Oder nehmen Sie die Fuentes-Liste aus dem spanischen Dopingskandal – was ist mit den ganzen Fußballern? Das geht wohl für die Politik nicht, dass man dem kleinen Mann sein Brot des Wochenendes und des Mittwochabends wegnimmt.
Saisonvorbereitung heißt auch immer Gespräche mit den Medien führen. Da wiederholt sich der wortgewandte Spieler schon mal gerne, wenn nicht sogar alle Spieler eines Teams. Ständiges Wiederholen führt ja bekanntlich zum Trainingserfolg.
Drei Interviews, davon zwei (Kießling, Castro), die ich schon in den vergangenen Posts angesprochen habe, zeigen was Jupp Heynckes als Problem sieht und wie er dagegen arbeitet. Auch Rene Adler bestätigte diverse Punkte noch einmal im Exclusiv-Interview mit Bayer-TV.
Letzte Saison wurde zuviel Pressing gespielt – das war zu kraftintensiv. (Adler, Kießling)
Jetzt vermehrt abwartende Taktik – defensiv gut stehen. (Adler, Kießling)
Passspiel enorm wichtig – Trainer will seinen spanischen Stil importieren (Adler, Castro)
Stimmung enorm gut – man kann mit dem Trainer reden – wichtig für den Erfolg (Adler, Kießling)
Bei Neuzugängen legt man in den Interviews mehr wert auf andere Dinge, wie zum Beispiel tätowierte Ringe, Pferdegestüte oder die Stimmung in Leverkusen. Siehe Sami Hyypiä in der SZ, in der Bild und im Kicker. Übrigens wird der Finne als absoluter Heilsbringer für die Abwehr in der Presse gesehen.
So heute gibts Werbung für die 11 Freunde-Sonderausgabe Saison 2009/2010. Oder auch nicht. Kann man sehen wie man will und da sind wir auch schon beim Thema. Heute gibts was auf die Augen und die Ohren. Den Test des Magazins. Viel Spaß beim Schauen. Im Zuge der ganzen Fußball-Ballpodder-Podcaster-etc. dachte ich, probierste mal was neues aus und ihr dürfte meine gesammelten Ähs, mein unrasiertes Gesicht und meine langen Haare bewundern.
Unterm Video gibts noch den gesamten Fragebogen. Ich war wohl etwas zu ausführlich in meinen Antworten, so dass die Real Madrid-Frage gekürzt wurde. Andere Berichte gibts beispielsweise hier, hier, hier, hier, hier und “hier“.
_ Wie wird die Saison?
Eine Saison mit Leverkusen ist in der Regel eine Saison voller Leid und Pein. Gut kicken, vorne mitspielen, abstürzen und mit leeren Händen dastehen. Vielleicht – so die Hoffnung – klappts ja mit der Europacup-Quali.
_ Zufrieden mit der letzten?
Nein. Leider wurde das Potenzial der Mannschaft nicht mal annähernd ausgeschöpft. Das internationale Geschäft hätte drin sein müssen.
_ Ein unvergesslicher Moment der letzten Spielzeit?
Bernd Schneider wird am 33.Spieltag nach über einem Jahr Verletzungspause eingewechselt und bereitet gleich ein Tor vor!
_ Und der schlimmste?
Das 1:2 am 14.Spieltag in Bielefeld. Das erste richtig schlechte Spiel und der Absturz von Platz 1. Danach liefs nie wieder richtig rund.
_ Welche Schlagzeile würdest Du in der kommenden Saison am liebsten verfassen?
“Bayer besiegt eigenes Phlegma”. “Bayer nicht mehr Vizekusen”. “Kein zweites Haching dieses Jahr”.
_ Wenn Real nochmal 93 Millionen ausgeben würde, welchen Spieler deiner Mannschaft würdest Du empfehlen? Und warum?
Also quasi einen Nigel de Jong Hamburgs? Einer der ok spielt, aber niemals so viel wert ist? Vielleicht Renato Augusto. Ein toller Techniker mit feinen Ideen und dem Willen nach Höherem zu streben. Gute Voraussetzungen, um mal bei einem Topclub zu landen.
_ Tod und Hass (zumindest aber latente Abneigung):
Liebe Redaktion! Muss ich Köln schreiben? Nein, im Ernst. Ich bin Fan einer erfolglosen Schönspielertruppe, so dass ich gegenteilige Konzepte natürlich nicht gutheißen kann. Bayern München wär so ein Team.
_ Dein Lieblingsplatz im Stadion?
Ein Traum wäre der Platz anstelle des Linienrichters. Den Druck, die richtigen Abseitsentscheidungen zu treffen, muss man erstmal aushalten und gibt wahrscheinlich einen größeren Adrenalinschub, als jede Achterbahnfahrt.
die Mannschaft so erfolgreich ist, dass der Trainer mal länger als eine Spielzeit bleibt.
_ Mein größter Albtraum ist…
das Jupp Heynckes die heimliche Reinkarnation von Rinus Michels ist und er genau wie der General damals, vorzeitig, aufgrund von Erfolglosigkeit entlassen wird.
_ Die Meisterschale hält in den Händen:
B-b-b-boring Bayern München.
_ Fußball ist…
manchmal sehr langweilig, extrem schmerzhaft, deprimierend und trotzdem eine tolle Geschäftsidee.
Vor der Saison ist fast immer alles total super und harmonisch, wenn man nicht gerade Stuttgarter Manager ist, 30 Mille über hat und keine Spieler verpflichtet bekommt oder wenn man in Hoffenheim einen Demba Ba auf heißen Kohlen sitzen hat. Zwei Wochen bzw. eigentlich nur noch eine und das beinharte Profigeschäft auf nationaler Ebene beginnt wieder. Zunächst ruft der Pokalwettbewerb, dann die Bundesliga. Und total super gute Laune kommt vor dem Start in die neue Saison natürlich total klasse rüber und bringt den garantierten Sieg, oder man verliert in Fürstenbergsreuth oder Neckarelz, oder so.
In Leverkusen, beim Jupp auf jeden Fall erlebt man supertolle Tage. Alle sind voll froh, dass der alte – pardon – der junge Spund Bruno weg ist und jetzt wieder superguter Tralala-Fußball gespielt werden darf, doch obacht nicht mit dem Jupp. Der meinte nämlich jünst im Express: “Mein Team ist mir zu harmonisch.”
Olala. Was heißt das denn jetzt? “Aus der Mannschaft muss mehr Leben kommen, sie muss gewisse Dinge intern regeln können. Mir ist die Mannschaft untereinander noch zu harmonisch. Deshalb lege ich da bewusst den Finger in die Wunde”, so die Erklärung. Hui. Das haben schon viele probiert. Wollten Schweinehunde im Leverkusener Team heranzüchten. Killerfußballer – also mit Killerinstinkt und Siegeswillen. Hat nie geklappt. Der schon angesprochene Bruno auch nicht, obwohl der ja schon als Fußballer alles gewonnen hat und den begabten Jungs, dass ominöse Siegergen einimpfen wollte. Genexperimente in Leverkusen. Ein unerschöpflicher Quell dummer Kalauer.
Der Bruno und der Jupp sind auf jeden Fall mit das liebste Thema der Medien, denn der eine ist jung und hat sich davon geschlichen und der andere ist alt und hat sich rein geschlichen. Famos. Ein Fressen für die Presse. Aber was macht jetzt der eine besser, als der andere?
„Bei Labbadia waren die Einheiten sehr lang, er verlangte viel Laufbereitschaft. Bei Heynckes ist das Training kürzer, es geht dem neuen Trainer um Qualität durch volle Konzentration auf einen Trainingsschwerpunkt. Zum Beispiel auf das Pass-Spiel. Er versucht nicht, so viele Themen wie möglich in eine Einheit zu packen.“ (Bild)
Und was noch? “Unterbrach Labbadia eine Übung, um von der linken Spielfeldseite Rechtsaußen Renato Augusto zu korrigieren, sprintete Dolmetscher Lünnemann quer über den Platz und zurück. Jetzt ist das nicht mehr nötig. Heynckes spricht Spanisch und etwas Portugiesisch, er kann bei Bedarf in die Muttersprachen der Spieler wechseln.” (KSTA)
Soso. Das ist aber noch nicht alles, denn Stefan Kießling sagt: “[Heynckes] ist sehr offen. Er redet unheimlich viel mit uns, versucht, uns die Dinge genau zu erklären und achtet auch sehr darauf, dass wir nach den Einheiten regenerieren. Er betont immer wieder, dass er selbst Spieler war und weiß, wie wir uns fühlen. Und so geht er auch mit uns um. […] Jupp Heynckes bringt das alles einfach richtig gut rüber. Er sagt uns immer wieder, dass es ihm riesigen Spaß macht, mit uns zusammenzuarbeiten. Und uns geht es genauso. Das passt im Moment richtig gut.” (SPOX via AAS)
Hmm. Das mit dem früher-Spieler-gewesen hat ja schon bei Bruno gut geklappt und schon wieder diese Harmonie. Jupp muss noch viel arbeiten. Ob er das schafft?
Naja in Hamburg ist auf jeden Fall auch sehr viel Freude da. Der erste Pott ist gesichert, also dieser Telekommunikationscup und Spieler verpflichtet man am laufenden Band. Angeblich darf Bruno auch mit verpflichten – das durfte er ja in Leverkusen nicht. Dann ist Bruno vielleicht ausgeglichener und lässt die schlechte Laune nicht an den Spielern aus. “Irgendwie hat sich das dann so entwickelt, dass der Trainer nicht mehr so mit der Mannschaft konnte und die Mannschaft nicht mehr so mit dem Trainer”, so der Kießling im Interview bei Spox. Also nicht so in der Hansestadt.
Dann sind doch alle glücklich, obwohl das ist ja gar nicht gut.
Kleine optische Maßnahme im Blog. Ich hatte ja schonmal hier gebastelt, allerdings im viel größeren Stil, dieses Mal ists nur das WordPress-Theme. Die Darstellung sollte unter Mozilla Firefox am optimalsten laufen, da ich den css-Befehl “@font-face” eingebaut habe, zwecks typographischer Verschönerung des Ursprungsthemes. Vermisst jemand die Blogroll? Klickt da jemand drauf?
Leverkusen schlägt sich weiter ordentlich in der Vorbereitung. Wenn mal davon absieht, dass die Gegner eher zweit- bis drittklassig waren, so stimmt eine bisherige niederlagenfreie Vorbereitung doch froh. Gestern gabs im Trainingslager im Elztal ein 2:0 gegen den VfR Aalen. Wieder trafen Kroos und Gekas. Bitte Torgefährlichkeit mit in die Saison nehmen, dann wird Helmes auch nicht fehlen.
Besonderes Gimmick der Bayer-04-Homepage ist das Trainingslager-Tagebuch. Auf Borkum endete das jäh, nachdem Simon Rolfes mit Meniskusproblemen vorzeitig die Insel verlassen musste. Jetzt berichtet Daniel Schwaab aus dem Elztal. Vornehmlich darüber, dass er unglaublich gerne isst. (B04-Homepage)
Wieder mal große Worte eines Werkself-Spielers im Kicker. “Wenn wir den Ball laufen lassen, schlägt uns fast keiner”, so Stürmer Stefan Kießling. Ist das selbstbewusst? Oder einfach wischiwaschi. “Fast keiner”? Fast keiner kann auch bedeuten, dass man es nicht in die Europaliga schafft, wenn ich mal kurz nach Dortmund rüber schiele.Trotzdem liest sich das Interview ganz interessant und Kießling weist nochmal auf den Schwerpunkt des Trainings von Jupp Heynckes hin und dass das nicht unbedingt für Siege reicht. “Der neue Trainer will jetzt, dass wir nach Ballverlust alle hinter den Ball kommen, manchmal pressen, uns aber sonst zurückziehen. Wenn wir das weiter so umsetzen, wird es schwierig, gegen uns durchzukommen. Wir stehen jetzt defensiv besser – aber das hat noch nichts zu sagen.” (kicker)
Heute durfte Leverkusen zum Test in Leipzig ran. Das Spiel gegen den Oberligisten war gleichzeitig das “Ablösespiel” für Rene Adler, der im Jahr 2000 nach Leverkusen wechselte. Die Partie gestaltete sich relativ einseitig, denn die Werkself spielte konzentriert und sicher und verbuchte einen 5:0-Sieg.
In Halbzeit 1 kickte das potenzielle Team für die nächste Saison.
Dieses Team spielte ein 2:0 heraus. Kroos und Derdiyok trafen, doch auch Anzug 2 saß. In Halbzeit 2 blieben nur Adler und Barnetta auf dem Feld. Der Schweizer traf auch gleich zum 3:0, die restlichen Treffer besorgte Fanis Gekas.
Seinen letzten Auftritt im Bayer-Dress hatte wohl Pirmin Schwegler. Diverse Nachrichtenseiten vermelden den Wechsel nach Frankfurt. Vielleicht kann er sich bei seinem ehemaligen Trainer Michael Skibbe ja durchsetzen.
Letzte Woche war ich in Wattenscheid beim Zayton-Cup. Eine sehr traurige Angelegenheit. 22 Spieler auf dem Platz und circa 100 auf der Tribüne (1200 die offizielle Angabe). Man muss dazu sagen, dass das Spiel um 17:00 Uhr an einem Mittwoch stattgefunden hat. Während der Sommerferien. Naja. Und das Spiel war auch solala. Aber auch wieder interessant. Wo sonst könnte man Patrick Helmes aus nächster Nähe beim Stadion-Wurst essen beobachten. Oder Rudi Völler beim Gespräch mit dem gegnerischen Trainer belauschen. Genau. Im Winzstadion in der Lohrheide bei einem unwichtigen Testspiel der Leverkusener gegen den ägyptischen Verein Al Ahly.
Dank meines unglaublichen Organisationstalents bin ich schon mal eine Viertelstunde zu spät gekommen und habe dann das erste Tor des Spiels verpasst. Burak Kaplan traf schon in der dritten Minute, als ich noch die nächste Ausfahrt, nach der gesperrten Ausfahrt Bochum-Wattenscheid suchte. Kaplan überzeugte auch im weiteren Verlauf des Spiels mit ständiger Anspielbereitschaft und einem hohen Laufpensum. Dieses Spiel, sowie die anderen Partien des Zayton-Cups müssen die Offiziellen wohl vom Junioren-Nationalspieler überzeugt haben, denn Kaplans Vertrag wurde bis 2012 verlängert.
“Burak hat uns bereits in der vergangenen Saison in der U 19 und jetzt in der Vorbereitung immer wieder überzeugt. Deshalb wollen wir dieses Juwel an Bayer Leverkusen binden.” (Rudi Völler)
Zum Spiel kann man sonst gar nicht so viel sagen. Viel hin und her Geschiebe. Eine gelb-rote Karte für einen Ägypter kurz vor der Pause, so dass die Al Ahly zunächst nicht weiterspielen wollte. Und kurz vor Ende ein abgefälschter Distanz-Schuss von Tranquillo Barnetta, der zum 2:0 im Tor landete.
Auf dem Platz stand u.a. in der Abwehr Hans Sarpei, der zwar viele Zweikämpfe gewann, aber im Spiel nach vorne überhaupt nichts brachte und durch ungeheure Langsamkeit auffiel. In einen ähnlichen Geschwindigkeitsrausch spielte sich Theofanis Gekas im Sturm. Alleine aufs Tor laufend wurde er regelmäßig noch abgelaufen. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Grieche einfach nicht mit dem Ball am Fuß spielen kann.
Thomas Zdebel spielte für Simon Rolfes im defensiven Mittelfeld und gefiel auf dieser Position. Stefan Reinartz durfte in der Innenverteidigung ran und stand souverän(er) neben(als) Manuel Friedrich. Richard Sukuta-Pasu spielte durch, ließ Talent erahnen, das war dann aber auch schon alles.
Interessanter ist nun allerdings was in den weiteren Testspielen passierte. Jupp Heynckes versuchte nämlich alle Positionen durch potenzielle Optimalspieler zu besetzen.
In der Innenverteidigung kamen neben Friedrich, auch Reinartz und Hyppiä zum Einsatz und überzeugten mehr als der Stammspieler und Kapitän. Hyppiä durfte sogar gegen Genk die Kapitänsbinde tragen – nicht schlecht für einen neuen Spieler, was aber auch die Bedeutung des Finnen zeigt, auf den die Süddeutsche heute ein Loblied sang.
Ebenfalls viel rotiert wurde auf der Position von Simon Rolfes. Dort kam nicht nur Thomas Zdebel zum Einsatz, sondern auch Gonzalo Castro und Stefan Reinartz, der schon in Nürnberg den 6er spielte.
Im Sturm wurden neben Sukuta-Pasu, Derdiyok und Gekas regelmäßig eingesetzt. Kießling ist wohl gesetzt. So richtig zufrieden scheinen die Werkself-Offiziellen aber noch nicht zu sein. Angeblich soll Andrey Voronin wieder zurück nach Leverkusen kommen. Angeblich.
In Wattenscheid hatte ich dann noch die Möglichkeit meine neue Kamera auszuprobieren. Allerdings hatte ich keinen großen Objektiv-Fuhrpark dabei, da ich nicht wusste, ob man mich überhaupt mit DSLR ins Stadion lässt. Anbei das Video.