CAS hebt Sperre gegen italienische Fußballer vorerst auf

Der internationale Sportgerichtshof CAS hat die Sperre gegen die beiden italienischen Profis Daniele Mannini und Davide Possanzini vorerst aufgehoben. Der italienische Verband hatte um eine Neuverhandlung gebeten und dem CAS neue Fakten vorgelegt. Diese werden nun geprüft.

Further to a request filed by the Italian Professional Football Association, the Court of Arbitration for Sport (CAS) has re-opened the proceedings in the case filed by the World Anti-Doping Agency (WADA) against the Italian National Olympic Committee (CONI), the Italian Professional Football Association (FIGC) and the professional football players Daniele Mannini and Davide Possanzini (the “Players”), since all parties have agreed to such request. (CAS)

In den deutschen Medien wird über einen Zusammenhang mit dem Hoffenheimer Fall um die Spieler Ibertsberger und Janker spekuliert. Aus der offiziellen Mitteilung des CAS lassen sich diese Rückschlüsse jedoch nicht bestätigen.

Krisenherde

Gladbach hat den Relegationsplatz, Hertha hat den Ebert, Dortmund den Kevin-Prince, Bayern hat keinen Stürmer, Wolfsburg ist auch nur ein Werksclub, Hamburg hat keine Tordifferenz, Hoffenheim hat noch weniger Stürmer, der VfB hat noch Babbel, Schalke vielleicht bald den Kahn, Werder hat Pizarro, Köln hat keinen Karneval, Hannover hat 50 Gegentore, die Arminia nur Wichniarek, Bochum keinen Auswärtssieg, Cottbus nur nen Abstiegsplatz, genauso wie der KSC, Bayer den Bruno und Frankfurt hat Problem-Fans.

Also worüber beschweren wir uns….

Krisengeschwätz

In Ermangelung toller, spannender Themen rund um den Meisterschaftsfavoriten aus Leverkusen, möchte ich mich kurz1 mit der “Krise” an der Dhünn auseinandersetzen. Zur Entstehungsgeschichte:

Über Jahre begleitete die Bayer-Mannschaft der Status, dass man in den entscheidenden Momenten, nicht den Sack zu machen kann. In der letzten Saison spielte man lange Zeit um die Champions-League-Ränge, eine Serie von sieben Spielen ohne Sieg ließ Bayer aber aus den internationen Rängen herausfallen. Michael Skibbe musste gehen, die Altlast und die Angst eine weitere Spielzeit nicht im Europapokal vertreten zu sein, wurde Bruno Labbadia aufgebürdet.

Bruno Labbadia kommt etwas überraschend zur Saison 2008/2009 nach Leverkusen, obwohl er noch bei Fürth unter Vertrag steht. Der Trainer, der schon als Spieler Meister und Pokalsieger wurde, soll den Spielern das Siegergen einimpfen. Labbadia gilt als penibler, ehrgeiziger Arbeiter, allerdings noch ohne große Erfahrung. An die Hand gestellt bekommt er ein junges, talentiertes Team.

Saisonstart in Leverkusen. Bayer siegt etwas glücklich im DFB-Pokal gegen Oberhausen und verpatzt den Auftakt gegen Dortmund. Labbadias Handschrift ist in Ansätzen zu sehen. Schnelles, offensives Spiel mit intensiven Pressing gegen die aufrückenden Gegner. Leider läuft es in der Abwehr noch nicht rund. Insgesamt passieren zu viele Fehler im eigenen Spiel.

Über die Hinrunde hinweg spielt Leverkusen beeindruckenden Fußball. Am 12. und 13. Spieltag steht die Werkself sogar auf Platz 1 der Tabelle, am Ende steht man auf Rang 5 und hätte, wäre Saisonende, das Minimalziel, einen Europapokalplatz gesichert.

Einige Dinge fallen in der Hinrunde eklatant auf, die Labbadia und das Team nicht abstellen können. Gegen Hamburg führt man 2:0, man verliert noch 2:3. Gegen Bochum führt Bayer 3:0, zum Schluss wird es noch eng – 3:2 das Endergebnis. In Karlsruhe führt man erneut 3:0 – dieses Mal spielen Labbadias Mannen am Ende sogar noch Remis. Am letzten Spieltag liegt man in der Schlussminute mit 1:0 gegen Cottbus vorne. Ecke, Tor – Endstand 1:1, zwei Punkte verspielt. Klare Führungen können nicht verwaltet werden. Immer wieder fällt auf, dass Leverkusen ins Schwimmen gerät, sobald eine 2-Tore-Führung erarbeitet ist.

Am 14.Spieltag verliert die Labbadia-Elf in Bielefeld. Das schlechteste Spiel der Saison für Bayer. Hatten die Leverkusener bis zu diesem Zeitpunkt noch bei Niederlagen sagen können, dass sie wenigstens ein gutes Spiel gemacht hatten, gegen die Bielefelder nicht. Bis zum Hinrundenende kommt kein gutes Spiel mehr hinzu.

Weiterer Schwachpunkt im Spiel der Pillendreher ist das Verhalten bei Standards, zudem schleichen sich bei Rene Adler seit seiner Nominierung zum Starttorwart der Nationalelf immer wieder dicke Patzer ein.

Mit Optimismus und frischen Elan sollte dann die Rückrunde beginnen, doch stattdessen startet man mit einem Remis und einer Niederlage. Gegen Dortmund fehlt die Durchschlagskraft, gegen Stuttgart lässt man sich auf eigenen Platz vorführen. In der Presse fragt man sich nun immer häufiger, ob die Leverkusener Mannschaft doch zu jung ist.

Das bis dato beste Spiel der Rückrunde findet am 20.Spieltag gegen Hoffenheim statt. In einem begeisternden Fußballspiel siegt Bayer mit 4:1 beim Aufsteiger und hätte am Ende sogar noch höher siegen können. In der Bundesliga folgen allerdings darauf nur noch erschreckend schlechte Spiele. Drei Niederlagen und ein Remis gegen teils schwächere Gegner lassen das Krisengerede immer lauter werden. Das zwischenzeitliche Pokalhighlight – der Sieg gegen den FC Bayern München, lässt die Menschen nur um so verwunderter an den Rhein schauen. Warum läuft es nicht?

Ein weiterer Schwachpunkt scheint die Aufstellung des Trainers zu sein. Labbadia bietet fast immer die gleichen elf Spieler auf. Kommt ein Akteur von der Bank fehlt ihm oft die Bindung  zum Spiel und er kann keine Akzente setzen. Mit ein Grund dafür, dass Leverkusen noch keinen einzigen Rückstand in dieser Spielzeit in eine Führung umwandeln konnte.

In dieser Woche wird der Druck auf den Trainer stark erhöht. Holzhäuser schreibt im BayArena-Magazin:

Tatsache ist, dass wir mit den Ergebnissen unserer Mannschaft nicht zufrieden sein können und auch nicht zufrieden sind. Und dabei geht es nicht um die Suche nach Schuldigen – wobei zuvorderst immer wieder der Trainer im Mittelpunkt steht.

Aber Fakt ist auch, dass er und die Mannschaft diejenigen sind, die durch harte Arbeit und die richtige Einstellung das Blatt wieder wenden können.

Und alle, die im Umfeld des Teams Verantwortung tragen, haben die Pflicht, alles zu tun, was der Mannschaft und dem Erfolg dient. Sie haben alles zu unterlassen, was diesen Erfolg beeinträchtigen könnte.

Bekanntlich bieten Krisen auch immer wieder eine Chance zur Erneuerung. Diese Chance wollen und werden wir nutzen – und zwar mit Bruno Labbadia.

Bruno Labbadia bleibt noch gelassen:

Wir wussten um unsere Schwächen, haben aber gehofft, dass sie nicht zum Tragen kommen. Es müssen Hierarchien gebildet werden innerhalb der Mannschaft, das schaffen wir aber nicht von heute auf morgen.“ An seiner Linie will er festhalten: „Wir sind von ihr überzeugt und werden nicht abweichen. Ich glaube daran, dass wir es noch schaffen werden.“ (KSTA)

Vieles wird vom Spiel gegen Frankfurt abhängen. Ein Spiel in der “nicht-“heimischen LTU-Arena. Da wartet man ja bekanntlich auf den ersten Sieg in der Bundesliga. In der Hinrunde startete Bayer eine hübsche Serie gegen Frankfurt, die erst auf Platz 1 der Liga endete. Bruno Labbadia wird sich genau das wünschen:

Bis zur 70.Minuten 0:0 spielen, dann ein Wechsel, dieser Mann wird das Spiel drehen und Leverkusen wird sich einen scheinbar sicheren Vorsprung herausspielen, doch der Gegner kommt kurz vor Ende immer wieder zu Standards und baut immensen Druck auf, doch die Abwehr und Adler stehen sicher. Bayer gewinnt drei Punkte, Bayer gewinnt das erste Heimspiel in der LTU-Arena. Bayer bleibt in Reichweite der UEFA-Cup-Ränge.


  1. Ich sitze seit Mittwoch, 12:00 Uhr an diesem Text und besonders zufrieden bin ich am Ende trotzdem nicht

Notenübersicht: Spieltag 24

Einst – in Kindertagen war die Zwei das höchste der Gefühle, wenn ich den Kicker aufschlug. Damals spielte man im Ulrich-Haberland-Stadion vor 8000 Zuschauern gegen Teams wie Blau-Weiß Berlin oder Fortuna Düsseldorf. Die Hertha war da gar nicht in der höchsten deutschen Spielklasse vertreten. Wie gesagt damals, da wurden Noten noch etwas feinfühliger vergeben. Eine Eins? Kann ich mich an so etwas erinnern? Nein – höchstens mal für einen fantastischen Torhüter. Eine Zwei? Ja, die gab es schon mal. Für den Torschützen zum Beispiel. Wenn man sich ein tolles 1:1-Remis erkämpft hatte. Dreien waren an der Tagesordnung. Leverkusen war damals einfach immer Durchschnitt.

Schaut man sich die Noten des 24.Spieltags an (und die der letzten noch dazu), dann ist Bayer nicht einmal Durchschnitt.

name - bild - kicker - sportal - wams - schnitt
adler - 3 - 3 - 3 - 3 - 3,00
henrique - 6 - 4 - 3 - 3 - 4,00
castro - 6 - 5 - 5 - 4 - 5,00
sinkiewicz - 4 - 4 - 4,5 - 4 - 4,13
kadlec - 4 - 3,5 - 4 - 4 - 3,88
rolfes - 5 - 3,5 - 4 - 3 - 3,88
renato augusto - 5 - 4 - 5 - 4 - 4,50
schwegler - 6 - 5 - 5 - 4 - 5,00
barnetta - 6 - 5 - 5 - 4 - 5,00
kießling - 3 - 4 - 4,5 - 4 - 3,88
helmes - 5 - 5 - 5 - 4 - 4,75

Schnitt – 4,82 – 4,18 – 4,36 – 3,73 – 4,27

75000 Schleifen für Hoffenheim

Was soll man davon halten? Die TSG Hoffenheim muss 75.000 Euro Strafe zahlen für einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB. Der Verursacher, der Dopingbeauftragte des Aufsteigers Peter Geigle muss 2500 Euro zahlen. In der Urteilsbegründung heißt es:

Die Beweisaufnahme hat ergeben, dass in diesem konkreten Fall kein klassisches Dopingvergehen – wie zum Beispiel Sportbetrug, Einnahme verbotener Stoffe zur Leistungssteigerung, Anwendung einer verbotenen Behandlungsmethode oder die Weigerung, sich einer Kontrolle zu unterziehen – vorliegt. Vielmehr handelt es sich um einen fahrlässig begangenen Verstoß gegen die Anti-Doping-Richtlinien des DFB, der auf einen Fehler des Hoffenheimer Dopingbeauftragten zurückzuführen ist. Dieser Fall stellt sich nicht als schwerwiegend im Sinne des § 7 Nr. 4 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung dar, so dass ein Punktabzug aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen nicht in Frage kam.
(DFB.de)

Weiterhin wird erklärt, dass der Einspruch der Gladbacher, auf Empfehlung des Sportgerichts zurückgezogen wurde:

Bereits vor den Plädoyers des DFB-Kontrollausschuss-Vorsitzenden Dr. Anton Nachreiner und der Hoffenheimer Anwälte hatte Borussia Mönchengladbach seinen Einspruch gegen die Wertung des Bundesliga-Heimspiels gegen Hoffenheim (1:1) am 7. Februar 2009 zurückgezogen. Der DFB-Sportgerichtsvorsitzende Lorenz hatte dies dem Verein nach der Beweisaufnahme, in der elf Zeugen gehört worden waren, mit Hinweis auf die Einschätzung des Gerichts mit Nachdruck empfohlen.(DFB.de)

Ich gebe zu, dass ich die Aussagen der elf Zeugen nicht kenne und ich natürlich auch nicht alle Fakten kenne. Aber es scheint, dass bis zur Einführung des Chaperon-Systems in der nächsten Saison, ich einfach den Dopingbeauftragten instrumentalisiere um eventuelle Dopingmachenschaften zu vertuschen. Im Zweifelsfall zahl ich dann halt mal 75.000 für eine Verspätung der Spieler + 2500 Euro für den Dopingbeauftragten. Dafür habe ich die Möglichkeit die Spieler manipulieren zu lassen.

Unabhängig davon, ob die betroffenen Spieler Ibertsberger und Janker gedopt haben, finde ich es schon erstaunlich, dass der betroffene Verein so billig davon kommt.

Wir wollten den Fall weder bagatellisieren noch dramatisieren, um damit die eigene Glaubwürdigkeit im Kampf gegen das Doping zu unterstreichen. Es gibt keinerlei Zweifel, dass der DFB konsequent gegen Doping vorgehen und alle Regeln einhalten wird, erklärte Richter Lorenz. (DFB.de)

Vielleicht hätte man dann aber ein ordentliches Zeichen gesetzt!?

Der DFB kann übrigens gegen dieses Urteil noch eine Woche lang in Berufung gehen.

Der Anstandswauwau

Chaperon – der Anstandswauwau [pop.] Quelle: dict.leo.org

Der DFB hat die Konsequenzen gezogen und noch vor der heutigen Verhandlung des Hoffenheim-Falls erklärt, dass er ab der nächsten Saison sogenannte Chaperons einsetzen wird. Diese ersetzen die Dopingbeauftragten der jeweiligen Bundesliga-Teams und werden die Spieler nach Spielende direkt zur Dopingprobe begleiten. Somit sollen Fälle, wie bei Hoffenheim, vermieden werden. Der Dopingbeauftragte des Aufsteigers Peter Geigle, hatte nach dem Spiel gegen Gladbach wohl vergessen, den zur Dopingprobe ausgelosten Spielern rechtzeitig Bescheid zu geben. Die verspäteten Spieler waren jüngst freigesprochen worden. Der Fall wird heute vor dem DFB-Sportgericht verhandelt.

Hertha BSC Berlin, Teil 2

Sieben Spiele: Ein Sieg, zwei Unentschieden, vier Niederlagen. In den letzten vier Spielen nur zwei Tore. Tabellenplatz 16 in der Rückrundenabrechnung. In der Gesamtabrechnung sechs Punkte hinter einem Startplatz für den Europacup. Rudi Völler spricht im DSF-Doppelpass am Sonntag von der Krise, aber dem Willen noch in den UEFA-Cup zu kommen, währenddessen geigt Bruno Labbadia angeblich seiner Mannschaft die Meinung. Patrick Helmes hakt den UEFA-Cup ab. Simon Rolfes findet, dass Bayer nicht als Einheit funktioniert. Wolfgang Holzhäuser erklärt, dass Trainer nur temporäre Erscheinungen sind. Man spreche am Montag über alles.

Die Werkself verlor am Samstag gegen abgeklärte Berliner, wie bereits im Hinspiel, mit 0:1 durch ein Tor von Voronin.