Premiere im Blog: Das Pokal-Aus

Letzte Saison gab es ja kein Pokal-Aus, sondern eine Final-Niederlage. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Damit das vorweg geklärt ist. Gut 90 Minuten hatte ich gestern Zeit mich mit dem vorzeitigen Scheitern im DFB-Pokal auseinander zu setzen. Gegen einen Zweitligisten, der aber eine erstklassige Partie gezeigt hat und verdient eine Runde weiter gekommen ist. Der 1.FC Kaiserslautern hat den Betze verteidigt und die Werkself hatte so gar nichts zu melden. Ich hatte nie das Gefühl, dass das noch was wird.

Woran das lag? Nun das hat verschiedene Gründe. Ich kann mich noch an den Saisonbeginn erinnern, der ja auch gar nicht so lange zurück liegt, als Jupp Heynckes und diverse Spieler erklärten: “Erst einmal hinten sicher stehen und vorne sind wir immer für ein Tor gut.” Das hätte ich fünf Spieltage blind unterschreiben können und auch für die Zukunft, jedoch nicht mit dem gestrigen Kader oder dem vom Sonntag.

Erst einmal hinten sicher stehen. Dafür bedarf es eines Lenkers, der die Abwehr organisiert. Der steht normalerweise in der Innenverteidigung und hört auf den Namen Sami Hyypiä. Der Finne ist bisher das offene Geheimnis des Leverkusener Abwehrverbunds. Gutes Stellungsspiel, sicher im Aufbau, für seine Mitspieler mitdenkend. Genau dieser Schlüsselspieler fehlte gestern bei Bayer und so musste Manuel Friedrich die Rolle des Abwehrchefs übernehmen, was schon oft in der vergangenen Spielzeit katastrophale Folgen hatte – gestern nun erneut. Friedrich ist guter Abwehrspieler. In den bisherigen Spielen an der Seite von Hyypiä sogar ein sehr guter, doch die Verantwortungsrolle steht ihm nicht gut.

Der Rest des Defensivverbunds spielte solide, wirkte aber desöfteren desorientiert. Und so kassierte man auch die Tore. Das alles wäre ja gar nicht so schlimm gewesen, denn vorne ist man ja immer für ein Tor gut. Eins gelang auch, aber erst als Heynckes die komplette Mannschaft plus Taktik umgeworfen hatte und mit drei Stürmern spielte. Viele kleine Puzzleteilchen führten zu einer allgemeinen Ungefährlichkeit der Werkself.

Das fing hinten bei Sarpei an. Der Linksverteidiger spielt solide defensiv, beim ersten Gegentreffer war er sehr weit vom Gegenspieler entfernt, ok, aber nach vorne? Da geht gar nichts. Später wechselte der Trainer Schwaab ein, so dass Castro auf Sarpeis Position kam und Bayer war um einiges gefährlicher. Von beiden Seiten ging Gefahr aus, nicht nur über Castros rechte Seite, was nebenbei auch dazu führte, dass man defensiv, aufgrund des Drucks, nicht mehr soviel zuließ.

Die Doppel-6 mit Vidal und Rolfes kann man spielen gegen einen starken Zweitligisten. Ob Bender schon bereit war für die Startelf, darüber lässt sich streiten und Kroos? Der ist immer noch sehr weit vom maximalen Leistungspotenzial des Supertalents entfernt. Keine Flanken, keine Freistöße, nichts aus dem Spiel strahlte Gefahr aus. Schonen, damit man nicht zurück zu den Bayern muss? Der Sturm hing in der Luft. Kießling glücklos, Derdiyok rackerte, konnte aber auch nichts ausrichten.

Bitter, aber so ist das nun mal im Pokal. Ein schlechtes Spiel und man ist raus. Und man kann einiges aus diesem Spiel für die Partie am Samstag gegen Köln mitnehmen. Aus Fehlern lernt man – hoffentlich. Und außerdem befand sich die Werkself am gestrigen Abend in hervorragender Gesellschaft. Die Leverkusener Mannschaft wird sicherlich fröhlichst ihren Ex-Trainer gegrüßt haben, der mit seinem neuen Club eine miese Vorstellung in Osnabrück ablieferte und ebenfalls die Segel strich.

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