Alles richtig gemacht, aber Herr Völler…

…hatten sie nicht was von 20.000 verkauften Karten für das DFB-Pokal-Spiel gegen Cottbus erwähnt? Ich habe leider die Quelle nicht mehr gefunden, aber im neuen Heimstadion in Düsseldorf waren nur 16.000 Mannen zugegen. Bei dem Gegner jetzt auch nicht so verwunderlich, aber Stimmung hat man selbst für Leverkusener Verhältnisse schon mehr gehabt.

Das Spiel lässt sich kurz zusammenfassen. Ein schnelles erstes Tor durch Helmes, noch schneller nachgelegt durch Kadlec und Renato darf doch auch nochmal zaubern und dribbelt sich von der Mittellinie Richtung Strafraum und zirkelt den Ball dann noch in den Winkel. Wow. Kießling machte danach die olle alte Ronaldinho-Surfergeste. Schneller, schöner, effektiver Offensivfußball und das schönste ist, man hat die Führung nicht noch in der zweiten Hälfte verspielt. Der 3:1-Anschlusstreffer in der 92. Minute von Skela per Freistoß war unhaltbar und somit auch nicht tragisch.

Frohen Mutes wird die Werkself nun nach Dortmund fahren und den BVB dort hoffentlich abledern. Zudem hat man noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen.

Zum Schluss noch das Tor von Renato:

Winterzeugnis: Renato Augusto

Mit Renato Augusto werden die werten Leser heute von der Serie: Winterzeugnis erlöst. Rechtzeitig zum Start in die Bundesliga soll es mal wieder etwas aktuellere Texte, Liveblogs und Interviews geben. Die Winterpause hat dafür nicht wirklich viel hergegeben.

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(Durchschnittsnote auf Basis der Spieltagnoten)

Der junge Neuzugang Renato Augusto gehört mit zu den Traumverpflichtungen, die Bayer Leverkusen diese Saison getätigt hat und um die Schalke und diverse andere Europacup-Aspiranten, Bayer so beneiden. Während andere Einkäufe in der Bundesliga oft nur mitspielen, haben sich fast alle Werkself-Neulinge zu echten Leistungsträgern entwickelt. Bei Renato Augusto hat die Chefetage dann auch gleich Nägel mit Köpfen gemacht und den Vertrag des Brasilianers um ein Jahr verlängert.

Auf dem Papier stehen beim Mittelfeld-Motor “nur” ein Tor und fünf Assists, dafür überzeugt er immer wieder mit schönen Spieleröffnungen, guten Ideen und dem Blick für den besser postierten Mann. Ein echter Zugewinn für Bayer, der vielleicht einmal in die Fußstapfen von Emerson oder Ze Roberto treten kann.

Winterzeugnis: Patrick Helmes

Neulich Schrecksekunde im Testspiel gegen Galatasaray Istanbul. Patrick Helmes steht ganz alleine vorm gegnerischen Tor und was macht er? Er passt. Oh, mein Gott – das hat er noch nie getan. Der Stürmer mit Lukas-Podolski-Mentalität vor dem Kasten lernt dazu, was ihn nur noch gefährlicher macht. Der Spieler, den die Kölner wahrscheinlich am meisten nach Lukas Podolski zurück in die Heimat sehnen, ist auf der anderen Rheinseite eingeschlagen wie eine Bombe. 12 Tore, 3 Assists. Schussstark, immer anspielbereit, eiskalt vor dem Tor, arbeitend. Zweiter Platz in der Torschützenliste, Nationalmannschaftsnominierung, erstes Tor in der Nationalmannschaft – besser könnte es kaum laufen für den Stürmer. Bleibt nur zu hoffen, dass er gesund bleibt und ihm nicht ein ähnliches Schicksal widerfährt, wie Vedad Ibisevic.

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(Durchschnittsnote auf Basis der Spieltagnoten)

Winterzeugnis: Stefan Kießling

Was hat dieser Junge gerackert. Der Franke rennt, grätscht, schießt, passt und das alles für das Team. Herausgekommen ist einer der besten Stürmer der abgelaufenen Hinrunde. Acht Tore, sechs Vorlagen stehen dem kongenialen Partner von Patrick Helmes zu Buche. Viel schlechtes kann man über den Stürmer nicht sagen, außer das er vielleicht die ein oder andere Chance zu viel liegen lässt. Absolutes Zauberspiel des Stürmers war das Match gegen Gladbach, als er zwei Tore selber erzielte und natürlich Buddy Helmes auflegte. Zu Kießlings Glück fehlt jetzt nur noch die Nominierung für die DFB-Auswahl.

Übrigens hat der Kölner Stadtanzeiger auch ein Winterzeugnis für die Spieler von Bayer Leverkusen ausgeteilt.

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(Durchschnittsnote auf Basis der Spieltagnoten)

Linkpolitik

Kleine Anmerkung am Rande. Ich nehme immer gerne spannende Blogs zum Thema Fußball mit in die Blogroll auf. Inzwischen ist es aber so, dass ich die Blogs hauptsächlich per Feedreader abarbeite und lese, so dass ich den ein anderen werten Autor hier gar nicht in der Liste habe. Auch Leute, die mich schon verlinkt haben. Also liebe Leute – meldet Euch, wenn ihr gerne mit in die Blogroll wollt, natürlich freue ich mich auch über entsprechende Rückverlinkung. Über lesenswerte Tipps freue ich mich ebenfalls.

87 Proben 2007

Das Thema Doping im Fußball soll weiter nicht unter den Tisch fallen. Vor einer Woche wurde bekannt, dass Sergio Mendoza, Nationalspieler aus Honduras, bei einem WM-Qualifikationsspiel gegen Kanada am 11.10.2008 positiv getestet wurde. Auslöser war, wie so oft, eine entzündungshemmende Salbe, die einen verbotenen Wirkstoff enthielt.

Dass Doping im Fußball Sinn macht, bestätigte heute ein Artikel im Mannheimer Morgen.

Erste Aussage für alle, die glauben, es gäbe kein Doping im Fußball:

Im Fußball geht es um sehr viel Geld. Und wo es um viel Geld geht, sind auch illegale Tricks im Spiel.

Zweite Aussage von Dopingkopfgeldjäger Werner Franke:

“Natürlich bringt Doping im Fußball etwas”, sagt Doping-Jäger Werner Franke und ergänzt: “Sicherlich ist Fußball keine Extremleistungssportart, weil der Geschicklichkeitsaspekt eine große Rolle spielt. Aber dennoch hilft auch hier jede Leistungssteigerung weiter.”

Dritte Aussage von Hans Geyer vom Doping-Kontrolllabor an der DSH Köln, die die zweite bestätigt:

“Doping-Substanzen machen natürlich auch im Fußball Sinn. Epo zum Beispiel verbessert die Ausdauer. Spieler sind so auch in den Schlussminuten in der Lage, einen gezielten Schuss abzugehen. Anabolika und Wachstumshormone, die nur kurz nachweisbar sind, können bei der Regeneration vor allem in englischen Wochen eine unterstützende Wirkung entwickeln. Und in der Reha nach Verletzungen helfen solche Präparate auch weiter.”

Im weiteren Verlauf des Artikels kommen erschreckende Fakten zu Tage. Zum Beispiel, dass 2007 in den höheren deutschen Fußballligen 87 Kontrollen durchgeführt wurden. 87!? Was heißt höhere Ligen. Darüber klärt uns der Mannheimer Morgen nicht auf. Nur darüber, dass die NADA und der DFB miteinander gesprochen haben und Herr Zwanziger kooperativ war und intensivere Kontrollen befürwortet. Ergebnis für 2008: Rund 500 unangemeldete Tests. Ein Fortschritt.

Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie an der DSH Köln sagt zum Abschluss, dass diese Zahl ausreichen würde. “Ich habe den Eindruck, dass die bisherigen [Kontrollen, jp] eine hohe Abschreckung darstellen und damit zum jetzigen Zeitpunkt ausreichend sind.”

Winterzeugnis: Simon Rolfes

Einer der Spieler, über die ich mich am meisten geärgert habe in dieser Hinrunde ist Simon Rolfes. Unabhängig von seinen Leistungen über die Saison gesehen, fiel mir Rolfes vor allem durch seltsame Analysen nach dem Spiel auf. Klar Rolfes ist als Kapitän immer einer der Ersten der Stellung beziehen muss und direkt nach dem Spiel ist das ja auch nicht so einfach. Aber Aussagen wie “wir waren klar das bessere Team und haben den Gegner dominiert” nach Spielen gegen Bielefeld oder Hertha, lassen mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Warum kann man nicht mal sagen, dass das Team feige und schlecht gespielt hat? Ich weiß es nicht.

Zudem scheint Rolfes auch mit dem “wenns-drauf-ankommt-kann-ich-nicht”-Gen bestückt zu sein, denn in den wirklich wichtigen Spieler konnte Rolfes, weder in der Kapitänsrolle, noch als Spieler überzeugen. Schade. Dies war auch in der Nationalelf zu beobachten, als er die Chance bekam, anstelle von Frings und Ballack aufzulaufen. Es folgten blutarme Darbietungen im DFB-Dress. Schade.

Sonst alles töfte bei Rolfes. Er gehört zu den besten Akteuren auf der Sechser-Position in Deutschland, doch hat der Kapitän, noch einiges an ungenutzten Potenzial auszuschöpfen.

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(Durchschnittsnote auf Basis der Spieltagnoten)