Herr Löw nominiert… Teil III

..und überrascht niemanden. Mal sehen wie nächsten Samstag die T-Frage geregelt wird. Am 11.10. geht es gegen Russland am 15.10. gegen Wales in der WM-Qualifikation. Löw zu den Leverkusenern:

“Wir sind letztmals in diesem Jahr für längere Zeit zusammen. Da bietet es sich an, dass wir drei Torleute dabei haben”, erklärte Löw auf die Frage nach Adler. Hört sich an, als ob er nicht spielen würde.

Zu Helmes: “Von Helmes erwarten wir für die Zukunft einiges. Er hat enorm viel Potenzial und dies in den vergangenen Wochen eindrucksvoll in seinem Verein bewiesen.” Hört sich ebenfalls nach keinem Startplatz an. Keyword: Zukunft, also nicht bei den nächsten beiden Spielen.

Tor: Robert Enke (Hannover 96), Rene Adler (Bayer Leverkusen), Tim Wiese (Werder Bremen)
Abwehr: Clemens Fritz (Werder Bremen), Arne Friedrich (Hertha BSC), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (FC Bayern München), Per Mertesacker (Werder Bremen), Serdar Tasci (VfB Stuttgart), Heiko Westermann (FC Schalke 04)
Mittelfeld: Michael Ballack (FC Chelsea London), Torsten Frings (Werder Bremen), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Jermaine Jones (FC Schalke 04), Simon Rolfes (Bayer 04 Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (FC Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV)
Angriff: Mario Gomez (VfB Stuttgart), Patrick Helmes (Bayer 04 Leverkusen), Miroslav Klose (FC Bayern München), Kevin Kuranyi (FC Schalke 04), Lukas Podolski (FC Bayern München)

Liebes Poesiealbum…

..und liebes ZDF. Was habt ihr euch nur wieder dabei gedacht. Gerade hattet ihr den Knaller Schalke gegen eine Fußballzwerg-Abordnung live übertragen. Ein super Spiel, wie ich später hörte. Leider kam ich erst zur letzten Viertelstunde des UEFA-Cup-Fights. Ich dachte mir, es wird ja noch ein Programm danach geben. Das ZDF mit seinen bestens ausgebildeten Mitarbeitern wird schon ein schönes Nachbericht-Programm erstellt haben. So kam es dann auch. Ich durfte Fred Rutten hören, Kevin Kuranyi und den Trommler der Schalker, der aus irgendeinem Grund direkt neben dem Außenmikro eures Senders stand. Warum? Und warum muss man live zu Kevin rüberschalten, wenn man Fred gerade im Interview hat? Das kann man doch noch aus der Konserve zeigen?

Ich habe die Vermutung, dass ihr mit diesen Schachzügen einfach nur das Programm in die Länge ziehen wolltet. Am schlimmsten aber war die Ankündigung einer Sensation beim Spiel des Schwabenvereins Stuttgart, bei dem sich wohl Großes ereignet haben sollte, wie die liebe liebe Katrin Müller-Hohenstein ankündigte. Ich freute mich. Was da wohl kommen würde? Ein Derby wie Dortmund – Schalke oder ein stürmisches Spiel, wie die Partie Bremen gegen Hoffenheim? Nein – erstmal kam Rolf Töpperwien. Damit nicht genug. Der zehnminütige Beitrag bestand zu 95% aus Zeitlupen von Einwürfen oder Zuschauern, die sich gerade in der Nase bohrten. Spannung steigern dachte ich, aber irgendwie funkte Töpperwien mit seinen hanebüchenen Kommentaren immer wieder dazwischen, so dass man eigentlich schon vorher wusste, dass der Außenseiter fast gesiegt hätte, aber der Favorit sich doch noch durchsetzte. Nicht schlecht was da geboten wurde an diesem Donnerstag Abend im öffentlich rechtlichen TV. Ich hab dann mal ausgemacht.

Blogprogramm der nächsten Tage

Liebe Kinder, keine Sorge! Zwei Tage war hier Funkstille, was aber nicht bedeutet, dass ich die ganzen Klamotten einfach hingeschmissen habe, wie sonst üblich. Nein! Es gab einfach nur minimalst wenig zu berichten und mein Terminkalender war in Vorbereitung meines Urlaubs wesentlich voller.

Urlaub? Ja genau! Und das heißt hier werden schwere Geschütze aufgefahren. Da keine große Reise ansteht, sondern relaxen im heimatlichen Sessel, wird hier an diesem Wochenende live gebloggt. Mindestens die Samstags- und Sonntagsspiele. Vielleicht auch mehr.

Aaalso:

Freitag: Vorschau auf das Hertha BSC – Spiel. (Ab 20:00 Uhr evtl. Liveblogging von der Partie Bielefeld – Karlsruhe)

Samstag: Liveblogging von der Partie Bayer Leverkusen – Hertha BSC Berlin

Sonntag: Liveblogging von der Sonntagskonferenz (Schalke – Wolfsburg, Dortmund – Hannover und Cottbus – Hamburg)

+ diverse Extras in den nächsten Tagen.

Spa-Wochen in Leverkusen

Der eingefleischte Fußballfan wird, falls er nicht gerade eine wellnesserfahrene Freundin hat, mit Spa nichts anfangen können. “Schätzelein, isch geh gleisch mal zum Spa!” – “Zum watt? Spa? Bringste da mal zwei Sechserträga mit!?” – “Neee Horst. Spaaaaa! Des is Wellness.” – “Achso… Wellness is für mich gleisch Champions League gucken!” “Is gut Horst. Isch bin wech.” – “Ja – Gott sei Dank!”

Während die Freundin also zum Spa geht, sitzt Horst auf dem Sofa und schaut Champions League – oder UEFA-Pokal. Wellness für ihn. Wellness für mich. Wellness für die Spieler des Werktrupps von Bayer Leverkusen. Warum? Ja die müssen ja unter der Woche nicht spielen. Man kann sich genüsslich den Montag frei nehmen. Dienstag zwei Trainingseinheiten, Mittwoch eine, dann Donnerstag noch eine, Freitag ist ja auch noch Feiertag, da kann man sich in Ruhe auf den Gegner vorbereiten und Samstag zocken wir mal wieder Offensivfußball vom Feinsten. Herrlich.

Ganz anders sieht die Situation in München und Bremen aus. Am Wochenende “Hipp-hipp-hurra!”-Fußball oder zur Niederlage rotieren. Unter der Woche dann der Europastress. Während man in Bremen eigentlich nur weiß, dass man manchmal Tore schießen und auch manchmal kräftig kassieren kann (5:4 Hoffenheim, 5:2 München), ist in München, nach zwei Niederlagen in Folge, einfach nur große Depression angesagt. Auf Europaebene sieht das dann wieder anders aus. Bremen im ersten Spiel gegen Famagusta weder mit Torerfolg – noch eins kassiert. Die Münchner mit einem 1:0-Sieg gegen Bukarest.

Auch die restlichen Europacup-Teilnehmer mit seltsamen Leistungen. Den HSV kann man gar nicht einschätzen. Tabellenführer mit “solala”-Leistungen und dann ein 0:0 gegen Niemand im UEFA-Cup. Schalke irgendwie auch vorne mit drin in Deutschland, auf europäischer Ebene immerhin glatt in Nikosia gewonnen. Dortmund mit dem besten Start seit Jahrzenten auf nationaler Ebene, international einfach nur peinlich. Stuttgart und Hertha im Niemandsland der Bundesliga-Tabelle, im Cup-der-Verlierer dies bestätigend mit teils äußerst knappen Siegen gegen schwache Gegner.

Also gut für uns, dass wir dieses Jahr nicht im Europa-Cup spielen. Wir haben kaum Streß unter der Woche. Wir müssen nicht schon am sechsten Spieltag, wie die Bayern mit der Rotation anfangen, wir müssen nichts auf internationaler Ebene bestätigen, wir können einfach relaxen, uns zurück lehnen und am Wochenende Tabellenführer werden. Hab ich das gesagt? Bitte streichen. Außerdem kann ich es hier im Blog ganz entspannt angehen lassen und das trägt zur Motivation bei. Ich muss nicht noch unter der Woche Vor- und Nachberichte schreiben, mich ärgern, dass man gegen albanische oder zypriotische Teams schwach gespielt hat. Ich kann einfach schauen, was der Rest der Fußballwelt so treibt. Ich liebe es.

Notenübersicht: Spieltag 6

Leider habe ich gestern beim lokalen Pressedealer keine Welt am Sonntag mehr ergattern können. Deshalb fließen heute nur drei Noten in die Statistik mit ein. Bild, Kicker und Sportal sind dabei. Bild wieder mit Ausreißern – wie immer. Friedrich wurde mit 5 bewertet, im Gegensatz zu den befriedigenden Noten von Sportal und Kicker. Das gleiche Spiel bei Barnetta. Irgendwas müssen die beiden wohl gemacht haben, um so eine schlechte Note zu bekommen!? Any ideas? Passt die grafische Aufbereitung heute mal?

name bild kicker sportal schnitt
adler 2 2,5 3 2,5
friedrich 5 3 3,5 3,83
castro 3 4 4 3,67
henrique 3 4 4,5 3,83
kadlec 3 3 3,5 3,17
rolfes 3 3,5 3,5 3,33
renato 2 1,5 2 1,83
vidal 3 2,5 2,5 2,67
barnetta 5 3,5 3 3,83
kießling 3 2,5 3,5 3
helmes 3 2,5 2,5 2,67
gekas 4 4
dum 4 4
hegeler

Presseschau vom Bochum-Spiel

Bayer 04 Leverkusen mausert sich immer mehr zu einem ernstzunehmenden Mitfavoriten auf den Meistertitel. […] Erleichtert war sein Kollege Bruno Labbadia: „Es war wichtig, auch so einen Sieg einzufahren, doch meine Mannschaft hat teilweise sehr fahrlässig gespielt.“ (FAZ)

Das war er also, dieser “dreckige Sieg”. Den hatte Bruno Labbadia in den vergangenen Wochen immer wieder mal thematisiert. Ins Reine gesprochen, sollte das heißen: Kein Fußballteam der Welt schafft es, jederzeit auf allerhöchstem Niveau zu spielen, also kann es nicht schaden, hin und wieder auch mal eine schwächere Partie abzuliefern, sofern es nur irgendwie gelingt, sie trotz allem erfolgreich zu beenden. Wobei der Leverkusener Trainer eher an ein mühsam zusammen gestochertes 1:0 gedacht haben dürfte als an ein solches 3:2, wie es Bayer beim VfL Bochum fabrizierte. (FR)

Und wer noch Belegmaterial benötigte für Leverkusener Instabilität im Entwicklungsstadium, der musste in Bochum nur genau hinschauen. Natürlich besaß die Produktion des 1:0 mit einfallsreicher Freistoß-Variante viel Pfiff, und natürlich verriet die fröhlich vollführte Attacke zum 2:0, abgeschlossen von Renato Augusto mit herrlich angeschnittenem Ball ins obere Eck, hohes Können. Aber was war denn los bis zum 3:0 und danach? „Da haben wir zu viel Druck des Gegners zugelassen, zu wenig Ballbesitz gehabt“, klagte Labbadia. Und die taktische Ordnung ging auch perdu. (RP)

In einem Punkt war sich der ehemalige Klassestürmer allerdings absolut sicher: “Wir werden trotz Platz zwei garantiert nicht in Euphorie verfallen.”

Der 41-Jährige braucht seinen Spielern nur die letzten 15 Minuten der Begegnung auf Video zu zeigen, um sie auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Bayer führte nach Treffern von Arturo Vidal (6.), des überragenden Renato Augusto (21.) und Torjäger Patrick Helmes (61.) sicher mit 3:0. Doch statt souverän den Vorsprung zu verwalten, verlor das Team völlig den Faden. Nach dem Doppelschlag von Stanislav Sestak (79.) und Sinan Kaloglu (81.) zitterte sich die Werkself ins Ziel, obwohl Bochum nach der Roten Karte gegen Anthar Yahia wegen Foulspiels (84.) die Begegnung mit nur neun Feldspielern beendete. (WELT)

Aber vor allem: Bayer Leverkusen lässt die Fachleute mit der Zunge schnalzen. Mein Ex-Klub ist dabei, ein Spitzenteam zu bauen, das Klasse-Fußball spielt. Es könnte sogar wieder mit der Champions League klappen.

Denn sie stehen jetzt schon auf Platz zwei – und die englischen Wochen für die Konkurrenz kommen noch. Da könnte der Fluch der verpassten Europacup-Quali plötzlich zur guten Tat werden. Bayer darf Richtung Königsklasse schielen.

Internationaler Fußball in einem neuen, erstklassigen Bayer-Stadion ist ja ohnehin Pflicht. Um die „Kronjuwelen“ Renato Augusto, René Adler und Patrick Helmes herum führt der besonnene Kapitän Simon Rolfes die jungen Wilden. Besonders bei den Nationalspielern Vidal, Barnetta, Castro und Kießling gibt es noch Potenzial nach oben. Völler, Labbadia und Co. wissen, dass sie die Abwehr noch stabilisieren müssen. Das zeigte auch die (wohltuende) Selbstkritik nach dem 3:2-Sieg in Bochum. (Calmund in der Bild)

Warum? Weil dieser Sieg so „dreckig“ war. Trainer Bruno Labbadia hatte die Begrifflichkeit schon vor dem Hannover-96-Auftritt in der BayArena ins Spiel gebracht – in der Erwartung, dass es eben nicht immer auf höchstem Niveau weitergehen konnte, an das man sich in Leverkusen zuletzt gewöhnt hatte, sondern eben auch mal drei Punkte mit wenig ansehnlichen Mitteln verpackt werden müssen. Doch auch Hannover wurde bekanntlich mit 4:0 aus dem Anzug geschossen, was Sportdirektor Rudi Völler gar nicht so recht war, wie man gemeinhin glauben könnte. „Wir müssen aufpassen, dass wir trotz unserer spielerischen Glanztaten nicht in Schönheit sterben“, mahnte Völler noch am Samstag, nachdem seine Pappenheimer in Bochum „vom Niveau her unser schlechtestes Saisonspiel“ (Patrick Helmes) abgeliefert hatten. (Kölnische Rundschau)