkästchen als Stadion hat, in dem die Fans ununterbrochen frenetisch ihren grandiosen Verein anfeuern, der aus einem Kader von stadt- und vereinstreuen Fußballarbeitern besteht, die jede Woche bis zum Umfallen kämpfen und den Fans alles zurückgeben. Oder so ähnlich.

Die Werkself ist dagegen einfach nur blöd. Werkself spricht ja schon für sich. Bayer halt. Grau, miefig, Chemie. Keine Tradition in der Bundesliga. Eine Kauftruppe, die auf einer Baustelle spielt, bestückt mit irgendwelchen brasilianischen, chilenischen und anderen Zaubertricksern, die beim kleinsten Windhauch umfallen und sich stundenlang auf dem millimetergenau gestutzten Golfplatzrasen wälzen, aber das schlimmste sind die FANS. Die gibt es nämlich gar nicht. Im Stadion sind ja nur Touristen, die mal ein Bundesligaspiel sehen wollen. Die anderen Fans, die also bei Bayer sowieso arbeiten, machen sich nicht mal die Mühe, mit zu einem Auswärtsspiel zu fahren. Lachhaft, da kann man nur Mitleid haben.

Also ist klar, für wen ich heute Abend bin und wer heute Abend gewinnt, oder? Das Gute gewinnt schließlich immer am Ende. LIVE HIER!!!

So könnten sie spielen
Bayer 04: Adler – Castro, Friedrich, Henrique, Kadlec – Rolfes – Renato Augusto, Vidal, Schwegler – Kießling, Helmes
1. FC Köln: Mondragon – Brecko, Geromel, Mohamed, Wome – Petit, Pezzoni – Vucicevic, Antar, Ehret – Novakovic

Die Derby-Woche: FC-Fans sind auch Menschen, Teil 2

Heute morgen stand Christian vom Geissblog ja schon Rede und Antwort – der nächste FC-Blogger folgt so gleich. Stefan von der Südtribüne hätte gerne Patrick Helmes zurück und würde gerne Mal einen Fangesang aus Leverkusen hören. Mal sehen, ob sich Bayer- und FC-Fans doch noch näher kommen. Ein Blick in seine Derby-Vorschau ist ebenfalls lesenswert.

Hi Stefan, du bloggst regelmäßig auf der Südtribüne über den 1.FC Köln. Eigentlich darf ich ja nicht mit dir reden, aber zwecks Völker- und Fanverständigung breche ich mal eine Lanze und sage “Hallo” nach Köln. Ich lese sogar regelmäßig dein Blog und gewinne so Einblicke in das Seelenleben eines FClers. Doch ich verstehe nicht immer alles. Grund genug, dass du anlässlich der Derby-Woche, mir ein paar Fragen beantwortest.

Fürs Protokoll. Dein Name, Alter, Geburtsort, Größe, Gewicht?

Name: Stefan, Alter: 40, Geburtsort: Aachen, Größe: 1,84m, Gewicht: 75kg (ein fußballerisches Leichtgewicht also)

Die Grundfrage ist natürlich. Wie kann man 1.FC Köln-Fan werden? Ich bin Werkself-Fan aus Mitleid geworden. Gab es ähnliche Beweggründe?

Also, wenn man Stil, Charakter und Geschmack hat, wird man fast zwangsläufig FC-Fan. Bei mir kam damals halt noch dazu, dass meine beiden Lieblingsspieler für den FC spielten (Dieter Müller und Heinz Flohe), ein lebender Geißbock als Maskottchen auf der Aschebahn stand und der Trainer hieß wie das Kraftwerk um die Ecke.

Dein schönster Fantag? Dein schrecklichster Fantag?

Das Double 78 gab’s ja nur nachträglich in der Sportschau. Insofern ist das eine ganz seltsame Erinnerung. Unvollständig irgendwie. Dann gibt es da noch mein einziges UEFA-Cup-Spiel im Stadion (gegen Celtic). Allerdings habe ich seitdem eine Verabredung für ein Zweitrundenspiel im UEFA-Cup offen. Da trösten auch die ersten beiden Aufstiege nicht wirklich drüber hinweg. Auch wenn’s schön war.
Schreckliche Tage gab es natürlich auch eine Menge. Abstiege zuhauf und zu viele. Im Stadion das Spiel gegen Kaiserlautern im Dezember 2006. Der schrecklichste Tag war aber wahrscheinlich wirklich der Autounfall Mucki Banachs.

Gehst du regelmäßig ins Stadion?

Ja, allerdings fast nur zu den Heimspielen.

Christoph Daum ist ja sowohl für Leverkusen, als auch für Köln, so etwas wie der Vizetrainer. Wir sind drei Mal Vizemeister geworden. Ihr zwei Mal. Meinst Du Daum ist der richtige Trainer für den FC und kann er die Kölner in den internationalen Wettbewerb führen?

Ich war bei der Verpflichtung skeptisch. Allerdings dürfte er der einzige Trainer sein, der in Köln in Ruhe arbeiten kann und das nutzt er zum Vorteil des Vereins. Unabhängig von der aktuell guten Tabellensituation hat man das Gefühl, dass sich sowohl Verein als auch Mannschaft in den letzten Monaten in eine gute Richtung entwickelt haben.
Der internationale Wettbewerb interessiert mich aktuell nicht besonders (trotz der ausstehenden Verabredung). Die Aufgabe heißt, den FC in der Liga zu halten und zu etablieren.

Euren besten Stürmer sind ja in der Vergangenheit abgewandert und schießen in der Fremde Tore. Jüngst schoss Lukas Podolski ein Tor gegen Köln und verweigerte den Jubel. Auch Helmes hat ähnliches angekündigt. Was hältst du von den Nichtjublern?

Ich glaube, der erste, der das gemacht hat, war Batistuta gewesen, oder? Da hatte das noch eine Bedeutung. Bei Podolski kann ich es verstehen. Zumal Teile des Kölner Publikums blöde genug waren, statt seiner den Treffer zu bejubeln. Bei Helmes wundert es mich ein wenig. Generell werden solche Gesten natürlich rasch zur Masche. Aber da Helmes eh nicht gegen uns trifft…

Mal ein ehrliches Wort zur Werkself. Kannst du mit den Bayer-Kickern irgendetwas anfangen? Gibt es einen Spieler, den du “magst”? Gibt es eine Hassfigur?

Also den Helmes hätte ich schon gerne zurück.

Rudi Völler sprach die Tage davon, dass der Kader des FC gut ergänzt worden ist. Wie schätzt Du Euren Kader ein?

Wir haben uns defensiv gut verstärkt, was auch bitter nötig war. Offensiv kommen einige der Neuverpflichtungen aus verschiedenen Gründen nicht so in Tritt. Nach den letzten Auftritten schätze ich die erste Elf als stark genug ein für die Liga. Die Bank ist aber dünn besetzt.

Ihr steht derzeit vor Werder und Bayern. Vor der Saison waren das zwei Favoriten auf den Meistertitel. Wo steht denn der FC am Ende der Saison?

Ich habe vor der Saison einen 13. Platz getippt. Nach den letzten Spielen bin ich optimistischer. Wir könnten auch 12. werden. Was in meinen Augen ein Erfolg wäre.

Was wünscht Du Dir fürs Derby?

Also nur so aus ethnologischem Interesse würde ich gerne einmal einen Fangesang von Bayer Leverkusen hören. Gibt es so etwas? Ansonsten nehme ich auch gerne 1-3 Punkte mit.

Eine Mitteilung an alle Bayer-Fans?

Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Die Derby-Woche: FC-Fans sind auch Menschen, Teil 1

Noch anderthalb Tage bis zum Derby zwischen Bayer Leverkusen und dem 1.FC Köln. Im Internet ist der FC ja blogtechnisch besser bestückt, als die Werkself, deshalb stellte ich mir dieser Tage die Frage: Was sind das für Typen, die den 1.FC Köln gut finden. Das Resultat: FC-Fans sind auch nur Menschen, die eine Entscheidung treffen mussten. Heute steht uns Christian vom Geissblog Rede und Antwort und erklärt uns, wie es zu dem schrecklichen Umstand seiner Anhängerschaft kam, warum er die Werkself fast sympathisch findet und weshalb Christoph Daum der richtige Trainer für die Kölner ist.

Hi Christian, du schreibst für den “Feind” im Geissblog. Eigentlich ist Kommunikation zwischen FC- und Bayer-Anhängern ja verboten, aber ich mache diese Woche einige Ausnahmen. Schließlich hilft den “Feind” zu verstehen, ja auch den “Feind” zu besiegen. Nett, dass Du Dich bereit erklärt hast, mir einige Sachen über den FC zu erzählen.

Fürs Protokoll. Dein Name, Alter, Geburtsort, Größe, Gewicht?

Christian H., 31 Jahre, Essen, groß genug. Halte seit über 10 Jahren mein Kampfgewicht, fast wie unser Präsident und Weltmeister. ;-)

Die Grundfrage ist natürlich. Wie kann man 1.FC Köln-Fan werden? Ich bin Werkself-Fan aus Mitleid geworden. Gab es ähnliche Beweggründe?

Als ich in den 1980er Jahren in die Grundschule ging, musste jeder kleine Junge Anhänger einer Mannschaft sein. Ich hatte keine und bin da in einer Diskussion irgendwie unter Druck geraten. Immerhin hatte man – in den Grenzen der Grundschul-Geschmackspolizei – freie Auswahl. Ich hab damals nicht begriffen, warum “Bayern München” eine gute Antwort auf die Frage nach dem eigenen Verein war, “Bayer 05 Uerdingen” aber echte Probleme machen konnte. Als ich kurz darauf dann in die Sportschau reinschauen konnte, hab ich mich in Littis Beine, Tonis Matte und Hennes Gesichtsaudruck verliebt. So wie es Nick Hornby beschreibt. Na jedenfalls hab ich dann am kommenden Montag behauptet, ich sei eingefleischer Fan des 1. FC Köln. Und das mache ich bis heute.

Dein schönster Fantag?

Fansein kann schön sein?? Naja… in der jüngeren Vergangenheit war der Pokalsieg gegen Schalke (4:2 n.V.) vor ziemlich genau zwei Jahren schon ein ganz gutes Gefühl.

Dein schrecklichster Fantag?

Oh, da gibts so einige. Bei der Niederlage im Pokalfinale 1991 gegen Bremen flossen die ersten Tränen. Der FC war die klar bessere Mannschaft und verlor im Elfmeterschießen (ausgerechnet Litti). Oder die Pokalhalbfinalniederlage 1995 – zu Hause gegen den Zweitligisten Wolfsburg. Im Finale wartete ironischerweise auch noch Gladbach. Außerdem der Abstieg 1998, nach einem 2:2 gegen Leverkusen zuhause. Wobei ein Sieg aufgrund der anderen Ergebnisse auch nichts mehr genutzt hätte, nicht dass ihr glaubt, ihr hättet uns mal in die zweite Liga geschossen. ;-)

Gehst du regelmäßig ins Stadion?

Leider geht das nicht. Ich wohne und arbeite in Berlin. Ich schau zwar jedes Spiel, im Stadion sind es aber nur wenige. Was echt manchmal wehtut, wenn man die Stimmung im noch immer recht neuen Stadion so mitbekommt.

Christoph Daum ist ja sowohl für Leverkusen, als auch für Köln, so etwas wie der Vizetrainer. Wir sind drei Mal Vizemeister geworden. Ihr zwei Mal. Meinst Du Daum ist der richtige Trainer für den FC und kann er die Kölner in den internationalen Wettbewerb führen?

Uneingeschränkt ja. Zugegeben, insbesondere letzte Saison hatte ich oft Zweifel. Keine Spielkultur, nur lange hohe Bälle auf die eher kopfballschwachen Nova und Helmes. Reihenweise gabs richtige Grottenkicks. Aber als es drauf ankam, war das Team da und hat Mainz und Hoffenheim (in ziemlich genau der Besetzung, die jetzt die Bundesliga aufmischt) in zwei Endspielen weg gehauen. Und der Saisonstart war zwar holprig aber nach zuletzt drei Siegen siehts ganz gut aus. Außerdem ist langsam doch etwas Spielkultur eingekehrt, nicht zuletzt dank guter Neueinkäufe. Außerdem sind seine Interviews vorm Spiel immer eine Show, sowas find ich ja auch wichtig. Also, er ist noch immer unantastbar. Nur sein Äußerung zu Schwulen vor ein paar Monaten, die ging gar nicht. Da war ich auch etwas fassungslos.

Euren besten Stürmer sind ja in der Vergangenheit abgewandert und schießen in der Fremde Tore. Jüngst schoss Lukas Podolski ein Tor gegen Köln und verweigerte den Jubel. Auch Helmes hat ähnliches angekündigt. Was hältst du von den Nichtjublern?

Bei Poldi fand ichs gut, was anderes ging nach dem Vorgeplänkel ja gar nicht mehr. Der hat sich ja sogar in der Halbzeit mit Mattes Scherz die Bälle zugespielt, statt mit seinen Bayern-Kollegen. Die Ankündigung von Helmes ist mir egal, Schließlich wird er Freitag nicht treffen. Aber falls doch, egal in welches Tor, ich fänds immer gut, wenn er da zurückhaltend bleibt. Ich würds ihm hoch anrechnen, schließlich ist er ja nicht nur im Frieden aus Köln weg. Die Ankündigung zeigt, dass ihm genauso viel am FC liegt, wie Poldi. Nur hängt er es nicht ganz so penetrant an die große Glocke.

Mal ein ehrliches Wort zur Werkself. Kannst du mit den Bayer-Kickern irgendetwas anfangen? Gibt es einen Spieler, den du “magst”? Gibt es eine Hassfigur?

Also grunsätzlich hasse ich die Werkself wie die Pest. Beim Champions-League-Finale 2002, dass ich mit 30 Leuten in einem knallengen Wohnzimmer geschaut haben, war ich der einzige, der bei dem geilen Treffer von Zidane vor Freude geschrien hat. Obwohl Leverkusen damals unbestreitbar geilen Fu?ball gespielt hat. Das zum Vorverständnis. Denn abseits dessen muss ich zugeben, dass mir der aktuelle Kader ziemlich sympathisch ist. Ärgerlicherweise. Kießling und Helmes sind ein feines Sturmduo. Rolfes ist richtig stark, Barnetta ne Waffe. Ihr habt Pechvogel Sinke, Castro ist super, und Adler unbestreitbar auf dem Weg ein ganz Großer zu werden. Und alles junge Typen. Da kann man nur gratulieren, ehrlich. Aber dennoch, ich freu mich trotzdem immer, wenn Leverkusen verliert. ;-)

Rudi Völler sprach die Tage davon, dass der Kader des FC gut ergänzt worden ist. Wie schätzt Du Euren Kader ein?

Rudi Völler hat Ahnung. Klar, nicht alle Neuzugänge sind eingeschlagen, Ishiaku z.B. war noch nicht einen Tag fit. Aber ein Petit, der seine wahre Stärke noch gar nicht gezeigt hat, gibt der Mannschaft deutlich Stabilität. Und einen so starken Verteidiger wie Geromel habe ich seit Jahren nicht gesehen. Und ich meine nicht nur beim FC. Unfassbar der Mann. Insgesamt ist der Kader also gut ergänzt worden, andererseits ist der Sturm zu dünn besetzt und im Tor besteht vielleicht bald Handlungsbedarf. Naja, aber ich will vorerst mal zufrieden sein.

Ihr steht derzeit vor Werder und Bayern. Vor der Saison waren das zwei Favoriten auf den Meistertitel. Wo steht denn der FC am Ende der Saison?

Im Mittelfeld. Bremen und Bayern werden bald vorbei ziehen, kein Zweifel. Aber die Jungs sind gut genug, um nicht in ernsthafte Abstiegsgefahr zu geraten. Okay, zumindest hoffe ich das, in den letzten Jahren hab ich oft genug gedacht, der Kader ist viel zu gut für den Abstieg. :-(

Was wünscht Du Dir fürs Derby?

1. Einen Kölner Sieg (egal wie).
2. Ein friedliches Fußballfest mit vielen Toren und Emotionen.
3. Dass Helmes nicht augepfiffen wird und dafür kein Tor schießt.

Eine Mitteilung an alle Bayer-Fans?

Ich versteh die Frage nicht. An wen oder was? Kenn ich nicht. ;-)

Eine Frage?

Mit Erschrecken habe ich dieses Interview gelesen. Michael Ballack weint sich bei der FAZ über die Spielerpolitik des Joachim Löws aus. Es fallen Namen, wie Kahn, Kuranyi, Frings und natürlich der Interviewte höchst persönlich, die in irgendeiner Form unfair von Löw behandelt worden sind. Ballack wiederspricht sich aber auch gefühlte 2000 Mal, so dass ein schaler Nachgeschmack bleibt, wer denn nun wirklich der Böse ist, bzw. wessen Führungsstil fragwürdiger ist?

Der von Ballack oder der von Löw?

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Wessen Führungsstil ist fragwürdiger?
Total Votes: 45 Started: October 22, 2008 Back to Vote Screen

Im Zusammenhang mit dem Interview, wird auch eine Kolumne von Olaf Thon aus dem Kicker erwähnt, die ich voll und ganz unterschreiben würde. Thon sagt zwar, dass Schweinsteiger der heimliche Kapitän ist (so weit würde ich nicht gehen), aber er sagt auch, dass Ballack und Frings nicht hundertprozentig fit und spielerisch auf der Höhe sind und damit ein Einsatz nicht zwingend gerechtfertigt ist.

Ich hoffe, zum Wohle der Nationalelf, dass alle den gesunden Konkurrenzkampf angehen und sich nicht beleidigt zurückziehen. (Olaf Thon)

Ballack zur Einschätzung Olaf Thons.

Ich halte es für eine Frechheit. Ich weiß überhaupt nicht, ob Olaf Thon in den vergangenen drei Wochen geschweige denn in den letzten zwei Jahren überhaupt ein Spiel von mir gesehen hat bei Chelsea. Olaf Thon stellt Behauptungen auf, die gar nicht stimmen. Aber das ist genau der Trend, den ich seit einigen Wochen beobachte. Dass versucht wird, einigen Spielern im Team ans Bein zu pinkeln, und einige auf diesen Zug aufspringen wollen. Ich warte fast stündlich auf den Beitrag von Lothar Matthäus und seinen Lohnschreibern.

Da kann man ja auch mal ganz böse sagen, dass man auch nicht so viele Spiele von Ballack in der Vergangenheit bewundern konnte – bei all den Verletzungen und Operationen. Insgesamt geht mir das Geseier der Jungs ganz schön auf die Nüsse.

Die Derby-Woche: Trashtalk

In anderen Sportarten gehört Trashtalk zum guten Ton. Vor dem Spiel wird der Gegner erstmal runter gemacht. Es wird über die Mütter der Gegner gelästert, die Frisuren, die spielerische Unzulänglichkeit. In Deutschland eher unüblich und wenn dann erst, wenn emotionale Duelle anstehen, wie zum Beispiel ein Derby. Vorreiter sind in der Regel Christoph Daum und Uli Hoeneß. Diesmal hat sich Ex-Bayer-Trainer Daum mal zu ein paar schönen Worten hinreißen lassen. Die Antwort kam prompt von Rudi Völler und über die Woche wird sich das wahrscheinlich irgendwann in tiefsten Respekt für den Gegner wandeln.

20.10.08:

So lieb, wie sie in Leverkusen immer tun, sind sie nicht. In Wahrheit wurmt es sie, dass wir wieder in der 1. Liga spielen. (C.Daum über Bayer)

Für sie war es eine innere Genugtuung, dass wir in der 2. Liga herumkrebsten. Das weiß ich. Schließlich habe ich lange bei Bayer gearbeitet und kenne ihre Einstellung.  (C.Daum)

Bei Bayer spüren sie, dass beim FC etwas heranwächst, sie merken: Hoppla, wir müssen auf die Kölner aufpassen, sie können uns bedrohen. Das macht ihnen Angst. (Die Angst)

Die denken bereits, sie hätten das Spiel gewonnen. Genau das ist unsere Chance. Sie werden uns unterschätzen. (Auswärtssieg?)

21.10.08:

Eines kann ich Christoph versichern: Angst gibt es nicht im Fußball. Wir haben Respekt vor dem FC. (Rudi Völler zum Thema Angst)

Ich weiß das aus meiner Zeit in Rom. Derbys zwischen meinem Klub AS Rom und Lazio Rom waren stets etwas Besonderes. Und eins ist klar: Für uns zählt im Derby nur ein Sieg. (Rudi Völler zur Marschroute im Derby)

22.10.08:

Sie werden von mir jetzt nichts Reißerisches hören. Ich habe überhaupt keinen Grund, irgendetwas Negatives gegen Leverkusen zu sagen. (C.Daum)

Das war aber nicht wie ein Angriff gemeint. Es ging dabei ausschließlich um die Suche nach Sponsoren. Leverkusen will die finanzielle Last auf mehrere Schultern verteilen, damit nicht immer nur das Werk alles bezahlen muss. Wenn wir hochkommen, uns weiterentwickeln und ein Investor plötzlich vor der Frage steht, ob er sich nun in Leverkusen engagiert oder in Köln, dann wird er vielleicht eher nach Köln gehen. In diesem Zusammenhang habe ich das Wort “Angst” benutzt. (C.Daum auf die Frage, wie das mit der Angst gemeint war)

Ich habe vor der Saison auf die Frage nach dem Shootingstar der Saison gesagt: “Patrick Helmes.” Da haben einige gelächelt. Aber ich hätte wer weiß was darum gegeben, ihn beim 1. FC Köln zu halten. Er ist sportlich und charakterlich ein Spieler, mit dem jeder Trainer gern zusammenarbeitet, den jeder gern in seiner Mannschaft hat, und der noch jede Menge Steigerungspotenzial hat. (C.Daum zu Patrick Helmes)

Ich weiß nicht, wie die Kölner Fans ihn aufnehmen werden. Aber ich hoffe, dass sie verstehen, das der Patrick beim FC bis zum letzten Tage alles dafür getan hat, dass es überhaupt zu einem Derby kommt. Das spricht für seine Einstellung. Er hat damals eine Zeit mitgemacht, die einen prägt. Wenn man da durchgeht wie er, das macht einen ein Stück weit hart. (B.Labbadia zu Patrick Helmes)

Nein, das kann kein ganz normales Spiel sein. Es ist immer was Besonderes. Ein richtiges Derby, das ist das Interessanteste in der ganzen Saison. Das ist überall so, denken Sie an Lazio gegen AS Rom in Italien oder Liverpool gegen Everton in England. Diese Spiele machen einen besonderen Reiz aus. Diesmal kommt noch dazu, dass Christoph Daum ja hier eine sehr, sehr gute Zeit hatte, dass Patrick Helmes bis zu dieser Saison noch in Köln gespielt hat. Und ich auch, auch wenn es lange her ist. Dieses Derby hat eine große Bedeutung für unsere Anhänger, dessen muss man sich bewusst sein, und so bewerten wir es auch. (B.Labbadia zum Derby)

Zitate alle aus dem Express und dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Die Derby-Woche: Der 25.05.1989

Dies ist eine Geschichte, wie sie mein Großvater erzählen würde, wenn er denn noch unter uns weilen würde. Also wenn er mir denn jemals eine Geschichte erzählt hätte, also dann, dann hätte er sie so erzählt.

Junge! Damals war der FC noch eine große Nummer. Das ist ja heute nicht mehr vorstellbar. Das war so Ende der Achtziger Jahre, da fing ich gerade an, mich für Fußball zu interessieren. Ich war schon Bayer-Fan, aber naja, die Prägung war noch nicht so vollkommen und man schaute schon mal über den Tellerrand. Eins war zumindestens klar. Die Bayern sind böse. Wie gesagt, damals war der FC noch was – da sind die regelmäßig vor der Werkself gelandet. Und das lustige ist, Christoph Daum war damals schon mal Trainer bei denen. In der Saison 1988/89 waren die Kölner richtig gut. Bodo Illgner, Pierre Littbarski, Jürgen Kohler, Morten Olsen, Icke Hässler und Thomas Allofs spielten um die Meisterschaft.

Es war der 25.05.1989 an den ich mich besonders erinnere und es wird der einzige Tag bleiben, an dem mir die Kölner tatsächlich ein bisschen Leid taten. Es war ein Donnerstag, ich war auf Klassenfahrt und alle Jungs saßen abends gebannt vor dem Radio und warteten darauf, dass die Meisterschaft entschieden würde, oder auch nicht. Der 1.FC Köln spielte an diesem Tag als Zweiter der Tabelle gegen den Ersten. Die Bayern. Tage zuvor, hatte Daum die Stimmung mit markigen Sprüchen angeheizt und der 31.Spieltag hätte die Wende im Meisterschaftsrennen bringen können.

Hat aber leider nicht geklappt. Roland Wohlfahrt brachte die Bayern in der 25.Minute in Front, Thomas Allofs glich acht Minuten später aus, danach passierte lange Zeit nichts. Dann aber doch. Zack bumm aus. Wohlfahrt legte kurz vor Schluss den Kölnern zwei Eier ins Netz und die Sache war gelaufen. Daum war der Gelackmeierte. Seine Sprüche waren nur hohle Phrasen gewesen. Am Ende wurde der FC Vizemeister, die Saison danach auch noch mal, dann ging es immer weiter bergab. Daum verließ den FC, bzw. wurde gegangen, schon damals vermutete der Vorstand Kokainmissbrauch, was sich Jahre später bestätigte.

Kölner dürfen an dieser Stelle über ihren 25.05.1989 berichten. Bayer gewann übrigens an diesem Tag 3:2 in Karlsruhe. Marek Lesniak schoss das Siegtor an diesem Tage.

  • Am Freitag steht das Derby auf dem Plan. Bayer empfängt den FC und dies möchte ich zum Anlass nehmen, jeden Tag ein bisschen Köln-Content zu bieten.

Notenübersicht: Spieltag 8

Mit Verspätung, aber nicht vergessen: Die Notenübersicht des achten Spieltags. Im Großen und Ganzen herrscht relative Einigkeit zwischen Sportal, Kicker, Welt am Sonntag und der Bild-Zeitung. Wie immer schwierig die Bewertung von Mannschaftsteilen, die nicht so stark gefordert worden sind. Siehe Innenverteidigung – da gehen die Meinungen doch stark auseinander. Die Kader-Seite wird im Laufe der Woche aktualisiert.
name - bild - kicker - sportal - wams durchschnittswert
adler - 2 - 2,5 - 3 - 3 - 2,63
friedrich - 4 - 4 - 3 - 2 - 3,25
castro - 3 - 3,5 - 3,5 - 4 - 3,50
henrique - 5 - 3,5 - 3,5 - 3 - 3,75
kadlec - 4 - 3,5 - 3 - 4 - 3,63
rolfes - 3 - 3 - 2,5 - 3 - 2,88
renato augusto - 4 - 3 - 2,5 - 3 - 3,13
vidal - 3 - 3 - 3 - 4 - 3,25
schwegler - 4 - 3 - 4 - 3 - 3,50
kießling - 2 - 2,5 - 2,5 - 2 - 2,25
helmes - 3 - 3 - 2,5 - 3 - 2,88
dum - 4 - - 4 - - 4
gekas -
djakpa -